Von Trondheim bis Athen: jüdische Museen bereisen

Heute, passend zum Beginn der sommerlichen Urlaubs- bzw. Reisesaison, ein kurzer Blick auf die jüdischen Museen Europas – quasi als „appetizer“ für museumsaffine Urlaubsreisende.
Die diesbezügliche Auswahl ist jedenfalls ganz ordentlich: Die Association of European Jewish Museums etwa (der freilich keineswegs alle jüdischen Museen Europas angehören) verzeichnet immerhin mehr als vierzig Museen als ordentliche Mitglieder; eine von den Museumskollegen in München besorgte Zusammenstellung jüdischer Museen in Europa bringt es gar auf stolze 84 Einträge, zwar nicht von A bis Z, aber immerhin von B wie Belgien bis W wie Weißrussland – darunter neben den „Platzhirschen“ wie dem Jüdischen Museum Berlin auch versteckte Kleinodien wie die Museen in Dublin oder Dubrovnik. Jüdische Museen also an allen Ecken und Enden Europas, vom hohen Norden (Trondheim) bis weit in den Süden (Toledo oder Athen), vom äußersten Westen (Tomar/Portugal) bis an den östlichen Rand (Istanbul oder Rhodos), und quasi in allen Farben und Formen: mit regionalem, nationalem oder verschiedenen historischen Schwerpunkten, in traditionsreichen Gebäuden oder aufwendigen Neubauten, mit oder ohne angeschlossene Synagoge usf.

Collage jüdischer Museen

Kleine Jüdische-Museen-in-Europa-Collage – von links oben nach rechts unten: Berlin, Istanbul, Rom, Venedig, Budapest, Dubrovnik (Fotos: privat – danke auch an Laulo B.; außer Istanbul und Rom: Wiki/Public Domain)

Spitzenreiter in Sachen jüdischer Museen, und zwar weltweit, ist übrigens – Deutschland, zumindest dann, wenn man die Anzahl jüdischer Museen im Verhältnis zur Einwohnerzahl betrachtet; so rechnet Michael Wuliger in seinem „koscheren Knigge“ augenzwinkernd vor, es gebe in Deutschland nicht weniger als 32 jüdische Museen:

Pro Kopf der Bevölkerung sind das mehr als sonstwo auf der Welt. Selbst die USA mit 300 Millionen Menschen, davon sechs Millionen Juden, bringen es nur auf schlappe 51 jüdische Museen.

Der koschere Knigge. Trittsicher durch die deutsch-jüdischen Fettnäpfchen. Frankfurt a.M. 2009. S. 75f.

Treiben wir die Zahlenspielerei noch ein bisschen weiter, so kommt nach Wuligers Rechnung in Deutschland also, grob gesprochen, 1 jüdisches Museum auf 2,5 Millionen Einwohner; Österreich wiederum kann da beinahe mithalten: 3 jüdische Museen – nämlich in Wien, Hohenems und Eisenstadt – bei gut 8 Millionen Einwohnern, ergibt ein Verhältnis von 1 (Museum) zu ca. 2,7 Millionen (Einwohnern). Gar kein übler Wert also, im internationalen Jüdische-Museen-gemessen-an-der-Einwohnerzahl-Ranking … ;)
Eine gute Nachricht ist das jedenfalls auch für museumsaffine Urlaubsreisende. Nehmen wir außerdem noch Italien mit seinen insgesamt 13 jüdischen Museen hinzu, so finden wir in den drei beliebtesten Urlaubsländern der Österreicher – eben Deutschland, Italien und Österreich – insgesamt 48 jüdische Museen! Kein Mangel also an musealem Urlaubsprogramm …

Angesichts dieser Fülle und Vielfalt jüdischer Museen in Europa geben wir jedenfalls die Losung aus: Wo immer Ihr Urlaub Sie auch hinführt, ein jüdisches Museum ist – fast – immer in Ihrer Nähe, schauen Sie also einfach mal vorbei … und falls Sie in Österreich urlauben, gerne natürlich auch hier bei uns! ;)

Online verabschieden wir uns mit diesem Eintrag in eine kleine Sommer-/Urlaubspause, melden uns aber noch während der Ferien zurück, dann übrigens mit einem neuen musealen Feature für Schatzsucher und Rätsellöser …

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