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	<title>Koschere Melange</title>
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	<description>Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums</description>
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		<title>Tipp der Woche &#8211; Fahrt ins Blaue</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 07:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tipp der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Richard Berczeller ist den treuen Blogleserinnen/-lesern kein Unbekannter mehr. Vor über einem Jahr portätierte ihn unser Gastautor Dr. Günter Unger in seinem Beitrag: Begnadeter Überlebenskünstler / Zaungast der Politik. Nun sind erstmals 10 Geschichten Berczellers aus dem New Yorker ins Deutsche übersetzt in Buchform erschienen. Präsentiert wird das Buch &#8220;Fahrt ins Blaue&#8221; am kommenden Freitag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Richard Berczeller ist den treuen Blogleserinnen/-lesern kein Unbekannter mehr. Vor über einem Jahr portätierte ihn unser Gastautor Dr. Günter Unger in seinem Beitrag: <a href="http://www.ojm.at/blog/2011/01/11/begnadeter-ueberlebenskunstler-zaungast-der-politik/" title="Interner Link zum Beitrag vom 11.01.2011">Begnadeter Überlebenskünstler / Zaungast der Politik</a>. </p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[080512]" title="Buchcover 'Fahrt ins Blaue'" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/fahrtiBGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/fahrtiB.jpg" width="280" height="451" alt="Buchcover 'Fahrt ins Blaue'" /></a></p>
</div>
<p>Nun sind erstmals 10 Geschichten Berczellers aus dem New Yorker ins Deutsche übersetzt in Buchform erschienen. Präsentiert wird das Buch &#8220;Fahrt ins Blaue&#8221; am kommenden Freitag im Funksalon des ORF Funkhauses Eisenstadt (<a title="Nach unten" href="#det">s.u. die Details</a>).</p>
<p>In der ersten Geschichte des gleichnamigen Buches &#8220;Fahrt ins Blaue&#8221; erzählt Berczeller vom letzten Schrei der 1930er-Jahre, als die so gut wie bankrotten österreichischen Bundesbahnen auf die Idee kamen, den Personenverkehr mit Sonntagsausflügen anzukurbeln. Der Start dieser Reisen war jeweils am Wiener Westbahnhof, das Ziel war unbekannt und eine Überraschung für die Reisenden. Das Interesse war groß, das Geschäft boomte, Fahrkarten war schwer zu bekommen. </p>
<p>Die beiden feschen Brüder aus dem jüdischen Viertel Eisenstadt, Otto und Bruno, hatten ein halbes Jahr für ihre Fahrt ins Blaue gespart. Endlich war es so weit, mit neuen schwarzen Anzügen und weißen Seidenhemden machten sie sich nach Wien auf, um die Reise ins Unbekannt anzutreten. Eineinhalb Stunden später hörten sie die Klänge einer Musikkapelle. Die Rollos wurden hochgezogen und sie blicken nach draußen. Sie waren in Eisenstadt!</p>
<p>Die beiden waren schwer blamiert, sie wurden zum Gespött der ganzen Stadt &#8230; Auf ihren Anspruch, die Rückreise nach Wien zu konsumieren, verzichteten sie selbstverständlich.</p>
<p>Am Schluss der Geschichte erzählt Berczeller, dass er ein Jahr nach dem Krieg in der Ambulanz des Beth Israel Hospitals in New York einen alten Mann traf, der ihn erkannte und mit dem er ins Gespräch kam. Unweigerlich kamen die beiden auf die feschen Brüder Bruno und Otto zu sprechen – wusste er etwas von ihnen?</p>
<blockquote><p>Ja, das tat er. Er war mit ihnen in Montauban interniert gewesen und wusste auch, was aus ihnen geworden war. Eines Tages sah er, wie sie gemeinsam mit anderen in einen der Güterwaggone nach Auschwitz verfrachtet wurden. Als die SS-Truppen die Eisentüren zuschoben, um sie einzuschließen, hörte er Bruno zu Otto sagen: &#8220;Wieder so eine Fahrt ins Blaue.&#8221;</p></blockquote>
<p>Richard Berczellers Geschichten sind stark anekdotenhaft und das sollte man immer im Hinterkopf haben beim Lesen. Sieht man in den Geschichten zeithistorische Dokumente, würde man unweigerlich Opfer eine Reihe von Fehlern, ungenauen Erinnerungen und manchmal schlicht falscher Tatsachen werden (selbstverständlich gab es zur Zeit von Bruno und Otto keine mittelalterliche Synagoge im jüdischen Viertel von Eisenstadt &#8230;). Was allerdings dann vielleicht nicht ganz unproblematisch sein kann, wenn der anekdotenhafte und atmosphärische Charakter der Geschichte (nahezu gänzlich) verloren geht:  Beispiel Lackenbach, Seite 136f:</p>
<blockquote><p>Ich wusste noch genau, wo der Friedhof lag – an einem schmalen Pfad, der hinter der Synagoge in der Judengasse den Hang hinaufstieg. Von dem Ort in meiner Erinnerung war aber nichts mehr übrig. Die jüdischen Namen über den Geschäften in der Judengasse waren verschwunden; die geduckte düstere Synagoge war dem Erdboden gleichgemacht; und der schmale Pfad dahinter war zu einer Straße ausgebaut worden. Vom Friedhof war nichts zu sehen. Meine Frau und ich liefen die Gasse auf und ab, ohne ihn ausfindig zu machen, bis ich mich schließlich an einen alten Mann wandte, der in der Sonne saß, und ihn nach dem &#8220;Judenfriedhof&#8221; fragte. Er zeigte darauf. Auf dem kleinen Platz vor dem Friedhofseingang stand jetzt ein Haus, das ihn vollständig verdeckte. Der alte Mann führte uns durch einen Gemüsegarten und danach über einen Hof, in dem Hühner herumliefen und Maiskörner pickten. Endlich standen wir vor dem verrosteten Tor.<br />
&#8230;</p></blockquote>
<p>Über den Umgang Lackenbachs mit seiner jüdischen Vergangenheit könnte man viel Trauriges und Beschämendes sagen und schreiben. Der jüdische Friedhof von Lackenbach aber ist der größte jüdische Friedhof auf dem Gebiet des heutigen Burgenlandes, mit über 1.700 Grabsteinen. Fährt man die Straße hinter der Kirche, wo einst der schmale Weg führte, bergauf, kann der jüdische Friedhof nicht übersehen werden. Streng genommen hat er 2 Eingänge, die auch nicht zu übersehen sind. Das war auch die Situation im Sommer 1963, als Richard Berczeller den Ort besuchte.</p>
<p>Aber lassen wir Richard Berczellers Sohn, Peter Berczeller, zu Wort kommen, der die Literatur seines Vaters im Nachwort des Buches auf den Punkt bringt:</p>
<blockquote><p>Richard Berczeller war vor allen Dingen ein Geschichten- und Anekdotenerzähler; einer, der in der Tradition der Männer und Frauen erzählte, die seit Menschengedenken auf den von Rauch durchzogenen Märkten auf ihr Publikum warteten und es für ein paar Groschen mit erfundenen Geschichten in ihren Bann zogen, denen sie manchmal auch ein paar Fakten beimischten &#8230;</p></blockquote>
<p>In der Geschichte &#8220;Sodom und Gomorrha&#8221; erzählt der Arzt Dr. Richard Berczeller von seiner anderen großen Leidenschaft, der Schauspielerei, mit der er schon versuchte, sein Studium zu finanzieren. Im April 1923 kam das Stummfilm-Epos &#8220;Sodom und Gomorrha&#8221; in die Kinos in Wien. Berczeller als Lot in einer Hauptrolle ist heute noch auf YouTube zu bewundern:</p>
<div class="centered">
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</div>
<p class="tippCB"><a id="det" name="det"></a>Richard Berczeller Buchpräsentation<br />
im Funksalon<br />
<strong>Fahrt ins Blaue und andere Geschichten aus dem &#8220;New Yorker&#8221;</strong><br />
In Kooperation mit dem Literaturhaus Mattersburg</p>
<p class="tippC"><strong>Am Freitag, 11. Mai 2012, 19.30 Uhr<br />
Ort: ORF Funkhaus Eisenstadt, Buchgraben 51, 7000 Eisenstadt</strong><br />
Der Eintritt ist frei.</p>
<p class="tippC">Im Funksalon erzählt Sohn Peter Berczeller von Fabulierlust und Sehnsucht. Zu Gast ist außer meiner Wenigkeit noch der Journalist Wolfgang Weisgram. Aus Richard Berczellers Texten liest Georg Kusztrich. Die Poesie der Geschichten ergründet Karin Schäfer mit ihrem Figurentheater.</p>
<p class="tippC">Um Antwort (bei Zusage) wird gebeten:<br />
Teleon 02682 700-27211<br />
<span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span>: <a href="mailto:direktion.bgld@ORF.at">direktion.bgld@ORF.at</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild und Tipp der Woche &#8211; Hermann Leopoldi</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2012/04/29/bild-und-tipp-der-woche-hermann-leopoldi/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 06:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tipp der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Die drei Wien des Hermann Leopoldi&#8221; &#8211; Ausstellung in der Wienbibliothek (im Rathaus) &#8230; Wir haben so wie die Schweiz Auch im Wappen ein Kreuz. Schaust du dir das Kreuz genauer an, ist oft ein Hackerl dran. O Hackenkreuz, o Hackenkreuz Was machst du für Gezeter? [nach "O Tannenbaum"] &#8230; Das offene Ansprechen von Hakenkreuzen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>&#8220;Die drei Wien des Hermann Leopoldi&#8221; &#8211; Ausstellung in der Wienbibliothek (im Rathaus)</h3>
<blockquote><p>&#8230; Wir haben so wie die Schweiz<br />
Auch im Wappen ein Kreuz.<br />
Schaust du dir das Kreuz genauer an,<br />
ist oft ein Hackerl dran.<br />
O Hackenkreuz, o Hackenkreuz<br />
Was machst du für Gezeter? [nach "O Tannenbaum"]<br />
&#8230;</p>
<p>Das offene Ansprechen von Hakenkreuzen (hier &#8220;Hackenkreuze&#8221;) und nationalsozialistischem Antisemitismus ist einmalig in Leopoldis Liedern. 1924 konnte man sich über die Nationalsozialisten als eine unbedeutende politische Splittergruppe noch lustig machen &#8230;
</p></blockquote>
<p><cite>Traska, a.a.O., 129</cite></p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[290412]" title="Ausstellung 'Die drei Wien des Hermann Leopoldi'"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/leopoldiGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/leopoldi.jpg" width="550" height="367" alt="Ausstellung 'Die drei Wien des Hermann Leopoldi'" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Noch bis 4. Oktober 2012 haben Sie die Möglichkeit, die sehr feine Ausstellung über den großen Komponisten und Interpreten des Wienerliedes, Hermann Leopoldi, geboren als Hersch Kohn am 15. August 1888, zu sehen. In der Ausstellung sehen Sie nicht nur sehr viele Fotos, Plakate und Dokumente, sondern können auch Audiobeispiele genießen!</p>
<p>Zur Ausstellung ist ein wunderbares, penibel recherchiertes Buch erschienen, das wir Ihnen ebenfalls sehr empfehlen dürfen:</p>
<p><strong><em>Georg Traska, Christoph Lind (Hg.), Hermann Leopoldi, Hersch Kohn. Eine Biographie, Wien 2012.</em><br />
</strong></p>
<p>Beigebunden ist eine CD mit Hermann Leopoldis Liedern, von den &#8220;Meidlinger Buam&#8221; über &#8220;G&#8217;schichten aus dem Wienerwald&#8221; und &#8220;There Is a Little Cafe Down the Street&#8221; bis hin zum Buchwälder Marsch.</p>
<p>Informationen zur Ausstellung (Öffnungszeiten <abbr>etc.</abbr>) sowie ein Hörbeispiel können Sie <a href="http://www.wien.gv.at/kultur/wienbibliothek/ausstellungen/index.html" title="Externer Link zu 'wien.gv.at...'">hier downloaden</a>!</p>
<p>Am 22./23. September 1938 wurde Hermann Leopoldi von Dachau ins KZ Buchenwald überstellt. Dort entsteht eines seiner wohl bekanntesten Lieder, &#8220;das Lied von Buchenwald&#8221;, dessen Text von Fritz Beda-Löhner stammt:</p>
<blockquote><p>Oh Buchenwald, ich kann Dich nicht vergessen,<br />
Weil Du mein Schicksal bist.<br />
Wer dich verließ, der kann es erst ermessen,<br />
Wie wundervoll die Freiheit ist.<br />
Doch Buchenwald, wir jammern nicht und klagen,<br />
Und was auch unsre Zukunft sei:<br />
Wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen,<br />
Denn einmal kommt der Tag, da sind wir frei!</p></blockquote>
<p><cite>Refrain des &#8220;Buchenwälder Marschs&#8221;</cite></p>
<p class="tipp">Das kleine Bild, rechts oben im Teaser zum Blogpost, ist ein Bildausschnitt und stammt ebenfalls aus dem Buch Traska, a.a.O., 148.</p>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2012/04/04/bilder-der-woche-die-venezianische-haggada/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild">  Bild der Woche &#8220;Die Venezianische Haggada&#8221;</a>&nbsp;
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Koschere Kur &#8211; judenfreie Kur</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2012/04/18/koschere-kur-judenfreie-kur/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 07:21:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[bad tatzmannsdorf]]></category>
		<category><![CDATA[koscher]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn es darum geht, politisch-gesellschaftliche Entwicklungen zu fassen zu bekommen, lohnt es bisweilen, neben den nackten Daten und Fakten, auch Beispiele aus der Alltagskultur, etwa: aus der Werbung, beizuziehen – wie das folgende, aus den 1930er Jahren: Der burgenländische Kurort Bad Tatzmannsdorf, (bis) heute bekannt für Thermalwasser, Heilmoor etc., machte schon in den 30ern per [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es darum geht, politisch-gesellschaftliche Entwicklungen zu fassen zu bekommen, lohnt es bisweilen, neben den nackten Daten und Fakten, auch Beispiele aus der Alltagskultur, etwa: aus der Werbung, beizuziehen – wie das folgende, aus den 1930er Jahren: </p>
<p>Der burgenländische Kurort <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Tatzmannsdorf" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Bad Tatzmannsdorf</a>, (bis) heute bekannt für <a href="http://www.kuren.at/kuren-at/seiten/kur/kur.php" title="Externer Link zu 'kuren.at...'">Thermalwasser, Heilmoor</a> etc., machte schon in den 30ern per Print-Inserat auf seine Vorzüge aufmerksam. Explizit umworben wurde dabei auch die (observante) jüdische Klientel, wie diese Anzeige in der „Jüdischen Wochenschrift Die Wahrheit“ aus 1935 belegt:</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/bt01.jpg" width="550" height="340" alt="Werbeeinschaltung in 'Die Wahrheit' 1935" class="centered" /></p>
<p><cite>Aus: Jüdische Wochenschrift Die Wahrheit, Jg. 51, Nr. 26, 28.6.1935 (u.a.), S. 3 (im Volltext online auf bzw. entnommen aus <a href="http://www.compactmemory.de" title="Externer Link zu 'compactmemory.de...'">compactmemory.de</a>)</cite></p>
<p>Potentiellen jüdischen Gästen werden dabei nicht nur diverse Bade-Freuden in Aussicht gestellt – auch für das religiöse Wohl scheint hinreichend gesorgt, immerhin hat das &#8220;Herz- und Frauenheilbad Tatzmannsdorf&#8221;, wie im Inserat eigens erwähnt, auch &#8220;zwei rituelle [sprich: koschere] Restaurants&#8221; zu bieten.  </p>
<p>Ähnliche Werbeeinschaltungen finden sich in der &#8220;Wahrheit&#8221; noch im Sommer 1937.</p>
<p>12 Monate später, im Sommer 1938, hatte sich die Werbelinie merklich gewandelt – das folgende Tatzmannsdorf-Inserat stammt aus der Wochenzeitung &#8220;Grenzmark Burgenland&#8221;, herausgegeben von Burgenlands Nazi-Landeshauptmann <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tobias_Portschy" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Tobias Portschy</a>.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[180412]" title="Antijüdische Werbeeinschaltung 1938"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/bt02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/bt02.jpg" width="550" height="111" alt="Antijüdische Werbeeinschaltung 1938" /></a></p>
</div>
<p><cite>&#8220;Juden werden nicht aufgenommen&#8221; – aus: Grenzmark Burgenland, F. 23, 7.8.1938 (u.a.), S. 11</cite></p>
<p class="tipp"><em>Entdeckt bzw. erstmals zusammengestellt wurden die beiden Anzeigen von Sabine Lichtenberger, in der Arbeit: &#8220;Es war meine Heimat, das Burgenland&#8221;. Geschichte und Kultur des burgenländischen Judentums mit besonderer Berücksichtigung der Jahre 1921-1938. Dipl. Wien 1996. S. 179-182.</em> </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bilder der Woche &#8211; Die Venezianische Haggada</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2012/04/04/bilder-der-woche-die-venezianische-haggada/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 06:59:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[pesach]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Pesachfest 5772 Im Jahr 1609 entschloss sich der in der Nähe von Padua geborene Israel ben Daniel Zifroni eine völlig neu gestaltete Pesach-Haggada herauszugeben. Ganz offensichtlich selbst nach einem langen Berufsleben mit entsprechendem Bildmaterial und künstlerischen Ausstattungen bestens vertraut, mangelte es Zifroni aber auch nicht an Selbstbewusstsein. Denn unter den Titel schrieb er: Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Zum Pesachfest 5772</h3>
<p>Im Jahr 1609 entschloss sich der in der Nähe von Padua geborene Israel ben Daniel Zifroni eine völlig neu gestaltete Pesach-Haggada herauszugeben. Ganz offensichtlich selbst nach einem langen Berufsleben mit entsprechendem Bildmaterial und künstlerischen Ausstattungen bestens vertraut, mangelte es Zifroni aber auch nicht an Selbstbewusstsein. Denn unter den Titel schrieb er:</p>
<blockquote><p>Die Gestaltung jeder einzelnen Seite ist eine neue Erfindung. Der ganze Text der Haggada wurde mit Bibelszenen illustriert, damit ganz Israel all die wunderbaren Dinge sehe und verstehe, die sich die Väter nicht hatten träumen lassen.</p></blockquote>
<p>Und setzte noch drauf in Hinblick auf seine eigene Person:</p>
<blockquote><p>Burschen und Mädchen, Greise und Jünglinge, preiset den Namen des Herrn, der mich dazu veranlasst hat, mich, den Zifroni, eine derartige Pracht herauszugeben.</p></blockquote>
<p>Nun, bei allem Respekt, ganz so neu, wie er schreibt, ist freilich nicht alles in der Venezianischen Haggada. Wir finden mehrere geläufige Bildinterpretationen und Übernahmen von illustrierten Bilddrucken, aber tatsächlich wurde auch eine beachtliche Zahl von Bildern wirklich ganz neu geschaffen. So etwa die Architekturumrahmung der einzelnen Seiten; jede Seite ist von zwei Säulen eingerahmt, die einen Giebel tragen, wodurch ein sehr monumentaler Eindruck entsteht.</p>
<p>Eine weitgehend neue und sehr phantasievolle Illustrierung finden wir auch auf Seite 15 der Haggada:</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[030412]" title="Venezianische Haggada, 1629, Seite 15"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/venezHagGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/venezHag.jpg" width="550" height="412" alt="Venezianische Haggada, 1629, Seite 15" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Über dem Bild eine Art Überschrift in deutscher Sprache, in Raschi-Schrift geschrieben:</p>
<blockquote><p>Wie die Weiber haben sich gespiegelt mit ihren Mannen.<br />
und unter den Apfelboim sein sie kumen zusammen.
</p></blockquote>
<p>Beim Bild handelt es sich – grundsätzlich &#8211; um die Illustrierung jenes Textes in der Pesach-Haggada, der den Propheten  Ezechiel zitiert und dessen Wort sozusagen als Metapher für die Vermehrung der Israeliten in Ägypten anführt (der hebräische Text ist unter dem Bild zu sehen):</p>
<blockquote><p><strong>Zahlreich</strong> &#8211; wie es heißt (Ezechiel 16:7):<br />
Zahlreich wie die Pflanzen des Feldes habe Ich dich gemacht, vermehrt hast du dich und bist groß geworden und bist gekommen in feinstem Schmuck, Brüste reiften und dein Haar spross – doch du warst nackt und bloß.</p></blockquote>
<p>Die Venezianische Haggada zeigt aber nicht – etwa wie die Mantua-Haggada (1560 u. 1568) &#8211; eine nackte vollbusige Frau mit langem wirrem Haar, sondern <strong>3 Einzelszenen</strong> in einem Bildrahmen am oberen Seitenrand. Und diese wollen wir uns genauer ansehen:</p>
<p>Wir beginnen </p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/venezHagL.jpg" width="225" height="253" alt="Linkes Bild der Illustration" /></p>
</div>
<p><strong>Links:</strong> Unter einem Apfelbaum sitzen ein Mann und eine Frau, die in einen Spiegel schauen.  Die Anregung zu allen drei Bildern stammt aus der rabbinischen Tradition (siehe v.a.  Sota 11b; Exodus rabba 1,7.12; Tanchuma Pequde 9), die berichtet, dass die Israeliten, die in Ägypten Zwangsarbeit verrichten mussten, nicht zu Hause schlafen durften, um ihren Frauen nicht beizuwohnen und Nachkommen zeugen zu können. Aber die Frauen gingen zu ihren Männern auf die Felder und brachten ihnen kleine Fische zum Essen. Nach dem Essen nahmen die Frauen ihre Spiegel und schauten gemeinsam mit ihren Männern hinein. Durch die erotische Anregung schwanger geworden kehrten sie zurück nach Hause. Zur Geburt gingen sie aber wieder auf das Feld hinaus und gebaren unter dem Apfelbaum, wie es im Hohelied 8,5 heißt:</p>
<blockquote><p>Unter dem Apfelbaum hab ich dich geweckt, dort, wo deine Mutter dich empfing, wo deine Gebärerin in Wehen lag.
</p></blockquote>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/venezHagM.jpg" width="225" height="323" alt="Mittleres Bild der Illustration" class="centered" /></p>
<p><strong>Mitte:</strong> Das mittlere Bild bezieht sich direkt auf den Haggada-Text davor (also vor dem Ezechielzitat, s.o.):</p>
<blockquote><p><strong>Groß und stark: </strong>wie es heißt in Ex 1,7:<br />
Aber die Söhne Israels waren fruchtbar, sodass das Land von ihnen wimmelte. Sie vermehrten sich und wurden überaus stark; sie bevölkerten das Land.
</p></blockquote>
<p>Um die Illustration zu verstehen, müssen wir den Pentateuchkommentar des Raschi (Rabbi Schlomo ben Jitzchaq, 1040-1105) heranziehen, der sich auf die 6 Worte bezieht, die in diesem Bibelvers die Fruchtbarkeit der Israeliten beschreiben:</p>
<blockquote><p>Und <strong>wimmelten</strong>, sie gebaren sechs in EINEM Mutterschoß (also bei einer Schwangerschaft).</p></blockquote>
<p>Die Darstellung der sechs gleich großen Kinder, die sich um die Mutter scharen,  bezieht sich also auf die Interpretation Raschis. Die Bildvorlage selbst dürfte Zifroni von der Bilderbibel des Moses dal Castellazzo, fol. 71 genommen haben:</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/castellazzo.jpg" width="444" height="686" alt="Bilderbibel des Moses dal Castellazzo, fol. 71" class="centered" /></p>
<p class="centered">Bilderbibel. Warschau, Jüdisches historisches Institut, Codex 1164. Oberitalien, Kopie einer Holzschnittfolge des Moses dal Castellazzo (ca. 1520) aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts.<br />
Fol. 71: Vermehrung der Israeliten in Ägypten: Jede Mutter hat sechs Kinder (s.o.).</p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/venezHagR.jpg" width="225" height="358" alt="Rechtes Bild der Illustration" /></p>
</div>
<p><strong>Rechts:</strong><br />
Die Ägypter wollten die neugeborenen israelitischen Kinder töten, doch die Erde verschlang sie schützend. Nachher aber kamen sie wie Pflanzen wieder aus der Erde hervor. Daher finden sich in der Illustration die Blumen vor den Kindern!</p>
<p>Dieses dritte Bild ganz rechts basiert wieder auf dem eingangs zitierten Prophetenwort Ezechiel 16,7:</p>
<p><em>&#8220;Zahlreich wie die Pflanzen auf dem Felde habe ich dich gemacht &#8230;&#8221;</em></p>
<p><br class="clear" /></p>
<p><em>Anmerkung:</em> Nur der Genauigkeit halber sei hier kurz angemerkt, dass für die obige Beschreibung nicht der Druck (der Venezianischen Haggada) von 1609 (Bodleian Library in Oxford, Ms. Opp. Add. Fol. III, 468), sondern die Faksimileausgabe für den Druck von 1629, Bne Brak 1975 mit einer Einleitung von Bezalel Narkiss, herangezogen wurde. In der Ausgabe von 1609 wäre die besprochene Illustration auf Seite 14 zu finden.<br />
Die beiden Ausgaben unterscheiden sich marginal, <abbr>u.a.</abbr> in der Paginierung um eine Seite. In beiden Ausgaben aber wird auf der Titelseite vermerkt, dass es sich um eine &#8220;neue Erfindung auf jeder einzelnen Seite handelt und dass der Text entsprechend illustriert wurde&#8221;.</p>
<h4>Literatur</h4>
<ul>
<li>Kurt Schubert, in: Klaus Lohrmann (<abbr>Hg.</abbr>), 1000 Jahre österreichisches Judentum, Ausstellungskatalog, Eisenstadt 1982, 326 (No. 73)</li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Bilder zur Bibel im Judentum, Graz <abbr>o.J.</abbr></li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Jüdische Buchkunst I, Graz 1983</li>
<li>Schubert <abbr>U.</abbr>, Jüdische Buchkunst II, Graz 1992</li>
</ul>
<p class="tipp">&nbsp;</p>
<p class="centered"><strong>Wir wünschen Ihnen ein frohes und koscheres Pesachfest 5772!</strong></p>
<p class="centered"><span class="hebr" dir="rtl">חג פסח כשר ושמח</span></p>
<p class="centered">Außerdem wünschen wir unseren christlichen Leserinnen und Lesern ein frohes Osterfest!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Jüdisches Burgenland &#8211; Entdeckungsreisen</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2012/04/01/judisches-burgenland-entdeckungsreisen/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2012/04/01/judisches-burgenland-entdeckungsreisen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 Apr 2012 07:20:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=913</guid>
		<description><![CDATA[Was, bitte, war denn Wien? A Vorort von Aisenstadt! Dieser im Jerusalemer Stadtteil »Kirjat Mattersdorf« noch immer gebräuchliche Ausspruch zeigt die einzigartige Bedeutung der jüdischen Gemeinden des Burgenlands. Den Reigen der Veranstaltungen anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums unseres Museums eröffnet die Präsentation des eben erschienenen Buches Jüdisches Burgenland. Entdeckungsreisen von Christof Habres und Elisabeth Reis mit Podiumsdiskussion. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Was, bitte, war denn Wien? A Vorort von Aisenstadt!</p></blockquote>
<p>Dieser im Jerusalemer Stadtteil »Kirjat Mattersdorf« noch immer gebräuchliche Ausspruch zeigt die einzigartige Bedeutung der jüdischen Gemeinden des Burgenlands.</p>
<p>Den Reigen der Veranstaltungen anlässlich des <a href="http://www.ojm.at/blog/2012/01/31/40-jahre-oesterreichisches-juedisches-museum/" title="Interner Link zum Artikel '40 Jahre ...'">40-Jahr-Jubiläums</a> unseres Museums eröffnet die </p>
<p class="centered">Präsentation des eben erschienenen Buches </p>
<p class="centered"><span class="gross"><strong>Jüdisches Burgenland. Entdeckungsreisen<br />
von Christof Habres und Elisabeth Reis</strong></span></p>
<p class="centered">mit Podiumsdiskussion.</p>
<p>Wir laden Sie sehr herzlich dazu ein! </p>
<p>Wann: <strong>Sonntag, den 15. April 2012, Matinee um 11 Uhr</strong><br />
Wo: <strong><a href="http://ojm.at/kontakt/" title="Interner Link zur Kontaktseite">Österreichisches Jüdisches Museum</a> </strong></p>
<p><strong>Am Podium:</strong></p>
<p>Florian Bayer (Leiter Esterházy-Sammlung) oder Robert Tannenbaum (Leiter Kulturbetriebe Esterházy)</p>
<p>Paul Gulda (R.E.F.U.G.I.U.S)</p>
<p>Lutz Popper (Arzt, Oberwart)</p>
<p>Patrick Frankl (Geschäftsführer Schiller-Moden, Eisenstadt)</p>
<p>Johannes Reiss (Österreichisches Jüdisches Museum, Eisenstadt)</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[010412]" title="Buchcover 'Jüdisches Burgenland'" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/juedbgldc.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/juedbgldcK.jpg" width="280" height="432" alt="Buchcover 'Jüdisches Burgenland'" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Die historisch-literarischen Entdeckungsreisen in die Vergangenheit und zu den gegenwärtigen Spuren jüdischen Lebens im Burgenland</p>
<p>Das Autorenduo Christof Habres und Elisabeth Reis beschreibt die in Österreich einzigartige Geschichte jüdischen Lebens, die weltweit bis heute bekannten rabbinischen Lehrtraditionen der Tora- und Talmudschulen des Landes, aber auch die ungeheuer radikale und schnelle Auslöschung der jüdischen Gemeinden nach dem Anschluss. Einfühlsame Porträts von Zeitzeugen, Nachfahren jüdischer Burgenländer und engagierter Menschen führen zu den Spuren in der Gegenwart.</p>
<p>Die spannenden, penibel recherchierten Entdeckungsreisen vom Weinkeller in der Seitenstettengasse in Wien, zu allen ehemaligen jüdischen Gemeinden im Burgenland bis in den Stadtteil »Kirjat Mattersdorf« in Jerusalem machen dieses Buch zu einem lesenswerten Kaleidoskop dieser bedeutenden, in Mitteleuropa herausragenden Epoche jüdischen Lebens.</p>
<p><cite>Quelle: <a href="http://www.metroverlag.at/drupal-7.0/content/j%C3%BCdisches-burgenland-1" title="Externer Link zu 'metroverlag.at...'">Metro-Verlag</a></cite></p>
<p class="tipp"><em>Die Vorbereitungen unseres  Jubiläumsprogramms laufen auf Hochtouren: in Bälde werden wir unser &#8220;Outdoor-Projekt Ver-/Be-gangen&#8221; präsentieren und Sie selbstverständlich hier am Laufenden halten!</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Kreuzstadl</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2012/03/26/bild-der-woche-kreuzstadl/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2012/03/26/bild-der-woche-kreuzstadl/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 07:49:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[rechnitz]]></category>
		<category><![CDATA[shoa]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern fand in Rechnitz das alljährliche Gedenken an die ermordeten 180 ungarischen Zwangsarbeiter statt. 67 Jahre danach wurden gestern 12 Schau-/Texttafeln und Schaukästen feierlich eröffnet. Zahlreiche Prominenz, darunter auch Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Oberrabbiner Prof. Paul Chaim Eisenberg, kam nach Rechnitz &#8230; &#8220;Nach der Eröffnung ist vor der Eröffnung ;-) &#8230;&#8221; &#8211; etwa 30 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern fand in Rechnitz das alljährliche Gedenken an die ermordeten 180 ungarischen Zwangsarbeiter statt. 67 Jahre danach wurden gestern 12 Schau-/Texttafeln und Schaukästen feierlich eröffnet. Zahlreiche Prominenz, darunter auch Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Oberrabbiner Prof. Paul Chaim Eisenberg, kam nach Rechnitz &#8230;</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[260412]" title="Rechnitz, Kreuzstadl"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/rechnitz1.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/rechnitz1K.jpg" width="550" height="366" alt="Rechnitz, Kreuzstadl" /></a></p>
</div>
<p class="centered">&#8220;Nach der Eröffnung ist vor der Eröffnung ;-) &#8230;&#8221; &#8211; etwa 30 Minuten vor der offiziellen Eröffnung</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[260412]" title="Rechnitz, Kreuzstadl"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/rechnitz2.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/rechnitz2K.jpg" width="550" height="290" alt="Rechnitz, Kreuzstadl" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Nein, die Abedeckung ist kein Sonnenschutz (trotz strahlender Sonne), sondern diente dazu, die der Eröffnung vorangehende Gedenkfeier in würdigem Rahmen abhalten zu können.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.kreuzstadl.net/" title="Externer Link">kreuzstadl.net</a></li>
<li><a href="http://www.refugius.at/" title="Externer Link zu 'refugius.at'">R.E.F.U.G.I.U.S</a></li>
</ul>
<h3>Online-Berichte:</h3>
<ul>
<li><a href="http://www.bkf.at/news.php?id=3320" title="Externer Link zu 'bkf.at ...'">Gedenken an Opfer beim Südoswallbau &#8230; (BKF)</a>
</li>
<li><a href="http://derstandard.at/1332323735884/Museumseroeffnung-Massaker-in-Rechnitz-Leerstelle-der-Geschichte" title="Externer Link zu 'derstandard.at...'">Massaker in Rechnitz (Standard)</a></li>
<li><a href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/2973178/mahnmal-um-richtigen-fragen-zu-stellen.story" title="Externer Link zu 'kleinezeitung.at...'">Mahnmal, um die richtigen Fragen zu stellen (Kleine Zeitung)</a></li>
<li><a href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2980135/museum-fuer-opfer-des-wallbaus-rechnitz-eroeffnet.story" title="Externer Link zu 'kleinezeitung.at...'">Museum für Opfer des Wallbaus &#8230; (Kleine Zeitung)</a></li>
<li><a href="http://kurier.at/nachrichten/burgenland/4489075-museum-gegen-das-vergessen.php" title="Externer Link zu 'kurier.at...'">Museum gegen das Vergessen (Kurier)</a>
</li>
<li><a href="http://burgenland.orf.at/news/stories/2526289/" title="Externer Link zu 'burgenland.orf.at...'">Fischer eröffnet Museum (ORF)</a></li>
<li><a href="http://tvthek.orf.at/programs/70021-Burgenland-heute/episodes/3792851-Burgenland-heute/3792857-Gedenkfeier-Kreuzstadl" title="Externer Link zu 'tvthek.orf.at...'">ORF TVthek Burgenland heute</a></li>
</ul>
<p><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 27. 03. 2012: </p>
<ul>
<li><a href="http://www.bkf.at/news.php?id=3344" title="Externer Link zu 'bfk.at...'">Open Air Museum für Opfer des Südostwallbaus &#8230; (BKF)</a>
</li>
<li><a href="http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/45803.html" title="Externer Link zu 'kathweb.at...'">Gedenkfeier für die NS-Opfer von Rechnitz (kathweb)</a></li>
</ul>
<p><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 31. 03. 2012: </p>
<ul>
<li><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/mahnmal_fuer_ein_massaker_an_juden_1.16127709.html" title="Externer Link zu 'nzz.ch...'">Mahnmal für ein Massaker an Juden (NZZ)</a></li>
<li><a href="http://atv.hu/kulfold/20120325_tobb_tizezer_magyar_zsido_aldozatnak_avattak_emlekhelyet_rohoncon" title="Externer Link zu 'atv.hu...'"><span lang="hu" xml:lang="hu">Több tìzezer magyar zsidó áldozatnak emeltek emlßekhelyet Rohoncon </span> (atv.hu; Ungarisch)</a></li>
<li><a href="http://www.bundespraesident.at/newsdetail/artikel/-e50773ef15/" title="Externer Link zu 'bundespraesident.at...'">Die Rede des Bundespräsidenten</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Purim 5772/2012</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2012/03/06/bild-der-woche-purim-5772-2012/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2012/03/06/bild-der-woche-purim-5772-2012/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 08:56:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[purim]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 14. Adar, heuer Donnerstag, der 8. März, wird Purim gefeiert. Die Ereignisse, auf die sich das Fest bezieht, liegen in teils historischer, teils legendärer Überlieferung im biblischen Buch Ester vor. Das Fest wurde nach dem &#8220;Pur&#8221;, dem Los benannt, nach welchem der königliche Ratgeber Haman den 13. Adar zur Vernichtung der persischen Juden zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 14. Adar, heuer Donnerstag, der 8. März, wird Purim gefeiert. Die Ereignisse, auf die sich das Fest bezieht, liegen in teils historischer, teils legendärer Überlieferung im biblischen Buch Ester vor. Das Fest wurde nach dem &#8220;Pur&#8221;, dem Los benannt, nach welchem der königliche Ratgeber Haman den 13. Adar zur Vernichtung der persischen Juden zur Herrschaftszeit des Achaschwerosch/Artaxerxes festgelegt hatte. Durch das Einschreiten Esters und ihres Cousins/Onkels <abbr>bzw.</abbr> Adoptivvaters Mordechai konnte aber das Unglück von den Juden in Persien abgewandt werden &#8230; und es wurden nicht die Juden ausgerottet, sondern Haman und seine 10 Söhne landeten schließlich am Galgen.</p>
<p>Eine höchst interessante und vor allem ungewöhnliche Darstellung einer Reihe von Szenen aus dem Buch Ester finden wir fol. 157r im Regensburger Pentateuch (um 1300, Jerusalem, Israel Museum, Ms 180/52).  </p>
<p>Die Darstellungen zeigen hier keinerlei Übereinstimmung mit früheren Wiedergaben des Themas oder mit außerbiblischen Midraschmotiven! Die Themen der sechs Bilder sind in zwei Reihen übereinander angeordnet: in der oberen Reihe, unter einer Doppelarkade, steht Ester vor Achaschwerosch, der auf seinem Thron sitzt, links daneben der erhängte Haman. In der unteren Reihe dann die 10 erhängten Söhne Hamans, rechts daneben Mordechai auf dem Pferd des Königs. Unter dem Pferdehuf ein menschlicher Kopf, wohl jener des Haman? Die Söhne sind jeweils zu fünft auf zwei Balken aufgehängt:</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[050312]" title="Regensburger Pentateuch, um 1300, fol. 157r"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/regensburgGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/regensburg.jpg" width="550" height="799" alt="Regensburger Pentateuch, um 1300, fol. 157r" /></a></p>
</div>
<p class="tipp">Das hebräische Wort &#8220;Ez&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">עץ</span> bedeutet sowohl &#8220;Holz&#8221; als auch &#8220;Balken&#8221;, was die ungewöhnliche Darstellung im Regensburger Pentateuch rechtfertigt! Außerdem entspricht sie dem biblischen Bericht, in dem über die Tötung Hamans und jene seiner Söhne getrennt berichtet wird: </p>
<blockquote><p>Vor dem Haus Hamans steht schon ein fünfzig Ellen hoher Galgen; ihn hat Haman für Mordechai aufgestellt, der dem König durch seine Anzeige einen guten Dienst erwiesen hat. Der König befahl: Hängt ihn daran auf! Da hängen sie Haman an den Galgen, den er für Mordechai errichtet hatte&#8230;
</p></blockquote>
<p><cite>Ester 7,9</cite></p>
<p>Und erst zwei Kapitel später, in Ester 9,13f, ist auch von der Tötung der 10 Söhne Hamans die Rede:</p>
<blockquote><p>Ester antwortete:  &#8220;Außerdem soll man die zehn Söhne Hamans an den Galgen hängen&#8221;. Der König befahl, es solle so geschehen. Man gab also in Susa noch einen Erlass heraus und hängte die zehn Söhne Hamans auf&#8230;
</p></blockquote>
<p>Schließlich soll noch ein Beispiel gezeigt werden, wie die mit dem Regensburger Pentateuch etwa zeitgleichen Handschriften aus Deutschland die Hängung Hamans und seiner Söhne darstellen: nämlich an den Zweigen eines Baumes:</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[050312]" title="Wormser Machzor, 1272, fol. 57r"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wormsGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/worms.jpg" width="550" height="1064" alt="Wormser Machzor, 1272, fol. 57r" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Wormser Machzor, 1272, Jerusalem, National- und Universitätsbibl. Ms. Hebr. 4° 781/I, fol. 57r</p>
<p class="centered">
<strong>Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein fröhliches Purim!</strong></p>
<p class="centered"><span class="hebr" dir="rtl">חג פורים שמח לכולם</span></p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir &#8211; vor allem jenen, die eine Lesehilfe für die Megillat-Ester benötigen &#8211; die Schulungsvideos von Rabbiner Rabbi Hillel Chajm Lavery-Yisraeli aus Jerusalem! Gefunden und mehr Informationen auf &#8220;<a href="http://www.sprachkasse.de/blog/2012/03/04/purim-die-megille-horen/" title="Externer Link zu 'sprachkasse.de...'">Chajms Sicht</a>&#8220;!</em></p>
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</div>
<div class="nav-next">
&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2012/03/26/bild-der-woche-kreuzstadl/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Kreuzstadl&#8221;</a> &raquo;
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ojm.at/blog/2012/03/06/bild-der-woche-purim-5772-2012/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Oscar-&#8217;Fußnote&#8217;</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2012/02/26/oscar-fussnote/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2012/02/26/oscar-fussnote/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 26 Feb 2012 09:44:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=902</guid>
		<description><![CDATA[Bild-&#169;: YouTube Noch wenige Stunden bis zum Beginn der Oscar-Verleihung 2012. Nominiert – als bester fremdsprachiger Film – ist auch in diesem Jahr eine israelische Produktion: die schon in Cannes ausgezeichnete Vater-Sohn-Tragikomödie &#8220;Footnote&#8220;. Israels Oscar-Kandidat &#8220;Footnote&#8221; &#8211; Trailer Eher tragisch als komisch liest sich die bisherige israelische Oscar-Bilanz: Ganze 10 Mal waren israelische Filme für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mittig1F">
<p class="thumbn"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/footnote.jpg" width="424" height="357" alt="'footnote' Trailer, Titelbild" /></p>
<p class="center"><cite>Bild-&copy;: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=3MRByjRaocs" title="Externer Link zu 'youtube.com...'">YouTube</a></cite></p>
</div>
<p>Noch wenige Stunden bis zum Beginn der Oscar-Verleihung 2012. Nominiert – als bester fremdsprachiger Film – ist auch in diesem Jahr eine israelische Produktion: die schon in Cannes ausgezeichnete Vater-Sohn-Tragikomödie &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Footnote_(film)" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Footnote</a>&#8220;.</p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:420px; height:236px" data="http://www.youtube.com/v/3MRByjRaocs?version=3&amp;hl=de_DE"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/3MRByjRaocs?version=3&amp;hl=de_DE" /></object>
</div>
<p class="centered"> Israels Oscar-Kandidat &#8220;<a href="http://www.sonyclassics.com/footnote/" title="Externer Link zu 'sonyclassics.com...'">Footnote</a>&#8221; &#8211; Trailer</p>
<p>Eher tragisch als komisch liest sich die bisherige israelische <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oscar/Bester_fremdsprachiger_Film" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Oscar-Bilanz</a>: Ganze 10 Mal waren israelische Filme für den Auslandsoscar nominiert, vier Nominierungen gab es allein seit 2007/8 (darunter z.B. Ari Folmans &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Waltz_with_Bashir" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Waltz with Bashir</a>&#8220;), und kein einziges Mal wurde der kleine Gold-Mann gewonnen – auch ein Oscar-Rekord, wenn auch ein eher deprimierender&#8230;</p>
<p>Die österreichische <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Academy_Award_winners_and_nominees_for_Best_Foreign_Language_Film" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Bilanz</a> ist da schon deutlich erfreulicher (bzw. das österreichische Antreten effizienter) – auch wenn Karl Markovics&#8217; &#8220;Atmen&#8221; heuer nicht zum Zug gekommen ist: drei Nominierte (zuletzt &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Revanche_(Film)" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Revanche</a>&#8221; im Jahr 2008/9), von denen einer es bekanntlich auch zum Preisträger gebracht hat, nämlich Stefan Ruzowitzkys &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_F%C3%A4lscher" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Die Fälscher</a>&#8221; (2007/8).</p>
<p>Für den israelischen Beitrag dagegen sind auch in diesem Jahr die Aussichten wenig erbaulich, zumindest wenn man den Buchmachern vertrauen möchte: Die nämlich sehen, wie ein kurzer Online-Rundblick zeigt, eher den iranischen Beitrag und Berlinale-Gewinner &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/A_Separation" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">A Separation</a>&#8221; in der Favoritenrolle.</p>
<p>Wir würden meinen: Keine sonderlich gute argumentative Ausgangslage für jene, die glauben, dass &#8220;die Juden Hollywood beherrschen&#8221;&#8230; ;)<br />
Apropos Juden, Hollywood, Österreich: Bei der Oscar-Verleihung 2010 konnte sich Moderator Steve Martin, mit Blick ausgerechnet auf den (oscar-prämierten) &#8220;Jew Hunter&#8221; aus &#8220;Inglourious Basterds&#8221; <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Christoph_Waltz" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Christoph Waltz</a>, folgenden Gag dann doch nicht verkneifen&#8230;</p>
<blockquote><p>Well, Christoph&#8230;</p></blockquote>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:420px; height:315px" data="http://www.youtube.com/v/zHE8CrZYgyA?version=3&amp;hl=de_DE"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/zHE8CrZYgyA?version=3&amp;hl=de_DE" /></object>
</div>
<p class="centered">Steve Martin &#038; Christoph Waltz bei der Oscar-Verleihung 2010</p>
<p>Nun denn – für alle, die eine Fernseh-Nachtschicht nicht scheuen: Die Übertragung der Oscar-Verleihung 2012 (inkl. Rahmenprogramm) beginnt um 1.35 Uhr auf ORF 1 bzw. 1.05 Uhr auf ProSieben. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>40 Jahre Österreichisches Jüdisches Museum</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2012/01/31/40-jahre-oesterreichisches-juedisches-museum/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 08:32:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[40 jahre]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Blogleserinnen und Blogleser, unser Museum startet 2012 in sein 40-Jahr-Jubiläum! Ein Jubiläum, das nicht nur für uns, sondern auch innerhalb der Jüdischen-Museen-Landschaft ein ganz besonderes ist. Daher diesmal ein Artikel in &#8220;eigener Sache&#8221;. Wir haben in diesem Jubiläumsjahr sehr viel vor und selbstverständlich halten wir Sie hier und in unserem Newsletter ständig auf dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Blogleserinnen und Blogleser,</p>
<p>unser Museum startet 2012 in sein 40-Jahr-Jubiläum! Ein Jubiläum, das nicht nur für uns, sondern auch innerhalb der Jüdischen-Museen-Landschaft ein ganz besonderes ist.</p>
<p>Daher diesmal ein Artikel in &#8220;eigener Sache&#8221;. Wir haben in diesem Jubiläumsjahr sehr viel vor und selbstverständlich halten wir Sie hier und in unserem Newsletter ständig auf dem Laufenden.</p>
<p class="centered"><img class="ob" src="http://www.ojm.at/blog/bilder/logoOJM.jpg" width="240" height="240" alt="Logo Österreichisches Jüdisches Museum" /></p>
<p><br class="clear" /></p>
<p>2012 feiert das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt sein 40-jähriges Bestehen. Das gesamte Jahresprogramm, das mit einer Reihe innovativer musealer Angebote aufwartet, steht im Zeichen dieses Jubiläums. Highlights des Jubiläums-Jahresprogramms 2012 sind </p>
<ul>
<li><strong>die Stadt- und Straßenausstellung &#8220;Ver-/Be-gangen&#8221;</strong> und  </li>
<li><strong>die Präsentation eines &#8220;Reiseführers durch das jüdische Burgenland&#8221;</strong> </li>
</ul>
<h3>VER-/BE-GANGEN</h3>
<p>Das Projekt &#8220;Ver-/Be-gangen&#8221; präsentiert sich als temporäre Stadt- und Straßenausstellung und damit als museales Projekt außerhalb des musealen Raums. Es soll ab Frühjahr 2012 Spuren des jüdischen Eisenstadt für EisenstädterInnen und EisenstadtbesucherInnen sicht- und begehbar machen: Schauplätze ehemaligen jüdischen Lebens sollen durch Bodenmarkierungen und Textfelder kenntlich gemacht und damit Impulse des Erinnerns in das Eisenstädter Stadtbild eingetragen werden. Ziel des Ausstellungsprojekts ist die Ver-öffentlich-ung musealer Erinnerungs-Arbeit – als Aufbereitung der jüdischen Geschichte Eisenstadts im öffentlichen Raum, außerhalb der &#8220;Laborsituation Museum&#8221;.  </p>
<h3>REISEFÜHRER DURCH DAS JÜDISCHE BURGENLAND</h3>
<p>Auch in punkto Jubiläumspublikation geht das Österreichische Jüdische Museum ungewöhnliche Wege: Anstelle einer üblichen Jubiläums-Festschrift wird ein „Reiseführer durch das jüdische Burgenland“ präsentiert. Der &#8220;Reiseführer&#8221;, der die LeserInnen durch die ehemaligen jüdischen Gemeinden des Burgenlands begleitet, will Burgenland-Besucher und alle Interessierten einladen, Spuren des traditionsreichen jüdischen Lebens in der Region vor Ort zu entdecken. Der &#8220;Reiseführer durch das jüdische Burgenland&#8221; wird in deutscher und englischer Sprache erscheinen und soll im Herbst präsentiert werden. </p>
<p>Außerdem bringt das Jubiläumsjahr unter anderem neue Kinderprogramme, Hebräischkurse, zahlreiche literarische und musikalische Veranstaltungen sowie den weiteren Ausbau des Online-Angebots, das sich schon jetzt als substantieller Teil der musealen Gesamtidentität präsentiert (<a href="http://koschere-melange.at/" title="Interner Link zur Startseite des Blogs">Blog &#8216;Koschere Melange&#8217;</a>, <a href="http://www.facebook.com/ojmEisenstadt" title="Externer Link zu 'facebook.com/ojmEisenstadt'">Facebook</a>, <a href="https://twitter.com/JewishMuseumAT" title="Externer Link zu 'twitter.com/JewishMuseumAT">Twitter</a>).</p>
<p>Das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt wurde 1972 als erstes jüdisches Museum in Österreich nach 1945 gegründet und zählt zu den Pionieren unter den jüdischen Museen Europas. Die Initiative zur Museumsgründung kam vom Vorstand des Instituts für Judaistik der Universität Wien, Univ.-Prof. DDr. Kurt Schubert, unterstützt durch den damaligen Landesrat für Kultur und späteren Bundeskanzler Dr. Fred Sinowatz, der bis zu seinem Tod im Jahr 2008 als Präsident des Trägervereines des Museums fungierte. </p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[310112]" title="Das Wertheimerhaus, ca. 1921"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/hausGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/haus.jpg" width="550" height="344" alt="Das Wertheimerhaus, ca. 1921" /></a></p>
</div>
<p class="centered">2011 feierte das Burgenland seine 90-Jahr-Feier. 1921 beherbergte das Wertheimerhaus noch die &#8220;Weinhandlung Leopold Wolf&#8217;s Söhne&#8221; und im Nebenhaus, im heutigen <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/09/27/ein-entzueckendes-kleines-barockpalais/" title="Interner Link zum Artikel 'Ein entzückendes kleines Barockpalais'">Landesmuseum</a>, errichtete Sandor Wolf seine &#8220;Wolf-Sammlung&#8221; mit einem sehr großen Judaicabestand.<br />
2012 feiert das jüdische Museum in Eisenstadt sein 40-jähriges Jubiläum.  </p>
<p>Das Österreichische Jüdische Museum hatte das Glück, sich im Palais des ungarischen Landesrabbiners Samson Wertheimer in der ehemaligen Judengasse von Eisenstadt einrichten zu können; somit befindet es sich an einem Ort, an dem jüdisches Leben seit dem Mittelalter belegt ist und mehr als 300 Jahre lang eine namhafte jüdische Gemeinde angesiedelt war. Das Museum mit hauseigener Synagoge ist dieser einzigartigen jüdischen Geschichte Eisenstadts und der Region inhaltlich verpflichtet. Es bietet auf rund 1000 m² Ausstellungsfläche einen informativen und ästhetischen Rahmen für die Geschichte, Religion und Kultur des österreichischen, insbesondere des burgenländischen Judentums.</p>
<p class="tipp">Quelle: <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120130_OTS0204/oesterreichisches-juedisches-museum-programmvorschau-zum-40-jahr-jubilaeum" title="Externer Link zu 'ots.at...'">ots.at vom 30. Jänner 2012</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Golfkrieg 1991</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2012/01/22/der-golfkrieg-1991/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 08:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Chaya-Bathya</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[israel]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus meinen Memoiren Vor 21 Jahren begann hier der wohl eigenartigste Krieg in der Geschichte des Staates Israel: der Golfkrieg. Dieser, im Westen Zweiter Golfkrieg genannt, bezeichnet den Krieg im Nahen Osten, der 1990 mit dem Einmarsch des Iraks in Kuwait begann und 1991 durch eine von den USA geführte Koalition beendet wurde. Am 24. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3> Aus meinen Memoiren</h3>
<p>Vor 21 Jahren begann hier der wohl eigenartigste Krieg in der Geschichte des Staates Israel: der Golfkrieg. Dieser, im Westen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Golfkrieg" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Zweiter Golfkrieg</a> genannt, bezeichnet den Krieg im Nahen Osten, der 1990 mit dem Einmarsch des Iraks in Kuwait begann und 1991 durch eine von den USA geführte Koalition beendet wurde. Am 24. Dezember 1990 drohte der irakische Präsident <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Saddam_Hussein" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Saddam Hussein</a>, dass Israel das erste Ziel eines Angriffs sein werde, sollten die Koalitionsstreitkäfte angreifen. Soweit ich mich erinnern kann, wurde hier in Israel damit gerechnet, dass er Raketen mit Giftgas hierher schießen könne. Saddam Hussein spielte hier ganz sicher absichtlich psychologisch mit dem jüdischen Trauma vom Giftgas. Seine Drohungen wurden ernst genommen; schließlich hatte er in der Vergangenheit schon Giftgas eingesetzt: gegen den Iran und gegen die Kurden.<br />
Die USA stationierten daraufhin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MIM-104_Patriot" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Patriot</a>-Raketen (gegen Raketenangriffe) in Israel und anderen gefährdeten verbündeten Ländern.</p>
<h4>Kriegsvorbereitungen in Israel</h4>
<p>Angesichts dieser Drohungen musste die israelische Regierung entscheiden, wie sie sich verhalten sollte. Es wurde heftig über einen Vergeltungsschlag auf etwaige Angriffe diskutiert. Die Charedim (Ultra-Orthodoxe) waren eindeutig dagegen. </p>
<blockquote><p>Die Gojim machen lassen und sich nur ja nicht einmischen, so wie es heißt &#8216;Gott wird für euch kämpfen, und ihr sollt stillsitzen&#8217; </p></blockquote>
<p><cite>Exodus 14,14</cite>,</p>
<p>verlautete es aus Kreisen von charedischen Rabbinern, darunter von dem auch politisch einflussreichen Raw <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Elazar_Shach" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Schach</a> aus Bnei-Brak. Die Regierung schloss sich dieser Linie an, vor allem auch, weil die Amerikaner Israel sehr darum gebeten hatten, nur ja nichts zu unternehmen: eine Reaktion Israels hätte nur die ohnehin sehr fragile Koalition der USA mit Ägypten und Saudi-Arabien zunichte gemacht. </p>
<p>Armee und Verteidigungsministerium arbeiteten inzwischen an Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung, die ja diesmal den militärischen Schlag abkriegen würde. Es gab nicht genug Bunker für die gesamte Bevölkerung, und schon gar keine, die gegen chemische und biologische Angriffe ausgerüstet waren. Auch gab es damals noch keine betonverstärkten Sicherheits-Zimmer in Wohnungen, wie sie heute gebaut werden (und zwar als Folge des Golfkrieges).</p>
<p>Es wurde daher Folgendes beschlossen:<br />
Als persönliches Verteidigungsmittel erhält jeder israelische Bürger, und auch jeder Tourist, vom Staat eine Gasmaske. Asthmakranke und kleine Kinder erhalten zusätzlich eine batteriebetriebene Luftpumpe dazu, damit sie genug Luft bekommen.<br />
Mit der Maske erhält außerdem jeder eine Atropin-Spritze. Atropin ist ein Gegengift gegen Nervengas. </p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/gasmaske.jpg" width="550" height="416" alt="Gasmaske mit Atropin-Spritze" class="centered" /></p>
<p class="centered"><a href="http://he.wikipedia.org/wiki/%D7%A7%D7%95%D7%91%D7%A5:Gas_mask.jpg" title="Externer Link zu 'he.wikipedia.org...'"> <img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/faviconW.gif" alt="Wikipedia" width="16" height="16" /></a></p>
<p>Weiters soll jeder Haushalt ein Zimmer bereitstellen, das im Notfall abgedichtet werden kann. Es soll so wenige Fenster und Türen wie möglich haben. Etwaige Scheiben sind mit dicken Plastikfolien als Splitterschutz zu bekleben. Die Spalten aller Zimmeröffnungen müssen, nachdem sich im Falle eines Angriffs alle Anwesenden in das Zimmer begeben haben, mittels eines breiten Klebebandes (manchmal wird übrigens ein solches bis heute als &#8220;Kriegs-Klebeband&#8221; bezeichnet) abgedichtet werden – damit kein Giftgas eindringen kann. Aus demselben Grund ist die untere Türspalte mit einem in Chlorbleiche getränkten Tuch abzudichten. (Ein schönes G&#8217;rucherl war das!)</p>
<p>Die Verteilung von Masken mit batteriebetriebenen Luftpumpen, von denen es anfangs nur eine beschränkte Anzahl gab, verursachte kuriose Debatten, wie es sie wohl nur in Israel geben kann: Politiker der orthodoxen Partei &#8220;Agudat Israel&#8221; ereiferten sich darüber, dass Bartträger keine Gasmasken mit Luftpumpe bekämen, so wie Asthmatiker. Dies sei ein Schlag gegen das torahtreue Judentum, denn religiöse Juden dürften sich ja unter keinen Umständen den Bart abscheren. Dadurch sei ihr Leben bedroht. Einige Rabbiner erklärten zwar, dass die Kahlrasur im Falle von Lebensgefahr nicht nur erlaubt, sondern sogar religiöse Pflicht sei, wie der Oberrabbiner von Ra&#8217;anana, Raw <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Yitzhak_Peretz_(politician_born_1938)" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Jitzchak Perez</a>, der mit eigenem Beispiel voranging und sich bartlos der Öffentlichkeit präsentierte, doch in weiten Kreisen der Orthodoxen blieb eine solche Haltung extrem unpopulär. Für meinen Mann Schmuel ergab sich ein derartiges Problem nicht, da er als chronisch Asthma-Kranker eine Luftpumpe erhielt. Aber auch die glücklicherweise gesunden Charedim mussten ihr Leben nicht wegen des Barttragens opfern, denn der Staat verschaffte schließlich auch ihnen Pumpen.</p>
<h4>Der Krieg beginnt</h4>
<p>Am 1. Sch&#8217;wat (17. Jänner 1991), dem Tag vor dem Jahrzeittag meines seligen Schwiegervaters, den ich nie kennengelernt habe, begann der Luftangriff der amerikanischen Luftwaffe auf den Irak. Schmuel war in einem Dilemma: das Grab des Vaters auf dem Friedhof in Cholon aufsuchen oder nicht? Die Entscheidung wurde ihm dann schließlich durch den Verlauf der Dinge abgenommen.</p>
<p>Ich habe immer noch die triumphierenden Worte von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ezer_Weizmann" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Ezer Weizmann</a> in den Ohren, damals Knesset-Abgeordneter und seinerzeit der Errichter der israelischen Luftwaffe, dem dieser massive Luftschlag offenbar gewaltig imponierte: <em>&#8220;Den Irakern werden die Hände zittern, ehe sie wagen, uns anzugreifen!&#8221;</em> Nun, die Hände der Iraker werden wohl gezittert haben, aber das hielt sie nicht davon ab, einen Tag später ihre Drohungen wahr zu machen.</p>
<p>In der Nacht auf den 2. Sch&#8217;wat (18. Jänner) war stürmisches Wetter; über Tel-Aviv und Umgebung tobte ein Gewitter. Da ertönten plötzlich die Sirenen. Auf und ab, auf und ab. Dann krachte es, in einiger Entfernung zwar, aber doch deutlich vernehmbar. Aus dem Radio tönte die Stimme des nachmals legendären Sprechers der israelischen Streitkräfte,<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Nachman_Shai" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'"> Nachman Schai</a>: </p>
<blockquote><p>Ist es eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Scud" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Rakete</a> oder ist es Donner? Inzwischen gehen Sie bitte ins &#8216;abgedichtete&#8217; Zimmer und legen die Gasmasken an, bis die Sache geklärt ist. Bleiben Sie ruhig und trinken Sie Wasser!
</p></blockquote>
<p>Inzwischen klatschten schwere Regentropfen aufs Dach.<br />
Ich war mir absolut sicher, dass das kein Donner war. So hört sich kein Donner an! Wir eilten also mit den Kindern ins &#8220;abgedichtete&#8221; Schlafzimmer. Mein Herz begann zu rasen; Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl und Schweißausbrüche folgten. Das war eine Giftgasrakete, das sind die Anzeichen einer Nervengasvergiftung!!! Oder etwa doch nicht? Vielleicht doch nur ein Adrenalinschub mit all den bekannten Begleiterscheinungen? <em>&#8220;Man muss prüfen, ob die Pupillen verengt sind!&#8221;</em>, schoss es mir durch den Kopf. Aber halt, vielleicht sind sie das bei Aufregung auch? Während mir das alles durch den Kopf schoss, legte ich mir die Gasmaske an und zurrte sie fest. Dazu musste ich natürlich die Brille ablegen, ohne die ich, als stark kurzsichtige Person, nicht viel sehe, und ganz sicher keine verengten Pupillen von Mann und Kindern. </p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[220112]" title="Die Autorin mit Gasmaske"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/gasmaskeCGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/gasmaskeC.jpg" width="550" height="270" alt="Die Autorin mit Gasmaske" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Die Autorin mit aufgesetzter Gasmaske neben dem &#8220;Zelt&#8221; fürs Baby. Die grauen Flächen sind die Filter und an der runden Öffnung auf der Vorderseite war innen ein Plastikärmel mit Handschuh befestigt, damit man das Baby versorgen kann.</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[271111]" title="Die beiden ältesten Töchter der Autorin, die Größere (Tamar) mit Gasmaske" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/gasmaskeKGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/gasmaskeK.jpg" width="250" height="509" alt="Die beiden ältesten Töchter der Autorin, die Größere (Tamar) mit Gasmaske" /></a></p>
</div>
<p>Bild: Die beiden ältesten Töchter der Autorin. Die Große, Tamar, hat hier eine Gasmaske auf, auf der der Filter aber noch nicht aufgeschraubt ist. Auch sie hätte, wie ihre jüngere Schwester, eine Kapuze bekommen sollen. Allerdings gab es damals nicht genug von diesen und so mussten auch 5jährigen it einer Gasmaske für Kinder vorlieb nehmen.</p>
<p class="tipp2">Gemäß den Anweisungen sollte jeder, der dazu imstande war, zuerst selbst die Maske anlegen und dann erst den Kindern oder Hilflosen. Nachdem ich mir das Ding also aufgesetzt hatte (kurzer Test: alles dicht? Jawohl!), schob ich unseren damals 4 Monate alten Sohn Motti (= Mordechai, so benannt nach meinem oben erwähnten Schwiegervater) in sein Zelt, legte dann der bald 5-jährigen Tami ihre Gasmaske an und schließlich der 2 ½-jährigen Dina ihre speziell für Kinder konstruierte Kapuze mit batteriebetriebener Luftzufuhr. <a href="http://www.israelimages.com/see_image_details.php?idi=2394" title="Externer Link zu 'israelimages.com...'">Beispiel für so eine Kapuze</a>. Fertig. </p>
<p>Da fiel mein Blick auf Schmuel. Der saß gerade im Bett und zog sich umständlich die Socken an.<br />
<em>&#8220;Was tust du denn?!&#8221;</em>, rief ich entsetzt aus. <em>&#8220;Warum setzt Du dir nicht die Gasmaske auf?!&#8221;</em> Er warf mir einen konfusen Blick zu und murmelte etwas wie: <em>&#8220;Ich habe gehört, dass das Gas auch durch die Ohren in den Körper eindringen kann.&#8221;</em> Diese Antwort – das muss ich gestehen – hat mich sogar in dieser Situation äußerst belustigt und die unerträgliche Spannung etwas gelöst. Was haben wir alle noch später darüber gelacht! Dann hat auch Schmuel schließlich seine Maske aufgesetzt.</p>
<p>Wir hatten inzwischen auch die Eingangstür zum Schlafzimmer mit Plastikplanen und breiten Klebebändern zugeklebt. Dina fragte interessiert, warum wir denn die <em>&#8220;Tür in ein Plastiksackerl stecken&#8221;</em>, und phantasierte etwas über einen &#8220;Gas-Schnuller&#8221;. Damit meinte sie wohl die Gasmasken. Ich hatte ihr nämlich erzählt, dass sich innen in der Maske ein Trinkrohr befinde, so etwas &#8220;wie ein Schnuller&#8221;. Sie selbst trug, wie bereits erwähnt, eine Gas-Kapuze. Ihren heißgeliebten Schnuller hatte sie darunter in ihrem Mund. Als er ihr einmal herausgefallen ist, war es eine ziemliche Prozedur, das Ding durch die Plastikschicht hindurch wieder in ihr Mäulchen zu bugsieren.<br />
Inzwischen hatte sich herausgestellt (wie ich ohnehin schon von Anfang an vermutet hatte), dass der Krach, den wir gehört hatten, tatsächlich von einer Scud-Rakete stammte – und zwar von einer konventionellen.<br />
Ein paar Leute hatten sich in Panik die Atropin-Spritzen injiziert und wurden daraufhin im Spital behandelt. Da die Giftmenge aber nur gering war und sowieso nur als Erste Hilfe gedacht war, so ist dadurch niemandem etwas Ernstes passiert.</p>
<h4>Raketenangriff!</h4>
<p>Weitere Raketen folgten im Laufe der kommenden Tage (insgesamt wurden 40 Scuds auf Israel abgefeuert). Abwechselnd tönte es dann: &#8220;Nachasch Zefa&#8221; (= Vipernschlange; Code zum Betätigen der Sirenen)</p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:420px; height:315px" data="http://www.youtube.com/v/treKFYMbNQ4?version=3&amp;hl=de_DE"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/treKFYMbNQ4?version=3&amp;hl=de_DE" /></object>
</div>
<p>oder &#8220;Scharaw kawed&#8221; (= schwerer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chamsin" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Chamsin</a>; Zeichen dafür, dass die Gefahr vorbei ist) aus dem jetzt immer laufenden Radio. </p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/shelter.jpg" width="369" height="265" alt="Quelle: http://he.wikipedia.org/wiki/%D7%A7%D7%95%D7%91%D7%A5:Gulfwar_1991_in_Israeli_shelter.jpg" /><br />
<a href="http://he.wikipedia.org/wiki/%D7%A7%D7%95%D7%91%D7%A5:Gas_mask.jpg" title="Externer Link zu 'he.wikipedia.org...'"> <img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/faviconW.gif" alt="Wikipedia" width="16" height="16" /></a></p>
</div>
<p>Keine einzige Scud enthielt Giftgas, doch fuhren wir, gemäß den Anweisungen des Verteidigungsministeriums, mit dem Aufsetzen der Gasmasken und dem Abdichten der Räume weiterhin fort. Die nächste Rakete könnte ja doch Giftgas enthalten!</p>
<p>Nachman Schai wurde zum &#8220;Beruhiger der Nation&#8221; und provozierte mit seinem mantra-artigen Ratschlag <em>&#8220;Wasser trinken!&#8221;</em> viel Spott und Parodien.<br />
In den ersten Tagen des Krieges kam es bei Raketenalarm beinahe zum Zusammenbruch des Stromnetzes, weil man im ganzen Land fast gleichzeitig den Strom in nicht benützten Zimmern abschaltete. Die Elektrizitäts-Gesellschaft bat die Bevölkerung inständig, doch die Lichter brennen zu lassen.<br />
Eine andere Begleiterscheinung der Angriffe waren Plünderungen von Wohnungen.  Wegen der Anweisung, die Türen im Alarmfall unverschlossen zu lassen (für die Rettungskräfte), hatten kriminelle Zeitgenossen leichtes Spiel und bedienten sich schamlos am Besitz anderer, während die Hauseigentümer zitternd im &#8220;abgedichteten&#8221; Zimmer hockten. </p>
<p>Nicht alle folgten übrigens den Anweisungen: nicht wenige Wagemutige steckten nicht nur den Kopf aus dem Fenster (&#8220;Raketen schauen&#8221;), sondern stiegen sogar aufs Dach, um besser sehen zu können. Einige haben das Schauspiel, das sich ihnen darbot, sogar fotografiert oder gefilmt: </p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:420px; height:315px" data="http://www.youtube.com/v/LlOi6Gl25Lg?version=3&amp;hl=de_DE"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/LlOi6Gl25Lg?version=3&amp;hl=de_DE" /></object>
</div>
<p>Mich hätten keine zehn Pferde aufs Dach gebracht. Allerdings kam es mir auch absolut lächerlich und absurd vor, sich gegen Raketen mit Plastikplanen zu schützen &#8230;</p>
<p>Die Spannung blieb immer bestehen. Obwohl die ersten paar Raketen alle konventioneller Art waren, war man sich nie sicher, ob das Gas nicht doch noch kommen würde. Gegen die Kurden hatte Saddam ja auch Giftgas eingesetzt – da wird er es gerade gegen Israel unterlassen?<br />
Während der ganzen Kriegstage wurde im Rundfunk kein Wetterbericht gesendet. Man wolle dem Feind keine Informationen über die regionale Wetterlage bieten, hieß es als Begründung. Als ob die israelischen Medien die einzige Informationsquelle dazu wären. Naja.<br />
Die Medien-Berichte über während der Attacken vor Freude tanzende Araber in Israel und den &#8220;Gebieten&#8221; (<em>&#8220;Ja Saddam, ja chabib, udrub udrub Tel-Aviv&#8221;</em> = O Saddam, o Lieber, schlage, schlage Tel-Aviv) versetzten die jüdische Öffentlichkeit in Rage, ja sogar ausgesprochen links Stehende.<br />
Wie in jedem Krieg, so machten auch hier zahlreiche Erzählungen über diverse &#8220;<a href="http://www.benmelech.org/z-def/english/israel-bailey.htm" title="Externer Link zu 'benmelech.org'...">Kriegswunder</a>&#8221; die Runde, ganz besonders natürlich in religiösen Kreisen. </p>
<h4>Gestörte Schabbat-Ruhe</h4>
<p>Freitag Nachmittag, kurz vor Schabbat-Eingang. (An das genaue Datum kann ich mich nicht mehr erinnern.) Die Sirene, die normalerweise den Beginn des Ruhetages anzeigt, ertönte an diesem Tag nicht. Der Sirenenklang könnte die Menschen in unnötige Panik versetzten. Ich drehte unser Transistorradio auf und stellte die sogenannte &#8220;Stille Welle&#8221; ein, einen mit Billigung der maßgeblichen Rabbiner eingerichteten besonderen Sendekanal für religiöse Juden am Schabbat. Wie der Name besagt, herrschte auf dieser Frequenz Funkstille, nur im Alarmfall wurden die notwendigen Warnungen und Durchsagen gesendet.<br />
Schmuel zog seinen Schabbat-Kaftan an und setzte den Hut auf. <em>&#8220;Schmuel, du wirst doch wohl nicht in die Synagoge gehen?&#8221;</em>, meinte ich besorgt. – <em>&#8220;Doch, ich gehe. Es passiert eh nichts.&#8221;</em> Und draußen war er. Die Gasmaske nahm er nicht mit. Er trägt nämlich am Schabbat auf der Straße nicht, obwohl es hier einen &#8220;Eruw&#8221; gibt. (Die halachische Erklärung dafür verstehe ich auch nicht so recht, bitte einen Rabbiner fragen&#8230;) </p>
<p>Da saß ich nun mit den drei kleinen &#8220;G&#8217;schrapperln&#8221;. <em>&#8220;Hoffentlich bleibt alles ruhig&#8221;</em>, dachte ich etwas nervös und blickte auf die Straße. Es blieb nicht. Plötzlich begannen die Sirenen zu heulen. Oh nein!!! Schnell packte ich die Kinder, verbarrikadierte mich mit ihnen im &#8220;Kriegszimmer&#8221; und absolvierte die übliche Gasmasken- und Abdichtungsprozedur, die irgendwie etwas Beruhigendes an sich hatte, weil man sich der Illusion hingeben kann, &#8220;etwas zu tun&#8221;. Danach sagte ich Tehillim (Psalmen).</p>
<p>Mitten im Geheul war ein Rumsen zu vernehmen – aber weniger deutlich als in der ersten Kriegsnacht. Auch die &#8220;Stille Welle&#8221; war mittlerweile zum Leben erwacht, es kamen die üblichen Durchsagen.<br />
Dann waren in einiger Entfernung Sirenen von Einsatzfahrzeugen zu hören, wieder und wieder. Die blieben dann in einiger Entfernung stehen (soweit man das durch bloßes Hören abschätzen kann). Durchsagen aus Lautsprechern schallten durch die dunkle Nacht. Wo ist Schmuel?!<br />
Sodann wurde die Durchsage gesendet, es handle sich wieder um eine konventionelle Scud. Wo genau sie gefallen war, sagte man aber natürlich nicht. Wieder sah ich aus dem Fenster. Ein Igel lief auf der leeren Straße herum. Wo bleibt denn nur mein Mann? Nun, der kam dann auch endlich heim. Ja, auch er hatte die Explosion gehört, anscheinend stärker als ich hier. Er muss also näher dran gewesen sein.</p>
<p>Wie wir später hörten, war die Rakete in Ramat-Gan, unmittelbar an der Grenze zu Bnei-Brak, gefallen und hatte ein Wohnhaus in Schutt und Asche gelegt. Die religiöse Familie, die dort wohnt, war zum Glück nicht zu Hause gewesen. Es hieß, die Leute wollten ursprünglich den Schabbat zu Hause verbringen und hätten auch alle notwendigen Vorbereitungen getroffen. Da hätte plötzlich die Frau darauf gedrängt, zu ihren Eltern nach Bnei-Brak zu gehen, und der Mann hätte sich seufzend gefügt. Nachher muss er sich an Gottes Anweisung an den Erzvater Abraham erinnert haben: </p>
<blockquote><p>Höre auf alles, was deine Frau sagt! </p></blockquote>
<p><cite>Genesis 21,12</cite></p>
<p>Obwohl unser Haus vom Ort des Geschehens nur einige hundert Meter entfernt ist, habe ich die Explosion hier nur relativ schwach gehört, weil zwischen dem betroffenen Haus und unserem ein Hügel liegt. Es war allen klar, was die Iraker eigentlich treffen wollten: eine militärische Einrichtung unweit von hier, in Ramat-Gan. Es gab auch noch weitere Versuche, diese zu treffen, weshalb die Stadt Ramat-Gan auch noch einige weitere Raketen abgekriegt hat.<br />
In der näheren Umgebung der Explosion waren alle Fensterscheiben zu Bruch gegangen, so auch im Haus einer Cousine meiner Schwiegermutter, Piri. Die alte Dame hat einen leichten Schock erlitten, ist aber ansonsten unversehrt geblieben. Den Schaden hat der Staat bezahlt, weil er durch eine feindliche Handlung verursacht worden war. </p>
<h4>Galgenhumor und ein alt-neuer Hit</h4>
<p>Wie unter Juden nicht anders möglich, begannen auch bald verschiedene Witze zu kursieren. [Beispiele?] Im Radio tauchten im Laufe des Krieges neue Lieder auf, darunter auch zahlreiche Spottlieder auf Saddam Hussein. Das bekannteste davon war <em>&#8220;Ja Saddam, ja metumtam&#8221;</em>, das den folgenden Refrain hatte (leider habe ich keine Aufnahme davon bzw. einen Link dazu):</p>
<blockquote><p>Ja Saddam teze mischam<br />
Adon Saddam ja metumtam<br />
Teze mischam teze mischam<br />
Se lo Iran-Amerikan teze mischam<br />
Bum bum bum – Bush!</p>
<p>Übersetzung:<br />
Oh Saddam geh raus von dort<br />
Herr Saddam, oh Depp<br />
Geh raus von dort, geh raus von dort<br />
Das ist nicht Iran-American, geh raus von dort</p></blockquote>
<p>In religiös-jüdischen Kreisen erschienen Cartoons, in denen Saddam mit dem bösen <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Haman" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Haman</a> verglichen wurde.<br />
Im Radio war auch besonders oft die alte Schnulze <em>&#8220;Sugar Bush I love you so&#8221;</em> zu hören, zu Ehren des damaligen amerikanischen Präsidenten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_H._W._Bush" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">George Bush senior</a>. Bis zu diesem Zeitpunkt war derselbe hierzulande als Israel wenig gewogen empfunden worden. Nun änderte sich die Einschätzung schlagartig: Bush wurde als Schützer Israels gepriesen und das obengenannte Lied zur Lobeshymne für ihn umfunktioniert. </p>
<div class="centered">
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</div>
<h4>Alltag in abnormalen Zeiten</h4>
<p>In Bnei-Brak wurden, wie bereits erwähnt, in diesem Zeitraum die sonst üblichen Sirenen zur Verkündung des Eingangs des Schabbat nicht betätigt, damit die Leute nur ja nicht unnötig in Panik gerieten. Aus demselben Grund unterblieb nach den ersten paar Alarmen die Betätigung des gleichbleibenden Sirenentons zur Entwarnung. </p>
<p>Manche Leute, vornehmlich Frauen, waren so hysterisch, dass sie nicht einmal piepende Armbanduhren, pfeifende Kinderspielzeuge und alles, was sich nur im Entferntesten wie eine Sirene anhörte, hören wollten. Selbst das Geräusch eines fahrenden Autobusses in gewisser Entfernung erweckte unangenehme Assoziationen.</p>
<p>Andere Leute waren da mutiger (oder dümmer?). Viele unterließen das Anlegen von Gasmasken: einige besonders Religiöse aus Gottvertrauen; einige, weil sie überzeugt waren, dass sie im Ernstfall eh nichts nutzen.<br />
Mit fortschreitendem Krieg – das muss ich hier festhalten – wurde meine Reizschwelle offenbar immer höher. Zum Schluss wachte ich in der Nacht von den Sirenen gar nicht mehr auf und legte auch keine Gasmaske mehr an. Irgendwie stumpft man ab und wird gleichgültig, und das ist in gewisser Beziehung ja auch gut so.<br />
Mit Ausbruch des Krieges blieben alle Erziehungseinrichtungen – Schulen und Kindergärten – zunächst einmal geschlossen. Dann wurde verfügt, dass der Betrieb wieder aufzunehmen sei, nur müsse jedes Kind seine Gasmaske mitbringen (und überhaupt sollte jedermann, der aus dem Haus ging, seine Maske überallhin mitnehmen). Und um den Kindern im Notfall beim Anlegen der Gasmasken zu helfen – was ja bei zwei Kindergärtnerinnen nicht schnell genug geht –, mussten 1 – 2 Mütter als Freiwillige im Kindergarten anwesend sein. Einige Male erfüllte ich selbst diese Aufgabe, weil ich ja damals noch nicht arbeiten ging. Ich begleitete also Tamar, die stolz ihre mit buntem Papier beklebte Schachtel mit der Gasmaske trug; Dina, die damals noch nicht in den Kindergarten ging, kam auch mit (mit ihrer Kapuze), und natürlich auch Motti, dessen Zelt ich ebenfalls mitschleppte. Alle Schachteln mit den Masken der Kinder kamen in eine eigens dafür eingerichtete Ecke, und der gewohnte Kindergarten-Alltag nahm seinen Lauf. Tagsüber hatte es ja bisher keine Angriffe gegeben.</p>
<h4>Ein Heidenschreck!</h4>
<p>An einem Freitag holte ich Tamar aus dem Kindergarten ab. Dina und Motti waren bei Schmuel zu Hause geblieben. Ich selbst hatte meine Maske nicht dabei. Zusammen mit Tamar ging ich dann Schoschi, eine ältere Dame und Verwandte meiner Schwiegermutter, besuchen. Das Wetter war nicht besonders, es sah aus, als wolle es regnen.<br />
Wir machten es uns auf dem Sofa gemütlich und begannen, wie gewohnt, über dieses und jenes zu plaudern. Da blitzte und krachte es plötzlich so heftig, dass die hölzernen Rollläden beinahe zerbarsten. Im selben Moment begann eine Sirene zu jaulen, mitten hinein in die jäh entstandene Totenstille. Du liebe Güte, war das ein Schreck! Sofort nestelte ich an Tamars Gasmaske herum und setzte sie ihr auf. Was wird jetzt mit mir, was wird aus Schoschi, die überhaupt keine Maske hat? Aber da hieß es im Radio schon: <em>&#8220;Es handelt sich um einen Blitzschlag, das ist kein Raketenangriff&#8221;</em>. Ich wiederhole: <em>&#8220;Das ist kein Raketenangriff!&#8221;</em><br />
Nachher bin ich mit noch leicht zitternden Knien mit meiner kleinen Tochter nach Hause geschlichen.</p>
<h4>Das Purimwunder</h4>
<p>Und dann war dieser eigenartige Krieg plötzlich zu Ende, passenderweise genau zu Purim. Ich erinnere mich noch an Leute, die jetzt spaßeshalber, quasi als Purim-Verkleidung, mit aufgesetzten Gasmasken herumzogen und lachten. Manche hatten die Masken bemalt oder mit Micky-Maus-Ohren und anderen Accessoires verziert.<br />
Nach israelischen Angaben betrugen die Verluste unter der Bevölkerung insgesamt 74 Zivilisten. Davon starben zwei Personen direkt, vier indirekt durch Erstickung aufgrund von Gasmasken und die Restlichen durch Herzinfarkte.</p>
<p class="tipp">Jetzt zählen wir das Jahr 2012 und wieder wehen im Nahen Osten Kriegswinde. Man hat hier auch wieder Gasmasken an die Bevölkerung verteilt. Ich habe sie inzwischen in der Rumpelkammer verstaut und hoffe stark, dass sie auch in Hinkunft dort verbleiben. Amen!</p>
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		<title>Flaschenpost an die Zukunft</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2012/01/15/flaschenpost-an-die-zukunft/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 08:26:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guenter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Erinnerung an den Lyriker Gabor Hajnal Nach längerer Enthaltsamkeit als Gastautor dieses Bloggs möchte ich mich heute wieder zu Wort melden und auf einen aus dem südlichen Burgenland stammenden jüdischen Lyriker aufmerksam machen, dessen Geburt sich im kommenden Herbst zum 100. Male jährt. Sein Name: Gabor Hajnal. Das Licht der Welt hat dieser Mann am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Erinnerung an den Lyriker Gabor Hajnal</h3>
<p>Nach längerer Enthaltsamkeit als Gastautor dieses Bloggs möchte ich mich heute wieder zu Wort melden und auf einen aus dem südlichen Burgenland stammenden jüdischen Lyriker aufmerksam machen, dessen Geburt sich im kommenden Herbst zum 100. Male jährt.</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/gaborHajnal.jpg" width="250" height="318" alt="Gabor Hajnal" /></p>
</div>
<p>Sein Name: Gabor Hajnal. Das Licht der Welt hat dieser Mann am 4. Oktober 1912 in Kohfidisch erblickt, das damals noch zum westungarischen Komitat Vas im Königreich Ungarn gehörte (zur Gründung des österreichischen Bundeslandes Burgenland kam es bekanntlich ja erst im November 1921), gestorben ist er am 26. Jänner 1987, also vor demnächst 25 Jahren, in Budapest. In Hajnals Geburtsort Kohfidisch (im Bezirk Oberwart gelegen) gab es damals (und gibt es auch heute noch) ein Schloss der ungarischen Magnatenfamilie Erdödy.</p>
<p>Hajnal hieß bei seiner Geburt Holzer und war der Sohn einer jüdischen Kaufmanns- und Gastwirtefamilie in Kohfidisch, die 1920 nach Steinamanger/ Szombathely  übersiedelte und  ihren Namen auf Hajnal magyarisieren ließ. In Steinamanger absolvierte der junge Gabor das Gymnasium und maturierte dort 1930. Danach studierte er an der Universität in Budapest Jus, war viele Jahre als Beamter im Justizministerium in der ungarischen Metropole tätig, ehe er sich zu einem Leben als Freier Schriftsteller und Übersetzer entschloss.</p>
<p>Vor dem Zweiten Weltkrieg übersetzte er Größen der deutschsprachigen Dichtung wie Goethe, Hölderlin, Heine, Rilke, Lenau und Grillparzer ins Ungarische, in den Sechziger- und Siebziger- Jahren des vorigen Jahrhunderts dann Georg Trakl, Bertold Brecht, Paul Celan, Ingeborg Bachmann, H.C. Artmann und Erich Fried. Manchmal hatte er sogar das beklemmende  Gefühl, dass ihn seine vielfältige Übersetzungsarbeit doch ein wenig an der Produktion seiner eigenen Lyrik hindere, was er poetisch einmal so ausdrückte:</p>
<blockquote><p>Die Schatten ungeschriebener Gedichte umflattern mich<br />
Während ich fremde Verse stille“.
</p></blockquote>
<p>Die Kriegsjahre 1939 – 1945 waren für Gabor Hajnal schwere Jahre.</p>
<blockquote><p>Als Jude diskriminiert, verlor er allmählich alle Möglichkeiten als Schriftsteller tätig zu sein, musste als Hilfsarbeiter in einer Fabrik arbeiten und schließlich als Verfolgter in verschiedenen Arbeitslagern ein ständig bedrohtes Leben fristen
</p></blockquote>
<p><cite>Klara Köttner- Benigni</cite></p>
<p>Seine eigenen Gedichte, alle ungarisch verfasst und vom Rhythmus dieser sehr melodiösen und auch ein wenig pathetischen Sprache getragen, hat Hajnal in insgesamt 18 Bänden veröffentlicht. Eine Auswahl daraus in deutscher Übersetzung  ist 1978 in der DDR- Version des Verlags Philipp Reclam in Leipzig erschienen. In einem Band mit dem Titel &#8220;Walpurgisnacht&#8221;. Seine Verse im Deutschen (nach wörtlichen Rohübersetzungen von Sprachkundigen) nachgedichtet haben ausgezeichnete DDR- Autoren wie Günter Kunert und Franz Fühmann. Fühmann betonte dabei in einem Nachwort des Bandes, dass Hajnal zweifellos zu den bedeutendsten Dichtern des damaligen Ungarn gehört. Seine Gedichte seien Zeugnis der Bewältigung bitterster Lebenserfahrungen. Sie kündeten vom Standhalten und Standgehalten-Haben auch in Hiobs- Situationen. Und Fühmann zitiert dabei ein von ihm ins Deutsche übertragene Gedicht Hajnals, in dem dies auch vom Dichter aus Kohfidisch bestätigt wird.</p>
<blockquote><p>Wenn wenigstens / winterliche Kälte kreischte / so wäre Hoffnung, dass dies einmal ende / der Frühling käme und danach der Sommer/&#8230;./ aber um uns ist Herbst / ewiger Herbst.“ Und trotzdem: „Flaschenpost sind alle meine Worte / weil ich dennoch an die Zukunft glaube.
