Archiv jüngerer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Ignaz (Isak) Fischer, 29. Schvat 683 (= Donnerstag, 15. Februar 1923)

Standortnummer: 731

  • Grabstein Fischer Ignaz - 15. Februar 1923

    Foto 1993

  • Grabstein Fischer Ignaz - 15. Februar 1923, 2016

    Foto 2016


Die Grabinschrift

Inschrift Ignaz Fischer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פנ
[2] der Gebildete und Umsichtige. Er handelte המשכיל ונבון נשא ‎‏‏
[3] redlich, ונתן באמונה ‎
[4] H(err) Isak Fischer, ה’ יצחק פישער
[5] der Sohn von Mirjam Lea. בן מרים לאה ‎‏‏
[6] Er verstarb am 29. Schvat 683. נפטר כ“ט שבט תרפג ‎‏‏
[7] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת’נ’צ’ב’ה’ ‎‏‏



Anmerkungen

Zeile 2/3: Vgl. babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 31a „In der Stunde, wenn man einen Menschen zum Gericht bringt, fragt man ihn: ‚Hast du deinen Handel in Redlichkeit betrieben‘?…“ בשעה שמכניסין אדם לדין אומרים לו נשאת ונתת באמונה…. Es „… ist dies die erste Frage, die an den Menschen im Jenseits gerichtet wird.“
(Wachstein B., Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540(?)-1670, Quellen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich, hrsg. von der historischen Kommission der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, IV, Wien 1912, Seite 128).


Biografische Notizen

Ignaz (Isak) Fischer, geb. 04. November 1854 in Székesfehérvár (Stuhlweißenburg), Privatbeamter (Oberbuchhalter der Weinhandlung Leopold Wolf’s Söhne, siehe mehr zu dem spektakulär-skandalösen Fall in unserem Artikel „Der Revoluzzer„); gest. mit 68 Jahren an Gehirnblutung.

Geburtseintrag Ignatz Fischer, 04. November 1854 in Szekesfehervar (Stuhlweissenburg) orthodoxe Gemeinde

Geburtseintrag Ignatz Fischer, 04. November 1854 in Szekesfehervar (Stuhlweissenburg) orthodoxe Gemeinde


Vater: Gottlieb (Jedidja) Fischer, gest. 12. Oktober 1895
Mutter: Magdalena / Lina (Eleonore?, Rachel) Goldschmiedt

Schwestern:
Katharina (Sara Gütel) Kutna, gest. 01. November 1903

Mari(e) Fischer, geb. ca. 1838 in Balota, geh. Moritz Blau. Deren Sohn, Felix (Feiwel) Blau, wurde am 17. April 1861 in Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) geboren und war der letzte Rabbiner von Schlaining bzw. Oberwart. Er starb am 4. Jänner 1932 in Oberwart.

Rosalie Fischer, geb. ca. 1841 in Palota (Ungarn), geh. 27. Juni 1859 Bernhard Papa, Sohn des Philipp Papa und der Hani (Papa) aus Tinnye (Ungarn), in Székesfehérvár (Stuhlweissenburg)


Brüder:
Gabriel Fischer, gest. 09. Juli 1920

Moritz Fischer, geb. 09. Mai 1858 in Székesfehérvár (Stuhlweissenburg)


Material und Maße des Grabsteins

Diorit, 182/69/40


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