Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Autor: Johannes Reiss

Bild der Woche – Turmbau zu Babel

Wer kennt sie nicht, die berühmten Darstellungen des Turmbaus zu Babel, z.B. jene von Peter Brueghel? Interessant ist die rabbinische Interpretation des Themas „Turmbau zu Babel“, wie wir sie etwa…

Wer kennt sie nicht, die berühmten Darstellungen des Turmbaus zu Babel, z.B. jene von Peter Brueghel?

Interessant ist die rabbinische Interpretation des Themas „Turmbau zu Babel“, wie wir sie etwa in der aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammenden spanischen Pesach-Haggada, der „Goldenen Haggada“, finden (London, British Library, Add 27210, fol. 3r):

Die Illustration ist unterschrieben mit „Generation der Sprachenverwirrung“.
Rund um den babylonischen Turm geht es ziemlich blutrünstig zu: Außer einem Mann, der im Begriff ist, mit Hilfe eines Flaschenzugs einen Eimer in die Höhe zu ziehen, sind alle anderen Personen nicht mit dem Turmbau beschäftigt, sondern nur damit, einander umzubringen:
Dem Baumeister (links im Bild) werden Steine auf den Kopf geworfen, er selbst hält einen Stein, bereit zum Wurf, in der Hand, andere bekämpfen einander mit Messern … Dieser Streit aller gegen alle ist das entscheidende Element der rabbinischen Deutung der Bibelstelle in 1 Mose 11,7:

Auf, steigen wir hinab, und verwirren wir dort ihre Sprache, so dass keiner mehr die Sprache des anderen versteht.

Wenn nämlich das hebräische Wort נבלה „navla“ („wir wollen verwirren“) anders vokalisiert wird, erhalten wir das Wort „nevela“ („Leiche/Leichnam“).
So heißt es auch etwa im Midrasch Genesis Rabba p 38,10:

Es sagte Rabbi Abba bar Kahana: ‚Aufgrund ihrer Sprache will ich sie zu Leichen machen.‘ Einer sagte zu seinem Nächsten ‚Bring mir eine Axt, er aber brachte ihm eine Schaufel.‘ Da schlug er ihn und verletzte ihn am Gehirn. Das ist, was geschrieben steht: ‚Aufgrund ihrer Sprache will ich sie zu Leichen machen.‘



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Kohn Johanna / Kohn Hendl – 26. März 1884

Johanna Kohn / Hendl Kohn, 29. Adar 5644 (Mittwoch, 26. März 1884) Anmerkungen Öhler liest in der 1. Zeile יום ד ערב ניסן („am 4., dem Abend von Nisan“), was…

Johanna Kohn / Hendl Kohn, 29. Adar 5644 (Mittwoch, 26. März 1884)

  • Foto: Grabstein von Johanna Kohn / Hendl Kohn, 29. Adar 5644
  • Datenblatt Isidor Öhler: Johanna Kohn / Hendl Kohn, 29. Adar 5644
  • Datenblatt Isidor Öhler, Rückseite: Johanna Kohn / Hendl Kohn, 29. Adar 5644


Anmerkungen

Öhler liest in der 1. Zeile יום ד ערב ניסן („am 4., dem Abend von Nisan“), was natürlich kaum Sinn macht. Genauso falsch liest er demzufolge in der 2. Zeile das ביום ה als Datumsangabe und übersetzt „begraben … am 5…“.

Richtig ist vielmehr in der 1. Zeile: יום ד ערח ניסן, also „sie starb am Mittwoch, dem Vorabend von Rosch Chodesch Nisan“ und (2. Zeile) „… begraben am Donnerstag …“

Hendl (Johanna) Kohn wird in der Inschrift (4. Zeile) als Witwe (אלמנה) bezeichnet, ihr Gatte war Abraham Kohn. Sie starb laut Inschrift (1. Zeile Anfang) in der Stadt Baden (bei Wien).


Biografische Notizen

Sterbematriken: Johanna (Hendl) Kohn, geb. in Mattersdorf, gest. 26. März 1884, mit 72 Jahren an Lungenentzündung, in Baden, Wassergasse 15


Ehemann: Abraham Katz, geh. 26. März 1833, gest. 21. Februar 1847 siehe den Kommentar von Carole Vogel


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


23 Kommentare zu Kohn Johanna / Kohn Hendl – 26. März 1884

Rosenthal Julia / Rosenthal Jentel – 07. November 1932

Julia Rosenthal / Jentel Rosenthal, 08. Marcheschvan 5693 (Montag, 07. November 1932) Anmerkungen Im Lobteil der hebräischen Inschrift (Zeilen 6-10) findet sich das Akrostychon für ihren Vornamen יענטל „Jent(e)l“. Biografische…

Julia Rosenthal / Jentel Rosenthal, 08. Marcheschvan 5693 (Montag, 07. November 1932)

  • Foto: Grabstein von Julia Rosenthal / Jentel Rosenthal, 08. Marcheschvan 5693
  • Datenblatt Isidor Öhler: Grabinschrift Julia Rosenthal / Jentel Rosenthal, 08. Marcheschvan 5693


Anmerkungen

Im Lobteil der hebräischen Inschrift (Zeilen 6-10) findet sich das Akrostychon für ihren Vornamen יענטל „Jent(e)l“.


Biografische Notizen

Ehemann: Jakob Rosenthal, der zum Zeitpunkt ihres Todes ebenfalls schon verstorben war.

Sohn?: Josef Samuel Rosenthal, gest. jung am 02. Juni 1937


Update 06. 12. 2014: Es ist doch fraglich, ob Josef Samuel ihr Sohn ist, siehe siehe Kommentare zu Josef Samuel Rosenthal!


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


1 Kommentar zu Rosenthal Julia / Rosenthal Jentel – 07. November 1932

Böhm Sara – 13. Oktober 1908

Sara Böhm, 18. Tischre 5669 (Dienstag, 13. Oktober 1908) Anmerkungen Sara Böhm verstarb laut hebräischer Grabinschrift (1. Zeile) in der „Königsstadt Wien“ (בעמ וויען). Biografische Notizen Ehemann: Elieser Jakob Böhm…

Sara Böhm, 18. Tischre 5669 (Dienstag, 13. Oktober 1908)

  • Foto: Grabstein von Sara Böhm, 18. Tischre 5669
  • Datenblatt Isidor Öhler: Grabinschrift Sara Böhm, 18. Tischre 5669
    Datenblatt Isidor Öhler: Grabinschrift Sara Böhm, 18. Tischre 5669, Rückseite


Anmerkungen

Sara Böhm verstarb laut hebräischer Grabinschrift (1. Zeile) in der „Königsstadt Wien“ (בעמ וויען).


Biografische Notizen

Ehemann: Elieser Jakob Böhm


Archiv jüdischer Friedhof Mattersburg


1 Kommentar zu Böhm Sara – 13. Oktober 1908

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