Josef Zvi Pinkas, 19. Siwan 5662 (Dienstag, 24. Juni 1902)

  • Foto: Grabstein von Josef Zvi Pinkas, 19. Siwan 5662
  • Datenblatt Isidor Öhler: Josef Zvi Pinkas, 19. Siwan 5662


Anmerkungen

Josef Zvi Pinkas ist ohne Zweifel der Ehemann von Hanna Pinkas (beachte auch die Ähnlichkeit der beiden Grabsteine!).

Öhler hält „Pinkas“ fälschlicherweise für einen weiteren Vornamen. Zu dem in Mattersdorf/-burg gut belegten Nachnamen „Pinkas“ siehe die Anmerkungen im Artikel über seine Frau „Hanna Pinkas„.

Zeile 1: Eine sehr schöne Einleitung:
יוסף איננו, Zitat aus Genesis 42,36 „Josef ist nicht mehr …“ und danach wird – wohl in Anlehnung an Jesaja 28,1 – auf den zweiten Vornamen des Verstorbenen „Zvi“ angespielt:
Das hebräische Wort צבי bedeutet sowohl „Gazelle“ (irrtümlich meist „Hirsch“ übersetzt) als auch „Zierde, Herrlichkeit“. „Die Pracht der Herrlichkeit sank/ging nieder“ oder ähnlich kann der 2. Teil von Zeile 1 übersetzt werden.

In Zeile 3 wird der Verstorbene als „Mann Gottes“ אי“א bezeichnet.

Zeile 5 nennt den Vater: Schlomo (= Salomo) Semnitz, der, wie wir aus dem Segenswunsch schließen dürfen, zum Zeitpunkt seines Ablebens ebenfalls schon verstorben war.

Zeile 6: Josef Zvi Pinkas verstarb in gutem Ruf בש“ט.

Als Akrostychon finden sich von Zeile 7 – 12 seine beiden Vornamen und der Segenswunsch:
(7) horizontal: „Josef“,
(7) bis (10): „Josef“,
(11) horizontal: „Zvi“
(12) horizontal (die Anfangsbuchstaben der ersten beiden Wörter): „a(uf ihm sei der) F(rieden)“
יוסף צבי ע“ה.

In Zeile 13 finden wir schließlich noch den Namen seiner Mutter: „Fradl“.


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg