Frau Jütel Tochter Sabel Leidesdorfer, 26. Tischre 542 (= Montag, 15. Oktober 1781)

E-38 (Wachstein 379)

  • Grabstein Frau Jütel Tochter Sabel Leidesdorfer, 26. Tischre 542
  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor E


Die Grabinschrift

י“נ ביום ב’ כ“ו תשרי שנת

תקצ“ב ל’
יראה העובר פה טמונה אשה
חשובה ויקרה יראת היראת ה אוצרה אוצרה
אלמנת גאוני הדור פה אסורה
טעמה כי טוב שברה להחזיק
ידי לומדי תורה לחמה נתנה לדל
גמלה חסד ובמצות חנ“ה נזהרה
להגות יום יום דברי רון שיר
ותורה הטהורה דרשה אף רחש
פי’ בחכמה ובמצות ה’ ברה
גדלה זרע רחומים בני תפארת להורם
ומאתה לה לעטרהה ה“ה האשה
הצנועה והמושכלת הרבנית
מרת ייטל בת הגביר התורני
מוהר“ר זאבל ליידרשדרפ ז“ל



תנצב“ה


Anmerkungen

Anmerkung am Rande: Wachstein irrt relativ häufig in seiner Nummernkonkordanz (hebräische Nummer – Standortnummer – Nummer in seiner Publikation), was eine Zuordnung aufgrund der – heute nicht mehr sichtbaren – Standortnummern praktisch unmöglich macht. So findet sich gegenwärtiger Grabstein als Nummer 373 (statt 379).


Biografische Notizen

Sabel Leidesdorf ist der Wiener Finanzmann Perez Sabel ben Jakob Isak Leidesdorf.
Seine Tochter Jütel, die als ‚Rabbinerin‘ bezeichnet wird, war in erster Ehe die Frau Akiba Egers, des Ältern, in zweiter die des Prager Rabbinatsvorsitzenden Meir Fischel-Bumslau.
Sie brachte die letzen Jahre in Eisenstadt zu, wo ihre Tochter aus erster Ehe Gütel Frau Moses Güns, die Mutter Akiba Egers des Jüngeren lebte.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 144

Wachstein verweist auf die Grabinschrift des am jüdischen Friedhof Rossau (Seegasse, Wien) begrabenen, 1762 verstorbenen Perez Sabl ben Jakob [Isak] Leidesdorf:

Perez Sabl (Samuel) Leidesdorf ist der Sohn des Jakob Isak Leidesdorf…
Von den Kindern Samuel Leidesdorfs ist vor allem seine Tochter Jütl durch ihre gelehrten Männer bekannt. Sie war zuerst an Akiba Eger … verheiratet. Nach dem frühzeitigen Tode Akibas heiratete sie den Vorsitzenden des Prager Rabbinatskollegiums Meir Fischel. Aus der Ehe mit Akiba Eger ging eine Reihe von gelehrten Männern hervor, unter denen ihr Enkel Akiba Eger-Güns Berühntheit erlangte.

Wachstein B., Die Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien, 2. Teil, 1696 – 1783, Wien 1917, 429ff


Tochter: Gütel (Güns) Schlesinger, gest. 05. Mai 1811


Enkel: Akiba Eger der Jüngere (Oberrabbiner von Posen), gest. 12. Oktober 1837 in Posen

Archiv älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt