Itamar Efraim Ehrenfeld, 11. Siwan 5661 (Mittwoch, 29. Mai 1901)

  • Foto: Grabstein von Efraim Ehrenfeld, 11. Siwan 5661
  • Datenblatt Isidor Öhler: Efraim Ehrenfeld, 11. Siwan 5661


Anmerkungen

Öhler hält die gesamte Inschrift für „Unleserlich“. Die Inschrift ist jedoch über weite Teile gut lesbar.

Die datums- und namensrelevanten Daten und Zeilen:

Zeile 6: „Mit 21 Jahren „wurde er zu seinem Volk versammelt“ (Genesis 25,8 u.a.) בן כ“א שנים נאסף אל עמו.

Zeile 7: „D(er) J(unggeselle), der Wunderbare und Ausgezeichnete, fleißig und scharfsinning“ הב“ המופלא ומופלג חרוץ ושנון

Zeile 8: „MORENU Itamar Efraim, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden)“ מה“ו איתמר אפרים ז“ל

Zeile 9: „Sohn u(nseres Herrn), L(ehrers) u(nd Meisters), d(es ehrbaren) Herrn, MORENU Simcha Bunam“ בן אמ“ו הרב מהו שמחה בונם

Zeile 10: „Ehrenfeld, s(ein Licht) m(öge leuchten) […] עירענפעלד נ“י.

Zeile 11: „S(eine Seele) g(ing hinweg) am 11. Siwan 661 und wurde zu Grabe gebracht י“נ יא סיון תרסא והובל לקברות

Zeile 12: „unterer bitterer Trauerbekundung am nächsten Tag (also am Freitag, 22. Siwan = 31. Mai)“ בהספד מר ליום מחרתו.

In der letzten Zeile, unter der Schlusseulogie, findet sich noch der „Name seiner Mutter“ שם אמו, der aber leider am Foto abgeschnitten wurde und nicht sicher lesbar ist.

MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Anmerkung zum Tagesdatum in Zeile 11: 01. Siwan als Lesung ist ausgeschlossen, weil der 1. Siwan ein Freitag war und dies wahrscheinlich vermerkt worden wäre, vor allem aber, weil dann nicht am nächsten Tag (Schabbat!) das Begräbnis stattfinden hätte können.


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg