Ernestine Weiss / Lea Weiss, 04. Kislew 5632 (Freitag, 17. November 1871)

  • Foto: Grabstein von Weiss Ernestine / Lea Weiss, 04. Kislew 5632
  • Datenblatt Isidor Öhler: Grabinschrift Weiss Ernestine / Lea Weiss, 04. Kislew 5632


Anmerkungen

Lea wird in der 2. Zeile der hebräischen Inschrift als junge Frau/Jungfrau הבתולה bezeichnet.
Sie ist die „Tochter des MORENU Samuel Rofe, des kundigen Arztes unserer Gemeinde M(a)tt(ers)d(orf)“ (Zeile 4 und 5) בת מו“ה שמואל רופא מומחה דקהלתינו מט“ד.
Der Vater Samuel trägt also auch als Nachnamen den hebräischen Berufsnamen „Rofe (Arzt)“.

Anmerkung: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Dr. Weiss scheint auch in den Matriken immer wieder als einer der Ärzte auf, der die Totenscheine ausstellte.

Als Akrostychon finden sich in der Inschrift von Zeile 6-8 ihr Vorname „Lea“ לאה und in Zeile 9 der Segenswunsch „i(hr Andenken) m(öge bewahrt werden)“ ז“ל.


Biografische Notizen

Sterbematriken: Ernestine (Lea) Weiss, geb. in Mattersdorf, ledig, gest. 17. November 1871, mit 17 Jahren an Herzlähmung, in Mattersdorf


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg