Bild der Woche – Hugo Meisl

Wien, Februar 1937:

Hugo Meisl übersiedelt ein letztes Mal. Seine jetzige Adresse: A-1110 Wien, Zentralfriedhof, 4. Tor, Gruppe 3, Reihe 4, Nr. 11. Am 21. Feber 1937 versammelt sich dort das ballesterische Mitteleuropa zu einem Geleitzug … Der Österreichische Fußball-Bund beschließt, dass zehn Männer den Platz von Hugo Meisl einnehmen sollen. So gewaltig erscheint der Erblasser.

Die Dichter wetzen bedrohlich ihre Stifte. ‚Leicht war dein Sterben, aber schwer dein Leben – Das du aus tiefster Brust dem Sport geweiht. – Wann wird es wieder deinesgleichen geben? – Dein Name glänzt in alle Ewigkeit‘ …

Robert Franta/Wolfgang Weisgram: Ein rundes Leben. Hugo Meisl – Goldgräber des Fußballs. Wien: egoth 2005. S. 278

So pathetisch die Dichter-Nachrufe, so tränenreich Meisls Beerdigung: Quasi kein Fußballer-Auge sei trocken geblieben, weiß die zeitgenössische Presse zu berichten …

Todesanzeige in der 'Jüdischen Wochenschrift Die Wahrheit', Wien, 19.2.1937

Todesanzeige in der „Jüdischen Wochenschrift Die Wahrheit“, Wien, 19.2.1937 (Jg. 53, Nr. 7, S. 7) – entnommen aus dem Online-Archiv Compact Memory.

Hugo Meisl, ÖFB-Generalsekretär, Teamchef des legendären österreichischen ‚Wunderteams‘ und „Genius des europäischen Fußballs der dreißiger Jahre„, starb am 17. Februar 1937, sein Geburtstag jährte sich am vergangenen Dienstag, dem 16. November, zum 129. Mal.

Dazu wiederum passt eine aktuelle Meldung, die der österreichischen Museumslandschaft reizvollen Zuwachs verheißt: Nach „Standard„-Recherche nämlich prüft das Wien Museum nach allerlei politisch-administrativen Querelen gegenwärtig Pläne, Meisls ehemalige Wohnung im Wiener Karl-Marx-Hof zur „musealen Gedenkwohnung“ umzugestalten …

Schicken Sie uns Ihr Bild der Woche

nach oben

Abgelegt in: Bild der Woche

Schlagwörter: , | Kommentare (3)
RSS 2.0 feed. | Kommentar schreiben | trackback

Einen Kommentar zu ›Bild der Woche – Hugo Meisl‹ schreiben

(required)

(erforderlich; wird nicht angezeigt)