Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Johannes Reiss

Rosch haSchana 5773

Am kommenden Sonntag, 16. September, ist Erev Rosch haSchana. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein glückliches und gesundes neues Jahr 5773.

Am kommenden Sonntag, 16. September, ist Erev Rosch haSchana. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein glückliches und gesundes neues Jahr 5773.

שנה טובה וחתימה טובה

Ein besonders schönes „Objekt“ im Rosch haSchana-Raum unserer ständigen Ausstellung sind die 4 Tallitecken aus Seide / Brokat, Österreich 1858:

Tallitecke, Österreich 1858

„Tallitecken“ (im Bild ist eine davon zu sehen) bedeutet, dass der Gebetsmantel in diesem Fall an seinen vier Ecken eine besonders schöne Zierde durch eben diese Tallitecken erhalten hat.

Interessant ist aber vor allem die auf den ersten Blick simpel wirkende und auf allen 4 Tallitecken gleiche Inschrift:

außen (im Bild oben):

חתני ידי“ן

Mein(em) Bräutigam, dem Liebling meiner Seele
(hebräische Abkürzung aufgelöst in: ידיד נפשי; denkbar wäre u.U. auch ידיד נכבד „dem ehrenwerten Freund“, aber natürlich nur im Fall, dass die Schwiegermutter die Tallitecken gewidmet hätte; in diesem Fall müsste die Übersetzung natürlich nicht „Mein(em) Bräutigam“, sondern „Mein(em) Schwiegersohn“ lauten!)

außen (im Bild links):

מרדכי

Mordechai

außen (im Bild unten):

אלעזר

Elasar

außen (im Bild rechts):

הכהן הי“ו

der Kohen, der Herr möge ihn am Leben erhalten und beschützen
(hebräische Abkürzung aufgelöst in: השם יחיהו וישמרהו)

innen (im Bild oben):

שנת

im Jahr

innen (im Bild Mitte, links und rechts von der Blumenverzierung):

5618

(ergibt umgerechnet das bürgerliche Jahr 1858)

innen (im Bild unten):

לפ“ג

nach der großen Zeitrechnung
(hebräische Abkürzung aufgelöst in: לפרט גדול). Die Angabe der Jahreszahl mit der Tausenderzahl (also 5000, umgerechnet das Jahr 1240) findet sich eher selten. Meist werden Jahreszahlen, zumindest nach dem (umgerechneten) Jahr 1240, ohne 5000er geschrieben, also „nach der kleinen Zeitrechnung“ mit der hebräischen Abkürzüng לפ“ק (siehe z.B. auch unter „Todesdatum“).

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Wiener Neustadt

Personen- und Familienbiografien über Jüdinnen und Juden, die aus Westungarn nach Wiener Neustadt kamen Dr. Werner Sulzgruber schrieb: Ich suche für die Dokumentation von Personen- und Familienbiografien von Jüdinnen und…

Personen- und Familienbiografien über Jüdinnen und Juden, die aus Westungarn nach Wiener Neustadt kamen

Dr. Werner Sulzgruber schrieb:

Ich suche für die Dokumentation von Personen- und Familienbiografien von Jüdinnen und Juden,
die um 1900 und später (teils bis 1938) in Wiener Neustadt gelebt haben, Informationen zu den folgenden Familien, welche aus dem ehemaligen Westungarn nach Wiener Neustadt kamen.

Viele der Vorfahren von Wiener Neustädter Jüdinnen und Juden stammen aus Ungarn, vor allem aus Mattersdorf.

Leider sind so manche familiären Zusammenhänge von gleichnamigen Personen (z. B. Familie Breuer) unklar.

Ich bitte um Informationen zu den jeweiligen Familien, falls solche gemacht werden können.
Zuschriften bitte unter: werner_sulzgruber @ hotmail.com

English Version:

Biographies about persons and families, who came from West-Hungary to Wiener Neustadt

I am searching for informations – preparing biographies of persons and families – about Jewish people, who lived around 1900 and later (till 1938) in Wiener Neustadt. Members of the following families, who have their origin in West-Hungary, came once to Wiener Neustadt (Lower Austria).

Many of the forefathers of Jews in Wiener Neustadt are from Hungary, especially from Mattersdorf. Some relations in families (e.g. family Breuer) are not clear.

I am interested in data about these Jewish people/families and I hope that somebody can help in the current documentation.

Contact please: werner_sulzgruber @ hotmail.com

  • Andau: Tauber
  • Deutschkreutz: Bohenszky, Hacker, Kerö, Kohn
  • Eisenstadt: Adler (Pollak), Ungar, Wessely [Jewish?]
  • Frauenkirchen: Popper (Winkler), Schimmel
  • Kobersdorf: Bauer, Hacker, Reininger, Winkler
  • Lackenbach: Bauer, Beinhacker, Bum (Braun), Leitner (Braun), Wellisch
  • Mattersdorf: Adler (Moses), Breuer, Buxbaum, Rosenberger (Feldmann), Rosenfeld, Schischa, Schlesinger, Schulhof


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Hebräischkurs 2012

Seit Mittwoch findet in unserem Haus wieder der schon traditionelle Hebräischkurs für Fortgeschrittene statt. Wir haben schon 2009 darüber berichtet, und auch heuer kamen – bereits zum siebenten Mal! –…

Seit Mittwoch findet in unserem Haus wieder der schon traditionelle Hebräischkurs für Fortgeschrittene statt. Wir haben schon 2009 darüber berichtet, und auch heuer kamen – bereits zum siebenten Mal! – Damen aus Österreich und Deutschland zum Hebräischstudium nach Eisenstadt!

Es darf wiederholt werden: Ich finde es ganz großartig und bewundernswert, dass die Teilnehmerinnen jährlich Zeit finden und sich die Zeit nehmen, um ihr Hebräisch aufzufrischen bzw. sich immer auf viel – für sie – Neues in der Sprache einlassen.
Für mich wiederum besteht die Herausforderung darin, möglichst viel Abwechslung zu bieten. Denn es soll in erster Linie Freude machen, es gibt keinen Leistungsdruck und doch staune ich jedes Jahr über das wirklich beachtliche Können der Teilnehmerinnen.

Heuer gab es aber eine Premiere: Wir machten heute – bei Traumwetter – einen Ausflug in drei der ehemaligen Sieben-Gemeinden des Burgenlandes: nach Kobersdorf, Lackenbach und Deutschkreutz, aber sehen Sie selbst:

  • Kobersdorf mit seinem wunderschönen jüdischen Waldfriedhof (1.200 Grabsteine)
  • Grabstein des Kohen Mordechai Hersch Brunner in Kobersdorf
  • Die Damen bei der Arbeit
  • Datum lesen und umrechnen
  • Grabstein mit Hammer als Symbol
  • In Lackenbach am größten jüdischen Friedhof des Burgenlandes mit über 1.700 Grabsteinen
  • Gedenktafel in Lackenbach
  • Die kurze Gasse, in der sich die kaum auffindbare Gedenktafel an die größte Synagoge des Burgenlandes befindet!
  • Herbstzeitlose am jüdischen Friedhof Kobersdorf


Übrigens: Es sind noch einige Plätze für den Anfängerkurs frei, der am 12. September beginnt!

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Hebräisch – Buch und Kurs

Über das Buch Hebräischkurs Herbst 2012 Gewinnspiel Zum und über das Buch Zu den aufregendsten, spannendsten, aber auch schönsten Momenten gehört es, wenn ein druckfrisches Buch ins Haus geliefert wird!…

Zum und über das Buch

Zu den aufregendsten, spannendsten, aber auch schönsten Momenten gehört es, wenn ein druckfrisches Buch ins Haus geliefert wird! Heute Nachmittag war es wieder soweit: Fast auf den Tag genau, 10 Jahre nach der Erstauflage, gibt es ab sofort die 2. überarbeitete Auflage des Buches „Hebräisch. Eine kurzweilige Reise durch das Alef-Bet.“

Die erste Auflage des Buches (2002) entstand auf Basis der Erfahrungen mit den Schwierigkeiten, die AnfängerInnen im universitären und insbesondere im außeruniversitären Bereich beim Erlernen der hebräischen Sprache haben.

Buchcover 'Hebräisch. Eine kurzweilige Reise durch das Alef-Bet'

Die nun vorliegende 2. Auflage berücksichtigt besonders die Anregungen und Ideen der SchülerInnen, mit denen ich in den vergangenen 10 Jahren auf Basis der Erstauflage – sowohl in Eisenstadt als auch bei den jährlichen Kursen in Salzburg – arbeiten durfte. Ich danke jeder/jedem einzelnen dafür!

Es waren aber nicht nur die unmittelbaren Erfahrungen im Unterricht, die mich bewogen, dieses Buch zu verfassen, sondern es gab auch ganz handfeste pragmatische – regionale – Gründe, womit auch gleich die (vielleicht naheliegende) Frage beantwortet wird, warum ein jüdisches Museum in Eisenstadt überhaupt ein Hebräischbuch für Anfänger herausbringt:


  • Die Esterházyschen jüdischen Gemeinden, Eisenstadt allen voran, waren bedeutende Stätten jüdischer Gelehrsamkeit, mit Schultraditionen, die den gesamten Unterricht, vom Hebräischlesen bis zum Studium der schwierigsten Probleme umfassten.
  • Die uns heute erhaltenen Urkunden sind zum allergrößten Teil im üblichen hebräischen Kanzleistil geschrieben, einige wenige Urkunden in späterer Zeit in Jüdisch-Deutsch oder Deutsch, selbstverständlich mit hebräischen Buchstaben, und mit starken hebräischen Beimischungen.
  • Schließlich gibt es auf dem Gebiet des heutigen Burgenlandes 14 bzw. 15 jüdische Friedhöfe (in Eisenstadt gleich zwei), deren Grabinschriften fast ausnahmslos alle in Hebräisch verfasst sind. Manchmal finden wir auch (z.B. auf Rückseiten von Grabsteinen) deutsche Inschriften, die mit hebräischen Buchstaben geschrieben wurden.

Aber selbstverständlich wurde das Buch nicht „nur“ für Regionalhistoriker, Bibliothekare und Archivare entwickelt, sondern soll eine möglichst gute Einstiegshilfe für alle an der hebräischen Sprache Interessierten sein:

  • Wollen Sie schon seit Jahren die hebräische Sprache erlernen, kommen aber nicht so richtig voran, vor allem, weil Sie Schwierigkeiten haben, alle Buchstaben eindeutig zu erkennen?
  • Wollen Sie zunächst die hebräischen Buchstaben gründlich lesen und schreiben lernen, um sich später – gut gerüstet – entscheiden zu können, ob Sie Ihre Kenntnisse im biblischen, im modernen Hebräisch oder im Jiddischen vertiefen möchten?
  • Wollen Sie den einen oder anderen Vers der hebräischen Bibel bzw. des Alten Testaments im Original lesen?
  • Wollen Sie bei Ihrer nächsten Israelreise ein paar Sätze Hebräisch sprechen und Aufschriften auf Geschäften etc. lesen?
  • Arbeiten Sie in einer Bibliothek oder kommen aus anderen Gründen auch mit hebräischen Büchern in Berührung, können aber weder Autor und Titel noch das Erscheinungsjahr eruieren?
  • Betreiben Sie genealogische bzw. historische Forschungen und stoßen dabei immer wieder auf hebräische Urkunden und Dokumente, von denen Sie zunächst einfach nur wissen wollen, ob sie für Sie von Interesse sind, mit denen Sie aber derzeit leider gar nichts anfangen können?
  • Wollen Sie schon lange die hebräische Inschrift an der Synagoge oder die Namen und Todesdaten auf dem jüdischen Friedhof Ihres Heimatortes entziffern?
  • Wollen Sie die wunderbaren Texte des Literaturnobelpreisträgers Isaac Bashevis Singer im jiddischen Original lesen?

Wenn Sie auch nur eine Frage mit “JA” beantworten, wird Ihnen das Buch die notwendige Lese- und Schreibsicherheit sowie ein hohes Maß an Flexibilität im Umgang mit der hebräischen Schrift und Sprache vermitteln. Das Buch, eine Art Einmaleins des Hebräischen, richtet sich in erster Linie an Anfänger. Der Zeitaufwand, um den gesamten Lernstoff stressfrei durchzuarbeiten, beträgt ca. 70 Stunden.

Mehr Informationen über das Buch sowie Bestellmöglichkeiten finden Sie auf der Website zum Buch.

Hebräischkurs im Herbst 2012

Hebräischkurse haben in unserem Haus eine sehr lange Tradition.
Schon im Herbst 1993 fand in unserem Museum der erste Hebräischkurs für AnfängerInnen statt, gleich auf Anhieb nahmen damals über 50 Interessierte aus Eisenstadt und Umgebung teil.

Im Herbst 2012 wollen wir im Museum wieder einen Hebräischkurs für AnfängerInnen anbieten. Im Kurs wird es „rund um die hebräische Sprache und Schrift“ gehen, Hebräisch wird dabei also im weitesten Sinn des Wortes verstanden. So werden alle TeilnehmerInnen die Buchstaben gründlich lernen und sehr bald imstande sein, etwa jiddische Texte, die immer in hebräischer Schrift geschrieben wurden, oder einfachere hebräische Grabinschriften etc. zu lesen und zu verstehen. Willkommen sind alle, die Interesse haben, ob durch die Beschäftigung mit dem Alten Testament bzw. der hebräischen Bibel, mit jüdischer oder jiddischer Literatur oder auch als Vor- oder Nachbereitung eines Israelbesuchs …
Natürlich sind keinerlei Voraussetzungen – außer Interesse und ein wenig Geduld – notwendig!


Dauer: ab 12. September 2012 (Erste Kurseinheit) bis 05. Dezember 2012 (Letzte Kurseinheit), 12 Wochen, jeweils Mittwoch-Abend (Ausnahme: Mittwoch, 31. Oktober entfällt!)
Zeit: 18.30 Uhr – 20.00 Uhr
Ort: Österreichisches Jüdisches Museum in Eisenstadt
Kosten: 150 Euro (das Hebräischbuch als primäre Lernunterlage ist im Preis inkludiert!)

Der Kurs findet ab 5 Teilnehmerinnen/Teilnehmern statt.

Die Kursgebühren werden ausschließlich dazu verwendet, die Druckkosten der zweiten Auflage des Hebräischbuches (Kursunterlage) zu decken.

Um bestmögliche Lern- und Lehrbedingungen schaffen zu können, ist die Teilnehmeranzahl mit 20 Teilnehmerinnen/Teilnehmern beschränkt. Wir ersuchen Sie um ehestmögliche Anmeldung:
Telefon: 02682 651 45 oder E-Mail-Adresse: info@ojm.at.
Wir stehen Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne für Informationen zur Verfügung.

Gewinnspiel

Update 17 Uhr: Gewinnspiel ist beendet, die 3 GewinnerInnen stehen schon fest!

Und schließlich gibt es noch 3 Bücher zu gewinnen, wenn das folgende Rätsel richtig gelöst wird:

Jeder hebräische Buchstabe hat einen Zahlenwert. Zahlen werden sehr gerne und oft nicht mit Ziffern, sondern mit hebräischen Buchstaben geschrieben.

Welchen runden Geburtstag feiert unser Museum heuer (2012)? Schreiben Sie uns bitte den Namen jenes hebräischen Buchstabens, der für die Geburtstagszahl steht!

Um die Antwort zu finden, können Sie googlen oder einfach auf unserer Website nachsehen ;-)!

Die ersten 3 TeilnehmerInnen, die uns eine E-Mail mit der richtigen Antwort senden, erhalten das neue Hebräischbuch gratis zugeschickt!

Teilnahmeberechtigt sind nur AnfängerInnen, die noch keine hebräischen Buchstaben kennen!
E-Mail-Adresse: info@ojm.at


1 Kommentar zu Hebräisch – Buch und Kurs

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