Geist Betti – 05. März 1928

Archiv jüngerer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Betti (Bracha) Geist, 14. Adar 688 (= Montag, 05. März 1928)

Standortnummer: 823

  • Grabstein Geist Betti - 05. März 1928

    Foto 1993

  • Grabstein Geist Betti - 05. März 1928

    Foto 2017


Die Grabinschrift

Inschrift Betti Geist: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פ“ט
[2] In Wahrheit und in Frieden ging sie all ihre Tage. באמת ובשלום הלכה כל ימיה
[3] Nur in Gutes gehüllt waren die Tage ihres Lebens. רק בטוב עטופה ימי חייה
[4] Ihre Hand öffnete sie dem Bedürftigen und dem Armen reichte sie die Hände. כפה פרשה לעני ולאביון שלחה ידיה
[5] Sie wachte über die Redlichkeit der Arbeit in ihrem Haus. היתה צופיה על ישר עבודה בביתיה
[6] Sie gurtete ihre Hüften mit Kraft חגרה בעוז מתניה
[7] und lächelte dem Tag entgegen. ותשחק ליום אחרון
[8] Es ging hinweg die Reine נסתלקה הטהורה
[9] zu Purim 688 zum höchsten Gott. בפורים תרפח לאל עליון
[10] I(hre) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה

Sockel: Die Grabinschrift

Inschrift Betti GeistS: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Hier ruhet in Frieden היער רוהעט אין פריעדין
[2] Frau Bracha Geist, a(uf ihr sei) F(riede). פרוי ברכה גייסת ע“ה
[3] Gestorben zu Purim 688. געשטארבען אם פורים תרפח

Sockel 2: Die Grabinschrift

Inschrift Betti GeistS2: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] Betti Geist



Anmerkungen

Zeilen 2-5: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben ergeben den hebräischen Vornamen der Verstorbenen.

Zeile 4: Sprüche 31,20. Umstellung der Worte im zweiten Teil des Verses aus Reimgründen.

Zeile 5: Vgl. Sprüche 31,27 „Sie überwachte die Vorgänge in ihrem Haus…“ צופיה הליכות ביתה. Die grammatische Form ביתיה ist nicht korrekt, offenbar aus Gründen des Reims gewählt.

Zeile 6: Sprüche 31,17.

Zeile 7: Sprüche 31,25; s.v.a. die Interpretationen dieses Verses in Genesis Rabba 59 und Exodus Rabba 52. So heißt es etwa in Exodus Rabba 52,3 „…Wem lächelt wohl die Tora? Demjenigen, der sich bis zum letzten Tag mit ihr bemüht hat. Das ist der Sinn: ‚Sie lacht am letzten Tage'“.

Zeilen 6-9: Akrostychon: Folgende Buchstaben sind am Grabstein groß eingraviert (Zeile/Wort/Buchstabe): 6/1/2, 6/3/4, 7/2/2, 8/1/2, 8/2/2 und ergeben den Nachnamen der Verstorbenen (Geist).

Sockel, Zeilen 11-13: Die Zeilen sind mit Ausnahme der hebräischen Abbreviatur „auf ihr sei Friede“ in deutscher Sprache, jedoch mit hebräischen Buchstaben geschrieben.


Biografische Notizen

Betti (Bracha) Geist, gest. am 05. März 1928 um 23 Uhr mit 68 Jahren an Arterienverkalkung. 23 Uhr war schon der 14. Adar, aber noch der 05. März 1928; wh.: Breitenbrunn 90

Vater: David Geist
Mutter: Rosa Steiner

Ehemann: Ludwig Spitzer (Ehe wurde geschieden)


Material und Maße des Grabsteins

Granit, 215/60/30

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