Bezalel Breuer, 19. Tevet 5566 (Donnerstag, 09. Jänner 1806)

Foto I. Öhler: Bezalel Breuer, 19. Tevet 5566


Keine Abschrift von Isidor Öhler vorhanden.

Anmerkungen

Die Inschrift ist zum Großteil sehr gut lesbar, jedoch wären die letzten beiden Zeilen aufgrund von Feuchtigkeitsschäden schwer bzw. nicht mehr zu lesen.
Glücklicherweise führt Max Grunwald den Grabstein in seiner Arbeit „Mattersdorf“ (Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde 1924-1925, S. 499f) an (siehe dazu auch Kommentar von Chaya-Bathya Markovits). Die Abschrift Grunwalds soll hier zur Gänze buchstabengetreu wiedergegeben werden:

Bezalel b. Mose Breuer 1806

י“נ ביום ג“ י“ט טבת תקס“ו לפ“ק
פ“נ
בצלאל היית כל ימי חייך
צדק ומישור הלכת בכל דרכיך
לילות כימים שמת ותידר שנתיך
אב בחכמה רך בשנים היית
להתלונן תחת כנפי השכינה
נקראת ה“ה הבח“ המופלא ירא
הגדול כ“ה בצלאל בן הקצין
משה אלי“ ברייער לגן עליון אזל
עד טל תחי“ יזול.

Beachte: Grunwald gibt die Inschrift nur bis Zeile 7 zeilengerecht wieder! Oben wurde Grunwalds Inschrift auch in den letzten 4 Zeilen zeilengerecht gesetzt, also (nur von der Form her) angepasst.

In Zeile 1 schreibt Grunwald als Tagesdatum ביום ג“ , „Tag 3 (= Dienstag)“. In der Grabinschrift ist allerdings eindeutig ein ביום ה“ , also „Tag 5 (= Donnerstag)“ zu erkennen. Der 19. Tevet 5566 war auch ein Donnerstag.
Grunwald dürfte das aber gar nicht aufgefallen sein, da er die Sterbedaten grundsätzlich nie genau umrechnet, sondern nur das Jahr angibt. Im gegenständlichen Fall ist der 19. Tevet wirklich schon ins Jahr 1806 gefallen.

Am Schluss von Zeile 7 ist nach dem Wort השכינה noch ein נ zu erkennen, das Grunwald auslässt. Der Sinn des Buchstabens ist mir allerdings auch unklar.

Am Schluss von Zeile 9 ist in der Grabinschrift noch deutlich ein ה zu erkennen, das Grunwald auch auslässt. Es gehört zum Vornamen „Mose“ in der nächsten Zeile und ist die Abkürzung für הרב „H(err)“.


Als Akrostychon findet sich in Zeile 3 horizontal und von Zeile 3 bis 7 sein Vorname „Bezalel“ בצלאל.

In Zeile 6 wird Bezealel als רך בשנים „zart an Jahren“ beschrieben. Er starb also noch jung.

Zeile 9: Sein Vater, Mose Eli(jahu) Breuer, wird als קצין „Der Einflussreiche“ tituliert, war also Gemeindevorstand.


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg