Ignatz Hirsch / Natan Hirsch, 26. Adar 5636 (Mittwoch, 22. März 1876)

  • Foto: Grabstein von Ignatz Hirsch / Natan Hirsch, 26. Adar 5636
  • Datenblatt Isidor Öhler: Ignatz Hirsch / Natan Hirsch, 26. Adar 5636


Anmerkungen

In der hebräischen Inschrift (Zeile 1) wird – übereinstimmend mit den Matriken – das junge Sterbealter angedeutet: „zart an Jahren, jung an Tagen“ רך בשנים צעיר לימים.

Natan Hirsch war „der Sohn d(es Herrn) Abraham Löb Segal, e(r möge) le(ben) i(n der) Lä(nge) d(er guten) T(age), S(ela)“ יחי“ לאו“יט“ס.

Der Nachname (Stammesname) „Segal“ סגל, oft auch als Zusatz nach dem Nachnamen, ist eigentlich ein Akronym für סגן לויה לוים, etwa „Führer der Leviten“.
Zum Symbol von Krug und Becken siehe unseren Lexikoneintrag.

Als Akrostychon finden sich von Zeile 5 – 7 zweimal sein Vorname „Natan“ נתן und von Zeile 8 – 11 sein Nachname „Hirsch“ הירש. Weiters finden sich der Vorname nochmals (horizontal) in Zeile 1 und der Nachname – von links nach rechts geschrieben (!) – (horizontal) in Zeile 11.
Die Anfangsworte von Zeile 12 und 13 sind der Segenswunsch „sein Andenken möge bewahrt werden“ זכרונו לברכה.

Die Punkte über den Buchstaben sind verständlich, solange es jene über den Buchstaben der Namen betrifft.
Allerdings finden sich auch Punkte (Zeile 9) über dem Wort „seine Taube“, was sich hier auf seine Ehefrau bezieht, יונתו (ein Zitat, angelehnt an Hohelied 5,2 und 6,9: „meine Taube, du Makellose“ יונתי תמתי) sowie über dem obzitierten Segenswunsch (Zeile 12 und 13) und über den Wörtern „Keren Kajemet“ („bleibendes Kapital“; Kontext: „wurde errichtet als ‚bleibendes Kapital‘ für die Ewigkeit“) קרן קימת in Zeile 13. Warum über diesen Wörtern ebenfalls Punkte sind, vermag ich nicht zu erklären.

Interessant sind besonders auch die Punkte über dem Wort „Klagen/Weinen“ in Zeile 6 בכי. Der Zahlenwert der Buchstaben ergibt das Sterbealter, nämlich 32 (Jahre). Offenbar wurde beim Abschreiben für die Eintragung in die Matriken das „Bet“ für „im (Weinen)“ ב am Beginn für den Zahlenwert mitgezählt, was dann die falsche Zahl „34“ ergibt (siehe Matriken).


Biografische Notizen

Sterbematriken: Ignatz (Natan) Hirsch, geb. in Mattersdorf, Händler, gest. 22. März 1876, mit 34 Jahren an einem Brustleiden (Zum Sterbealter siehe oben die letzte Anmerkung)

Ehefrau: Antonia (Taube) Hirsch, gest. 04. Oktober 1936


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg