Archiv jüngerer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Johanna (Chana) Schneider, 10. Nisan 684 (= Montag, 14. April 1924)

Standortnummer: 1003

  • Grabstein Schneider Johanna - 14. April 1924

    Foto 1993

  • Grabstein Schneider Johanna - 14. April 1924

    Foto 2016


Die Grabinschrift

Inschrift Johanna Schneider: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פט
[2] eine edle, bescheidene Frau. אשה יקרה צנועה
[3] [Sie achtete auf die Vorgänge in ihrem Haus], [צופיה הליכות ביתה]
[4] [Frau] Chana, [מרת] חנה
[5] Ehefrau d(es) e(hrenhaften) H(errn) Wolf אשת כהר וואלף
[6] Schneider [aus Stinkenbrunn] שניידער [משב]
[7] I(hre Seele) g(ing hinweg) am zehnten Nisan 684. ינ יוד ניסן תרפד
[8] I(hre) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה
[9] Johanna Schneider
[10] Stinkenbrunn
[11] gest. 14. April 1924



Anmerkungen

Zeile 2: Babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 53b.

Zeile 3: Sprüche 31,27.

Zeile 6: Die drei Buchstaben nach dem Namen sind kaum lesbar. Die Angabe des Herkunftsortes als Abbreviatur משטינקנברון scheint mir wahrscheinlich („aus Stinkenbrunn, s.u.), nochzumal dieser im nicht-hebräischen Teil auch angeführt wird. Theoretisch wäre auch die selten verwendete und auch für Eisenstadt unübliche Abbreviatur der Euphemie משכבו בכבוד denkbar. Hinter dieser Vorstellung steht Jesaja 58,8 „… die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach“ …כבוד יהוה יאספך. Vgl. bes. Targum und David Kimchi zur Stelle: Gott nimmt den sterbenden Frommen auf, seine Ruhestätte ist in Herrlichkeit.

Zeile 10: Stinkenbrunn: das heutige Steinbrunn, acht Kilometer westlich von Eisenstadt.


Biografische Notizen

Johanna (Chana) Schneider, geb. Bauer, Kaufmannsgattin; wh: Steinbrunn.

Ehemann: Wilhelm Schneider, gest. 02. Februar 1918

Sohn: Bernhard Schneider, geb. 19. März 1885, gest. 01. März 1919 (gefallen am russischen Kriegsschauplatz).

Material und Maße des Grabsteins

Kalksandstein, 115/52/17

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