Josef Simon Lackenbacher, 21. Cheschvan 5639 (Sonntag, 17. November 1878)

  • Foto: Grabstein von Josef Simon Lackenbacher, 21. Cheschvan 5639
  • Datenblatt Isidor Öhler: Josef Simon Lackenbacher, 21. Cheschvan 5639


Anmerkungen

In der 3. und 4. Zeile hält Öhler fälschlicherweise jeweils das hebräische Wort איננו (nach den Vornamen Josef und Simon) für den Nachnamen des Verstorbenen und vermutet „Enoff“ oder „Anaw“. Abgesehen davon, dass kaum erklärbar wäre, warum der Nachname gleich zweimal, also nach beiden Vornamen angeführt wird, handelt es sich ganz klar um ein Zitat aus Genesis 42,36, wo es heißt „Josef ist nicht mehr, Simon ist nicht mehr“.

(Es ist (für mich) kaum vorstellbar, dass einem Isidor Öhler, der immerhin seit dem Jahre 1943 die rabbinischen Funktionen in Wien versah und Vorbeter in der Synagoge in der Seitenstettengasse war, ein dermaßen gravierender Lesefehler passieren kann. Möglicherweise stützt dieser grobe Lesefehler eher meine Theorie, dass Öhler ganz bewusst, insbesondere in nur schwer nachzuweisenden Fällen (wie hier bei einem Bibelzitat), Fehler setzte, um den Nazis nicht allzuviel Personeninformationen zu geben? Siehe dazu unseren einleitenden Blogbeitrag.)

Der Nachname hingegen findet sich in Zeile 8, der vorletzten Zeile der Inschrift: לק“ב dürfte eine Abkürzung für den (Orts)Namen „Lackenbach(er)“ sein. Auffällig, dass hier לק“ב abkürzt wird, bei Netti Lackenbacher hingegen ל“ב (ohne dass wir freilich eine Verwandtschaft nachweisen können).

Josef Simon war unverheiratet wie wir in Zeile 7 lesen: הב“ für הבחור und (Zeile 8) „der Sohn des e(hrbaren) H(errn) Kalman LQ“B“.
Der Vater ist ebenfalls schon verstorben, worauf der Segenswunsch – am Ende von Zeile 8 – hinweist: ז“ל, abgekürzt für: זכרונו לברכה „s(ein Andenken möge) b(ewahrt werden)“.


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg