Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Johannes Reiss

Levi Anna – 26. November 1873

Biografische Notizen Anna Levi, gest. 26. November 1873 mit 52 Jahren an Schwindsucht Am Grabstein ist als Sterbedatum der 27. November 1873 angegeben, in den Sterbematriken von Triest der 26….

Grabstein Anna Levi, 26. November 1873

Grabstein Anna Levi, 26. November 1873


Biografische Notizen

Anna Levi, gest. 26. November 1873 mit 52 Jahren an Schwindsucht
Am Grabstein ist als Sterbedatum der 27. November 1873 angegeben, in den Sterbematriken von Triest der 26. November. Wir übernehmen hier das Datum des Sterbebuches.

Ehemann: David Levi


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


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Tolentino Kolomba – 16. Oktober 1873

Die hebräische Grabinschrift Inschrift Tolentino Kolomba: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] D(as ist) d(ie) G(rabstele für) מצק [2] Kolomba, קולומבה [3] Witwe des אלמנת [4] Jakob Tolentino. יעקב טולינטינו [5]…

Grabstein Kolomba Tolentino, 16. Oktober 1873

Grabstein Kolomba Tolentino, 16. Oktober 1873



Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Tolentino Kolomba: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] D(as ist) d(ie) G(rabstele für) מצק
[2] Kolomba, קולומבה
[3] Witwe des אלמנת
[4] Jakob Tolentino. יעקב טולינטינו
[5] Sie verstarb נפטרת
[6] am 25. Tischre כה תשרי
[7] des Jahres 5634. שנת התרלד
[8] I(hre Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). תנצבה


Biografische Notizen

Kolomba Tolentino, verwitwet nach Jakob Tolentino, gest. 25. Tischre 634 = 16. Oktober 1873 mit 88 Jahren an Altersschwäche

Ehemann (weiland): Jakob Tolentino


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


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Pincherle Regina – 02. November 1873

Anmerkung Eine persönliche Anmerkung: Ein Grabstein, der völlig unscheinbar ist und leicht übersehen wird. Dabei handelt es sich um den Grabstein einer Tochter des großen Gelehrten Isaak Samuel Reggio aus…

Grabstein Regina Pincherle, 02. November 1873

Grabstein Regina Pincherle, 02. November 1873




Anmerkung

Eine persönliche Anmerkung: Ein Grabstein, der völlig unscheinbar ist und leicht übersehen wird. Dabei handelt es sich um den Grabstein einer Tochter des großen Gelehrten Isaak Samuel Reggio aus Görz.

Biografische Notizen

Regina Pincherle, geb. Reggio, geb. 21. Mai 1813 in Görz, gest. 02. November 1873 mit 60 Jahren an der Cholera
Die Altersangabe in der Grabsteininschrift (60 Jahre) ist korrekt, jene in den Sterbematriken von Triest (55 Jahre) hingegen falsch.

Vater: Isak Samuel Reggio
Mutter: Rachel (Reggio)

1. Ehemann: Angelo Cavalieri

2. Ehemann: Isac Tedesco

3. Ehemann: Giuseppe Pincherle, geh. 1851


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


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Tedeschi Adele – 08. November 1873

Die hebräische Grabinschrift Inschrift Tedeschi Adele: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] D(as ist) d(ie) G(rabstele für) מצק [2] Adele Aschkenasi. אדלי אשכנזי [3] Sie verstarb an der Cholera נפטרת במגפה…

Grabstein Adele Tedeschi, 08. November 1873

Grabstein Adele Tedeschi, 08. November 1873



Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Tedeschi Adele: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] D(as ist) d(ie) G(rabstele für) מצק
[2] Adele Aschkenasi. אדלי אשכנזי
[3] Sie verstarb an der Cholera נפטרת במגפה
[4] am Schabbat בשבת
[5] „Fürchte dich nicht, denn Gott hat gehört אל תיראי כי שמע אלהים
[6] die Stimme des Knaben“ אל קול הנער
[7] 18. Marcheschwan חי מרחשון
[8] 5634. התרלד


Anmerkungen

Zeile 2: Das hebräische Wort „Aschkenasi“ („Deutsch / Deutscher“) wird im Italienischen zu „Tedeschi“.

Zeile 3: Wörtlich: „Sie verstarb an der Plage/Epidemie“. Wir wissen von den Sterbematriken Triest, dass sie an der Cholera verstarb.

Zeile 4/5-6: Am Schabbat, dem 18. Marcheschwan 5634, wurde die Parascha (wöchentlicher Toraabschnitt) „וירא – „wajera“ = „Es erschien (der Herr dem Abraham bei den Eichen von Mamre)“ gelesen. Die Parascha umfasst die Bibelverse Gen 18,1-22,24. Die hebräische Grabinschrift (Zeile 5 und 6) zitiert einen Teil aus Genesis 21,17b, also aus der für diesen Schabbat gültigen Parascha.

Sozusagen ein „Lehrstück“ einer – auf den ersten Blick unscheinbaren – hebräischen Grabinschrift, aus der wir, auch ohne Matriken, erfahren, dass Adele Tedeschi an einer Seuche/Epidemie verstarb und, – davon ist im Sterbebuch natürlich keine Rede, einen Sohn hatte, der die Epidemie offensichtlich überlebte (siehe dazu unseren Blogartikel „…und als die Zeit für die junge Taube herannahte…„).
Denn die Botschaft des zitierten biblischen Verses ist klar. Zum besseren Verständis sei hier ausnahmsweise der Kontext des Verses zitiert (Genesis 21,14-18):

14) Früh am Morgen stand Abraham auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser und gab es Hagar, legte es ihr auf die Schulter, übergab ihr das Kind und entließ sie. Sie zog fort und irrte in der Wüste von Beerscheba umher. 15) Als das Wasser im Schlauch zu Ende war, warf sie das Kind unter einen Strauch, 16) ging weg und setzte sich in der Nähe hin, etwa einen Bogenschuss weit entfernt; denn sie sagte: Ich kann nicht mit ansehen, wie das Kind stirbt. Sie saß in der Nähe und erhob ihre Stimme und weinte. 17) Gott hörte den Knaben schreien; da rief der Engel Gottes vom Himmel her Hagar zu und sprach: Was hast du, Hagar? Fürchte dich nicht, denn Gott hat die Stimme des Knaben gehört, dort, wo er liegt. 18) Steh auf, nimm den Knaben hoch und halt ihn fest an deiner Hand; denn zu einem großen Volk will ich ihn machen.


Biografische Notizen

Adele Tedeschi (Aschkenasi), gest. 18. Cheschwan 634 = 08. November 1873 mit 25 Jahren an der Cholera.

Ehemann: Moise Tedeschi, Händler


Personenregister jüdischer Friedhof Triest


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