Sarl Steiner, 14. Tammus 5664 (Montag, 27. Juni 1904)

  • Foto: Grabstein von Sarl Steiner, 14. Tammus 5664
  • Datenblatt Isidor Öhler: Sarl Steiner, 14. Tammus 5664


Anmerkungen

Öhler bezeichnet die Inschrift als „Fast ganz unleserlich“. Tatsache ist, dass das meiste eigentlich gut lesbar ist, aber leider ausgerechnet das Sterbedatum erhebliche Schwierigkeiten macht.

Zeile 3: Im Gegensatz zu Öhler, der den Frauennamen für unleserlich hält, lese ich ein eindeutiges „Sarl“ שרל.

Zeile 4: Ihr Ehemann ist „d(er ehrbare) H(err) Josef Steiner“ כהר יוסף שטיינער. Segenswunsch ist keiner zu erkennen, daher bleibt unklar, ob der Ehemann noch lebt.

Zeile 5: Möglicherweise finden wir hier ihren Namen nochmals, wenn auch als „Sara“ שרה, die „in hohem Alter“ verstarb בזקנה טובה.

Das Sterbe- und Begräbnisdatum (!) finden wir in Zeile 6. Während ich beim Sterbedatum kaum etwas erkennen kann, ist danach klar zu lesen: „und wurde begraben am 16. 664 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung)“ ונקברה טז תרסד ל“פק. Daraus folgt m.E., dass Sarl Steiner nicht am Sterbetag begraben wurde, sondern später. Da – nehmen wir Öhlers Monatsdatierung an (!) – kein Schabbat oder Feiertag anfiel, könnte es sich um eine Überführung nach Mattesdorf gehandelt haben. Daher nehme ich an, dass das Begräbnis 2 Tage nach dem Todesdatum stattgefunden hat (und beziehe mich dabei auf andere lesbare Datierungen in Mattersdorf).
Somit haben wir als Begräbnisdatum Mittwoch, 16. Tammus, als Sterbedatum folglich Montag, 14. Tammus. Eine klare Einschränkung ist, dass der Monatsname praktisch nicht lesbar ist.
Ich folge, bei aller gebotenen Unsicherheit, trotzdem Öhler sowohl in der Datierung als auch in der Lesung „Tammus“.

In Zeile 7 finden wir den Namen ihrer Mutter: Fradl פראדל.


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg