Hat der ‘jüdisch-christliche’ Dialog Zukunft?

Ab Sonntag Abend erkundet eine Tagung am Wiener Institut für Judaistik die Gegenwart und Zukunft des jüdisch-christlichen Dialogs:

Detail Programmfolder

Als Referenten fungieren ausgewiesene Experten u.a. aus den Bereichen Judaistik, Bibelwissenschaft und Religionspädagogik, darunter Rabbiner Prof. em. Dr. Jonathan Magonet, Univ.-Prof. Dr. Gerhard Langer, Univ.-Prof. Dr.in Irmtraud Fischer, Univ.-Prof. Dr. Ednan Aslan und Univ.-Prof. i.R. Dr. Martin Jäggle. Ein eigenes Podiumsgespräch ist außerdem dem “Bildungsauftrag Jüdischer Museen” gewidmet – wir bedanken uns für die freundliche Einladung, an diesem Podium mitzuwirken, und freuen uns auf ein spannendes Gespräch mit Dr. Hanno Loewy und Dr.in Felicitas Heimann-Jelinek.

Die dreitägige, von den Universitäten Graz und Wien getragene Konferenz – Abschlusstagung zum FWF-Projekt “Die Hebräische Bibel im ‘jüdisch-christlichen’ Dialog in Österreich und Deutschland nach 1945″ – steht allen Interessierten offen, die Teilnahme ist kostenlos!

Das Programm und weitere Infos finden Sie im Folder zur Tagung (Pdf).

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Purim 5775 / 2015

Morgen ist der 14. Adar, in wenigen Stunden beginnt das Purimfest.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein fröhliches Purim!

חג פורים שמח לכולם!

So fröhlich das Fest auch gefeiert wird, die Geschichte rund um Ester und Mordechai, König Achaschwerosch/Artaxerxes und Haman, die wir im biblischen Buch Ester finden, hat einen ernsten Hintergrund. Insbesondere in den Machsorim (also den Gebetbüchern für die hohen Feiertage) finden wir seit dem 13. Jahrhundert oft prachtvolle Illustrationen, die sich vornehmlich mit der Verfolgung der Juden sowie ihrer Hoffnung, durch Glaubensstärke überleben zu können, auseinandersetzen.

Ein besonders nettes Detail findet sich im prächtigsten heute noch existierenden mittelalterlichen Machsor, das zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Süddeutschland geschrieben und illustriert wurde, dem sogenannten Leipziger Machsor.

Selbstverständlich finden wir auch hier den (schon bekannten) Baum, an dem letztlich das Leben Hamans und seiner zehn Söhne endete. Das Anliegen, die ständig bedrohten Juden in ihrem Glauben zu stärken, ließ den Illustrator aber die Geschichte in Einzelbildern, so wie sie von der jüdischen Tradition verstanden wurde, darstellen. Eine Szene sei hier näher beschrieben, es handelt sich um die Illustration zu Ester 6,11.

Die Vorgeschichte: Der persische König erfuhr, dass Mordechai einen Anschlag auf ihn (den König) vereiteln konnte, und wollte ihn für diese große Loyalität auszeichnen. So rief er Haman, der eben dabei war, dem König mitzuteilen, dass man Mordechai an dem von ihm aufgestellten Galgen aufhängen solle.

Der König fragte ihn also:

Was soll mit einem Mann geschehen, den der König besonders ehren will? Haman dachte: Wen könnte der König wohl mehr ehren wollen als mich? Deshalb sagte Haman zum König: Wenn der König einen Mann besonders ehren will, lasse er ein königliches Gewand holen, das sonst der König selbst trägt, und ein Pferd, auf dem sonst der König reitet und dessen Kopf königlich geschmückt ist. Das Gewand und das Pferd soll man einem der vornehmsten Fürsten des Königs geben und der soll den Mann, den der König besonders ehren will, bekleiden, ihn auf dem Pferd über den Platz der Stadt führen und vor ihm ausrufen: So geht es einem Mann, den der König besonders ehren will.
Darauf sagte der König zu Haman: Hol in aller Eile das Gewand und das Pferd, und tu alles, was du gesagt hast, mit dem Juden Mordechai, der am Tor des Palastes sitzt.

Ester 6,6-10

Mordechai, so die jüdische Tradition, dachte nun, dass er sich vor der Ehrung noch baden und rasieren müsse, und Haman musste ihm sogar noch als Badediener und Barbier zu Diensten sein.

Haman nahm das Gewand und das Pferd, kleidete Mordechai ein, führte ihn auf dem Pferd über den Platz der Stadt und rief vor ihm aus: So geht es einem Mann, den der König besonders ehren will.

Ester 6,11

Die legendenhafte Erweiterung der biblischen Geschichte zeigt unsere kleine Illustration im Leipziger Machsor:

Detailscan Leipziger Machsor 51v

Leipziger Machsor 51v, Illustration zu Ester 6,11

Als nämlich der Festzug mit Mordechai am von Haman geführten Pferd am Haus des Haman vorbeikam, sah die Tochter Hamans vom Dachgeschoß aus zu und wollte den Mordechai noch mehr demütigen. Sie dachte selbstverständlich, dass Mordechai das Pferd führe und ihr Vater Haman der geehrte Reitende sei!
So schüttete sie den Inhalt ihres Nachttopfes dem Pferdeführer auf den Kopf. Erst als Haman sich umdrehte, erkannte sie, dass sie nicht Mordechai, sondern ihren Vater kompromittiert hatte, und stürzte sich aus dem Dachfenster hinunter zu Tode.

Das Bild oben zeigt also eigentlich nicht nur eine Szene, sondern zwei: (1) Die Tochter Hamans schüttet den Nachttopf über ihren Vater und (2) sie liegt – zu Tode gestürzt – am Boden.

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אבני א”ש – Die Grabsteine des älteren jüdischen Friedhofes in Eisenstadt

English version, see below

Start des Projekts “Lokalisierung der Gräber des älteren jüdischen Friedhofes von Eisenstadt”

Das Österreichische Jüdische Museum hat als eines der wenigen jüdischen Museen in Europa das große Glück, nicht nur im ehemaligen jüdischen Viertel Eisenstadts etabliert zu sein, sondern auch zwei jüdische Friedhöfe – vom Museum kaum 300 Meter entfernt – in die tägliche Museumsarbeit einbeziehen zu können.

Auch die Statuten des Trägervereins formulieren klar:

  • Das Kulturgut jüdischen Ursprungs aus dem österreichischen Raum zu sammeln, zu erforschen … zu präsentieren und zu vermitteln …
  • die Erinnerung an das Judentum in Österreich, insbesondere an die Siebengemeinden, lebendig zu erhalten.


Die burgenländischen Juden waren die ersten in Österreich, die 1938 von den Ausweisungsbefehlen der Nationalsozialisten betroffen waren und zwar in aller Härte. Schon Ende Oktober 1938 bedeutete das endgültige Aus einer jahrhundertelangen reichen jüdischen Tradition unserer Region. Eine Reise durch die ehemaligen jüdischen Gemeinden ist heute – im Wesentlichen – eine Reise zu (14) jüdischen Friedhöfen.

Weiters kommen jährlich unzählige BesucherInnen aus aller Welt ins Museum, um Gräber ihrer Verwandten zu suchen und zu besuchen. Dazu kommen ebenso unzählige Telefonate und Emails mit Anfragen zu jüdischen Gräbern im ganzen Burgenland.

Der Status quo jedoch ist traurig. Denn auf den 14 jüdischen Friedhöfen des Burgenlandes mit ihren insgesamt etwa 8.000 (fast) ausschließlich hebräisch beschrifteten Grabsteinen lassen sich bis auf eine einzige Ausnahme nicht mehr als eine Handvoll Gräber auch tatsächlich finden. Lagepläne fehlen, die Inschriften können aufgrund des rapiden Verfalls von Jahr zu Jahr schlechter gelesen werden. Die jüdischen Friedhöfe – ein jüdischer Friedhof heißt hebräisch “Haus der Ewigkeit” – fallen tagtäglich mehr der Anonymität und Fremdheit anheim.

  • Grabstein Zustand Jänner 1995

    Grabstein 1995

  • Grabstein Zustand Jänner 2015

    Grabstein Jänner 2015


Die erwähnte einzige Ausnahme ist der jüngere jüdische Friedhof in Eisenstadt, den wir schon zwischen 1992 und 95 vollständig aufarbeiteten.

Es muss wiederholt werden, und zwar ausdrücklich hier auch als dringender Appell an die öffentliche Hand Österreichs: Die Erhaltung der jüdischen Friedhöfe darf auch im Burgenland nicht mit dem Reparieren von Zäunen und dem Mähen von Gras enden. Die Nachfahren der Toten wurden gewaltsam aus ihren angestammten Gemeinden vertrieben. Sie haben ein Recht darauf, die Gräber ihrer Verwandten zu finden und zu besuchen. Österreich hat die Pflicht, das zu ermöglichen.

Vor allem im Unterschied zu ähnlichen Projekten in unserem Nachbarland Deutschland ist es uns, dem Österreichischen Jüdischen Museum, bis heute nicht gelungen, zusätzliche Mittel zu lukrieren, die eine zügigere Aufarbeitung der jüdischen Friedhöfe des Burgenlandes ermöglichen würden.

Trotz der beschränkten Ressourcen (Finanzen, Personal) haben wir uns die Aufarbeitung, insbesondere auch in Form digitaler Editionen, zu einer der Hauptaufgaben gemacht. Konkret: Zeilengerechte Abschriften aller Inschriften, (ggf.) Übersetzungen, Kommentare sowie biografische Notizen, Register und Standort-Pläne.

Salopp formuliert: Wir machen diese Arbeit, weil wir sie für dringend notwendig halten und weil sie sonst niemand macht.

älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Die hebräischen Grabinschriften sind, auch das kann nicht deutlich genug gesagt werden, nicht obsoletes Beiwerk genealogischer Forschungen (falls überhaupt!), sondern sind für Historiker und Genealogen wichtige Primärquellen und für Judaisten schier unerschöpfliche Quelle von Antworten auf Fragen der innerjüdischen Geschichte der jüdischen Gemeinden. Die hebräischen Inschriften sind aber darüber hinaus von Menschen für ihre Toten mit viel Liebe und mit großer Weisheit verfasst worden, sie spenden den Hinterbliebenen Trost und besitzen zeitlose Gültigkeit. Das Lesen der Texte ist daher immer auch ein Gedenken der Toten.

Niemals erlischt ja die Vorstellung, dass der von uns Geschiedene in einer anderen Welt weiterlebt. Wir pflegen mit ihm Zwiesprache, teilen ihm Leid und Freud mit, oder holen uns bei den heiligen Männern, wie es der große Gelehrte Maharam Asch einer war, in Not und Gefahr Trost und Rat.

Sandor Wolf, Die Entwicklung des jüdischen Grabsteines und die Denkmäler des Eisenstädter Friedhofes, in: Wachstein B., Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt, Eisenstädter Forschungen, hrsg. von Sándor Wolf, Band I, Wien 1922, XIX.

Das Projekt:

Oberste Priorität des Projekts ist, die einzelnen Gräber am älteren jüdischen Friedhof von Eisenstadt korrekt zu lokalisieren, um so allen Besucherinnen/Besuchern zu ermöglichen, ein bestimmtes Grab auch tatsächlich zu finden. Das war bis heute so gut wie nicht möglich.

Wie schon an anderem Ort vermerkt, publizierte der langjährige Direktor der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Dr. Bernhard Wachstein, im Jahr 1922 alle Grabinschriften des Friedhofes:
Wachstein B., Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt, Eisenstädter Forschungen, hrsg. von Sándor Wolf, Band I, Wien 1922.

Mit anderen Worten: Es gibt zwar eine Publikation mit allen Inschriften und allen Namen der Toten auf dem älteren jüdischen Friedhof (Stand 1922), aber wir wissen heute nicht, wem welches Grab gehört.

Übrigens: אבני א”ש im Titel bedeutet “(Grab)Steine Eisenstadts” und ist der hebräische Titel der zitierten Publikation Wachsteins.

