Archiv jüngerer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Dr. Zoltan (Schabtai) Soltesz (Scholtes), 03. Tevet 695 (= Sonntag, 09. Dezember 1934)

Standortnummer: 651

  • Grabstein Soltesz (Scholtes) Zoltan - 09. Dezember 1934

    Foto 1993

  • Grabstein Soltesz (Scholtes) Zoltan - 09. Dezember 1934

    Foto August 2017


Grabstein Soltesz (Scholtes) Zoltan - 09. Dezember 1934

Foto August 2017, Grabstein von Zoltan Soltesz liegt nahe seinem Standort neben den
Grabsteinen von Rosalia Singer, Johanna Rosenberger und Ludwig Brüll


Die Grabinschrift

Inschrift Zoltan Scholtes: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier ist) g(eborgen) פט
[2] der bedeutende und gebildete, unverheiratete Mann הבחור החשוב והמשכיל
[3] Schabtai Soltesz, שבתי שאלטעס
[4] Sohn d(es) CH(AVER) H(errn) Juda, s(ein Licht) m(öge leuchten). בן הח ר יודא ני
[5] Er verschied und wurde mit seinen Vorfahren vereint נגוע ונאסף עמיו
[6] am 3. Tevet 695 n(ach der kleinen Zeitrechnung). יום ג טבת תרצה ל
[7] S(eine) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). תנצבה
[8] D(er Name) s(einer Mutter) war Lea, sie möge leben. שם אמו לאה תח’




Anmerkungen

Zeile 2: חשוב in der Volkssprache חשוב בחורל ist das Epitheton kat’exochen für einen gelehrten Jüngling ((Wachstein B., Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Quellen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich, hrsg. von der historischen Kommission der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, IV, Wien 1912, I 221, Anm. z. Z. 2).

Zeile 5: Vgl. Genesis 49,33 „(Jakob) verschied und wurde mit seinen Vorfahren vereint“ (wörtl.: „…zu seinen Vorfahren eingesammelt“) …ויגוע ויאסף אל עמיו u.a. Die Präposition אל fehlt jedoch in der Inschrift.


Biografische Notizen

Dr. Zoltan (Schabtai) Soltesz (Scholtes), Sekretär, geb. 27. Juni 1891, gest. 09. Dezember 1934 um 17 Uhr im Gemeindewald von Kleinhöflein (Selbstmord durch Vergiften). 17 Uhr war im Dezember eigentlich schon eher der 04. Tevet. Wh.: Unterberg-Eisenstadt 14.

Matriken Tod Dr. Zoltan Soltesz

Matriken Tod Dr. Zoltan Soltesz


Vater: Ludwig (Juda) Soltesz, Oberamtmann / Notär (von 15. Juli 1891-1938), geb. 29. November 1863
Mutter: Karoline / Helene Kretsch, geb. 01. Jänner 1865

Schwester:
Helene (Chana Schindel) Soltesz (Scholtes), gest. 08. Mai 1930 (oder 23. Mai 1930)

Brüder:
Josef Soltesz (Scholtes), Kaufmann, geb. 21. Dezember 1892, wh.: Unterberg-Eisenstadt, geh. 07. Jänner 1923 in Unterberg-Eisenstadt (Magistratsehe) Wilhelmine Adelheid Ilka Pittner, geb. 30. Juli 1903, wh.: Unterberg-Eisenstadt, zuständig nach Torda, Rumänien (Korrektur Staatsangehörigkeit, s.u. Trauungsmatriken), Tochter des Arpad Pittner und der Maria Hary. In den Trauungsmatriken von Josef Soltesz heißt seine Mutter „Helene Kretsch“, in jenen seines Bruders Hugo, s.u., „Karoline Kretsch“.
Die Ehe wurde am 21. Jänner 1937 gelöst (s.u. Anmerkung in den Trauungsmatriken)

Matriken Hochzeit Josef Soltesz und Wilhelmine Adelheid Ilka Pittner

Matriken Hochzeit Josef Soltesz und Wilhelmine Adelheid Ilka Pittner, Eintrag Eisenstadt

Matriken Hochzeit Josef Soltesz und Wilhelmine Adelheid Ilka Pittner

Matriken Hochzeit Josef Soltesz und Wilhelmine Adelheid Ilka Pittner, Eintrag Wien


Hugo Soltesz, Handelsangestellter, geb. 11. November 1905 in Unterberg-Eisenstadt, geh. 13. Juni 1938 (!)
Charlotte Geiger, verwitwet, Haushalt, geb. 27. Mai 1900 in Müllendorf, wh.: Unterberg-Eisenstadt, Tochter des Hermann (Zvi) Geiger, gest. 23. April 1938, und der Erna (Elke/a) Geiger, gest. 04. Jänner 1932.
Charlotte Geiger lebte 1965 in Buenos Aires, mehr Informationen bei ihren Eltern!

Matriken Hochzeit Hugo Soltesz und Charlotte Geiger

Matriken Hochzeit Hugo Soltesz und Charlotte Geiger


Material und Maße des Grabsteins

Kalksandstein, 150/48/23

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