Gelles Moses Elia – 04. Mai 1865

Moses Elia ben Jakob Gelles, 08. Ijjar 625 (= Donnerstag, 04. Mai 1865)

J-1 (Wachstein 1013)

  • Grabstein Moses Elia ben Jakob Gelles, 08. Ijjar 625
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor J


פ“נ

ה“ה המרומם והנעלה איש נדיב והולך ישר כש“ת כ“ה
משה אליה ב’ המנוח הנכבד התו’ כ“ה יעקב געללעס
י“נ יום ה’ ח’ אייר תרכ“ה
לפ“ק

משה עלה ונתעלה בנועם מפעליו
שלום ומשור הי’ חלקו וגורלו
הון ועושר לא לבד בביתו ובהיכלו
אבל אליו באו כל מבקש ישע והצלה
לא מנע מהם כל חנינה וחמלה
ידע גם הבין אורח חיים למעלה
הוא דרך אמון בניו לשם ולתהלה
גם עמל לתמוך לומדי עוז סגולה
עליו יקוננו כל עני ונפש נענה
השלום מנת כוסו במנוחה נכונה

תנצב“ה


Anmerkungen

‚… zu ihm kamen alle, die Hilfe und Rettung suchten, er begegnete ihnen mit Wärme und tiefem Mitgefühl‘

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 285

Die Übersetzung Wachstein bezieht sich auf Zeile 4 und 5 der Eulogie.


Biografische Notizen

Moses Elias Gelles, Kaufmann/Handelsmann, verheiratet, wh.: Eisenstadt, gest. mit 54 Jahren am 04. Mai 1865 (in den Sterbematriken: 04. Juni 1865!, s.u. Anmerkung zum Geburtsdatum) in Bruck an der Leitha an Schlagfluss.

Zur doch erheblichen Sterbedatumsdifferenz von 1 Monat:

Hebräische Grabinschrift: 08. Ijjar: Das Sterbedatum ist heute noch klar zu lesen (bitte oben auf Großansicht des Grabsteins klicken), außerdem ist der Wochentag, nämlich Donnerstag, auch angegeben.

Sterbematriken: 04. Juni 1865. Der Sterbeeintrag wurde offensichtlich nachgetragen (11a!)
Die hebräische Datumsangabe lautet: א בהעלתך: „am 1. Tag (Sonntag) der (Woche der) Parascha / des Toraabschnitts ‚Wenn du die Lampen anzündest‘ (Numeri 8,1)“ und das ist im Jahr 625 / 1865 Sonntag, der 10. Siwan = 04. Juni! Bedeutet, dass das hebräische Datum eindeutig das bürgerliche Sterbedatum des Sterbeeintrags heranzieht und – erwartungsgemäß – nicht das Datum der hebräischen Grabinschrift.

Es darf also so gut wie sicher davon ausgegangen werden, dass der Matrikenführer Mai mit Juni verwechselte und das Sterbedatum falsch eintrug (nochzumal es keinen Eintrag im Mai gibt).

Matriken Tod Moses E. Gelles

Matriken Tod Moses E. Gelles


Vater: Jakob Gelles, gest. 23. März 1858

Mutter: Gütel Chaja Gelles, gest. 21. Mai 1843

Ehefrau: Amalia (Malka) Schische / Schischa, Tochter des Isack Schische, geh. in Eisenstadt 29. Dezember 1835 („Der Vater der Braut ist von Mattersdorf“, s.u. Trauungsmatriken), gest. 21. Juni 1868

Matriken Hochzeit Moses Gelles und Amalia Schische

Matriken Hochzeit Moses Gelles und Amalia Schische


Töchter:
Johanna Gelles
, geb. 10. Juni 1837 in Eisenstadt

Matriken Geburt Johanna Gelles

Matriken Geburt Johanna Gelles


Lini / Caroline Gelles, geb. 22. Februar 1844 in Eisenstadt

Matriken Geburt Lini Gelles

Matriken Geburt Lini Gelles


Söhne:
Bernhard (Bernáth, Aaron Beer) Gellis, geb. in Mattersdorf, gest. 10. April 1887, geh. 14. August 1838 in Eisenstadt Franziska (Feila) Stroh, gest. 08. Juni 1905

Simon Gelles, geb. 12. Juli 1841 in Eisenstadt

Matriken Geburt Simon Gelles

Matriken Geburt Simon Gelles


Adolph / Adolf (Aron) Gellis, Kaufmann aus Graz, geb. 14. November 1846 in Eisenstadt, gest. 03. August 1912 in Golling, begraben am jüdischen Friedhof in Salzburg Aigen

Matriken Geburt Adolph Gelles

Matriken Geburt Adolph Gelles

Grabstein Adolf (Aron) Gellis

Grabstein Adolf (Aron) Gellis am jüdischen Friedhof Salzburg Aigen


Zu den Töchtern und Söhnen siehe mehr Informationen besonders den Kommentar von Carole Vogel!

Adolf (Aron) Gellis ist übrigens nicht der einzige Burgenländer, der am jüdischen Friedhof in Salzbug Aigen begraben ist, ein eigener Blogartikel ist Albert (Abraham) Pollak gewidmet, der 1833 in Mattersdorf geboren wurde und der in Salzburg als erster Jude das Niederlassungsrecht wieder erlangte.

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