Samuel Schischa Segal, 16. Adar I 5687 (Freitag, 18. Februar 1927)

  • Foto: Grabstein von Samuel Schischa Segal, 16. Adar I 5687
  • Datenblatt Isidor Öhler: Samuel Schischa Segal, 16. Adar I 5687
  • Datenblatt Isidor Öhler, Rückseite: Samuel Schischa Segal, 16. Adar I 5687


Anmerkungen

Zeile 1/2: Sterbeort und -datum: „S(eine Seele) g(ing hinweg) in Forchtenau (Bezirk Mattersburg, Anm.d.V.) am 16. Adar I 687 (2) […] ‚ziehe ich meine Hand zurück‘ (Exodus 22,23) n(ach der kleinen Zeitrechnung)“.

Zeile 1: Wie bei David Levi Segal wird auch hier die Einerzahl der Jahreszahl mit dem Buchstabennamen תרפ זין (hier zur Verdeutlichung getrennt) geschrieben.

Zeile 2: Über dem Wort והסרותי „Ich zog zurück“ deuten Punkte an, dass die Zahlenwerte der einzelnen Buchstaben zusammenzuzählen sind. Die Summe ergibt ebenfalls das Sterbejahr 687, also 1927.

Sowohl über dem Buchstaben פ der Jahrezahl am Schluss von Zeile 1 im Wort תרפזין, als auch über dem ש im 1. Wort der Zeile 2 בשום befinden sich jeweils 3 Punkte. Diese zeigen normalerweise, wie wir auf vielen anderen Inschriften in Mattersdorf/-burg sehen, Abkürzungen an. Warum die 3 Punkte auf den beiden Buchstaben der genannten Wörter gesetzt sind, kann ich mir leider nicht erklären.

Zeile 4: Samuel Schischa wird als קצין bezeichnet, „der Einflussreiche“, war also Gemeindevorstand.

Zeile 5: Nach dem Vor- und Nachnamen des Verstorbenen שמואל שישא findet sich der Namenszusatz „Segal“ סגל. Dabei handelt es sich um einen Stammesnamen, der entweder als Nachname, oder – wie hier – oft auch als Zusatz nach dem Nachnamen zu finden ist. Eigentlich ist der Name ein Akronym für סגן לויה לוים, etwa „Führer der Leviten“.

Obwohl eindeutig von levitischer Herkunft, vermissen wir auf dem Grabstein das Symbol von Krug (und Becken). Allerdings ist in der 3. Zeile zwischen den beiden Buchstaben der Einleitungsformel פנ „H(ier liegt/ist) g(eborgen)“ der Stein etwas ausgebrochen. Vielleicht war an dieser Stelle das Symbol?

Zum Symbol von Krug (und Becken) siehe unseren Lexikoneintrag.

Nach der Abtrennungslinie befindet sich die Eulogie, von Zeile 6 – 12.
Über diese Zeilen verteilt finden wir auch als Akrostycha den Vor- und Nachnamen des Verstorbenen sowie die beiden Vornamen seiner Eltern und den Segenswunsch:
(6) horizontal: „Samuel“
(7) bis (8) „Schischa“, jeweils 2 Buchstaben horizontal
(9) horizontal: „Sohn von“
(10) horizontal: „Pessl“
(11) horizontal: „Isak“
(12) horizontal: „s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden)“
שמואל שישא בן פעסל יצחק זל

Biografische Notizen

Samuel Schischa Segal ist der Sohn von Pessl Schischa, verstorben 1917 und Ingatz / Isak Schischa, verstorben 1885. Siehe dazu auch besonders den Kommentar von Carole Vogel sowie diesen Kommentar von Carole!


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg