Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Christopher Meiller

Chanukka im Großformat

Noch leuchtet sie nicht, die große Chanukkia, also der chanukka-typische 8- bzw. 9-armige Leuchter, in der Wiener Innenstadt, am Anfang der Kärntner Straße. Das wird sich schon in wenigen Stunden…

Noch leuchtet sie nicht, die große Chanukkia, also der chanukka-typische 8- bzw. 9-armige Leuchter, in der Wiener Innenstadt, am Anfang der Kärntner Straße.

Chanukkia in der Wiener Innenstadt 2013


Das wird sich schon in wenigen Stunden ändern, denn heute beginnt das Chanukkafest. Ab heute Abend also und 8 Tage lang werden, in Erinnerung an die einstige Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels, allabendlich die Chanukkalichter leuchten – im Großformat auch mitten in Wien …


Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest – Happy Chanukka – חג אורים שמח!


Besten Dank an Iris H., die sich für obiges Foto ins Wiener Schneegestöber gewagt und uns das Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.


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Tierisch morbide

Unlängst führte uns ein Ausflug auf den Wiener Tierfriedhof (nein, keine Fragen bitte …) – zurückgekommen sind wir mit folgendem Bild-Fundstück: Grabstein auf dem Wiener Tierfriedhof Ein Grab mit Davidstern…

Unlängst führte uns ein Ausflug auf den Wiener Tierfriedhof (nein, keine Fragen bitte …) – zurückgekommen sind wir mit folgendem Bild-Fundstück:

Grabstein auf dem Wiener Tierfriedhof; Aufschrift: DEBRA KATS und Davidstern

Grabstein auf dem Wiener Tierfriedhof


Ein Grab mit Davidstern – ein explizit jüdisches Haustier also? Und dann noch mit Doppelnamen?
Oder liegt hier vielleicht eine Übernahme aus dem Jiddischen vor (jiddisch kaz = Katze)? Eventuell könnte man die Schreibung mit s (statt z) dann außerdem als Versuch verstehen, eine Verwechslung mit dem gängigen Familiennamen Katz – kurz für כהן צדק, Kohen Zedek, „Priester der Gerechtigkeit“ – zu vermeiden: DEBRA KATS = Katze Debora?
Oder ist die Sache vielleicht doch eher ein morbider Scherz, angeregt gerade durch den Gleichklang von Katze und Katz?

Kurios, kurios …

Besten Dank an Mit-Ausflüglerin Laulo B., die ihre Kamera griffbereit hatte …

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Badatz!

Chajm Guski ist ein publizistisch Umtriebiger: Blogger auf „Chajms Sicht“ und Herausgeber der Info-Plattform talmud.de, Autor für die „Jüdische Allgemeine“ und gastweise auch für andere Medien, so auch hier im…

Chajm Guski ist ein publizistisch Umtriebiger: Blogger auf „Chajms Sicht“ und Herausgeber der Info-Plattform talmud.de, Autor für die „Jüdische Allgemeine“ und gastweise auch für andere Medien, so auch hier im Museumsblog. Und nun also auch noch Buchautor. „Badatz!“ heißt das unlängst erschienene Bändchen, das Arbeiten für die „Jüdische Allgemeine“ zusammenführt – und „viel zu tiefe Einblicke in den jüdischen Alltag“ verheißt.

Versammelt sind darin gut 40 erzählerische Miniaturen, knappe pointierte und geschickt überzeichnete Glossen, angesiedelt irgendwo zwischen Synagoge und Alltagsirrsinn – etwa über die „Kunst der gepflegten Kiddusch-Tisch-Konversation“ (56) und die Synagogengemeinde als Heiratsmarkt, Tücken der Bar-Mizwa-Vorbereitung oder das Enervierende der immergleichen Jom-Kippur-Witzchen:

Es gibt kein Jahr, in dem nicht irgendjemand bei der Ankunft zum Nachmittagsgebet gefragt hätte: ‚Na, hat’s geschmeckt?‘ oder ‚Wisch dir mal die Sauce aus dem Gesicht‘. Schon bin ich kurz davor, mein Sündenkonto fürs kommende Jahr knietief in den Dispo zu zwingen (95).

Bemerkens- und lesenswert ist das schon darum, weil Bücher, die den deutsch-jüdischen Alltag der Gegenwart aus der Binnenperspektive in den Blick nehmen, im Ganzen dann doch eher rar sind; noch mehr aber, weil diese kleinen Erzählungen so ganz und gar unverkrampft, witzig und clever gebaut daherkommen – oder, wenn wir uns ein paar Vokabeln aus der professionellen Feuilletonsprache ausleihen dürfen: so sprachgeschickt wie pointensicher. Ungeschoren bleibt dabei kaum jemand, am allerwenigsten freilich der Ich-Erzähler selbst –

Irgendjemand hat mal behauptet, Juden seien reich. Muss man das irgendwo anmelden? (10)

In Summe, ein Buch – adressiert an jüdische und nicht-jüdische LeserInnen gleichermaßen –, zu dem wir gerne raten.

Einziger, kleiner Schönheitsfehler: Gerade weil „Badatz!“ explizit auch nicht-jüdische Leser ansprechen will, hätte dem Buch ein Glossar hebräischer Begriffe bzw. religiöser Termini technici gut angestanden. Das Wissen um religiöse Basisbegriffe mag man bei einschlägig Interessierten ja voraussetzen können – das um „Oneg Schabbat“ (126), „Al Chet“ (95) und andere speziellere Begriffe dann aber doch eher nicht. Nu, vielleicht in der zweiten Auflage …

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Von Trondheim bis Athen: jüdische Museen bereisen

Heute, passend zum Beginn der sommerlichen Urlaubs- bzw. Reisesaison, ein kurzer Blick auf die jüdischen Museen Europas – quasi als „appetizer“ für museumsaffine Urlaubsreisende. Die diesbezügliche Auswahl ist jedenfalls ganz…

Heute, passend zum Beginn der sommerlichen Urlaubs- bzw. Reisesaison, ein kurzer Blick auf die jüdischen Museen Europas – quasi als „appetizer“ für museumsaffine Urlaubsreisende.
Die diesbezügliche Auswahl ist jedenfalls ganz ordentlich: Die Association of European Jewish Museums etwa (der freilich keineswegs alle jüdischen Museen Europas angehören) verzeichnet immerhin mehr als vierzig Museen als ordentliche Mitglieder; eine von den Museumskollegen in München besorgte Zusammenstellung jüdischer Museen in Europa bringt es gar auf stolze 84 Einträge, zwar nicht von A bis Z, aber immerhin von B wie Belgien bis W wie Weißrussland – darunter neben den „Platzhirschen“ wie dem Jüdischen Museum Berlin auch versteckte Kleinodien wie die Museen in Dublin oder Dubrovnik. Jüdische Museen also an allen Ecken und Enden Europas, vom hohen Norden (Trondheim) bis weit in den Süden (Toledo oder Athen), vom äußersten Westen (Tomar/Portugal) bis an den östlichen Rand (Istanbul oder Rhodos), und quasi in allen Farben und Formen: mit regionalem, nationalem oder verschiedenen historischen Schwerpunkten, in traditionsreichen Gebäuden oder aufwendigen Neubauten, mit oder ohne angeschlossene Synagoge usf.

Collage jüdischer Museen

Kleine Jüdische-Museen-in-Europa-Collage – von links oben nach rechts unten: Berlin, Istanbul, Rom, Venedig, Budapest, Dubrovnik (Fotos: privat – danke auch an Laulo B.; außer Istanbul und Rom: Wiki/Public Domain)

Spitzenreiter in Sachen jüdischer Museen, und zwar weltweit, ist übrigens – Deutschland, zumindest dann, wenn man die Anzahl jüdischer Museen im Verhältnis zur Einwohnerzahl betrachtet; so rechnet Michael Wuliger in seinem „koscheren Knigge“ augenzwinkernd vor, es gebe in Deutschland nicht weniger als 32 jüdische Museen:

Pro Kopf der Bevölkerung sind das mehr als sonstwo auf der Welt. Selbst die USA mit 300 Millionen Menschen, davon sechs Millionen Juden, bringen es nur auf schlappe 51 jüdische Museen.

Der koschere Knigge. Trittsicher durch die deutsch-jüdischen Fettnäpfchen. Frankfurt a.M. 2009. S. 75f.

Treiben wir die Zahlenspielerei noch ein bisschen weiter, so kommt nach Wuligers Rechnung in Deutschland also, grob gesprochen, 1 jüdisches Museum auf 2,5 Millionen Einwohner; Österreich wiederum kann da beinahe mithalten: 3 jüdische Museen – nämlich in Wien, Hohenems und Eisenstadt – bei gut 8 Millionen Einwohnern, ergibt ein Verhältnis von 1 (Museum) zu ca. 2,7 Millionen (Einwohnern). Gar kein übler Wert also, im internationalen Jüdische-Museen-gemessen-an-der-Einwohnerzahl-Ranking … ;)
Eine gute Nachricht ist das jedenfalls auch für museumsaffine Urlaubsreisende. Nehmen wir außerdem noch Italien mit seinen insgesamt 13 jüdischen Museen hinzu, so finden wir in den drei beliebtesten Urlaubsländern der Österreicher – eben Deutschland, Italien und Österreich – insgesamt 48 jüdische Museen! Kein Mangel also an musealem Urlaubsprogramm …

Angesichts dieser Fülle und Vielfalt jüdischer Museen in Europa geben wir jedenfalls die Losung aus: Wo immer Ihr Urlaub Sie auch hinführt, ein jüdisches Museum ist – fast – immer in Ihrer Nähe, schauen Sie also einfach mal vorbei … und falls Sie in Österreich urlauben, gerne natürlich auch hier bei uns! ;)

Online verabschieden wir uns mit diesem Eintrag in eine kleine Sommer-/Urlaubspause, melden uns aber noch während der Ferien zurück, dann übrigens mit einem neuen musealen Feature für Schatzsucher und Rätsellöser …


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