Isak Graub?, 15. Adar 5677 (Freitag, 09. März 1917)

  • Foto: Grabstein von Isak Graub?, 15. Adar 5677
  • Datenblatt Isidor Öhler: Isak Graub?, 15. Adar 5677


Anmerkungen

Zeile 2: Besondere Schwierigkeiten macht der Nachname des Verstorbenen. Öhler liest „Greup“ oder „Greub“.
Folgen wir den Konventionen der anderen Grabinschriften des jüdischen Friedhofs Mattersdorf/-burg (siehe etwa „Bauer“), sollten wir das וי eher als „au“ lesen, also „Graub/p“.
Der letzte Buchstabe des Nachnamens sieht auf den ersten Blick aus wie ein פ. In diesem Fall deutet der Umstand, dass kein Final-Pe geschrieben wird, wohl an, dass der Schlussbuchstabe als „p“ (und nicht als „f“) gesprochen werden muss (also etwa nicht „Greif“).
Allerdings schaut das פ in der 4. Zeile im Wort פורים an der unteren rechten Ecke eindeutig anders aus, sodass wir vielleicht beim Namen eher „b“ ב lesen sollten.
Auch nicht ganz sicher ist die Lesung des 3. Buchstabens: Jod oder Waw? Lesen wir zweimal ein Jod – wie Öhler – würde das den Namen „Greip/Greib“ oder „Greup/Greub“ ergeben.
Wir konnten allerding für keinen dieser Namen einen Beleg finden bzw. dass der Name in Mattersdorf/-burg belegt wäre.

Vor dem Vornamen Isak יצחק steht הנער, also „der Knabe/der Jüngling“. Isak war also noch ein Kind als er starb.

Zeile 3 nennt die Mutter des Verstorbenen: Rebekka.

Das Todesdatum in Zeile 4 ist שושן פורים „Schuschan Purim“ (einer der Namen für das Purimfest), das ist der 15. Adar. Lesen wir die Jahreszahl als (5)677, ergäbe das Freitag, 09. März 1917.
Die Einerzahl, also die letzte Zahl der Jahreszahl ist aber auch unsicher. Handelt es sich um ein „Waw“, wäre das der 15. AdarI (5)676 = Montag, 20. März 1916.


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg