Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Johannes Reiss

Löwy Netti / Segal Esterl – 22. März 1868

Netti Löwy / Esterl Segal, 28. Adar 5628 (Sonntag, 22. März 1868) Anmerkungen Leider finden wir in der hebräischen Inschrift auch keinen Hinweis auf das – in den Matriken widersprüchlich…

Netti Löwy / Esterl Segal, 28. Adar 5628 (Sonntag, 22. März 1868)

  • Foto: Grabstein von Netti Löwy / Esterl Segal, 28. Adar 5628
  • Datenblatt Isidor Öhler: Netti Löwy / Esterl Segal, 28. Adar 5628


Anmerkungen

Leider finden wir in der hebräischen Inschrift auch keinen Hinweis auf das – in den Matriken widersprüchlich angegebene – Alter der Verstorbenen.

In Zeile 3 der hebräischen Inschrift wird der Ehemann genannt: Ehefrau des MORENU Josef Hersch Segal אשת מוה יוסף הרש סגל.
Öhler gibt als Nachname „Hersch“ an, was ich aber ausschließe. In diesem Fall wäre „Segal“ der Namenszusatz.

Der Nachname (Stammesname) „Segal“ סגל, wie angemerkt, oft auch als Zusatz nach dem Nachnamen, ist eigentlich ein Akronym für סגן לויה לוים, etwa „Führer der Leviten“.
Zu „Leviten“ siehe unseren Lexikoneintrag.

MORENU bedeutet wörtlich „u(nser) L(ehrer), H(err)“. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als „synagogaler Doktortitel“ (siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, S. 15).

Beim Sterbedatum (Zeile 4) wird auch der Wochentag angegeben: „Tag 1 (Sonntag)“ יום א.

Als Akrostychon findet sich von Zeile 5 – 9 ihr Vorname „Esterl“ אסתרל und in Zeile 10 der Segenswunsch „i(hr Andenken möge) b(ewahrt werden)“, und zwar auch ausgeschrieben זכרונה לברכה.

Biografische Notizen

Sterbematriken: Netti (Esterl Segal) Löwy, geb. in Semnitz (in Pommern, siehe Kommentar), verheiratet, gest. 22. März 1868, mit 38 Jahren (Matriken Wien), mit 58 Jahren (Matriken Sopron), an Wasserfraisen


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


3 Kommentare zu Löwy Netti / Segal Esterl – 22. März 1868

Eisenstadt x 3 – Nachlese

Am Sonntag fand im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ der 3. Teil „Eisenstadt x 3“ statt, ein interreligiöser Stadtrundgang zum Martinsdom, der Auferstehungskirche und der ehemaligen…

Am Sonntag fand im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ der 3. Teil „Eisenstadt x 3“ statt, ein interreligiöser Stadtrundgang zum Martinsdom, der Auferstehungskirche und der ehemaligen privaten Synagoge im jüdischen Museum.

Unseren Rundgang begannen wir bei einem Wahrzeichen Eisenstadts, dem Martinsdom, wo uns Frau Dr. Clara Prickler nicht nur die Baugeschichte skizzierte und die wichtigsten Kunstwerke zeigte, sondern sich für den Schluss ihrer Führung noch einen besonderen Höhepunkt aufhob: In der Krypta des Doms befindet sich nämlich eine der eindrucksvollsten und v.a. außergewöhnlichsten Pieta-Gruppen, gestaltet von Anton Hanak, in den Jahren vor 1925. Außergewöhnlich v.a. deshalb, weil Maria ihren Kopf vom toten Jesus abwendet (möglicherweise von Hanak so inszeniert unter dem Eindruck der Kriegsgeschehnisse des 1. Weltkriegs).

Einzig das anfangs trübe Wetter verhinderte den optimalen Genuss des Farbenspiels der prachtvollen modernen Glasfenster des Doms.


Führung im Martinsdom mit Frau Dr. Clara Prickler


Die Regenschirme wurden wider Erwarten glücklicherweise auch nach der Führung nicht benötigt und wir machten uns auf den Weg zur evangelischen Pfarrkirche.

Evangelische Auferstehungskirche in Eisenstadt

Die 1935 erbaute Auferstehungskirche, in einem einzigartigen Ensemble mit dem Pfarrhaus erbaut, ist sehr schlicht gehalten, einziger „Schmuck“ ist ein wandfüllendes und raumgreifendes Fresko mit biblischen (neutestamentlichen) Szenen, das – sieht man genau hin – sehr deutlich die Zeichen der Zeit zeigt (Frauen mit Dirndln usw.) und hier nicht weiter kommentiert werden muss …

Frau Professor Grabenhofer gelang in 35 kurzweiligen Minuten der Spagat zwischen Kirchenführung, einem kurzen Abriss der überaus bewegten Geschichte der Protestanten im Burgenland und dem evangelischen Gemeindeleben heute.

Führung in der evangelischen Auferstehungskirche mit Frau Prof. Christa Grabenhofer

Wenn Englein reisen … tatsächlich erreichten wir danach bei fast strahlendem Sonnenschein das jüdische Museum (einer der Vorteile einer überschaubaren kleinen Stadt ist die Möglichkeit derlei Reisen zu Fuß zu absolvieren). Nach der Führung durch die Synagoge gab es tatsächlich – wir waren mittlerweile gute 3 Stunden unterwegs – noch viele Interessierte, die sich zum Rundgang durch das jüdische Viertel und zu beiden jüdischen Friedhöfen entschließen konnten!

Und „Ausklang im jüdischen Museum“ bedeutete noch längeres „Get-together“ bei einem oder mehreren Gläsern koscheren Weins. ;)

(Über die Führung in der Synagoge gibt es hier keine Bilder und kein Video, dafür gibt’s aber bald eine kleine Überraschung ;) )

Wir können gar nicht genug danken:

  • Unseren beiden Führerinnen, Frau Dr. Prickler und Frau Prof. Grabenhofer, die uns nicht nur die Führungen nicht verrechneten, sondern es auch tatsächlich schafften, uns in jeweils 35 Minuten einen wirklich spannenden Einblick in ihre Kirchen zu geben.
  • Und unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern – die nicht nur aus Eisenstadt kamen, sondern extra auch aus dem Nordburgenland, aus Wien und aus Niederösterreich angereist waren. Ihnen gebührt schon unsere Bewunderung für ihre Marathonqualitäten. ;)


Nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Schalom – Salam – Grüß Gott“ in der „Langen Nacht der Museen 2010“, am 02. Oktober:

Eine verspielte, märchen-hafte & musikalische „lange Nacht“ – mit interreligiösem Erzähl- und Musikabend, gestaltet von Märchenerzähler Helmut Wittmann & Freunden, und einem Programm im Zeichen des spielerischen Kennenlernens von Judentum, Christentum und Islam für unsere jungen BesucherInnen.

Was: Interreligiöses Kinder-Programm und Erzähl-/Musikabend
Wann: Samstag, 02. Oktober 2010, 18 – 01 Uhr
Wo: Eisenstadt
Eintritt mit dem „Lange Nacht“-Ticket

In Bälde hier mehr Informationen!


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Our best wishes for Gisa

Gisa und Bernard Dolinger an ihrem 60. Hochzeitstag Heute ist die Urgroßtante unserer lieben Kommentatorin aus Massachusetts, Carole Garbuny Vogel, die mit Abstand die meisten Kommentare in diesem unserem Museumsblog…

Gisa und Bernard Dolinger an ihrem 60. Hochzeitstag


Heute ist die Urgroßtante unserer lieben Kommentatorin aus Massachusetts, Carole Garbuny Vogel, die mit Abstand die meisten Kommentare in diesem unserem Museumsblog schrieb,

108 Jahre

alt!

Wir wünschen Frau Gisa von Herzen alles Gute und im wörtlichsten Sinn „bis mindestens 120“! :)

Das Grab ihres Vaters befand sich auch am jüdischen Friedhof in Mattersburg und ist wie fast alle Gräber dieses Friedhofes leider verschollen.
Es tut mir so leid, dass wir nicht einmal das Foto des Grabes in unserer Sammlung haben, Gisa hätte sich so gewünscht wenigstens dieses zu sehen …

Die Großeltern von Gisa sind Abraham Kohn und Johanna (Hendl) Kohn.


5 Kommentare zu Our best wishes for Gisa

Löwy Josefine / Halevi Pessl – 12. März 1915

Josefine Löwy / Pessl Halevi, 26. Adar 5675 (Freitag, 12. März 1915) Anmerkungen In Zeile 4 der hebräischen Inschrift werden der Vorname der Mutter sowie der Name des Ehemanns genannt:…

Josefine Löwy / Pessl Halevi, 26. Adar 5675 (Freitag, 12. März 1915)

  • Foto: Grabstein von Josefine Löwy / Pessl Halevi, 26. Adar 5675
  • Datenblatt Isidor Öhler: Josefine Löwy / Pessl Halevi, 26. Adar 5675


Anmerkungen

In Zeile 4 der hebräischen Inschrift werden der Vorname der Mutter sowie der Name des Ehemanns genannt: „Tochter der Gütel, Ehefrau d(es ehrbaren) H(errn) David Haleviבת גיטל, אשת כ“ה דוד הלוי.
Ein wenig wundert mich, dass nach dem Namen des Ehemanns der (sonst meist übliche) Segenswunsch fehlt, wie etwa „s(ein Andenken möge) b(ewahrt werden)“ זל.

Der Nachname „Halevi“ (der Levit), הלוי, was oft auch als Namenszusatz verwendet wird, zeigt an dass der Träger einer Levitenfamilie entstammt.
Zum Symbol von Krug (und Becken) siehe unseren Lexikoneintrag.

Die Datumsdifferenz zwischen hebräischem Datum (26. Adar = 12. März) und dem Datum in den Matriken (11. März) kommt dadurch zustande, dass Pessl Halevi um 17h (siehe Matriken) und somit zwar noch am 11. Oktober, aber bereits am 26. Adar verstorben ist (wenngleich der neue – hebräische – Tag erst wenige Minuten alt gewesen sein kann).
Öhler verrechnet sich bei der Umrechnung des hebräischen Sterbetags.

Als Akrostychon findet sich von Zeile 6 – 9 ihr Vorname „Pessl“ פעסל.


Biografische Notizen

Sterbematriken: Josefine (Pessel Halevi) Löwy, geb. Lustig, wh. Mattersdorf, Winkelgasse 10, gest. 11. März 1915 um 17 Uhr, mit 73 Jahren, an einem Herzleiden


Vater: Lustig Simon (weiland)
Mutter: Hirschl Katalin (weiland)



Ehemann: David Halevi (Löwy) gest. 20. November 1904


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


1 Kommentar zu Löwy Josefine / Halevi Pessl – 12. März 1915

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