Fradl Eibentiz, 06. Siwan 5637 (Freitag, 18. Mai 1877)

  • Foto: Grabstein von Fradl Eibentiz, 06. Sivan 5637
  • Datenblatt Isidor Öhler: Fradl Eibentiz, 06. Sivan 5637


Anmerkungen

Sowohl grafisch als auch inhaltlich schön sind die ersten beiden Zeilen. Das „Sterben“ selbst wird am Beginn von Zeile 1 umschrieben mit הלכה לארצות החיים „Sie ging (hin) in der Lebenden Land“ (nach Hiob 28,13, s. auch bT Sanhedrin 111a).

Danach werden Sterbe- und Begräbnisdatum angegeben: עש“ק יום ראשון של (2) מתן תורה ונקברת ביום אסרו חג שנת (3) תרלז לפ“ק:

(1) (am) V(orabend) d(es heiligen) Sch(abbat), dem 1. Tag von
(2) Matan WeTora (= Schavu’otfest) und wurde begraben zu Isru Chag („nach dem Fest“ (siehe Psalm 118,27), gemeint ist immer der Tag nach dem eigentlichen Wallfahrtsfest – wie Schavuot =) im Jahr
(3) 637 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung).

Der Todestag ist demnach Freitag, der 6. Sivan (18. Mai), der Begräbnistag Sonntag, der 8. Siwan (20. Mai) 1877.

Zeile 6 nennt den Ehemann: Jakob Eibenitz. Es fehlt ein Segenswunsch, daher ist zwar wahrscheinlich, aber nicht ganz klar, ob er zum Zeitpunkt ihres Ablebens noch lebt.

Als Akrostychon findet sich von Zeile 7 – 11 ihr Vorname פראדל „Fradl“ und von Zeile 12-13 der Segenswunsch ז“ל „i(hr Andenken) m(öge bewahrt werden).


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg