Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Johannes Reiss

Brandweiner Maria / Brandweiner Mirjam – 14. März 1902

Maria Brandweiner / Mirjam Brandweiner, 05. Adar II 5662 (Freitag, 14. März 1902) Anmerkungen Da in den Matriken keine genaue Uhrzeit der Sterbezeit angegeben wird, lässt sich die Datumsdifferenz zwischen…

Maria Brandweiner / Mirjam Brandweiner, 05. Adar II 5662 (Freitag, 14. März 1902)

  • Foto: Grabstein von Maria Brandweiner / Mirjam Brandweiner, 05. Adar II 5662
  • Datenblatt Isidor Öhler: Maria Brandweiner / Mirjam Brandweiner, 05. Adar II 5662


Anmerkungen

Da in den Matriken keine genaue Uhrzeit der Sterbezeit angegeben wird, lässt sich die Datumsdifferenz zwischen hebräischem Datum (05. Adar II = 14. März) und dem Sterbedatum in den Matriken (13. März) nicht sicher erklären. Ein Grund könnte sein, dass die Eintragung erst 1.5 Jahre nach dem Todesfall, nämlich am 28. August 1903, erfolgte.

Das Sterbedatum wird in der hebräischen Inschrift (Zeile 1) angegeben mit „im Schutz des Höchsten“ בסתר עליון. Die Zahlenwerte des ersten Wortes ergeben 662.

Laut hebräischer Inschrift (Zeile 6 und 7 rechts) ist Mirjam Brandweiner „die Ehefrau von Simcha Brandweiner, er möge lange, gute Tage erleben“ אשת כ“ שמחה בראנדוויינער שי“לא“י“ט und laut Zeile 6 und 7 links ist sie „die Tochter d(es Herrn), des V(orstehers) d(er Landjudenschaft)? Jakob Hirsch, er möge lange, gute Tage erleben“ בת הרב הג“מ“ יעקב הירש שי“לא“י“ט.
Bei der hebräischen Abbreviatur הג“מ“ bin ich nicht ganz sicher, in Frage kommen wohl גבאי מדינה „Vorsteher der Landjudenschaft“ oder גובה מדינה „Kassierer/Steuereinnehmer der Landjudenschaft (vielleicht „für Eretz Israel“)“ obwohl Letzteres meist explizit mit ג“מ“וא“י abgekürzt wird.
Jedenfalls leben bei ihrem Ableben sowohl ihr Ehemann als auch ihr Vater noch, beide betagt.

Im unteren schwer lesbaren Teil der Inschrift (Blocksatz) finden wir als Akrostychon von Zeile 1 – 4 ihren Vornamen „Mirjam“ מרים und von Zeile 5 – 6 den Segenswunsch „i(hr Andenken möge) b(ewahrt werden)“ ז“ל. Außerdem ist der Segenswunsch in den beiden Zeilen jeweils als erstes Wort der Zeile auch ausgeschrieben „(5) dein Andenken (6) möge bewahrt werden“ זכרונך לברכה.

Biografische Notizen

Sterbematriken: Maria (Mirjam) Brandweiner, geb. Hirsch in Mattersdorf, wh. Wien XIV, Arnsteingasse 11, gest. 13. März 1902, mit 56 Jahren, an Herzmuskelversagen.


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


7 Kommentare zu Brandweiner Maria / Brandweiner Mirjam – 14. März 1902

Schey Moses / Halevi Mose – 07. Juni 1871

Moses Schey / Mose Halevi, 18. Siwan 5631 (Mittwoch, 07. Juni 1871) Anmerkungen Laut hebräischer Inschrift (Zeile 2) ist der Name „Mose vom Hause Halevi“ משה לבית הלוי. Mose trägt…

Moses Schey / Mose Halevi, 18. Siwan 5631 (Mittwoch, 07. Juni 1871)

  • Foto: Grabstein von Moses Schey / Mose Halevi, 18. Siwan 5631, 18. Siwan 5631
  • Datenblatt Isidor Öhler: Moses Schey / Mose Halevi, 18. Siwan 5631, 18. Siwan 5631
  • Datenblatt Isidor Öhler, Rückseite: Moses Schey / Mose Halevi, 18. Siwan 5631, 18. Siwan 5631


Anmerkungen

Laut hebräischer Inschrift (Zeile 2) ist der Name „Mose vom Hause Halevi“ משה לבית הלוי.

Mose trägt den Nachnamen „Halevi“ (der Levit), was oft auch als Namenszusatz verwendet wird הלוי. Er entstammt also einer Levitenfamilie.
Zum Symbol von Krug und Becken siehe unseren Lexikoneintrag.

Das Sterbedatum in der hebräischen Inschrift darf als gesichert gelten, da auch der Wochentag angegeben ist „am 4. Tag (Mittwoch), 18. Siwan“ ביום ד חי סיון, das ist im Jahr 5631 (1871) der 07. Juni. Die Datumsdifferenz zwischen hebräischem Datum und dem Datum in den Matriken (06. Juni) kommt wahrscheinlich dadurch zustande, dass Mose Halevi am Dienstag in den Abendstunden gestorben ist und das zwar noch der 06. Juni (siehe Matriken), aber bereits der 18. Siwan war.

Als Akrostychon finden sich von Zeile 5 – 7 sein Vorname „Mose“ משה und von Zeile 8 – 11 sein Nachname „Halevi“ הלוי.

Der Name seiner Mutter (Zeile 13) ist „Frumet“ פרומט.


Biografische Notizen

Sterbematriken: Moses Schey (Halevi), verheiratet, Landkrämer, gest. 06. Juni 1871, mit 68 Jahren, an Hirnschwäche, in Baden

Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


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Hirsch Katalin / Hirsch Gütl – 01. Februar 1909

Katalin Hirsch / Gütl Hirsch, 10. Schvat 5669 (Montag, 01. Februar 1909) Anmerkungen Laut hebräischer Inschrift (Zeile 6) ist Gütl Hirsch „die Ehefrau d(es ehrbaren Herrn) Jakob Hersch Hirsch, e(r…

Katalin Hirsch / Gütl Hirsch, 10. Schvat 5669 (Montag, 01. Februar 1909)

  • Foto: Grabstein von Katalin Hirsch / Gütl Hirsch, 10. Schvat 5669
  • Datenblatt Isidor Öhler: Katalin Hirsch / Gütl Hirsch, 10. Schvat 5669


Anmerkungen

Laut hebräischer Inschrift (Zeile 6) ist Gütl Hirsch „die Ehefrau d(es ehrbaren Herrn) Jakob Hersch Hirsch, e(r möge leben) i(n der Länge) d(er guten) T(age)“ אשת כ יעקב הרש הירש שיחיה לא“י“ט.

Als Akrostychon finden sich von Zeile 7 – 10 ihr Vorname „Gütl“ גיטל.

Der Name ihrer Mutter (Zeile 11) ist „Michele“ מיכעלע.


Biografische Notizen

Sterbematriken: Katalin (Gütl) Hirsch, geb. Schischa, wh. Mattersdorf 278, verheiratet mit Henrik Hirsch, gest. 01. Februar 1909 um 07 Uhr, mit 72 Jahren, an einem Schlaganfall


Vater: Schischa Jozsef
Mutter: Mayer Mali



Ehemann: Henrik Hirsch

Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


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Pollak Abraham – 29. Februar 1892

Abraham Pollak, 01. Adar 5692 (Montag, 29. Februar 1892) Anmerkungen Laut hebräischer Inschrift (Zeile 4) ist Abraham Pollak der Sohn „d(es ehrbaren) H(errn) Süßkind“ כה“רר זיסקינד. Am jüngeren jüdischen Friedhof…

Abraham Pollak, 01. Adar 5692 (Montag, 29. Februar 1892)

  • Foto: Grabstein von Abraham Pollak, 01. Adar 5692
  • Datenblatt Isidor Öhler: Abraham Pollak, 01. Adar 5692
  • Datenblatt Isidor Öhler, Rückseite: Abraham Pollak, 01. Adar 5692


Anmerkungen

Laut hebräischer Inschrift (Zeile 4) ist Abraham Pollak der Sohn „d(es ehrbaren) H(errn) Süßkind“ כה“רר זיסקינד.
Am jüngeren jüdischen Friedhof von Eisenstadt finden wir einen Süßkind Pollak, der am 17. Cheschwan 5640 (Montag, 03. November 1879) verstorben ist. Dieser wird in der Grabinschrift als „alt und angesehen, verehrt und gottesfürchtig“ beschrieben. Laut Inschrift war er auch Vorstand und Leiter der Gemeinde.

Das Sterbe- und Begräbnisdatum wird in der hebräischen Inschrift (Zeile 5) angegeben mit „gestorben und begraben am 2. Tag R(osch) Ch(odesch) Adar“ נפטר ונקבר ב“ דר“ח אדר, das ist der 1. Adar.

Öhler liest fälschlicherweise als Jahreszahl „623“, also תרגב statt „652“ תרנב.

Als Akrostychon finden sich von Zeile 6 – 10 sein Vorname „Abraham“ אברהם, und von Zeile 11 – 15 sein Nachname „Pollak“ פאללאק. Außerdem findet sich als erstes Wort in Zeile 6 auch sein Vorname Abraham.


Biografische Notizen

Sterbematriken: Abraham Pollak, geb. in Mattersdorf, wh. Mattersdorf 309, Händler, gest. 28. Februar 1892, mit 69 Jahren, an Lungenentzündung und Leberschaden, in Mattersdorf


Ehefrau: Katalin (Chaja) Pollak, gest. 20. März 1920


Tochter: Antonia (Taube) Hirsch, gest. 04. Oktober 1936

Beachtenswert die sehr ähnlichen Grabsteine der Eheleute!


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


5 Kommentare zu Pollak Abraham – 29. Februar 1892

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