Berlin Sara – 20. November 1734

Sara Tochter Isak Berlin, 24. Cheschwan 495 (= Schabbat, 20. November 1734)

E-33 (Wachstein 125)

  • Grabstein Sara Tochter Isak Berlin, 24. Cheschwan 495
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor E


שרה
אל אחותה
ניגשת למגורת קבר
נפרשת רבתה תאניה ואניה
איך בימי נעוריה
למעלה נדרשת הוי
אחות איך לשכנתך
נצמדתי להיות בעפר
נכפשת ספדו והילילו
וחגרו שק על הבתולה מ’
שרה בת הקצין ה’ איצק
ברלין ז“ל נפטר בש“ק כ“ה
חשון תצ“ה ל’ תנצב“ה



In schöner, inniger Sprache und korrekten Reimen wird der Tod der in jungen Jahren als Jungfrau verstorbenen Sara, die ihrer Schwester ins Grab gefolgt, beklagt. Der Name Isak Berlins findet sich sonst nicht auf Grabsteinen dieses Friedhofes, sodass die Schwester, auf welche die Inschrift anspielt, nicht zu eruieren ist. Hingegen bringt die nächste Grabstätte, in welcher Rebekka, die Mutter des Löbusch ben Mordechai Mochiach ruht, auf die Vermutung, dass Isak Berlin mit dem bekannten Finanzmanne Isak Jost Liebmann aus Berlin, dem Schwiegervater Löbusch ben Mordechai Mochiachs, identisch sein könnte. Isak Liebmann starb 18. August 1711. Sara müsste demnach älter als 24 Jahre gewesen sein, konnte aber noch als jung bezeichnet werden. Im Nachlasse ihrer Mutter Merli, die in zweiter Ehe die Frau Sismon Wertheimers war, ist wohl ihrer keine Erwähnung getan, es fehlen jedoch auch andere Kinder. Wenn die vorgebrachte Vermutung richtig ist, so ist die Schwester keine andere als eben die Frau Löbusch ben Mordechai Mochiachs, deren Grabstein sich nicht mehr vorfindet.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 37f

Zeile 10: „Die Jungfrau/junge Frau“.

Rebekka Mochiach, die Schwiegermutter ihrer – am Grabstein nicht näher genannten Schwester – ist neben Sara Berlin begraben.



Wachstein verweist auf seine Anmerkungen zur Grabinschrift der am jüdischen Friedhof Rossau (Seegasse, Wien) begrabenen, am 3. oder 4. März verstorbenen Merli Tochter Tebli Schiff ha-Cohen, Frau R. Simson Wertheimer:

… kann die eigene Abstammung Merlis schwer bestimmt werden. Dass der Name ‚Schiff‘ und die priesterliche Abstammung nach Frankfurt weist, der Heimat der bekannten Familie, der eine Reihe von Gelehrten, darunter der scharfsinnige Meir Schiff (maharaM Schiff), entspross, ist klar. Zweifelhaft bleibt es, ob wir in dem Vater der Merli den am 21. Oktober 1697 in Frankfurt verstorbenen Buchhändler David ben Moses ha-Cohen Schiff … zu sehen haben.

Wachstein B., Die Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien, 2. Teil, 1696 – 1783, Wien 1917, 156


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