Emigration und Flucht

Eine Doppel-Veranstaltung zur jüdischen Geschichte des Burgenlandes

Das Österreichische Jüdische Museum eröffnet sein Jahresprogramm 2013 mit einer Doppel-Veranstaltung zum Thema

Emigration und Flucht.
Beiträge zur jüdischen Geschichte des Burgenlandes.

In Kooperation mit der Burgenländischen Forschungsgesellschaft.

Zwei Abende im Jänner zu ausgewählten Themen und Stationen burgenländisch-jüdischer Geschichte zwischen Gemeindeleben, Emigration und Vertreibung – mit Historikerinnen und Zeitzeugen/innen.

Wir laden Sie herzlich ein!

Die Veranstaltungen im Detail

Teil 1: Lackenbach & Bad Sauerbrunn

Vortrag von Anna K. Liesch (Universität Basel):
“Familie Neufeld aus Lackenbach – eine Familie zieht in den Westen”

Zeitzeugengespräch mit Marion Fischer (Innsbruck),
Zeitzeugin mit familiären Wurzeln in Bad Sauerbrunn

Moderation: Walter Reiss (ORF Burgenland)

Wann: Dienstag, 15. Jänner 2013, 18.30 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum

Die Historikerin Anna K. Liesch beschäftigt sich in ihrem Referat mit dem Familiennachlass der Familie Neufeld aus Lackenbach. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg ließen einen Teil dieser burgenländischen Familie in die Schweiz emigrieren. Die Versuche, andere Familienmitglieder vor der Verfolgung durch den Nationalsozialismus in die Schweiz zu bringen, gelangen nur teilweise. Zentrum des familiären Netzwerkes war Luzern. Hier lebte Adèle, die Viertälteste der Familie Neufeld (1879–1941), die die burgenländischen Traditionen, eine strenge Orthodoxie verbunden mit einem religiösen Zionismus, das “burgenländische Jiddisch” und den Zusammenhalt der Verwandtschaft hochhielt. Eine Familiengeschichte, in der sich die Geschichte der Emigration vieler jüdischer Familien in Europa widerspiegelt.

Marion Fischer musste 1938 als Kind mit ihrer Familie aus Bad Sauerbrunn flüchten. Ihre frühen Erinnerungen an italienische Lager und die Flucht 1944 in die Schweiz zeugen von den schwierigen Anfangsjahren für jüdische Flüchtlinge nach dem Ende des Nationalsozialismus in Europa.

(aus dem Programmtext der Burgenländischen Forschungsgesellschaft)

  • Synagoge Lackenbach, ca. 1920

    Synagoge Lackenbach, ca. 1920

  • Marion Fischer

    Marion Fischer


Teil 2: Oberwart (Felsőőr) & Kőszeg

Vortrag und Buchpräsentation von Ursula Mindler (Andrássy Universität Budapest):
“Grenz-Setzungen im Zusammenleben. Jüdische Geschichte in Oberwart/Felsőőr”

Zeitzeugengespräch mit Hans Deutsch (1924 – 2004; Kőszeg/Buenos Aires) Unveröffentlichtes Video-Interview 2001

Moderation: Gert Tschögl (Burgenländische Forschungsgesellschaft)

Wann: Dienstag, 22. Jänner 2013, 18.30 Uhr
Wo: Österreichisches Jüdisches Museum

Mit der Publikation “Grenz-Setzungen im Zusammenleben” hat Ursula Mindler am Beispiel Oberwart/Felsőőr eine umfassende Studie zur regionalen Zeitgeschichte des jüdischen Burgenlandes vorgelegt. In ihrem Vortrag mit Buchpräsentation wird auch der Frage nachgegangen, ob die Erinnerung der Bevölkerung des Burgenlandes an das „gute Zusammenleben“ vor 1938 auch eine objektive historische Entsprechung hat oder nicht.

Im Jahre 2001 interviewte die Burgenländische Forschungsgesellschaft Hans Deutsch aus Kőszeg. In einem kurzen Video mit Auszügen aus diesem Interview erzählt er vom Antisemitismus dieser Zeit ebenso wie von der Hilfsbereitschaft von Teilen der Bevölkerung im Raum Oberwart, als er als Häftling auf einem der ungarischen Todesmärsche von Ungarn in das Konzentrationslager Gunskirchen getrieben wurde.

(aus dem Programmtext der Burgenländischen Forschungsgesellschaft)

  • Vertriebene SüdburgenländerInnen in Buenos Aires

    Vertriebene SüdburgenländerInnen
    in Buenos Aires
    (ca. 1940/50)
    Foto: BFG-Archiv

  • Hans Deutsch

    Hans Deutsch
    Foto: BFG-Archiv


Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


nach oben

Abgelegt in: Veranstaltungen

Schlagwörter: , , | Kommentare (0)
RSS 2.0 feed. | Kommentar schreiben | trackback

Einen Kommentar zu ›Emigration und Flucht‹ schreiben

(erforderlich)

(erforderlich; wird nicht angezeigt)