Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Johannes Reiss

Mattersdorfer Antonio / Ernestina / Alfredo – 11. November 1910 / 22. Oktober 1932 / Schoa-Opfer

Archiv jüdischer Friedhof Fiume/Rijeka Antonio (Elchanan) Mattersdorfer / Ernestina (Ester) Mattersdorfer / Alfredo, 09. Marcheswan 671= 11. November 1910 / 22. Tischre 693= 22. Oktober 1932 / Schoa-Opfer Die hebräische…

Archiv jüdischer Friedhof Fiume/Rijeka

Antonio (Elchanan) Mattersdorfer / Ernestina (Ester) Mattersdorfer / Alfredo, 09. Marcheswan 671= 11. November 1910 / 22. Tischre 693= 22. Oktober 1932 / Schoa-Opfer




Die hebräische Grabinschrift (Rückseite)

Antonio Mattersdorfer

Inschrift Mattersdorfer: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] d(er) CH(AVER), H(err) Elchanan, Sohn d(es) CH(AVER), H(errn) Benjamin Seev Mattersdorfer. הח“ר אלחנן בן הח“ר בנימין זאב מאטטערסדארפער
[3] Er verstarb נפטר
[4] am 9. Marcheschwan 671. יום ט מרחשון תרעא
[5] Nicht gnädig (al chanan => Elchanan) war uns Gott אל חנן אותנו אלקים
[6] als genommen wurde von uns unser Vater Elchanan. בהלקח מאתנו אבינו אלחנן
[7] Wir saßen zuhause ruhig und friedlich ישבנו בביתנו שקטים ושאננים
[8] und jetzt bedeckt uns eine Wolke. ועתה סך בעדנו ענן
[9] Mit deiner Güte hast du einem der Engel geähnelt. בטובך דמית לאחד האראלים
[10] Dein Name soll ewig sein. שמך לעד ולנצח ינון
[11] Wir weinen und wehklagen. ואנחנו נבכה ונעורר תנים
[12] S(eine Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה“


Anmerkungen

Zeile 10: S. Psalm 72, 17

Zeile 11: wörtlich etwa: „Wir werden weinen und Wehklagen erwecken“


Ernestina Mattersdorfer

Inschrift MattersdorferE: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] unsere teure Mutter, אמנו היקרה
[3] die Frau Ester, Tochter des Zvi Mattersdorfer. האשה אסתר בת צבי מאטטערסדארפער
[4] Sie verstarb zu Schmini Atzeret 693. נפטרה ביום שניני עצרת תרצג
[5] Gott verbarg sein Gesicht vor uns, als er von uns nahm Ester, unsere Mutter. אלהים הסתיר פניו ממנו בהלקח מאתנו אסתר אמנו
[6] Oh weh! Wieviele furchtbare Tage erlitt sie in ihrem Leben der Witwenschaft. הוי! כמה ימים נוראים סבלה בשנות חיי אלמנותה
[7] Beim Verlust ihres Sohnes im Krieg […?] hielt sie auch an ihrer Hoffnung und ihrem Glauben fest. ובאבוד בנה במלחמת הפראים אך החזיקה בתקותה ובאמונתה
[8] Nicht tat Ester kund ihre Sorgen und ihre Schmerzen, nur adlergleich schwebte sie sanft über jenen, die sie liebte. לא הגידה אסתר צרותי הומכאוביה רק כנשר רחפה על אהוביה
[9] Jetzt hat uns unsere barmherzige Mutter verlassen. So weinen und wehklagen wir. עתה עזבתנו אמנו הרחמניה ככה נבכה ונעורר תאניה
[10] I(hre Seele) m(öge eingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה“


Anmerkung

Zeile 4: „Schmini Atzeret“, wörtl: „Achter Tag der Versammlung“, dt. oft auch „Schlussfest“ (des Laubhüttenfestes), immer am 22. Tischre.

Zeile 7: Ich lese הפראים „der Wilden“?, die Bedeutung will sich mir nicht erschließen. Klar ist nur, dass es eine Verlustmeldung für einen der Söhne im Krieg gegeben haben muss.


Biografische Notizen

Antonio (Elchanan) Mattersdorfer, geb. 1854, gest. 09. Marcheswan 671= 11. November 1910

Die Familie Mattersdorfer gehörte zu den bedeutenden Familien in Fiume. Anton (Elchanan, Sohn des Benjamin Seev) Mattersdorfer war mit Rabbiner Adolfo Gerloczi Gründer der Chevra Qadischa der Gemeinde.
Einzelne Familienmitglieder italianisierten ihren Namen auf „Mattei“.

Vater: Benjamin Seev Mattersdorfer

Bruder (wahrscheinlich): Enrico / Henrik / Heinrich Mattersdorfer, verh. mit Olga Spitzer

Söhne von Enrico / Henrik / Heinrich Mattersdorfer (Mattei) und Olga Spitzer:
Ernesto Mattersdorfer, geb. 22. Februar 1893 in Fiume, verh. mit Dorotea Susanne Bardach, geb. 26. Februar 1892 in Klosterneuburg (s.u. Geburtsmatriken), Tochter von Ludwig Bardach und Ottilia Meisels, 1 Tochter: Elisabetta Mattei, geh. Ernst Arenz aus Prag, Scheidung: 06. Juni 1928

Bruno Mattersdorfer (Mattei), geb. 11. Jänner 1895 in Fiume, verh. mit Valerie (Wally) Tauber, geb. 01. Juli 1890 in Wien (s.u. Geburtsmatriken), Tochter von Heinrich Tauber und Kathi Fischer.
Bruno Mattersdorfer und Wally Tauber adoptierten
Edith Zeckendorf, geb. 06. September 1919 (s.u. Geburtsmatriken), Tochter Oskar Zeckendorf und Berta Tauber (Schwester von Wally Tauber)




Dr. Arminio Mattersdorfer (Mattei), geb. 08. Dezember 1888 in Fiume, verh. mit Mila Glass, geb. 02. November 1897 in Fiume

Söhne von Dr. Arminio Mattersdorfer und Mila Glass:
Gino Matteo Mattersdorfer (Mattei), geb. 29. April 1920 in Fiume
Aldo Mattersdorfer (Mattei), geb. 20. Februar 1923 in Fiume, gest. in der Lombardei

Ehefrau (von Antonio Mattersdorfer): Ernestina (Ester) Mattersdorfer, geb. 1862, gest. 22. Tischre 693= 22. Oktober 1932

Warum Ernestina Mattersdorfer als geb. Spitzer geführt wird (etwa hier: Ebrei a Fiume e Abbazia oder hier), kann ich nicht nachvollziehen, die hebräische Inschrift ist eindeutig (s. Zeile 3).

Vater: Zvi Mattersdorfer

Söhne von Antonio Mattersdorfer und Ernestina Mattersdorfer:


Alfredo Mattersdorfer, geb. 04. Dezember 1885 in Fiume, Präsident der Chevra Kadischa, verh. mit Elsa Ruzic (begraben am jüdischen Friedhof in Cosala, leider kein Foto, auf der Website des jüdischen Friedhofes von Rijeka wird das Grab als „ohne Inschrift“ geführt). Nach Elsas Tod 2. Ehefrau: Lucia Bolaffi.

Alfredo Mattersdorfer wurde im Februar 1944 verhaftet und ins KZ Risiera di San Sabba deportiert, am 26. Februar 1944 von Triest nach Auschwitz deportiert und dort bei seiner Ankunft am 01. März 1944 ermordet (Schoa-Opfer).

Für Alfredo Mattersdorfer gibt es eine Gedentafel am Grabstein seiner Eltern (oben leider unzureichend fotografiert)

Carlo Felice Mattersdorfer, geb. 02. September 1899, verh. mit Elsa Sachs, geb. 28. Mai 1905, Tochter des Carlo Sachs und der Giuseppina Popper.

Tochter von Carlo Felice Mattersdorfer und Elsa Sachs:
Liliana Mattersdorfer
, geb. 01. März 1934 in Fiume

Die gesamte Familie wurde am 16. Mai 1944 nach Auschwitz deportiert, Elsa und Tochter Liliana nach ihrer Ankunft ermordet, Carlo Felice wurde in Buchenwald am 11. Jänner 1945 ermordet.

Sehr wahrscheinlich gibt es noch weitere Kinder des Ehepaars Antonio und Ernestina Mattersdorfer, die wir jedoch nicht sicher festmachen konnten.
So etwa auch den Sohn, der lt. hebräischer Grabinschrift bei der Mutter (s.o. Zeile 7) im Krieg vermisst wurde.

Quelle und mehr Informationen über die Familie: Ebrei a Fiume e Abbazia


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Monath Gabriele (Ella) / Monath Ignaz Isidor – 18. Juli 1918 / 1944 (Schoa-Opfer)

Archiv jüdischer Friedhof Fiume/Rijeka Gabriele (Ella) Monath / Ignaz Isidor Monath, 18. Juli 1918 / 1944 (Schoa-Opfer) Biografische Notizen Gabriele (Ella) Monath, geb. 28. April 1870 als Gabriele Regine Oppenheim…

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Gabriele (Ella) Monath / Ignaz Isidor Monath, 18. Juli 1918 / 1944 (Schoa-Opfer)



Biografische Notizen

Gabriele (Ella) Monath, geb. 28. April 1870 als Gabriele Regine Oppenheim in Wien, gest. 18. Juli 1918 in Fiume (s.u. Geburtsmatriken)

Sterbeanzeige Ella Monath, geb. Oppenheim, Neue Freie Presse 21. Juli 1918

Sterbeanzeige Ella Monath, geb. Oppenheim, Neue Freie Presse 21. Juli 1918





Vater: Sigmund Oppenheim, Kaufmann, geb. 24. Mai 1839 in Pressburg, zuständig nach Wien, gest. 23. November 1897 in Wien (s.u. Sterbematriken und Sterbeanzeige)
Mutter: Anna Goldstein, geb. 21. April 1841 in Wien, Tochter des Ignaz Goldstein, Handelsmann aus Pressburg, und der Rosalia Plan, geh. 14. Mai 1865 in Baden/Wien (s.u. Geburtsmatriken und Trauungsmatriken, dort die Angabe „beide“ aus Wien“)



Schwestern:
Martha Emmi Oppenheim, geb. 15. März 1879 in Wien
Rosalia Oppenheim, geb. 17. März 1867 in Wien, geh. Daniel Podwinetz
Bruder: Felix Hanns (Fritz, sic!, s.o. Sterbeanzeige Sigmund Oppenheim) Oppenheim, geb. 27. Mai 1884 in Wien

Ehemann: Ignaz Isidor Monath, geb. ca. 1869 in Pressburg (Bratislava), von Triest nach Auschwitz deportiert und ermordet (Schoa-Opfer).

2. Ehefrau: Rosa Fuchs, wie ihr Ehemann nach Auschwitz deportiert und ermordet (Shoa-Opfer)

Die Angabe im Testimonial enthält widersprüchliche Angaben: Ignaz Isidor Monath wurde in Malacky (Bratislava/Pressburg) geboren und nicht in Wien, am Grabstein finden wir als Geburtsjahr 1869, im Testimonial 1876.



Sohn von Ignaz Isidor Monath und Gabriele (Ella) Oppenheim:
Ernst Monath


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Lipschitz Ignaz(io) – 03. Juni 1930

Archiv jüdischer Friedhof Fiume/Rijeka Ignaz(io) (Isak Meir) Lipschitz, 07. Siwan 690 = 03. Juni 1930 Die hebräische Grabinschrift Inschrift Lipschitz Isak Meir: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier liegt) b(egraben)…

Archiv jüdischer Friedhof Fiume/Rijeka

Ignaz(io) (Isak Meir) Lipschitz, 07. Siwan 690 = 03. Juni 1930




Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Lipschitz Isak Meir: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] ein gerechter Mann, vollkommen und überaus weise איש צדיק תמים חכם רב
[3] verbrachte er Nächte und Tage mit משים לילות כימים על
[4] dem Dienst am Schöpfer. Wunderbar עבודת הבורא מופלא
[5] und ausgezeichnet war er in der Ehrfurcht und rein. ומופלג ביראה טהורה
[6] Geliebt von oben und beliebt אהוב למעלה ונחמד
[7] herunten wich er sein Lebtag lang nicht vom Zelte למטה מימיו לא מש מאוהלו
[8] der Tora. Er befasste sich mit dem Werk של תורה עסק במלאכת
[9] des Himmels in Treue. Er war V(or)b(eter) und L(ehrer der) G(erechtigkeit) שמים באמונה היה ש“צ מ“צ
[10] seiner Gemeinde und Weisung-Gebender, d(er ehrbare) H(err), לעסתו ומורה הוראה ה“ה
[11] der Rabbinische, der MORENU הרבני מו“הר
[12] Isak Meir יצחק מאיר
[13] s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden), Sohn des MORENU Chajim Jerucham ז“ל בן מו“ה ר חיים ירוחם
[14] Lipschitz, a(uf ihm sei) F(riede). Er verstarb m(it gutem) N(amen) ליפשיטץ ע“ה נפטר בש“ט
[15] am Ausgang d(es Festes) d(er Erstlingsfrüchte) 690 מוצאי חג הבכורים תר“צ
[16] n(ach der kleinen) Z(eitrechnung). לפ“ק
[17] S(eine Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה“


Anmerkungen

Zeile 9: ש“צ מ“צ lese ich als שליח צבור und מורה צדק, wobei „Lehrer der Gerechtigkeit“ einen „Beisitzer im Rabbinatsgericht“ meint.

Zeile 11 und 13: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Zeile 15: Der „Ausgang des Festes der Erstlingsfrüchte“ = Schavuot = 07. Siwan 690 = 03. Juni 1930 abends.


Biografische Notizen

Ignaz(io) (Isak Meir) Lipschitz, gest. 07. Siwan 690 = 03. Juni 1930 abends

Vater: Chaim Jerucham Lipschitz

Ehefrau: Matilde (Matela) Stark, gest. 13. Mai 1914

Söhne:
Eugenio Lipschitz, geb. 05. Mai 1883 in Sümeg (Ungarn), verh. mit Giannetta Zipser, geb. 17. Juli 1893 in Mád (Ungarn), Tochter des Alberto Zipser und der Ada Altmann.

3 Kinder von Eugenio Lipschitz und Giannetta Zipser:
Arturo (Turi) Lipschitz, geb. 10. November 1914 in Fiume, 1939 Emigration nach Palästina, gest. 1981 in Jerusalem
Magda Lipschitz, geb. 12. Mai 1917 in Fiume, verh. mit Emerico Heimler
Francesco (Feri) Lipschitz, geb. 02. Juni 1919 in Fiume, Student, 1939 Emigration nach Palästina

Eugenio Lipschitz wurde vom KZ Risiera di San Sabba nach Auschwitz deoportiert und ermordet (Schoa-Opfer)

Filippo Lipschitz, geb. 08. Juli 1898 in Fiume, verh. mit Margherita Gasparini, Tochter des Donato Gasparini und der Marianna (Gasparini), Emigration in die USA, dort gest. 1970

Guglielmo Lipschitz, geb. 25. August 1881 in Sátoraljaújhely (dt.: Zeltberg, Ungarn), verh. mit Maria Rosenblum, geb. 01. April 1889 in Olaszliszka, Tochter des Salomon Rosenblum und der Sara Klein

2 Kinder von Guglielmo Lipschitz und Maria Rosenblum:
Edith Lipschitz, geb. 08. Juni 1916 in Olaszliszka
Giorgio Lipschitz, geb. 02. Februar 1920 in Fiume, Student, als Dr. Giogio Lipschitz nach 1945 in Mailand, dort gest. 09. Dezember 2004

Nicolò (Mose) Lipschitz, geb. 11. Jänner 1901 in Fiume, gest. 1954 in Mailand

Quelle: Ebrei a Fiume e Abbazia


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Lipschitz Matilde – 13. Mai 1914

Archiv jüdischer Friedhof Fiume/Rijeka Matilde (Matel) Lipschitz, 17. Ijjar 674 = 13. Mai 1914 Die hebräische Grabinschrift Inschrift Lipschitz Matilde: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung [1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ [2]…

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Matilde (Matel) Lipschitz, 17. Ijjar 674 = 13. Mai 1914




Die hebräische Grabinschrift

Inschrift Lipschitz Matilde: Zeilengerechte Transkription und Übersetzung
[1] H(ier liegt) b(egraben) פ“נ
[2] die bescheidene und gepriesene Frau, אשה הצנועה המהוללה
[3] in der G(ottes)furcht war sie rein. ביראת ד טהורה
[4] Ihre guten Taten und ihre Gerechtigkeit ומעשיה טובים וצדקתה
[5] seien ihr zum ewigen Gedächtnis. יהי לה לזכר עולם
[6] I(hr) h(eiliger) N(ame), כ“ש“ק
[7] F(rau) Matel, Tochter der Hadass, מ מאטל בת הדס
[8] Ehefrau des MORENU Isak Meir Lipschitz, s(ein Andenken) m(öge bewahrt werden). אשת מו“ה ר יצחק מאיר ליפשיץ ז“ל
[9] Zum Leid ihrer Söhne und Verwandten. ולדאבן נפש בניה וקרוביה
[10] Sie verstarb mit gutem Namen נפטרה בשם טוב
[11] am 17. Ijjar 674. י“ז אייר תר“עד
[17] I(hre Seele) m(öge) e(ingebunden sein) i(m Bündel) d(es Lebens). ת“נ“צ“ב“ה“


Anmerkung

Zeile 8: MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).


Biografische Notizen

Matilde (Matela) Lipschitz, geb. Stark, gest. 17. Ijjar 674 = 13. Mai 1914

Mutter: Hadass (Stark)

Ehemann: Ignaz(io) (Isak Meir) Lipschitz, gest. 03. Juni 1930

Söhne:
Eugenio Lipschitz, geb. 05. Mai 1883 in Sümeg (Ungarn), verh. mit Giannetta Zipser, geb. 17. Juli 1893 in Mád (Ungarn), Tochter des Alberto Zipser und der Ada Altmann.

3 Kinder von Eugenio Lipschitz und Giannetta Zipser:
Arturo (Turi) Lipschitz, geb. 10. November 1914 in Fiume, 1939 Emigration nach Palästina, gest. 1981 in Jerusalem
Magda Lipschitz, geb. 12. Mai 1917 in Fiume, verh. mit Emerico Heimler
Francesco (Feri) Lipschitz, geb. 02. Juni 1919 in Fiume, Student, 1939 Emigration nach Palästina

Eugenio Lipschitz wurde vom KZ Risiera di San Sabba nach Auschwitz deoportiert und ermordet (Schoa-Opfer)

Filippo Lipschitz, geb. 08. Juli 1898 in Fiume, verh. mit Margherita Gasparini, Tochter des Donato Gasparini und der Marianna (Gasparini), Emigration in die USA, dort gest. 1970

Guglielmo Lipschitz, geb. 25. August 1881 in Sátoraljaújhely (dt.: Zeltberg, Ungarn), verh. mit Maria Rosenblum, geb. 01. April 1889 in Olaszliszka, Tochter des Salomon Rosenblum und der Sara Klein

2 Kinder von Guglielmo Lipschitz und Maria Rosenblum:
Edith Lipschitz, geb. 08. Juni 1916 in Olaszliszka
Giorgio Lipschitz, geb. 02. Februar 1920 in Fiume, Student, als Dr. Giogio Lipschitz nach 1945 in Mailand, dort gest. 09. Dezember 2004

Nicolò (Mose) Lipschitz, geb. 11. Jänner 1901 in Fiume, gest. 1954 in Mailand

Quelle: Ebrei a Fiume e Abbazia


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