Gütl Schneider, 14. Adar 5667 (Donnerstag, 28. Februar 1907)

  • Foto: Grabstein von Gütl Schneider, 14. Adar 5667
  • Datenblatt Isidor Öhler: Gütl Schneider, 14. Adar 5667


Anmerkungen

In der ersten Zeile ist deutlich zu lesen, dass Gütl Schneider zu Purim (14. Adar) starb und zu Schuschan Purim (15. Adar) begraben wurde. Die Einerzahl der Jahreszahl ist nicht wirklich auszumachen, Öhler liest ein ג, also „3“, daher 5663 = 1903 mit Fragezeichen. Da aber im Jahr 5663 Purim auf einen Freitag und demzufolge Schuschan Purim auf einen Schabbat fiel, an dem sicher kein Begräbnis stattfand, müssen wir 5663 als Todesdatum ausschließen.

Theoretisch kommen also alle anderen Jahre dieses 1. Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts, nämlich die Jahre 5661-5662 und 5664-5669, also 1901-1902 und 1904-1909 in Frage. Die Matriken bestätigen die Lesung 5667, also 1907!

Die Datumsdifferenz zwischen hebräischem Datum (14. Adar = 28. Februar) und dem Datum in den Matriken (27. April) kommt dadurch zustande, dass Gütl Schneider um 17h (siehe Matriken) und somit zwar noch am 27. April, aber bereits am 14. Adar verstorben ist.

Der Ehemann von Gütl Schneider ist auch in der hebräischen Inschrift genannt: „Todros Schneider“ טודרוס שניידער (in den Matriken: Antal).

Als Akrostychon finden sich in der Inschrift von Zeile 6-9 ihr Vorname „Gütl“ גיטל und in Zeile 10 der Segenwunsch ע“ה „a(uf ihr sei der) F(riede)“.

Der Inschrift ist zwar nicht gut, aber auch nicht unlesbar wie Öhler schreibt!


Biografische Notizen

Sterbematriken: Katalin (Gütl) Schneider, wh. Mattersdorf 320, gest. 27. Februar 1907 um 17h, mit 76 Jahren an Altersschwäche


Vater: Mor Wallner (weiland)
Mutter: Rebeka Hönigsberg (weiland)



Ehemann: Antal Schneider


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg