Archiv jüngerer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Josepha (Pessel) Boskowitz, 28. Siwan 602 (= Sonntag, 05. Juni 1842)

Standortnummer: 905

  • Grabstein Boskowitz Josepha (Pessel) - 05. Juni 1842

    Foto 1993

  • Grabstein Boskowitz Josepha (Pessel) - 05. Juni 1842

    Foto 2016


Die Grabinschrift

Inschrift Pessel Boskowitz: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פט
[2] die unverheiratete Frau, Frau Pessel, הבתולה מרת פעסל
[3] Tochter d(es ehrenhaften) L(ehreres), H(errn) Meir Boskowitz. בת כמר מאיר באסקוויטץ
[4] Sie verstarb in der Nacht vom Sonntag und wurde begraben נפטרת ליל א’ ונקברת
[5] am Montag, dem 28. Siwan 602 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). יום ב’ כח סיון תרב לפק
[6] I(hre) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה
[7] Rach[ae]l Gabriel



Anmerkungen

Der Grabstein befand sich ursprünglich auf dem älteren jüdischen Friedhof in Eisenstadt. Die Grabinschrift findet sich bereits in Wachstein B., Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt, Eisenstädter Forschungen, hrsg. von Sándor Wolf, Band I, Wien 1922 als Inschrift Nr. 797. Der Grabstein wurde vielleicht zum Bau des Ostwalls verwendet und nach 1945 auf den jüngeren jüdischen Friedhof gebracht. Obwohl wahrscheinlich, konnte kein Verwandtschaftsverhältnis zu 906 eruiert werden.
Gegen die Hypothese, dass der Grabstein zum Baum des Ostwalls verwendet wurde, spricht, dass ich es für unwahrscheinlich halte, dass der Grabstein, als er zurückgebracht wurde, wieder auf den (vermutlich) ursprünglichen Standort gebracht worden wäre.

Zeile 4/5: Pessel Boskowitz starb in der Nacht von Sonntag auf Montag, daher fallen Sterbe- und Begräbnistag nach jüdischer Zeitrechnung auf den 28. Siwan. Da der Sonntag in der bürgerlichen Zeitrechnung der 05. Juni war, ist dieser hier auch als Sterbetag angegeben. Bei Wachstein (Seite 277 im deutschen Teil) ist der 06. Juni als (korrekte) Umrechnung des hebräischen Datums angegeben.


Biografische Notizen

Josepha (Pessel) Boskowitz, gest. mit 15 Jahren „an Folge des überstandenen Typhus“.

Matriken Tod Boskowitz Josepha

Matriken Tod Josepha Boskowitz


Vater: Meir ben Hirsch Boskowitz, gest. 02. Jänner 1844 (s. Wachstein B., Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt, Eisenstädter Forschungen, hrsg. von Sándor Wolf, Band I, Wien 1922, Nr. 806). Das Grab bzw. der Grabstein von Meir ben Hirsch konnte am älteren jüdischen Friedhof leider nicht mehr eindeutig identifiziert werden, der Vater von ihm, Zvi Hirsch ben Zvi Hirsch ist jedenfalls auch am älteren jüdischen Friedhof begraben.
Mutter: Gütel Boskowitz, gest. 05. August 1835 (s. Wachstein B., Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt, Eisenstädter Forschungen, hrsg. von Sándor Wolf, Band I, Wien 1922, Nr. 732)


Material und Maße des Grabsteins

Kalksandstein, 88/48/10

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