Die Inschriften sind also zwar grundsätzlich schon – in Buchform – archiviert, nun wird die digitale Edition, wenn auch mit (naturgemäß) geringfügig anderen Schwerpunkten als sie Wachstein in seiner Publikation hatte, von uns erstellt. Letztlich soll damit nicht nur der heutigen Zeit Rechnung getragen, sondern vor allem eine nachhaltige Archivierung sichergestellt werden. Besonders wichtig ist uns dabei aber, dass viele Nachfahren der Eisenstädter Juden von überall aus darauf zugreifen können.

Noch einmal zur Dringlichkeit unseres Projekts: Wachstein bringt in seiner Publikation auch eine Nummernkonkordanz, die eine Zuordnung der Grabsteine ermöglichen und eine Art Ersatz für einen Lageplan sein soll. Allerdings sind die alten eingravierten hebräischen Nummern nur mehr auf wenigen Grabsteinen und die neueren arabischen Nummern gar nur mehr bei maximal einer Handvoll Grabsteinen erkennbar. Eine Suche nach einem bestimmten Namen, also wo sich das Grab am Friedhof konkret befindet, ist mit Wachsteins Publikation heute so gut wie nicht möglich. In einigen Jahren werden wir auch die heute noch halbwegs gut lesbaren Inschriften nicht mehr lesen können …

  • Grabstein mit alter Nummer

    Grabstein mit alter Nummer

  • Grabstein mit neuer Nummer

    Grabstein mit neuer Nummer


Ich glaube, dass es nicht ohne Wert sein kann, wenn meine Absicht gelingt, einen größeren Kreis mit diesem Ort bekanntzumachen. Die alten Steine und die alten Schriften sollen reden …

Wie für das Buch Bernhard Wachsteins gilt auch für unsere digitale Edition:

[Sie] soll zeigen, wie wunderbar aus alten Steinen die Schicksale vieler Generationen zu uns sprechen, wie die Beziehungen dieses kleinen Ortes zur großen Welt in weite, weite Fernen führen …

Sandor Wolf, Geleitwort, in: Wachstein B., a.a.O, VII.

Damit es zu keinen Missverständnissen kommt:

älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Unsere digitale Edition der Grabsteine des älteren jüdischen Friedhofes Eisenstadt ist keine genealogische Datenbank! Sie möchte aber dem seriös arbeitenden Genealogen enorm wichtige Quellen zur Verfügung stellen. Selbstverständlich würden wir uns sehr freuen, wenn biografische Notizen auch in Kommentarform in unserem Blog erscheinen.

Wie viele Steine von den heute 1.104 Grabsteinen (1922 gab es 1.140 Grabsteine) wir letztlich korrekt zuordnen können, kann derzeit leider nicht einmal grob geschätzt werden. Ebenso wenig können wir derzeit beurteilen, wie lange das Projekt dauern wird. Wir bemühen uns jedenfalls, ab sofort die zugeordneten Grabsteine mit Inschrift und Lageplan regelmäßig online zu stellen.

Möge dieser stimmungsvolle alte Friedhof auch von den kommenden Geschlechtern mit derselben Pietät wie bisher bewahrt werden, damit er wirklich ein “Haus der Ewigkeit” bleibe.

Sandor Wolf, Die Entwicklung …, a.a.O., LXVI.

Links zum Projekt

Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir – diesmal – wie auch schon beim Projekt “Friedhof Mattersburg” ausnahmsweise sehr techniklastig ;) – allen Feedabonnenten eine eventuelle Anpassung der Feedadresse unseres Blogs: Sollten Sie die Beiträge zum älteren jüdischen Friedhof Eisenstadt nicht via Feed erhalten wollen, bessern Sie bitte die Feedadresse aus auf http://www.ojm.at/blog/feed?cat=-93.

Sollten Sie nur die Beiträge zum älteren jüdischen Friedhof Eisenstadt via Feed erhalten wollen (was uns allerdings ein wenig traurig machen würde), verwenden Sie bitte folgende Feedadresse: http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-eisenstadt-alt/feed/.


Project Launch: “Localizing the Graves in Eisenstadt’s Older Jewish Cemetery”

The Austrian Jewish Museum is one of a lucky handful of establishments in Europe not only to be located in the former Jewish district of Eisenstadt, but to have two Jewish cemeteries located no more than 300 meters from the museum to draw upon for their work.

