Bubers Geburtshaus, Wien, Franz-Josefs-Kai 45


Als Martin Buber 1896 zwecks Studium von Lemberg nach Wien übersiedelt, ist ihm die Stadt keineswegs gänzlich fremd: Zwar hatte Buber größte Teile seiner Kindheit in Galizien verbracht, zur Welt gekommen aber war er 1878 eben in Wien. Es ist also die „Stadt meiner Geburt und frühesten Kindheit“, in die Buber 18-jährig zurückkehrt – und sich übrigens vom Vorlesungsbetrieb an der Wiener Universität weit weniger beeindruckt zeigt als vom Spielbetrieb des Wiener Burgtheaters …

In Bubers Rückschau erscheint besagte Rückkehr nach Wien überdies stark philosophisch-poetisch aufgeladen:

Die losen, flächigen Erinnerungsbilder schienen aus dem großen körperhaften Zusammenhang wie Scheibchen einer magischen Laterne hervor, aber auch manche Gegend, die ich nicht gesehen haben konnte, sprach mich als Bekanntes an. Die heimatliche Fremde lehrte einen täglich, wiewohl in noch undeutlicher Sprache, dass man die Welt anzunehmen und sich von ihr annehmen zu lassen habe, sie nämlich sei bereit …

Begegnung. Autobiographische Fragmente. 4. Aufl. Heidelberg 1986. S. 32.

Bubers Geburtstag, der 8. Februar, jährt sich in der kommenden Woche.



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