Ascher Anschel Herzfeld, 09. Ijjar 5683 (Mittwoch, 25. April 1923)

  • Foto: Grabstein von Ascher Anschel Herzfeld, 09. April 5683
  • Datenblatt Isidor Öhler: Ascher Anschel Herzfeld, 09. April 5683


Anmerkungen

In der sehr wortreichen Einleitung, die mit vielen biblischen Zitaten Ascher Anschel Herzfelds Frömmigkeit und Tugendhaftigkeit rühmt, lesen wir auch, dass er (Zeile 4) „in der Blüte seiner Tage gepflückt wurde“ נקטף בדמי ימיו (vgl. Jesaja 38,10 und Hiob 8,12), also in der Mitte seines Lebens verstarb. Und zwar, als Fortsetzung in Zeile 4/5, „zum Leidwesen der Frau der Jugend“ אשת נעורים (vgl. Maleachi 2,14) und (5) „seiner kleinen Kinder“ וילדים קטנים.

In den Zeilen 6 und 7 finden wir den Namen des Verstorbenen:
(6) MORENU Ascher, genannt
(7) Anschel Herzfeld, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden).

Zeile 8 nennt den Vater: MORENU Mose Seev, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden). Der Vater war also zum Zeitpunkt des Ablebens von Ascher Anschel Herzfeld ebenfalls schon verstorben.

MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

In Zeile 10 erfahren wir, dass das Begräbnis am selben Tag, also am 9. Ijjar 683 = 25. April 1923 „mit großer Trauerbekundung“ בהספד רב stattfand (darf daraus geschlossen werden, da kein anderes Datum genannt ist).

Als Akrostychon findet sich von Zeile 11 – 13 sein Vorname אשר „Ascher“.

Nach der Schlusseulogie finden wir schließlich noch in Zeile 15 den Namen seiner Mutter: „Schindl“.


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg