Archiv jüngerer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Jakob / Ignatz (Jochanan) Rosenberger, 13. Schvat 673 (= Dienstag, 21. Jänner 1913)

Standortnummer: 407

  • Grabstein Rosenberger Jakob - 20. Jänner 1913

    Foto 1993

  • Grabstein Rosenberger Jakob - 20. Jänner 1913

    Foto 2016


Die Grabinschrift

Inschrift Jakob Rosenberger: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier [liegt) b(egraben)] פ[נ]
[2] ein […] Mann, איש […]
[3] d(er) e(hrenhafte) H(err) Jochanan Ro[senberger]. כהר יוחנן רא[זענבערגער]
[4] S(eine Seele) g(ing hinweg) am 13. Schvat 673 n(ach der)[k(leinen) Z(eitrechnung)]. ינ יג שבט תרעג ל[פק]
[5] G(ottes)fürchtig war er von seiner Jugend an. ירא ה מנעוריו
[6] Er mühte sich ab mit seinem Geschäft in Redlichkeit. יגע במסחרו באמונה
[7] Er vollbrachte Großes und war erfolgreich. עשה חיל והצליח
[8] [Er saß unter den] Besten und Angesehenen der Gemeinde. [ישב בין] טובי ונכבדי העדה
[9] […] mit Eifer […]כור בשקידה
[10] […] Vorstand […]נים ר[…] גבאי
[11] d(er) Ch(evra) Q(adischa) und […], דחק ושא[…]ות
[12] der gute und geliebt[te] Vater, האב הטוב והאהו[ב]
[13] [ein Bruder], der [seinen Fam]ilienangehörigen half. [אחי]עזר לבני משפח[תן]
[14] Er stand immer früh auf zum Gang ins Gebetshaus. השכים תמיד לבית התפלה
[15] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה



Anmerkungen

Zeile 7: Psalm 118,15.16 עשה חיל u.a.

Zeile 11: Die „Chevra Qadischa“ ist eine Wohltätigkeitsvereinigung, deren Aufgabe v.a. in der Betreuung mittelloser Kranker und der Bestattung Verstorbener liegt.

Zeile 13: Zeilenbeginn stark verwittert. אף עזר „auch half er…“ schließe ich eher aus. Nach oben vorgeschlagener Transkription wurde in der Übersetzung der biblische Name „Achieser“ (Numeri 1,12 u.a.; Stammführer der Daniter und Sohn Ammischaddais) in seiner Wortbedeutung („mein Bruder ist Hilfe“) wiedergegeben.


Biografische Notizen

Jakob / Ignatz (Jochanan) Rosenberger, Privater, geb. 21. Juli 1838 in Eisenstadt, gest. mit 75 Jahren am 20. Jänner 1913 um 18.30 Uhr an Altersschwäche (18.30 Uhr war im Jänner schon der 13. Schvat!, s.o. hebräische Grabinschrift, Zeile 4); wh: Oberberg-Eisenstadt.

In den Geburtsmatriken der IKG Wien ist „Ignatz durchgestrichen. Allerdings ist Jakob zwar ein hebräischer Name, aber nicht der Synagogenname (zumindest lt. hebräischer Grabinschrift, s.o. Zeile 3, dieser ist „Jochanan“). In den Geburtsmatriken Sopron bzw. Budapest (Zweitschrift) ist nur „Ignatz“ eingetragen.

Matriken Geburt Jakob Rosenberger

Matriken Geburt Jakob Rosenberger, Eintrag IKG Wien

Matriken Geburt Ignatz Rosenberger

Matriken Geburt Ignatz Rosenberger, Eintrag Sopron

Matriken Tod Jakob Rosenberger

Matriken Tod Jakob Rosenberger


Vater: Philipp (Kaleb, genannt Feibl) Rosenberger, gest. 14. Jänner 1872, begraben am älteren jüdischen Friedhof in Eisenstadt
Mutter: Theresia / Resi (Rachel Resl) Bernhardt, gest. mit 84 Jahren am 02. Februar 1911 an Altersschwäche, wh.: Erlach 8

Matriken Tod Adolf Rosenberger

Matriken Tod Theresia Rosenberger


Schwestern:
Fan(n)i (Vögele/Feigele) Rosenberger, geh. 19. Mai 1870 Wilhelm (Benjamin Seev) Hirschenhauser, gest. 09. April 1915

Josefine Rosenberger, geh. 06. Mai 1875 Benedikt / Bernhard / Bernat Hirschenhauser, gest. 27. März 1926.
Mehr Informationen bei Wilhelm Hirschenhauser

Bruder:
Adolf (Benjamen / Aaron) Rosenberger, geb. 24. bzw. 27. April 1835, gest. 11. Mai 1897

Ehefrau: Henriette Rabat

Material und Maße des Grabsteins

Kalksandstein, 210/62/42

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