Frau Malka Tochter Simson Brünn, 13. Elul 487 (= Schabbat, 30. August 1727)

K-19 (Wachstein 91)

  • älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt, Sektor K


Die Grabinschrift

פ“ט

אשה
חשובה והצנועה
מ’ מלכה ב’ התורני
מוהר“ר שמשן
ברין ז“ל נכד הגאו’
בעל המחבר חוות
יאיר זצ“ל ונפטרה
בש“ק י“נ אלול תפ“ז ל’

תנצב“ה


Biografische Notizen

Simson Brünn, zur Zeit bereits gestorben und als gelehrt bezeichnet, ist Simson Bacharach, der Sohn des bekannten Verfassers der Rechtsgutachten ‚Chawoth Jair‘ Jair Chajjim Bacharach. Simson starb 2. Av 481 = 26. Juli 1721 in Nikolsburg. Den Namen ‚Brünn‘ konnte er vielleicht seinem Schwiegervater Isak Brünn verdanken. Wahrscheinlicher erscheint es, dass dieser Beiname auf einen längeren Aufenthalt Simsons in Brünn, wo die Juden im allgemeinen nicht toleriert waren, hinweist. Es wäre auch sonst unerklärlich, wie der Name, der durch eine Reihe von Gelehrten eine Berühmtheit erlangte, dem Beinamen des Schwiegervaters weichen konnte. Eine hinreichende Stütze finde ich in der etwa 1712 vom Brünner bürgerlichen Ausschuss im Namen der großen Bürgerschaft an Karl VI. überreichten Beschwerde, in welcher sich die Brünner unter anderem zu beklagen haben, dass der Jude Bacharach das ganze Jahr in der Stadt wohne und der Bürgerschaft in dieser Lieferung keinen Erwerb zukommen lasse. Die beiden Quellen ergänzen sich. Simson Brünn und der Jude Bacharach, der als Monturlieferant in Brünn lebt, sind eine und dieselbe Person. Wessen Ehegattin Malka war, ist aus der Grabschrift nicht ersichtlich. Bedauerlicherweise fehlen bei den meisten älteren Fraueninschriften dieses Friedhofes die Gattennamen.

Wachstein B., Die Grabinschriften …, a.a.O., 47

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