Archiv jüngerer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Moritz (Mose) Bondi, 02. Siwan 692 (= Montag, 06. Juni 1932)

Standortnummer: 530

  • Grabstein Bondi Moritz - 06. Juni 1932

    Foto 1993

  • Grabstein Bondi Moritz - 06. Juni 1932

    Foto August 2017

  • Grabstein Teil Bondi Moritz - 06. Juni 1932

    Foto August 2017

  • Grabstein Bondi Moritz - 06. Juni 1932

    Foto August 2017


Grabstein Markus Adolf - 18. Oktober 1936

Foto August 2017


Die Grabinschrift

Inschrift Moritz Bondi: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] ein untadeliger und rechtschaffener Mann, איש תם וישר
[3] alt und gottesfürchtig, der CHAVER H(err) זקן וירא אלקים החבר ר’
[4] Mose Bondi, משה באנדי
[5] a(uf ihm sei) F(riede). ע’ה
[6] S(eine Seele) g(ing hinweg) am 2. Siwan 692 n(ach der kleinen Zeitrechnung). י’נ ביום ב סיון תרצב ל
[7] Wieviel Gutes war für ihn aufbewahrt, מה רב טוב אשר צפון לו
[8] Freude und Güte des Herzens waren ihm eigen, שמחה וטוב לבב היה לו
[9] der gerade Weg war immer sein Weg. הדרך הישר תמיד דרך בו
[10] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה
[11] MORITZ BONDI
[12] gest. 2. Siwan 5692.





Anmerkungen

August 2017: Der Grabstein liegt auf seinem Standort umgefallen und mit der Inschrift nach unten. Der Sockel mit der deutschen Aufschrift liegt in der Nordwestecke des Friedhofes (ist uns völlig unerklärlich, wie er dorthin gelangte). Wir werden den Grabstein in den nächsten Wochen jedenfalls umdrehen und, wenn möglich, auch versuchen aufzustellen sowie den Sockel jedenfalls zum Standort und zum Grabstein zurückbringen.

Zeile 2: Ijob 1,8; 2,3.

Zeile 3: Der CHAVER ist ein verliehener Ehrentitel. Die Taxe für die Verleihung betrug 1803 in Eisenstadt 9 fl. für einen Höchstbesteuerten, für einen der mittleren Kategorie 4 fl. 30 kr., für einen der niedrigen Kategorie nur 2 fl. Der Graduierte wurde am Schabbat nach der Verleihung zur Tora aufgerufen. Verliehen wurde der CHAVER-Grad von der Gemeinde, der Rabbiner musste jedoch seine Zustimmung geben.

Zeile 8: Vgl. Deut 28,47 „(Weil du dem Herrn, deinem Gott, nicht gedient hast) in Freude und Herzensgüte…“ …בשמחה ובטוב לבב….

Zeile 9: Wörtl.: „…war immer der Weg, auf dem“ (‚er ging‘ wäre zu ergänzen); Formulierung aus Reimgründen so gewählt. Vgl. Sprüche 14,12 und 16,25 „Mancher Weg ist im Angesicht eines Mannes gerade…“ יש דרך ישר לפני איש….

Zeilen 7-9: Akrostychon: Die Anfangsbuchstaben ergeben den hebräischen Vornamen des Verstorbenen (Mose).


Material und Maße des Grabsteins

Gabbro, 155/51/18,5

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