Anschel Samuel ben Moses Rebitz, 24. Kislew 472 (= Schabbat, 05. Dezember 1711)

D-15 (Wachstein 43)

  • Grabstein Anschel Samuel ben Moses Rebitz, 24. Kislew 472
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor D


Die Grabinschrift

שמואל
התפלל עם
כל העם בעד
עבדיך יחי ואל
ימות איש תם ויש’
ויר“א ה“ה מ’ אנשיל
שמואל בהק“מ
משה רעביץ ז“ל
יצאה נשמתו ביו’
שבת ק’ כ“ד כסלו
תע“ב ל’ תנצב“ה


Anmerkungen

Rabitz (tschechisch) Hrabice, Ort im Kreis Prachatzitz in Böhmen.

Zeile 4: „Er soll leben, er sterbe nicht“ (vgl. Deuteronomium 33,6)

Zeile 7:

Das ק in der Abbreviatur bhqm im Texte der Grabschrift ist demnach in „Qadosch“ aufzulösen.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 12, Fußnote 3

Die von Wachstein zitierte Abbreviatur bedeutet בן הקדוש מהר“ר „Sohn des Märtyrers, MORENU“.

MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


Sicherlich mit Jakob Ascher Samuel, Sohn des Märtyrers Moses identisch, der 1693 das Wertheimersche Rabbinatsdiplom an vierter Stelle unterschreibt. Ist רעביץ = Rabitz in Böhmen?

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 12

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