Der Herr des Himmels

Das Österreichische Jüdische Museum lädt herzlich ein zum Vortrag

„Der Herr des Himmels
Johann Carl Freiherr von Sothen –
ein katholischer militanter Antisemit“

von Georg Gaugusch

Donnerstag, 20. April 2017, 19.00 Uhr

Österreichisches Jüdisches Museum

Dauer: ca. 60 Minuten

Aufgrund des schon vorab großen Interesses ersuchen wir um Sitzplatzreservierung bis 13. April 2017:

  • telefonisch: +43 (0)2682 65145
  • per E-Mail: info@ojm.at


Johann Carl Freiherr von Sothen

Johann Carl Freiherr von Sothen, Österreichische Nationalbibliothek / Imagno


Manche Charaktere sind von so monströser Art, dass sie jeden neutralen biografischen Zugang unmöglich machen, und als der Verfasser im Zuge seiner Arbeit an den Adelig Verstorbenen auf den 1881 ermordeten Johann Carl Freiherr von Sothen stieß, wollte ihn diese grelle Karikatur einer Gründerzeitfigur nicht mehr loslassen …

Georg Gaugusch, Der Herr des Himmels. Johann Carl Freiherr von Sothen, in: Adler 6-7,12, 218ff

Johann Carl (Karl) Freiherr von Sothen, geb. 15. Mai 1823 (Wien), stammte aus bescheidenen bürgerlichen Verhältnissen und kam später zu sagenhaftem Reichtum. Dieser beruhte vor allem auf dem von ihm erfundenen, das Unverständnis und die Unbildung der sogenannten kleinen Leute rücksichtslos ausnutzenden Glücksspiel, dem sogenannten Promessengeschäft. Unter einer „Promesse“ verstand man eine Schuldverschreibung auf einen hypothetischen Gewinn. Glaubt man den Zeitungsberichten, soll Sothen auch über ein Promessengeschäft an das Gut Cobenzl gekommen sein.
Zur Vermählung von Franz Joseph I. und Sisi ließ Sothen 1854 die Elisabethkapelle im 19. Bezirk errichten und ausstatten. Er rühmte sich, dass hier durch seine Stiftung 15.000 Jahre lang Messen für sein Seelenheil gelesen werden könnten.

Am 10. Juni 1881 wurde Johann Carl Freiherr von Sothen ermordet. Sein Begräbnis wurde zu einem Volksfest…

Die Nachricht von der Ermordung des Barons Sothen hat großes Aufsehen hervorgerufen. Von einer besonderen Theilnahme des Publicums kann man wol nicht sprechen, da der Baron sich keiner besonderen Sympathien erfreut… hat. … Dass Sothen sich vom kleinen Tabakkrämer bis zum Millionär und Freiherrn aufgeschwungen, ist bekannt.
… Er kann wol als Begründer des Anti-Semithenthums in Wien hingestellt werden, wenn auch der Bund nicht weit über seine Person hinausreichte. Er duldete nie die Anstellung eines Juden in seinen verschiedenen Bureaux und machte dies auch seinem Nachfolger im Geschäft förmlich zur contractlichen Verpflichtung… In der Handelsbank genirte es ihn durchaus nicht, mit Juden zusammenzusitzen und mit diesen zu gründen …

Tageszeitung Die Presse vom 11. Juni 1881

Sterbeanzeige Sothen - Neue Freie Presse

Sterbeanzeige Johann Carl Freiherr von Sothen, Neue Freie Presse


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