Wärndorfer Alexander – 18. April 1916

Archiv jüngerer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Alexander (Salomo Jehuda) Wärndorfer, 15. Nisan 676 (= Dienstag, 18. April 1916)

Standortnummer: 706

  • Grabstein Wärndorfer Alexander - 18. April 1916

    Foto 1993

  • Grabstein Wärndorfer Alexander - 18. April 1916

    Foto 2017


Die Grabinschrift

Inschrift Alexander Waerndorfer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] ein unverheirateter Mann, jung an Jahren und edlen Geistes, בחור רך בשנים יקר רוח
[3] ein Mann mit guten Eigenschaften, בעל מדות טובות
[4] d(er) e(hrenhafte) H(err) Salomo Jehuda, a(uf ihm sei) F(riede), כ“ה שלמה יהודא ע“ה
[5] Sohn d(es) e(hrenhaften) H(errn) Meir Zvi בן כה’ר מאיר צבי
[6] Wärndorfer. ווארנדארפער
[7] S(eine Seele) g(ing hinweg) in der 1. Nacht von Pesach 676 n(ach der kleinen Zeitrechnung). י“נ בליל א של פסח תרע’ו ל
[8] Ein Sohn, der seinen Vater ehrte mit vollkommenem Geist בן נכבד אב בתום רוח
[9] und gebeugter Wahrhaftigkeit. Er hörte auf die Stimme וענוה צדק שמע בקול
[10] seines Vaters und seiner Mutter, die Freude ihres Herzens war er. אביו ואמו משוש לבבם
[11] Er wa(r) geliebt, ein Liebling seinem Bruder, allen הי’ אהוב וחביב לאחיו וכל
[12] seinen Schwestern, angenehm seinen Freunden und seiner ganzen אחיותיו ונעים לרעיו וכל
[13] Familie. Er wurde hinweggerissen in der Mitte seiner Tage משפחתו נקטף בדמי ימיו
[14] zum Kummer seines Elternhauses. לדאבון בית אביו
[15] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). ת’נ’צ’ב’ה’



Anmerkungen

Zeile 2: רך בשנים: s. dazu Kommentar des Raschi sowie Targum zu Genesis 41,43 „… man rief vor ihm (Josef) aus: ‚Abrech‘ …“ …וויקראו לפניו אברך …. Die Buchstaben des Wortes אברך werden als Notarikon gesehen und in die Eigenschaften Josefs aufgelöst: אב בחכמה und רך „ein Vater der Weisheit“ und „jung/zart“ an Jahren“); s. auch GenesisRabba 90,3 mit gleicher Deutung.

Zeilen 7: Die 1. Nacht von Pesach ist die Nacht vom 14. zum 15. Nisan. Da Alexander Wärndorfer um 1h nachts verstarb, war es der 15. Nisan, also der 18. April.

Zeilen 8: Vgl. Maleachi 1,6 „Der Sohn ehrt seinen Vater…“ בן יכבד אב….

Zeilen 9: Vgl. Psalm 45,5 „…(kämpfe für) Demut und Recht (od. demütiges Recht)…“ (so Buber-Rosenzweig) …וענוה צדק…. S. Babylonischer Talmud, Traktat Schabbat 63a „Tun sie dies, so ist ihnen die Tora beschieden…“ ואם עושין כן זוכין לתורה….

Zeilen 13: Vgl. Jesaja 38,10 „…In der Mitte meiner Tage (muss ich hinab zu den Pforten der Unterwelt)…“ …בדמי ימי….


Biografische Notizen

Alexander Wärndorfer, geb. 1896? (kein Geburtsmatrikeneintrag in Eisenstadt), gest. 18. April 1916 um 1 Uhr nachts mit 20 Jahren an Lungentuberkulose als Sohn von Mayer Wärndorfer und Barbara Rosenberger, wh. Franz Deák-Gasse 27, Eisenstadt.

Matriken Tod Alexander Wärndorfer

Matriken Tod Alexander Wärndorfer


Vater: Hermann (Meir Zvi) Wärndorfer, gest. 15. Oktober 1929
Mutter: Betti (Barbara, Blümele) Wärndorfer, gest. 23. November 1925


Schwestern:
Theresia (Resi) Wärndorfer, geb. 08. November 1880, gest. 17. Oktober 1881 mit 11 Monaten

Gisel(l)a Weißberger, geb. Wärndorfer, geb. 27. Jänner 1882

Elsa Wärndorfer, geb. 02. August 1884

Johanna (Minna) Markus, geb. Wärndorfer 30. Mai 1887, gest. 26. Oktober 1948 in Eisenstadt.

Malvina Trebitsch, geb. Wärndorfer 26. September 1888, gest. 12. Oktober 1977 in Eisenstadt.

Friederike (Frida) Szemere, geb. Wärndorfer 29. November 1890

Bruder:
Heinrich Wärndorfer, geb. 20. Juli 1883, gest. 09. März 1884? (in den Sterbematriken mit „6 Monaten“ und ohne Angabe der Eltern, daher nicht sicher)


Material und Maße des Grabsteins

Quarzit, 174/61/22

Archiv jüngerer jüdischer Friedhof Eisenstadt


nach oben

Abgelegt in: Friedhof Eisenstadt (jüngerer)

| Kommentare (0)
RSS 2.0 feed. | Kommentar schreiben | trackback

Einen Kommentar zu ›Wärndorfer Alexander – 18. April 1916‹ schreiben

(required)

(erforderlich; wird nicht angezeigt)