Frau Breindl …, 09. Nisan [508] (= Nacht auf Sonntag, 07. April 1748)

K-28 (Wachstein 181)

  • Grabstein Frau Breindl ..., 09. Nisan [508]
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor K


Die Grabinschrift

פ“ט
… האשה הצנועה מ’ בריינדל
כפה פרשה לעמי ודל נפטרה
בשם טוב נבדל בטח בה לב
בעלה כמגדל עשת … במצות
… כשמש נשמת’ בטהר’ עלת’ בליל ט’ ניסן
… מוריד שאול ויעל תנצב“ה

תנצב“ה


Anmerkungen

Die Inschrift ist heute praktisch durchgängig nicht mehr lesbar, bestenfalls einige wenige Buchstaben sind zu erkennen. Darunter allerdings das Monatsdatum, siehe unten.
Die Zeilengerechtigkeit kann nicht garantiert werden. Der Grabstein ist auch auf der Rückseite extrem stark erodiert, sodass sehr wahrscheinlich auch die hebräische Nummer durch die Erosionen zerstört wurde. Da die Grabsteine links und rechts daneben eindeutige fortlaufende neue Nummern haben (die freilich heute nicht mehr zu sehen sind) und – wie gesagt – das Monatsdatum sowie einige Wörter in der 2. Zeile zu lesen sind, konnte der Grabstein schließlich doch eindeutig identifiziert werden.

Das Totenregister verzeichnet unter der auf diese Inschrift bezüglichen Grabsteinnummer: ‚Breindl Jafe, Tochter des Gaon MORENU AŠ, gestorben am Neumondstage Tevet 508.‘
Die Monatsangabe ist jedenfalls unrichtig, da ‚in der Nacht des 9. Nisan‘ deutlich in der Inschrift zu lesen ist. … so dass eine Auffindung der Fehlerquelle nicht möglich ist.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 98

Das noch heute halbwegs gut lesbare Monatsdatum findet sich am Schluss der vorletzten Zeile der Inschrift.

MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


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