Koschere Melange

The blog of the Austrian Jewish Museum - ISSN 2410-6380

Keyword: eisenstadt

Shoa-Denkmal in Eisenstadt – Einladung zum Diskurs

Background photo from the Yad Vashem Hall of Stars in the children’s memorial. (Taken from Wikimedia Commons) Ausgangssituation In Eisenstadt gibt es kein Holocaust-Denkmal. Immer wieder wird von verschiedenen Seiten…

Background photo from the Yad Vashem Hall of Stars in the children’s memorial. (Taken from Wikimedia Commons)

Ausgangssituation

In Eisenstadt gibt es kein Holocaust-Denkmal.

Immer wieder wird von verschiedenen Seiten (politische Parteien, die Kirchen (s.u. den Brief der Pfarrer), aber auch etwa die Burgenländische Forschungsgesellschaft usw.) ein Holocaust-Denkmal (!) für Eisenstadt gefordert.

Konkrete Vorschläge für ein solches Denkmal oder eine nähere Begründung für ein solches Denkmal, außer „dass es in Eisenstadt eben fehle“, sind zumindest mir nicht bekannt.

Dass die Forderungen nach einem Holocaust-Denkmal in der Landeshauptstadt Eisenstadt verstärkt in der letzten Zeit, besonders auch im Zusammenhang mit dem Ge-/Bedenkjahr 2018 gestellt wurden, ist natürlich kein Zufall. Zumal in den letzten Jahren mehrere Denk-/Mahnmale im Burgenland errichtet wurden.

Ein jüdisches Museum kann und will sich dieser Diskussion in seiner Stadt nicht entziehen, nicht zuletzt, weil ein jüdisches Museum immer auch Akteur institutionalisierten Erinnerns ist (s. dazu besonders unseren Blogartikel „Eigenarten des Erinnerns„).


Die Holocaust-Denkmäler im Burgenland ‒ Ein kurzer Überblick über die letzten Jahre

Deutschkreutz war 2012 „Vorreiter“ mit einem Denkmal in der Hauptstraße, im Oktober 2014 folgte die Einweihung einer Gedenktafel am jüdischen Friedhof in Deutschkreutz im Gedenken an die ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter. Initiator war in beiden Fällen Misrachi Österreich (Wien) bzw. namentlich Michael Feyer.

Michael Feyer war es auch, der 2017 mit seinem Verein „Wir erinnern. Begegnung mit dem jüdischen Mattersburg“ das Holocaust-Denkmal in Mattersburg präsentierte. Ein Denkmal, das sehr prominent den Brunnenplatz dominiert und das alte Denkmal am Standort der ehemaligen Synagoge sozusagen ablöste. Zur Kritik an diesem Denkmal siehe meinen Kommentar unten.

Ebenfalls 2017 wurde das Mahnmal in Kobersdorf präsentiert, das vom früheren Bürgermeister der Gemeinde, Erwin Hausensteiner, initiiert worden war. Auf dem Denkmal befinden sich, im Unterschied zu den anderen Denkmälern, auch Namen von Opfern, Adressen usw. Zwischen Ermordeten und Vertriebenen wird aber nicht unterschieden, die Liste ist zudem unvollständig.

Sehr sensibel und überlegt ging man in Frauenkirchen vor, wo auf dem Platz der ehemaligen Synagoge der „Garten der Erinnerung“ errichtet und 2016 offiziell präsentiert wurde. Die Initiative erfolgte von Dr. Herbert Brettl und dem Verein „Initiative Erinnern Frauenkirchen„. Begleitet wurde/wird die Initiative von Vorträgen und Aktivitäten.



Gemeinsam all diesen erwähnten Denk- und Mahnmalen ist zunächst die Tatsache, dass es sich um Orte handelt, in denen bisher keine ausdrückliche und spezifische Erinnerungskultur stattfand, zumindest nicht mit deutlichem Bezug zu Orten oder Plätzen im Ort, die die Funktion eines Erinnerungsortes haben. Zwar gibt es in Kobersdorf, Deutschkreutz, Mattersburg und Frauenkirchen jüdische Friedhöfe, doch wurden diese in den Orten nie wirklich aktiv und permanent in die Erinnerungsarbeit eingebunden.

Das ist auch der entscheidende Unterschied zu Eisenstadt:

  • In Eisenstadt gibt es seit 1972 unser Österreichisches Jüdisches Museum, das älteste jüdische Museum in Europa seit 1945. Es wurde im Herz des ehemaligen jüdischen Viertels, im Palais des Hoffaktors und ungarischen Landesrabbiners Samson Wertheimer, ausdrücklich als Erinnerungs- und Gedenkort an die Sieben-Gemeinden allgemein und an die ehemalige jüdische Gemeinde Eisenstadt im Besonderen gegründet!

  • Im Museum findet sich neben der Synagoge, der einzigen „living synagogue“ des heutigen Burgenlandes, am Ende der Dauerausstellung ein Gedenkraum, der dem Gedenken an die Jüdinnen und Juden der Sieben-Gemeinden gewidmet ist.

  • Das jüdische Museum hat seinen Standort im ehemaligen jüdischen Viertel, am Rande dieses Viertels befinden sich die beiden jüdischen Friedhöfe, die seit jeher intensiv in die Museumsarbeit eingebunden werden und die einzigen jüdischen Friedhöfe in Österreich sind, die vollständig aufgearbeitet und umfassend dokumentiert sind! Jeder Friedhof hat immer primär auch Gedenkcharakter!

  • Sowohl nahezu alle Touristen als auch insbesondere die etwa 200 Schulgruppen aus ganz Österreich, die jährlich das jüdische Museum, die Synagoge, das jüdische Viertel und die beiden jüdischen Friedhöfe besuchen, tun dies als „aktiven Gedenkakt“ an die Geschichte der Jüdinnen und Juden in der Stadt und der Region.

  • Seit zumindest 1992 widmet das Museum sein Hauptaugenmerk der minutiösen und akribischen Aufarbeitung der Geschichte der Jüdinnen und Juden in den Sieben-Gemeinden, vornehmlich der Jüdinnen und Juden in Eisenstadt.

  • Sämtliche Aktivitäten dieser Aufarbeitung wurden von der Stadt Eisenstadt begleitet und gefördert (Printpublikation über den jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt 1995, Outdoor-Projekt „Ver(BE)gangen“ 2012 in der Stadt Eisenstadt, vollständige Dokumentation des älteren jüdischen Friedhofes 2015 und vollständige Dokumentation des jüngeren jüdischen Friedhofes 2017‒18 sowie alle im Zusammenhang mit diesen Dokumentationen stehenden Aktivitäten und Veranstaltungen!).


Wir bevorzugen als jüdisches Museum alternative (!) Formen eines Denkmals aus nachvollziehbaren sachlichen Gründen. Oder mit anderen Worten: Bevor über ein Holocaust-Denkmal nachgedacht wird, müssen wir die Namen und Geschichten der Menschen kennen, die selbst bzw. deren Kinder und Kindeskinder heute nicht mehr in Eisenstadt sind. Diesen ersten Schritt halten wir für eine Conditio sine qua non.

Insbesondere die Aufarbeitung des jüngeren jüdischen Friedhofes hat im sogenannten Ge-/Bedenkjahr 2018 gezeigt, dass ‒ trotz intensiver Arbeit ‒ noch zu viele Fragen offen sind: Wir wissen nicht, was mit den Kindern und Kindeskindern von über 500 in Eisenstadt verstorbenen bzw. in den Sterbebüchern verzeichneten Jüdinnen und Juden geschehen ist, wir kennen viele Schicksale nicht von den im Jänner 1938 in Eisenstadt ansässigen 446 Jüdinnen und Juden.
Siehe besonders unseren Blogbeitrag: Gedenkjahr 2018ff.

Konkret bedeutet dies:

Bevor die Geschichte der Juden bzw. die jüdische Geschichte nicht so aufgearbeitet ist, dass die wichtigsten Fragen um das Schicksal der Jüdinnen und Juden dieser Stadt beantwortet werden können, macht ein „herkömmliches“ Denkmal wenig Sinn, schon alleine, weil es einer permanenten Überarbeitung dieses Denkmals bedürfte (zumindest wenn konkrete Zahlen und Namen auf dem Denkmal vermerkt sind, was wir aber ‒ in welcher Form auch immer ‒ für sinnvoll halten).

Grundsätzlich muss die Frage erlaubt sein, ob die oben zitierte Form der Denk- und Mahnmale (mit Ausnahme Frauenkirchen!) nicht längst überholt sind und ausgedient hat. Ich zitiere Michael Blumenthal, Gründungsdirektor des jüdischen Museums Berlin, der schon im Jahr 2000 (!) deutlich macht, dass

es heute längst nicht mehr reicht, „ETWAS“ zu tun, sondern dass es heute um das „WIE“ etwas geschieht, geht! Sonst droht die gesamte Arbeit zur Alibihandlung zu werden. Die althergebrachten Erinnerungsformen haben weitgehend ausgedient, sie führen heute zu Irritationen und zu Widerspruch. Eine Reduktion der Gedenk- und Erinnerungsarbeit auf das „WAS“ wird einen Gedenk-Aktionismus zur Folge haben, der noch häufig reflexartig beklatscht wird, wird aber auf jeden Fall zur Folge haben, dass die Erinnerung für viele unverständlich ist und spaltet! Sie ist nicht mehr harmonisch, die Nachfahren der Täter verstehen sie nicht, und die Nachfahren der Opfer ebenso nicht. Erinnern darf die Vergangenheit nicht bloß mumifizieren, sondern muss sie lebendig und aktuell erhalten…

W. Michael Blumenthal, Streit um die Erinnerung. Über den schwierigen Weg zu einer Ethik des Gedenkens: Der Holocaust und die Öffentlichkeit, in: Art Projects | Synagoge Stommeln | Kuntprojekte, Ostfildern-Ruit, 2000, 21ff

Wie vermeiden wir es also, dass die heimische Bevölkerung sich nach zwei Wochen am örtlichen Denk-/Mahnmal sattgesehen hat, die Touristen wenig mit dem Denkmal anfangen können und Nachfahren von Opfern im Denkmal nur einen oberflächlichen Umgang mit der sie persönlich betreffenden Geschichte ihrer Vorfahren sehen? Sind doch die meisten dieser „herkömmlichen“ Denk- und Mahnmale beliebig austauschbar, können in irgendeinem Ort aufgestellt werden, in dem einst Jüdinnen und Juden lebten, maximal der aufgedruckte Ortsname müsste ausgetauscht werden. Und selbstverständlich führt es auch zu Irritationen, wenn sich ein Denkmal nicht klar dem Verdacht einer Alibihandlung entziehen kann: entstanden nur, um „etwas“ zu tun, im schlimmsten Fall als gedenkaktionistische Form und/oder, um politisches Kleingeld zu wechseln.

Vergleichbar mit Eisenstadt ist Hohenems in Vorarlberg, wo es auch ein jüdisches Museum gibt, das sich im ehemaligen jüdischen Viertel befindet, wo es auch einen jüdischen Friedhof gibt und wo sehr viele „kleine“ Einzelheiten an die Geschichte der Hohenemser Jüdinnen und Juden erinnern (Gebäude- und Straßennamen, Stolpersteine und vor allem die permanente und lebendige Erinnerungsarbeit des Museums). Und wo es auch kein „herkömmliches“ Denk- oder Mahnmal gibt, ein solches auch derzeit gar nicht überlegt oder gefordert wird.

Es gibt also derzeit keinen Grund für Schnellschüsse, ein Denk-/Mahnmal, wie es von verschiedensten Seiten gefordert wird, umzusetzen.

Eher im Gegenteil: Es muss vor allem um eine permanente, lebendige Erinnerungsarbeit gehen, fernab von politischem Kleingeld und herkömmlichen, längst ausgedienten Erinnerungsformen, unabhängig von offiziellen Ge- und Bedenkjahren, frei vom Verdacht einer Alibiaktion.


Eine Art Conclusio sowie Ideen und Denkansätze für die Zukunft

  • Es gilt primär, die vielen offenen Fragen zu klären. Das ist ein Arbeitsprozess, der noch einige Jahre dauern, den das jüdische Museum aber mit Leidenschaft und höchster Akribie machen wird. Damit soll ein permanentes und lebendiges Erinnern gewährleistet werden. Der gesamte Arbeitsprozess wird immer wieder die Unterstützung und Einbindung der Stadt Eisenstadt benötigen (vom Matrikenamt bis hin zu finanziellen Förderungen usw.).

  • Einer der nächsten Schritte ist sicher, die schon länger mit der Stadt Eisenstadt geplante Tafel (mit Plan und Erklärungen) am jüngeren jüdischen Friedhof anzubringen (analog der Tafel am älteren jüdischen Friedhof). Auf der Tafel sollen auch die offenen Fragen angesprochen werden.

  • Begleitend zu dieser Arbeit des Museums sollte auch überlegt werden, die „Ergebnisse“ in Form von „Steinen der Erinnerung“ in der Stadt sichtbar zu machen. Auch dies wäre ein Zeichen einer permanenten, kontinuierlichen und lebendigen Gedenk- und Erinnerungsarbeit.

  • Da aber selbstverständlich auch der Vertriebenen gedacht werden soll, wäre zu überlegen, ob an einzelnen Häusern und Plätzen, oder eventuell auch mit einer zentralen Gedenktafel, in Zukunft Tafeln mit den Namen, Berufen usw. der dort früher wohnhaften Jüdinnen und Juden angebracht werden könnten. Es müssen in jedem Fall klare, richtige und nachvollziehbare Antworten gegeben werden können auf die Frage, warum es heute keine Jüdinnen und Juden in Eisenstadt gibt und was mit ihnen geschehen ist.

  • Es gibt auch schon vorbildliche Projekte, die höchsten Respekt verdienen: Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Kurzwiese in Eisenstadt entwickelten im Ge-/Bedenkjahr 2018 „Das wandernde Mahnmal – ein Projekt gegen das Vergessen„. Lebendige, persönliche und konkrete Auseinandersetzung mit der Geschichte der jüdischen Schülerinnen und Schüler, mit dem Holocaust. Der ORF-Bericht beginnt mit dem Satz „In Eisenstadt gibt es bis heute keine Gedenkstätte für Opfer der Schoah“. Gibt mir, besonders im konkreten Kontext, zu denken. Hätten Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler trotzdem dieses schöne Projekt entwickelt, wenn es ein solches Denkmal gäbe in Eisenstadt? „Müssen“ sich Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler in Frauenkirchen, Kobersdorf, Deutschkreutz und Mattersburg nicht so intensiv mit der Geschichte jüdischer Schülerinnen und Schüler auseinandersetzen, weil es schon ein Denkmal im Ort gibt?

  • Selbstverständlich „verschließt“ sich unser Museum einem Holocaust-Denkmal nicht a priori. So wäre für uns grundsätzlich vorstellbar, dass eine Idee für ein wirklich überlegtes, sensibel gemachtes, künstlerisch hochwertiges und nicht beliebig „austauschbares“ Denkmal einen Denkprozess für eine Gestaltung in Gang setzen könnte (vorausgesetzt, es stimmen die o.g. Parameter. Will heißen, dass es beim „Wording“ beginnt „Shoa-Denkmal“ und nicht „Holocaust-Denkmal“, dass dieses Denkmal der vertriebenen und ermordeten Juden Eisenstadts gedenkt, aber eben nicht ein Denkmal für Juden, Sinti, Roma, dass wir seriöse Zahlen und Namen haben…).
    Die lebendige und permanente Gedenk- und Erinnerungsarbeit kann aber ohnehin kein Denkmal ersetzen.


6 Kommentare zu Shoa-Denkmal in Eisenstadt – Einladung zum Diskurs

Die Tränen und Freuden der Hanna

Bedenken und Bekennen der christlichen Kirchen zum Gedenkjahr 1938 – 2018 Ende Oktober / Anfang November 1938 meldete die Israelitische Kultusgemeinde Wien, dass es im Burgenland keine jüdischen Gemeinden, keine…

Bedenken und Bekennen der christlichen Kirchen zum Gedenkjahr 1938 – 2018

Ende Oktober / Anfang November 1938 meldete die Israelitische Kultusgemeinde Wien, dass es im Burgenland keine jüdischen Gemeinden, keine Juden mehr gibt.
Die burgenländischen Juden hatten den sogenannten Anschluss Österreichs im März 1938 schneller und brutaler zu spüren bekommen als die Juden in den anderen Bundesländern. Buchstäblich über Nacht waren sie ausgewiesen und vertrieben worden.

Fast auf den Tag genau nach 80 Jahren fand am Dienstag, 30. Oktober 2018 um 17 Uhr in der Synagoge in unserem Museum die Be- und Gedenkveranstaltung der christlichen Kirchen zum Gedenkjahr 1938 – 2018 statt.
Im allerkleinsten Kreis beteten und sprachen Diözesanbischof Dr. Ägidius Zsifkovics, Superintendent Mag. Manfred Koch und Oberrabbiner Arie Folger, MBA. Kantor Rami Langer sang u.a. „El Male Rachamim“.

Sowohl Bischof Zsifkovics als auch Superintendent Koch formulierten in ihren Ansprachen deutlich ihre Betroffenheit sowohl über das „unaussprechliche Leid so vieler Menschen, aber auch Betroffenheit darüber, dass unsere christlichen Kirchen und ihre Mitglieder so viel schuldig geblieben sind. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, haben katholische wie evangelische Christen sowohl in Österreich, auch im Burgenland, … zum Schicksal der Juden weithin geschwiegen, obwohl sie geahnt, wenn nicht sogar gewusst haben, was mit ihren Mitmenschen geschieht…“

Oberrabbiner Folger betonte, dass er gerne zu dieser Gedenkveranstaltung gekommen ist, vor allem auch, weil dadurch die seit geraumer Zeit stattfindenden internationalen Bemühungen auf lokaler Ebene zum Ausdruck gebracht und realisiert werden können. Die kleine jüdische Gemeinde in Österreich, so Folger, braucht Partner ‒ wie die Kirchen oder unser Museum ‒, die gegen Judenfeindlichkeit und Antisemitismus auftreten.

Danach überreichten Bischof und Superintendent dem Herrn Oberrabbiner einen ökumenischen Hirtenbrief aus Anlass der Novemberpogrome vor 80 Jahren:

Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics und Superintendent Manfred Koch überreichen Oberrabbiner Arie Folger den ökumenischen Hirtenbrief

Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics und Superintendent Manfred Koch überreichen Oberrabbiner Arie Folger den ökumenischen Hirtenbrief

Gegen ein Schweigen, das zum Himmel schreit.

Wenn Christen von sich sagen dürfen, Mitarbeiter im Reich Gottes zu sein, so heißt das nicht, eine Auswahl zu treffen, wer sonst noch dazu gehört und wer nicht.

Der Hirtenbrief umfasst sechs Seiten, am Schluss die dringende Empfehlung:

Dieser Ökumenische Hirtenbrief möge am 10. oder 11. November 2018 in allen katholischen und evangelischen Pfarren des Burgenlandes zur Gänze oder in Auszügen verlesen werden.

Download (pdf) des Hirtenbriefes auf der Website der Diözese Eisenstadt.

Dort siehe auch „Zsifkovics und Koch gegen ‚Unkultur des Schweigens‘„.

Danke ORF Burgenland für den Bericht online und im TV (ORF-Mediathek).


1 comment zu Die Tränen und Freuden der Hanna

Rosh Hashanah 5779

English version, see below Erev Rosh Hashanah Today. We wish all readers of our Kosher Melange a happy and healthy new year 5779th שנה טובה ומתוקה, כתיבה וחתימה ...

English version, see below

Today, Erev Rosh Hashanah. We wish all readers of our Kosher Melange a happy and healthy new year 5779th

Happy new year, good writing and signature!

Rosh Hashanah to 5776 (2015), we could leave our big project for older Jewish cemeteryTo Rosch Haschanah 5778 (2017) for the younger Jewish cemetery finish of Eisenstadt.

Commemorative Year 2018th

The Family Gellis ...

Just in time for Rosh Hashanah 5779, the birth, marriage and Sterbematriken of Eisenstadt are (currently Geburtsmatriken of data protection only until 1918) went from 1895 to 1938 online.

It is - as especially in this anniversary year - too much theory and generally about Jews, the spoken "Connection" and the Holocaust. The result is produced not only by empty words arbitrariness, but the Shoah threatens often well aware intended, thereby losing their singularity.

Indexes are not only a tremendous help for all genealogically interested and simply one of the indispensable necessities of an efficient and serious historical analysis of the history of the Jews, but the indices to write means above all - much of our work on the Jewish cemeteries - the Jews much more they reproduce their names and beyond their story.

Even when writing the Eisenstadt Matrikenindizes we were confronted with stories that often go to the substance:

On June 11, 1938 at a time when the Nazis had long since begun to evacuate the Jews from Eisenstadt and other Jewish communities of today's Burgenland, committed an unemployed shoemaker's assistant Samuel (Schmuli) Gellis 54 years suicide, he hanged himself.
His slightly older sister Therese married in 1904 Bernhard Simon. The couple had three children.
Therese Simon was transported on 06 February 1942 to Riga murdered in the Shoah. Her husband Bernhard Simon was transported on 23 October 1941 in the Lodz ghetto and also murdered.
What happened to the older sister of Samuel Gelli, Gisela, and his younger sister Pauline and whether they survived the Shoah, we unfortunately do not know.

Both parents of Samuel Gelli and his sisters, father Abraham Gellis, D. 1919, and mother Josefine Gelli born, Rosenthal, D. 1925, are also buried in the Jewish cemetery of younger Eisenstadt.

On the younger Jewish cemetery we find the graves of grandfathers and the grandmotherSamuel Gelli and his three sisters:Bernhard Gellis, D. 1887, and Franziska Gelli born, straw, gest. 1905.

And on the older Jewish cemetery in Eisenstadt are the great-grandfather, Moses, Elijah Gellis, D. 1865, the great-grandmother, Amalia Gelli born, Schischa, D. 1868, and the Ururgroßvater, Jakob Gellis, D. 1858, and the great-grandmother, Gütel Chaja Gellis, D. 1843, buried.

The great grandfather, Jakob Gellis is described in the Hebrew grave inscription as a distinguished and Torah scholar.

Also on the older Jewish cemetery, the graves of the find great-grandfathers and the great grandmother maternal: Jakob straw, D. 1856, and Rösel straw, gest. 1866.

Five generations of family Gelli. 220 years lived, lived, and the family Gelli worked safely and satisfied in Eisenstadt.
Until the 1938th




Wishing you all

Happy New Year and good Signature

filled with good health and happiness!


At Rosh haShana 5776 (2015) we could finish our project „Localizing the Graves in Eisenstadt's Older Jewish Cemetery„, at Rosh haShana 5778 (2017) we were able to complete the project on the younger Jewish Cemetery of Eisenstadt.

The Commemorative Year 2018.

The Gellis family…

Just in time for Rosh haShana 5779 we could publish the indices for the birth-, marriage- and death records of Eisenstadt 1895 – 1938.

There is – especially in the commemorative year – often too theoretical talk about the Jews, the „Anschluss“ and the Holocaust. As a result the Shoa is threatened to lose its singularity.

Indices are not only a tremendous help to anyone interested in genealogy, but writing indices is – similar to our work on the Jewish Cemeteries – above all about giving back jews their names and their history.

Even when writing the Eisenstadt indices, we were confronted with touching stories.

On June 11, 1938, at a time when the Nazis had long begun to deport the Jews from Eisenstadt and all other Jewish Communities of today's Burgenland, the unemployed shoemaker's assistant Samuel (Schmuli) Gellis committed suicide.

His slightly older sister Therese married Bernhard Simon in 1904. The couple had three children. Both Therese and Bernhard Simon were murdered in the Shoa.

Unfortunately we don't know, what happened to the older sister of Samuel Gellis, Gisela, and his younger sister Pauline, and whether they survived the Shoa.

Both parents of Samuel Gellis and his sisters, their father Abraham Gellis, died 1919, and their mother Josefine Gellis, nee Rosenthal, died 1925, are also buried at the younger Jewish Cemetery of Eisenstadt.

There we too find the graves of the grandparents of Samuel Gellis: his grandfather Bernhard Gellis, died 1887, and his grandmother Franziska Gelli, nee straw, died 1905.

At the older Jewish Cemetery of Eisenstadt are buried the great-grandfather Moses, Elijah Gellis, died 1865, the great-grandmother Gellis Amalia, nee Shisha, died 1868, the great-great-grandfather Jakob Gellis, died 1858, and the great-great-grandmother Gütel Chaja Gellis, died 1843.

The great-great-grandfather Jakob Gellis is described in the Hebrew grave inscription as a distinguished man and Torah scholar.

Also at the older Jewish Cemetery we find the graves of the maternal great-grandfather and great-grandmother: Jakob straw, died 1856, and Rösel straw, died 1866.

Five generations of the Gellis family. For 220 years they stayed, lived and worked safely and contentedly.
Until 1938.



1 comment Rosh Hashanah to 5779

Thank you

A very big thank you to the Eisenstadt, their mayor Mag. Thomas Steiner and especially to Josef Kornfeld and his two employees and Thomas Bernhard from the municipal building yard Eisenstadt, ...

A very big thank you to the Eisenstadt, their mayor Mag Thomas Steiner and especially to Josef Kornfeld and his two employees and Thomas Bernhard from the municipal building yard Eisenstadt to us today -. A again - and have helped tremendously in over 30 degree heat!

In the course of digital acquisition of the younger Jewish cemetery in Eisenstadt 2017 showed that almost a third of the grave stones were toppled and often broken. Half of which had sunk into the ground or lay, often in several parts, even in other places in the cemetery. Many of the Hebrew grave inscriptions were no longer legible, many of the grave stones were sunk shortly completely in the ground and have been virtually untraceable.

It was to save order of the day, in fact, what can still be saved: After detection and classification of the grave stones, the stones had now established, be returned to their original locations and at least positioned so that the inscriptions are legible and the grave stones not damaged further.

Since most grave stones weighing several hundred kilos, of course, was not to think about a job on their own initiative. And it may be repeated: We still do not find it for granted and are really happy that the Eisenstadt does this so valuable contribution to the restoration of the cemetery, a work the way that goes far beyond all closed contracts and obligations!
(The Green Monster vehicle that I call down "heavy equipment", incidentally, is called "Telescopic handlers" as I learned today).

Not least because it is also in this work one of the most important mitzvot, the "Kavod Hamet", respect and protect the dignity of the dead.

Work on the younger Jewish cemetery is, however, continues: Some stones have yet to be established, because the space for the large telescopic loader was too tight now and we are working hard on in the creation of QR codes for each grave stone as well as permanent additions and corrections the digital version. We will keep you posted ...

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