The by-laws of the sponsoring organization make our responsibility clear:

  • To collect, research, illuminate and present Austria’s cultural assets of Jewish provenance …
  • To keep alive and vital the memory of Judaism in Austria, in particular of the Seven Communities.


The Jews of Burgenland were the first to feel the impact of the Nazi deportation laws in 1938 in all their cruel harshness. Already by the end of October 1938 it spelled the final demise to many centuries of rich Jewish tradition in the region. A tour through the former Jewish communities today is more or less a visit to fourteen Jewish cemeteries.

Each year countless visitors from all over the world visit the musem and the graves of their ancestors. In addition to that, numberless telephone calls and e-mails full of questions and inquiries about Jewish graves located all over Burgenland are received and replied to.

The status quo is nonetheless sobering. In the fourteen Jewish cemeteries in Burgenland, containing no fewer than 8,000 graves, nearly all incised in Hebrew script, no more than a handful of gravesites can be found and ascribed, with one sole exception. There exist no site maps. The tablet inscriptions continue to deteriorate, can be read only with ever-increasing difficulty. The Jewish cemeteries – in Hebrew a Jewish cemetery is called a ‘House of Eternity’ – recede with each passing day one step closer to utter anonymity and estrangement.

  • headstone 1995

    headstone 1995

  • headstone 2015<

    headstone 2015


The single exception referred to above is to be found at the younger Jewish cemetery which was researched and organized completely in the years 1992-1995.

It must be explicitly reiterated at this juncture in this urgent appeal to the public sector entities of Austria: the maintenance and preservation of the Jewish cemeteries must not be limited to repairing fences and mowing lawns! The descendants of the dead were forcibly, violently driven out of their towns and their homeland. They have the right to find and to visit the graves of their relatives. Austria has a moral obligation to make this possible.

Quite contrary to similar projects in the neighboring country of Germany, the Austrian Jewish Museum has to this day not been able to accrue sufficient means to enable the Jewish cemeteries to be properly researched, sorted and preserved.

Despite extremely limited resources, both financial and personnel, we have made this task one of our major obligations, in particular, digitally catalogued editions. That includes line-for-line registers of all inscriptions, translated whenever necessary, plus commentaries and biographical notes, listings and maps of the locations.

To put it bluntly: we are doing this work because we believe it to be urgently necessary. And because if we don’t, no one else will.

älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt

It cannot be emphasized often enough: the Hebrew headstone inscriptions are not an obsolete addendum to geneological research, in case they’re even able to fulfil such a role. They are primary sources for historians and genealogists. For Jewish specialists they are an inexhaustible cornucopia of riches which answer both obvious and arcane questions about the internal history of the Jewish communities. Above and beyond their historical value, moreover, the Hebrew inscriptions were composed with profound love and wisdom by human beings for their departed, they gave comfort and solace to the bereaved survivors. They possess timeless value and eternal validity. Reading the texts is a dignified memorial to the dead.

Never will the conviction fade that those who have departed this plane continue to live on another. We pursue an ongoing dialogue with them. We share our suffering and our joy with them. Or we petition holy men such as the great scholar Maharam Asch for solace and counsel in moments of diversity and distress.

Sandor Wolf, Die Entwicklung des jüdischen Grabsteines und die Denkmäler des Eisenstädter Friedhofes, in: Wachstein B., Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt, Eisenstädter Forschungen, hrsg. von Sándor Wolf, Band I, Wien 1922, XIX.

The project:

It is the uppermost priority of the project to correctly decode and pinpoint all the individual graves of Eisenstadt’s Older Jewish Cemetery, to enable all visitors to become aware of and find a specific, desired gravesite. Until now that has not been possible.

As already noted elsewhere, Dr. Bernhard Wachstein, longstanding director of the Jewish Community of Vienna, published in 1922 all the gravestone inscriptions of the cemetery in a book Wachstein B., Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt, Eisenstädter Forschungen, hrsg. von Sándor Wolf, Band I, Wien 1922.

In other words, there is indeed a publication of all the inscriptions and names of the deceased at the older Jewish cemetery (cutoff date 1922). However, we still do not know to whom each grave can be ascribed.

Incidentally, אבני א”ש in this article’s title means: “Eisenstadt’s Gravestones”. It is also the Hebrew title of Wachstein’s publication.

Thus, the inscriptions have been archived in book form, at least in principle. Now a digital edition is being created. Naturally it will have slightly different focal points from Wachstein’s publication. Not only should the exigencies of the modern day and age be reflected in the ultimate product, but above all else, archives generated which can be secured and sustained. One very important aspect to us is to facilitate access of the data to descendants of Eisenstadt families everywhere.

A final note regarding the urgency of this project. Wachstein published in his account a numbered concordance in order to make possible a correlation, i.e. attribution, of the gravestones as a kind of substitute for a site map. However, the old incised Hebrew numbers are only evident on very few gravestones; and the more recent arabic numerals only legible on a handful. The search for a certain name and precise location where the grave of a given person is located in the cemetery is simply not possible nowadays. And within the next few years, even these halfway detectable tracings will have faded away beyond recognition.

  • headstone with old number

    headstone with old number

  • headstone with new number

    headstone with new number


I believe it must be of some value, in case I reach my objective, to make this town known to a greater number of people. The old headstones and inscriptions can be made to talk …

Bernhard Wachstein’s words were valid for his book, and are equally valid for our digital edition:

[They] should show how wonderfully old stones help to decode the fate of earlier generations; how the interrelations in this tiny town lead us out into the bigger, wider world …

Sandor Wolf, Geleitwort, in: Wachstein B., a.a.O, VII.

Just so that no misunderstandings can arise:

älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Our digital edition of the gravestones of Eisenstadt’s Older Jewish Cemetery is not a genealogical database. Nonetheless, it aims to provide serious genealogical research with enormously important source material and make it accessible to all. It goes without saying, we would be very pleased if biographical notes were to appear in our blog.

Just how many of the 1,104 gravestones today (in 1922 there were 1,140) can ultimately be correctly ascribed cannot even be roughly estimated at this juncture. In equal measure, it also cannot be estimated how long it will take to complete the project. We intend to make every effort to place online all the assigned gravestones with inscriptions and site map without delay.

May this old cemetery, full of so much rich atmosphere, be preserved by future generations with the selfsame piety so that it truly remains a ‘House of Eternity’.

Sandor Wolf, Die Entwicklung …, a.a.O., LXVI.

Links to the project

As an appendix to today’s Melange, we recommend (just as we did for the “Mattersburg Cemetery project” to all feed subscribers as an exceptional customization to technology, a certain adjustment of our blog’s Feed address. If you do not wish to receive communications about Eisenstadt’s older Jewish cemetery via Feed, please alter your Feed address to read: http://www.ojm.at/blog/feed?cat=-93.

If you wish to receive only communications about Eisenstadt’s older Jewish cemetery via Feed (which would admittedly sadden us slightly), please program the following Feed address: http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-eisenstadt-alt/feed/.

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Bild der Woche – Chanukka 5775

Fünf Lichter an der großen Chanukkia, dazu Musik, Tombola, Festansprachen – etwa von Kultusgemeinde-Präsidenten Oskar Deutsch – und viel Festliches mehr gab es gestern Abend am Wiener Stock-im-Eisen-Platz/Stephansplatz; Gastgeber war das Wiener Chabad-Haus.

Chanukka-Kerzenanzünden, 20. 12. 2014


Wir wünschen Ihnen ein fröhliches Chanukkafest – Happy Chanukka – חג אורים שמח,
den christlichen Leserinnen und Lesern unseres Blogs schöne Weihnachten
und allen ein paar erholsame Tage!

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Friedhofsprojekt Mattersburg – Fortsetzung

Nach längerer Zeit haben wir wieder begonnen, unser Projekt “Aufarbeitung des jüdischen Friedhofs Mattersburg” fortzusetzen.

Gleich zu Beginn stießen wir auf einen Grabstein, der unseren Puls höher schlagen ließ. Denn der Stammbaum von Rabbiner Akiba Güns-Schlesinger führt uns ganz tief in die jahrhundertealten jüdischen Gelehrtentraditionen …

Ausschnitt des Grabsteins von Rabbi Akiba Schlesinger


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