Josef Hönigsber, 29. Siwan 5621 (Freitag, 07. Juni 1861)

  • Foto: Grabstein von Josef Hönigsber, 29. Siwan 5621
  • Datenblatt Isidor Öhler: Josef Hönigsber, 29. Siwan 5621


Anmerkungen

Öhler hält die Inschrift für „Zum größten Teil unleserlich“, was zumindest für den oberen Teil (mit hellem Hintergrund) am Foto eindeutig zutrifft.

Die kunstvolle Zeilenführung im oberen hellen Teil bedarf einer Anmerkung:

Die Inschrift beginnt mit der Einleitung in der 1. Zeile (rechts natürlich), setzt sich nach dem letzten Wort der 1. Zeile כשת, der Abkürzung für כבוד שם תהלתו „s(ein ehrenvoller), l(obenswerter) N(ame)“ mit dem Namen des Verstorbenen in Zeile 2 (schwarz hervorgehoben) fort: „Josef Hönigsber“ יוסף העניגסבער und fließt dann weiter rechts in die Zeile 4 (Zeile 3 ist die Einleitungsformel „H(ier liegt/ist) g(eborgen)“ פנ), die mit dem Segenswunsch beginnt: „d(as Andenken) d(es Gerechten) m(öge bewahrt werden)“ זצל.

Zeile 4 Fortsetzung: „Er starb mit gutem Namen (= in gutem Ruf) am Tag 6 (= Freitag), d(em Vorabend) d(es heiligen) Sch(abbat), 29. Siwan des Jahres 621 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung)“ נפטר בשם טוב יום ויו עשק כט סיון שנת תרכא לפ“ק.

Im dunklen Teil beginnt die Eulogie, von Zeile 5 – 13.
Die Angabe in den Matriken, dass Josef Hönigsber mit 37 Jahren verstarb, wird in Zeile 5 bestätigt, wo es heißt: „in seiner Blüte gepflückt“ (s. Hiob 8,12).

Als Akrostychon – etwas schlecht zu erkennen – finden sich von Zeile 5 – 13 sein Vorname und Nachname:
(5) bis (8) „Josef“
(9) bis (13): „Hönigsber“, wobei die Zeilen 9 bis 12 jeweils 2 Buchstaben horizontal anführen.
יוסף העניגסבער.

Unter der „Abtrennungslinie“ werden unterhalb der Schlusseulogie noch – aufgeteilt auf 2 Zeilen – die Namen von Mutter und Vater (!) genannt:

(1) „Er wurde geboren von F(rau) Mirjam
(2) (und) MORENU Beer HM (offensichtlich für „Hönigsber“), d(as Andenken) d(es Gerechten) m(öge bewahrt werden)“
נולד מן מ“ מרים
מוה בער הב זצל
.

Ich kann in der Inschrift zwar nirgends den 2. Vornamen „Mose“ erkennen, doch vielleicht könnte Julia Hönigsber-Kohn, geboren 1855, seine Tochter sein? Siehe Kommentar von Carole Vogel!

Biografische Notizen

Sterbematriken: Hönigsber Josef, geboren in Lackenbach, verheiratet, Handelsmann, wohnhaft in Mattersdorf, gestorben am 07. Juni 1861 in Mattersdorf 346, mit 37 Jahren, an Husten, begraben in Mattersdorf.


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg