Julia Hönigsber-Kohn / Rebekka Judith Katz, 16. Adar I 5687 (Freitag, 18. Februar 1927)

  • Foto: Grabstein von Rebekka Judith Katz, 16. AdarI 5687
  • Datenblatt Isidor Öhler: Rebekka Judith Katz, 16. AdarI 5687


Anmerkungen

Zeile 3/4: Die Verstorbene stammt „aus der angesehenen Familie (4) MORENU Elieser Dresnitz, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden)“ ממשפחה רמה מה רב ר“ אליעזר דרעזניץ ז“ל.

MORENU bedeutet wörtlich “u(nser) L(ehrer), H(err)”. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als “synagogaler Doktortitel” (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

„R. Elieser (Müller) Dresnitz war einer der angesehensten Schüler des Chatam Sofer und Dajjan in Mattersburg…“, siehe den Artikel von Clauda Chay-Bathya über Rev Aron Singer.

Zeile 9 nennt ihren Ehemann: „Mose Katz, a(uf ihm sei der) F(rieden)“, der Ehemann ist also zum Zeitpunkt ihres Ablebens auch schon verstorben.

Zeile 10: Rebekka Judith starb in Leobersdorf לעאבערסדארף (heute in Niederösterreich, nördlich von Wiener Neustadt).

Zeile 11: Die hebräischen Buchstaben für die Jahreszahl des Sterbedatums sind umgestellt, um ein sinnvolles Wort zu ergeben: תפזר, wörtlich „sie streut aus“, vielleicht im Sinne von Psalm 112,9 „Reichlich gab sie den Armen …“?

Zeile 11/12: Sie wurde zu Grabe gebracht am 18. Adar I, also am Montag, 20. Februar.

Zeile 14 nennt schließlich noch den Namen ihrer Mutter: „Lea, a(uf ihr sei der) F(rieden)“, die, wie der Segensspruch zeigt, auch schon verstorben ist לאה עה.


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg