Netti Rosenberger / Ester Kohn, 06. Tevet 5676 (Montag, 13. Dezember 1915)

  • Foto: Grabstein von Ester Kohn, 06. Tevet 5676
  • Datenblatt Isidor Öhler: Ester Kohn, 06. Tevet 5676


Anmerkungen

Zeile 1: Wörtlich: „Ester wurde hinweggenommen im 10. Monat, am 6. Tevet 676 = 13. Dezember 1915“.

Das Datum ist deutlich zu lesen. Der Monat Tevet wird auch als „10. Monat“ החודש העשירי bezeichnet (in biblischer Zeit war Nisan der 1. Monat, siehe 2 Könige 25,1, Jeremia 52,4, Ezechiel 24,1 und Ester 2,16).
Öhler liest, wie praktisch immer in solchen und ähnlichen Fällen, falsch, zählt also den „10.“ und den „6.“ zum 16. Tevet zusammen.

Zeile 5 nennt ihren Ehemann „Der Rabbinische, MORENU Leser Kohn, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden)“. Der Ehemann war also zum Zeitpunkt ihres Ablebens ebenfalls schon verstorben.

MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Als Akrostychon finden sich von Zeile 6 – 11 ihr Vorname sowie der Vorname ihres Ehemanns:
(6) horizontal: „Ester“
(7) horizontal: „Ehefrau d(es)“
(8) horizontal: „MORENU“
(9) bis (10): (9) „El“(10) horizontal: „lie“ und „ser“
(11) horizontal: „Kohen“
אסתר אשת מו“ה אליעזר כהן.

In Zeile 13 finden wir, nach der Schlusseulogie, schließlich noch den Namen ihrer Mutter: „Rebekka“.


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg