Archiv jüngerer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Jakob Gabriel, 02. Adar I 687 (= Freitag, 04. Februar 1927)

Standortnummer: 406

  • Grabstein Gabriel Jakob - 04. Februar 1927

    Foto 1993

  • Grabstein Gabriel Jakob - 04. Februar 1927

    Foto 2016

  • Grabstein Gabriel Jakob - 04. Februar 1927, Rückseite

    Foto 1993

  • Grabstein Gabriel Jakob - 04. Februar 1927, Rückseite

    Foto 2016


Die Grabinschrift

Inschrift Jakob Gabriel: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] ein rechtschaffener, fähiger und belesener Mann. איש ישר כשר ויודע ספר
[3] Er freute sich an seiner Hände Arbeit und war gottesfürchtig, נהנה מיגיע כפו וירא שמים
[4] d(er ehrenhafte) H(err) Jakob Gabriel, a(uf ihm sei) F(riede), כ“ה יעקב גאבריעל ע“ה
[5] Sohn des seligen gerechten Toragelehrten, בן המנוח התורני הצדיק
[6] des MORENU Abraham Eli(jahu), d(as Andenken) d(es Gerechten) m(öge bewahrt werden). מו“ה אברהם אלי“ זצ“ל
[7] Er verstarb im Alter von 74 Jahren am נפטר בן ע“ד שנים ביום
[8] 2. Adar I 687 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). ב’ אדר ראשון תרפ“ז לפ“ק
[9] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה
[10] Der Name seiner Mutter war Rachele. שם אמו ראכלה

Rückseite

Inschrift Jakob Gabriel Rückseite: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] d(er ehrenhafte) H(err) Jakob Gabriel, a(uf ihm sei) F(riede). כ“ה יעקב גאבריעל ע“ה



Anmerkungen

Zeile 2: Wörtl.: „… an seiner Hand …“; vgl. Psalm 128,2 „Was deine Hände erwarben, kannst du genießen (wörtl.: ‚essen‘) יגיע כפיך כי תאכל אשריך וטוב לך; Heil dir, es wird dir gut gehen. S. babylonischer Talmud Traktat Berachot 8a: „Größer ist, wer von seiner Arbeit genießt, als der Gottesfürchtige … Heil dir in dieser Welt und wohl dir in der zukünftigen …“ …גדול הנהנה מיגיעו יותר מירא שמים…אשריך בעולם הזה וטוב לך לעולם הבא…, s. auch babylonischer Talmud, Traktat Chullin 44b.

Zeile 6: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


Biografische Notizen

Jakob Gabriel, Papierwarenhändler


Vater: Elias (Abraham) Gabriel, gest. 15. Februar 1878
Mutter: Regina Müller, gest. 28. Juni 1896


Schwester: Rosalia (Sarl) Gabriel, gest. 30. Oktober 1916


Bruder: Lazarus (Elieser) Gabriel, gest. 13. April 1921

Material und Maße des Grabsteins

Marmor, 167/75/32

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