Archiv jüngerer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Albert (Aaron) Opler, 11. Elul 654 (= Mittwoch, 12. September 1894)

Standortnummer: 1001

  • Grabstein Opler Albert - 12. September 1894

    Foto 1993

  • Grabstein Opler Albert - 12. September 1894

    Foto 2016


Die Grabinschrift

Inschrift Aaron Opler: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] […] […]
[2] d(er) e(hrenhafte) H(err) Aaron Opler, a(uf ihm sei) F(riede). כ“הר’ אהרן אפלער ע“ה
[3] S(eine Seele) g(ing hinweg) am 11. Elul 654 n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). ינ ביום יא אלול תרנד לפק
[4] Ein gebildeter Mann und reich an Kenntnissen, gewandt איש משכיל ומבין מדע, מהיר
[5] in seinem Beruf. במלאכתו
[6] Im Handel und Erwerb war er angesehen in seiner Gemeinde. במסחר וקנין נכבד בקהלתו
[7] Er saß unter וישב בין
[8] den Berufenen der Gemeinde und befasste sich mit den Angelegenheiten der Öffentlichkeit קרואי העדה ועסק בצרכי צבור
[9] in Redlichkeit. באמונה
[10] Er bemühte sich um jedes gerechte und rechtschaffene W[er]k. והשתתף לכל פ[ע]ל צדק וישר
[11] Er wurde aus dem Leben gerissen נקטף
[12] in der Mitte seiner Tage zum Kummer der Frau seiner Jugend בדמי ימיו לדאבון אשת נעוריו
[13] und seiner jungen וילדיו
[14] Kinder und zum Leid all seiner Familienangehörigen. הצעירים ולתוגיון כל בני משפחתו
[15] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה



Anmerkungen

Zeile 4: Vgl. Daniel 1,4 „…(von den Israeliten … Knaben), … reich an Kenntnissen…“ …ומביני מדע….

Zeile 4/5: Sprüche 22,29 איש מהיר במלאכתו.

Zeile 8: Numeri 1,16 קריאי (ק: קרואי) העדה.

Tosefta, Traktat Brachot I,4; vgl. II,6 שעוסקין בצרכי צבור u.a. Der Vers deutet auf ein öffentliches Amt in der Gemeinde hin und findet sich fast ausschließlich auf Grabinschriften der dritten und vierten Reihe, also auf Grabsteinen von herausragenden Gelehrten, die in der Gemeindehierarchie unmittelbar hinter den (Ober-)Rabbinern und Rabbinatsassessoren kamen.

Zeile 12: Vgl. Jesaja 38,10 „…In der Mitte meiner Tage (muss ich hinab zu den Pforten der Unterwelt)…“ …בדמי ימי….

Vgl. Sprüche 5,18 „…freu dich der Frau deiner Jugendtage“ ושמח מאשת ניורך. Der Ausdruck würde im Falle einer Scheidung nicht verwendet werden (vgl. bes. Babylonischer Talmud, Traktat Gittin 90b).


Biografische Notizen

Albert (Arnold) Opler, verheiratet, geb. in Borský Svätý Jur (ung.: Búrszentgyörgy, im Westen der Slowakei), Lagerist, gest. mit 33 Jahren in Oberberg-Eisenstadt.

Matriken Albert Opler

Matriken Albert Opler



Vater: Simon Opler
Mutter: Kati



Ehefrau: Rosa (Rebekka) Opler, geb. Ungar, geh. 21. Februar 1888, damals wh. in Borský Svätý Jur (ung.: Búrszentgyörgy), gest. 03. Juli 1919. Albert Opler war bei der Hochzeit 27 Jahre alt, Wohnort der Braut: Eisenstadt.

Matriken Hochzeit Albert Opler und Rosa Ungar

Matriken Hochzeit Albert Opler und Rosa Ungar



Sohn:
Edgar Opler, geb. 15. April 1890 in Eisenstadt, Fabrikant, geh. am 11. Jänner 1923 in Baden bei Wien Rosa Feiertag, geb. 16. März 1896 in Wien.


Töchter:
Hilda Opler
, geb. 04. September 1891 in Oberberg-Eisenstadt 20, gest. mit 2 Jahren und 2 Monaten am 24. November 1893 an …krampf?

Matriken Tod Hilda Opler

Eintrag Sterbematriken Hilda Opler



Irene Opler, geb. 23. September 1892 in Oberberg-Eisenstadt 20, geh. Dr. Ferenc Erdös am 18. Oktober 1917 in Budapest.

Matriken Irene Opler

Matriken Irene Opler (hier der Beruf des Vaters vermerkt)


Material und Maße des Grabsteins

Kalksandstein, 130/58/19

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