Archiv jüdischer Friedhof Fiume/Rijeka

Mose Israel Kurtz, 06. Schvat 674 = 02. Februar 1914



Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Kurz Mose Israel: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1-4] […] […]
[5] Israel tat Großes in Seiner Lehre. ישראל עשה חיל בתורתו
[6] Sein Leben setzte er ein für die Frömmigkeit. שם נפשו בכפו בחסידתו
[7] Barmherzigkeit und seine Ehrfurcht gingen seiner Weisheit voran. ראשית חכמתו מד“ יראתו
[8] Auch tat er von seiner Kindheit an nie Sündhaftes. אף לא פעל עולה מילדותו
[9] Zum ewigen Gedächtnis sei seine Gerechtigkeit. לזכר עולם יהי צדקתו
[10] Der MORENU Mose Israel, S(ohn des) MORENU מוה משה ישראל במוה
[11] Samuel Ari(el) Kurz, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden). שמואל ארי“ קורץ ז“ל
[12] Er verstarb m(it gutem) R(uf) am 6. Schvat 674 n(ach der kleinen Zeitrechnung). נפטר בשט ו שבט תרע“ד לפק
[13] S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה


Anmerkung

Zeile 10: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


Biografische Notizen

Mose Israel Kurtz, gest. 06. Schvat 674 = 02. Februar 1914

Vater: Samuel Ariel Kurtz

Ehefrau: Maria (Mirjam) Scher (auf der Website Ebrei a Fiume e Abbazia „Schetzov“)

Sohn:
Samuele Kurtz, geb. 17. Dezember 1870 in Rostoki Dolne (heute Polen), am 16. Mai nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft am 22. Mai 1944 ermordet (Schoa-Opfer)



1. Ehefrau von Samuele Kurtz: Nina König

2. Ehefrau von Samuele Kurtz (nach dem Tod von Nina König): Berta / Bella Galandauer, geb. 08. April 1890 in Bonyhad (Ungarn), nach Auschwitz deportiert und ermordet (Schoa-Opfer, auf Yad Vashem irrtümlich „Berta Glentzer“ (!) genannt, s.u.), Tochter des Leopoldo Galandauer und der Elena (Galandauer)

Tochter von Samuele Kurtz und Nina König:
Carlotta Kurtz, geb. 20. Juli 1901 in Fiume (Schoa-Opfer),
verh. mit Sigismondo / Sigismund Kugler (Milchhändler) (Schoa-Opfer)

Töchter von Carlotta Kurtz und Sigismondo Kugler:
Maddalena Kugler, geb. 22. Juni 1933, nach Auschwitz deportiert und am 22. Mai 1944 ermordet (Schoa-Opfer, (auf Yad Vashem Mutter irrtümlich „Carlotta Kurkowski“ (!) genannt)
Gisella Kugler, geb. 1921, Hausfrau, deportiert, überlebte lt. Auskunft von Roberto Fiorentino die Schoa (in der Yad Vashem-Datenbank als „1944 ermordet“ eingetragen)
Elena Kugler, geb. 1928, Schülerin/Studentin, in ein deutsches KZ deportiert, überlebte lt. Auskunft von Roberto Fiorentino die Schoa (in der Yad Vashem-Datenbank als „1944 ermordet“ eingetragen)

Ich danke ganz besonders Herrn Roberto Fiorentino für die vielen hilfreichen ergänzenden Hinweise und vor allem für das Personaldokument von Samuel Kurtz aus dem Jahr 1930 (siehe auch Kommentare unten).

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