</p></blockquote>
<p>Zum Burgenland fand Hajnal wieder in den 1970ern engeren Kontakt. Er absolvierte Lesungen (<abbr>u.a.</abbr> auf Einladung des Ungarischen Kulturvereins in Unterwart) und veröffentlichte einige seiner Gedichte in den Zeitschriften &#8220;Volk und Heimat&#8221; und &#8220;Pannonia&#8221;. Darunter auch jenes, das er als persönlichen Nachruf auf den in Paris freiwillig aus dem Leben geschiedenen galizisch-jüdischen Dichter Paul Celan geschrieben hat und von Günter Kunert ins Deutsche übertragen wurde.</p>
<blockquote><p>Von Tür zu Tür tritt die Nachricht<br />
trommelte in die Ohren<br />
es prasselt der Regen und<br />
schreckt dich auf in der Nacht<br />
durchbebt den Morgen<br />
trommelt und trommelt und<br />
du begreifst nicht begreift nichts<br />
es wirbelt die Trommel.</p>
<p>Flucht vor langsam mahlender Qual<br />
durch Qual zerberstend im Augenblick<br />
In nichts.</p>
<p>Von Tür zu Tür tritt die Nachricht<br />
sein Leichnam sein gefunden<br />
es trommelt in die Ohren<br />
in den Tod ging der Überlebende<br />
seinen Platz hatte er vergeblich gesucht.</p>
<p>Flucht vor langsam mahlender Qual<br />
durch Qual zerberstend im Augenblick<br />
in nichts.</p>
<p>Seiner Worte Trommelwirbel<br />
schreckt dich auf in der Nacht<br />
durchbebt den Morgen<br />
begreifst du nichts? Begreifst du nichts?</p></blockquote>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:420px; height:315px" data="http://www.youtube.com/v/gVwLqEHDCQE?version=3&amp;hl=de_DE"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/gVwLqEHDCQE?version=3&amp;hl=de_DE" /></object>
</div>
<p><cite>Bildnachweis: Gerald Schlag, Burgenland. Geschichte, Kultur und Wirtschaft in Biographien</cite></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Im Zentrum der Welt</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 08:13:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher und Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[israel]]></category>
		<category><![CDATA[jerusalem]]></category>

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		<description><![CDATA[Man könnte sich keinen besseren Ort für dieses Motiv denken: Mitten in Jerusalem, nahe dem Rathaus, findet sich diese für Jerusalem doch recht schmeichelhafte Weltkarte – ausgeführt in Keramik vom Jerusalemer Künstler Arman Darian, nach einem Original des Hannoveraner Theologen Heinrich Bünting aus 1581. Weltkarte von Arman Darian nach dem Original von Heinrich Bünting aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man könnte sich keinen besseren Ort für dieses Motiv denken: Mitten in Jerusalem, nahe dem Rathaus, findet sich diese für Jerusalem doch recht schmeichelhafte Weltkarte – ausgeführt in Keramik vom Jerusalemer Künstler Arman Darian, nach einem <a href=" http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:1581_Bunting_clover_leaf_map.jpg&#038;filetimestamp=20061130054816" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Original</a> des Hannoveraner Theologen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_B%C3%Bcnting" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Heinrich Bünting</a> aus 1581.</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[080112]" title="Weltkarte von Arman Darian nach dem Original von Heinrich Bünting aus 1581"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/karteJGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/karteJGR.jpg" width="550" height="446" alt="Weltkarte von Arman Darian nach dem Original von Heinrich Bünting aus 1581" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Weltkarte von Arman Darian nach dem Original von Heinrich Bünting aus 1581</p>
<p>Kuriosum am Rande: Büntings eigenwillige Darstellung &#8211; die Welt als Kleeblatt mit Jerusalem im Zentrum &#8211; zielt nicht nur auf besondere Akzentuierung Jerusalems, sondern ist gleichermaßen eine Verneigung vor seiner Heimatstadt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hannover#Wappen" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Hannover</a>, die nämlich das Kleeblatt (andere sagen freilich: eine Marienblume) im <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Coat_of_arms_of_Hannover.svg&#038;filetimestamp=20090822130540" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Wappen</a> führt&#8230; </p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir den instruktiven Aufsatz Karl-Heinz Kohls zu diesen und weiteren Hintergründen der Bünting-Karte: &#8220;<a href="http://edoc.bbaw.de/volltexte/2009/1245/pdf/04_Kohl_print.pdf" title="Externer Link zu 'edoc.bbaw.de...'">Allegorien der drei Erdteile und die Entdeckung Amerikas</a>&#8221; (<acronym>PDF-Datei</acronym>, 5.8 <abbr>MB</abbr>).</em></p>
<div class="pagenavi">
<div class="page-nav">
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2011/12/18/bild-der-woche-chanukka-und-ein-abgeschlagener-kopf/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild">  Bild der Woche &#8220;Chanukka und ein abgeschlagener Kopf&#8221;</a>&nbsp;
</div>
<div class="nav-next">
&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2012/03/06/bild-der-woche-purim-5772-2012/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Purim 5772/2012&#8243;</a> &raquo;
</div>
</div>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Chanukka und ein abgeschlagener Kopf</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/12/18/bild-der-woche-chanukka-und-ein-abgeschlagener-kopf/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2011/12/18/bild-der-woche-chanukka-und-ein-abgeschlagener-kopf/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 09:26:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[buchkunst]]></category>
		<category><![CDATA[chanukka]]></category>

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		<description><![CDATA[Was Judit und Holofernes mit Chanukka zu tun haben Übermorgen, am Dienstag, dem 20. Dezember, ist der 24./25. Kislew und damit Erev Chanukka. Es ist wohl hinlänglich bekannt, dass das achttägige Chanukkafest an die Wiedereinweihung des Altars im Jerusalemer Tempel durch Judas Makkabäus 164 v.d.Z. erinnert, nachdem der seleukidische (hellenistisch-griechische) König Antiochus Epiphanes vier Jahre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Was Judit und Holofernes mit Chanukka zu tun haben</h3>
<p>Übermorgen, am Dienstag, dem 20. Dezember, ist der 24./25. Kislew und damit Erev Chanukka. Es ist wohl hinlänglich bekannt, dass das achttägige Chanukkafest an die Wiedereinweihung des Altars im  Jerusalemer Tempel durch Judas Makkabäus 164 v.d.Z. erinnert, nachdem der seleukidische (hellenistisch-griechische) König Antiochus Epiphanes vier Jahre zuvor den Tempel entweiht hatte.  So lesen wir im ersten Buch der Makkabäer 4,52-59, das sich übrigens – und das mag erstaunen – wie auch das zweite Buch der Makkabäer nicht in der hebräischen Bibel befindet! </p>
<p>Im Traktat Schabbat 21b des babylonischen Talmud werden die acht Tage mit einer Legende begründet, dass nämlich das wenige vorhandene Öl nicht ausreichte, um die Flammen des Leuchters acht Tage zu nähren, und nur ein einziges Krüglein Öl tatsächlich den Leuchter acht Tage lang speisen konnte, bis wieder neues &#8220;koscheres&#8221; (rituell taugliches) Öl zur Verfügung stand: </p>
<blockquote><p>Ein großes Wunder geschah dort!</p></blockquote>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[181211]" title="Chanukkaillustration: Birkat ha-mazon, Wien 1751"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/juditHolofernesGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/juditHolofernesGRR.jpg" width="550" height="628" alt="Chanukkaillustration: Birkat ha-mazon, Wien 1751" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Judit mit dem abgeschlagenen Kopf des Holofernes. Illustration zu Chanukka im Birkat ha-mazon von Meschullam Simmel, Wien 1751.<br />
Das Büchlein ist übrigens gerade mal 8.4cm x 10.4cm groß und in unserer Dauerausstellung zu besichtigen!</p>
<p>Wir  befassen uns heute ein wenig mit den &#8220;Birkat-ha-mazon&#8221;-Büchlein, einer Sammlung von &#8211; vor allem ab dem 18. Jahrhundert &#8211; meist eher textknappen Segenssprüchen zu den verschiedensten Situationen des Alltags samt den dazugehörigen Illustrationen, die in keinem jüdischen Haushalt fehlen durften. Der älteste und nur in einem einzigen Exemplar erhaltene Druck eines solchen Büchleins wurde im Jahr 1514 in Prag herausgebracht. Einheitlich in allen Handschriften finden wir am Beginn die Segenssprüche zu den beiden Freudenfesten Purim und Chanukka, wobei insbesondere eine Bildrezension zu Chanukka nicht ganz leicht zu überblicken ist. Denn in vielen Birkat-ha-mazon-Handschriften und -Drucken ist der Chanukkatext nicht nur mit einem Leuchter illustriert, den der in zeitgenössische Tracht gekleidete Hausherr entzündet, sondern es findet sich noch zusätzlich die Darstellung von Judit, die dem schlafenden Feldherrn Holofernes den Kopf abschneidet und diesen in einen von ihrer Dienerin bereitgestellten Sack gibt. </p>
<p>Die Geschichte von Judit und Holofernes lesen wir übrigens im Buch Judit, das sich – wiederum erstaunlich – so wie die beiden Makkabäerbücher ebenfalls nicht in der hebräischen Bibel findet:</p>
<blockquote><p>Dann ging sie zum Bettpfosten am Kopf des Holofernes und nahm von dort sein Schwert herab. Sie ging ganz nahe zu seinem Lager hin, ergriff sein Haar und sagte: Mach mich stark, Herr, du Gott Israels, am heutigen Tag! Und sie schlug zweimal mit ihrer ganzen Kraft auf seinen Nacken und hieb ihm den Kopf ab. Dann wälzte sie seinen Rumpf von dem Lager und riss das Mückennetz von den Tragstangen herunter. Kurz danach ging sie hinaus und übergab den Kopf des Holofernes ihrer Dienerin, die ihn in einen Sack steckte &#8230;</p></blockquote>
<p><cite>Judit, 13, 6-10</cite></p>
<p>Ein Chanukka-<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pijjut" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Pijjut</a>, also eine religiöse Dichtung zum Fest, erklärt die Verbindung der Judith-Holofernesgeschichte mit jener von Chanukka:<br />
Demnach verbot König Antiochus Epiphanes nicht nur die Ausübung der jüdischen Religion, sondern bestimmte als weitere judenfeindliche Maßnahme, dass dem Oberkommandanten das &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ius_primae_noctis" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">ius primae noctis</a>&#8221; zustehe. Als dieses aber bei der Tochter des Hohepriesters Jochanan zur Anwendung kommen sollte, töteten ihre Brüder mit Judas Makkabäus an der Spitze den feindlichen Feldherrn. Daraufhin zog Holofernes aus Rache gegen Jerusalem und wurde dort von der tapferen Judit getötet. </p>
<p>Daher findet man diese Darstellung vor allem in jenen Birkat-ha-mazon-Handschriften, die für weibliche Besitzer bestimmt waren, um auf die tapferen Frauen Israels hinzuweisen &#8230;</p>
<p>Bleibt noch anzumerken, dass der Chanukkabrauch, gesalzene Käsegerichte zu essen, auf dieses Ereignis zurückgeht: Angeblich setzte Judit dem Holofernes gesalzenen Käse vor und nachdem dieser seinen großen Durst mit vielen Bechern Wein gelöscht hatte und betrunken eingeschlafen war, konnte sie ihm den Kopf abschlagen.</p>
<p class="centered"><strong>Aber nicht mit dem Klassiker &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maos_Zur" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Maos Zur</a>&#8220;, einem Pijjut aus dem 13. Jahrhundert, sondern mit einem sehr modernen rockigen Adam Sandler wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest &#8211; <span lang="en" xml:lang="en">Happy</span> Chanukka &#8211; חג אורים שמח<br />
und außerdem unseren christlichen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest und allen einen guten Start ins Neue Jahr!</strong></p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:420px; height:315px" data="http://www.youtube.com/v/EeC8nTYEwQQ?version=3&amp;hl=de_DE"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/EeC8nTYEwQQ?version=3&amp;hl=de_DE" /></object>
</div>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir die beiden ausgezeichneten Beiträge zu Chanukka, in denen Sie mehr über Geschichte und Bräuche des Festes erfahren: <a href="http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.879.html" title="Externer Link zu 'j-zeit.de...'">&#8220;Nicht durch Macht und nicht durch Stärke &#8230;&#8221;</a> von Hartmut Bomhoff sowie <a href="http://www.david.juden.at/kulturzeitschrift/70-75/71-keil.htm" title="Externer Link zu 'david.juden.at...'">&#8220;Chanukka – ein Fest des Kulturtransfers&#8221;</a> von Martha Keil. </em> </p>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2011/11/20/bild-der-woche-genisa-grab-am-zentralfriedhof-wien/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild">  Bild der Woche &#8220;Genisa-Grab am Zentralfriedhof Wien&#8221;</a>&nbsp;
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&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2012/01/08/bild-der-woche-im-zentrum-der-welt/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Im Zentrum der Welt&#8221;</a> &raquo;
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		</item>
		<item>
		<title>Verzettelt in Jerusalem</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/12/12/verzettelt-in-jerusalem/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 09:22:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christopher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[israel]]></category>
		<category><![CDATA[jerusalem]]></category>
		<category><![CDATA[jüdisch-christlich]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ein Ritual, an dem sich Israel-Reisende verschiedenster Couleur (Prominenz, von Barack Obama bis Benedikt XVI., inklusive) erfreuen: das Schreiben von Gebets-Notizen (jidd. Kwittel), die anschließend in den Ritzen der Jerusalemer Westmauer (hebr. HaKotel HaMa&#8217;arawi; eher problematisch ist das deutsche &#8220;Klagemauer&#8221;) deponiert werden. Wer möchte, kann selber ein &#8220;Kvittelchen&#8221; in die Ritzen der Klagemauer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein Ritual, an dem sich Israel-Reisende verschiedenster Couleur (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Placing_notes_in_the_Western_Wall#Notable_persons_who_have_placed_notes_in_the_Wall" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Prominenz</a>, von Barack Obama bis Benedikt XVI., inklusive) erfreuen: das Schreiben von Gebets-Notizen (jidd. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kvitel" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Kwittel</a>), die anschließend in den Ritzen der Jerusalemer <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Western_Wall" title="Externer Link zu 'en.wikipedia.org...'">Westmauer</a> (hebr. HaKotel HaMa&#8217;arawi; eher problematisch ist das deutsche &#8220;Klagemauer&#8221;) deponiert werden.</p>
<blockquote><p>Wer möchte, kann selber ein &#8220;Kvittelchen&#8221; in die Ritzen der Klagemauer stecken, </p></blockquote>
<p>schlägt etwa der Israel-Baedeker Jerusalem-Besuchern vor (dagegen &#8211; das ist wohl warnend an die Adresse christlicher PilgerInnen  gesagt &#8211; sei etwa das <em>&#8220;Anzünden von Kerzen eher unpassend&#8221;</em> &#8230;;)).<br />
Im Hintergrund steht dabei, grob gesprochen, die (in der jüdischen Traditionsliteratur gut belegte) Idee der vorzüglichen Heiligkeit des Ortes, von dem die Gegenwart Gottes auch nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels nicht gewichen sei.</p>
<p><em>(Zur Heiligkeit und den Ritualen rund um die Westmauer <abbr>vgl.</abbr> ausführlich <abbr>R.</abbr> Mordechai Ha&#8217;cohen: Sanctity, Law and Customs. In: Meir Ben-Dov <abbr>u.a.</abbr>: The Western Wall (HaKotel). Jerusalem 1987. S. 79-97; außerdem <a href="http://books.google.at/books?id=lo4f3iCjizgC&#038;printsec=frontcover&#038;dq=max+k%C3%BCchler+jerusalem&#038;hl=de&#038;ei=dlDiTqimLpDsOcCZgLIE&#038;sa=X&#038;oi=book_result&#038;ct=result&#038;resnum=1&#038;ved=0CDQQ6AEwAA#v=onepage&#038;q=max%20k%C3%BCchler%20jerusalem&#038;f=false" title="Externer Link zu 'books.google.at...'">Max Küchler: Jerusalem. Ein Handbuch und Studienreiseführer zur Heiligen Stadt</a>. Göttingen 2007. <abbr>bes. S.</abbr> 154ff., 168ff.)</em></p>
<div id="mittig2e">
<ul id="bildchen2">
<li><a rel="lightbox[121211]" title="Die Jerusalemer Westmauer ..." href="http://www.ojm.at/blog/bilder/kotel01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/kotel01.jpg" width="250" height="167" alt="Die Jerusalemer Westmauer ..." /></a><br />
Die Jerusalemer Westmauer ..</li>
<li><a rel="lightbox[121211]" title="...samt Kwittelach" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/kotel02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/kotel02.jpg" width="250" height="167" alt="...samt Kwittelach" /></a><br />
&#8230;samt Kwittelach</li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p>Das Kwittel-Ritual scheint nun so reizvoll zu sein, dass auch christliche PilgerInnen es für sich bzw. ihre heiligen Stätten adaptiert haben. Geschätzte 500 Meter Luftlinie von der Westmauer entfernt nämlich, in der Grabeskirche, werden ebenfalls eifrig Zettel beschrieben, gefaltet und in Ritzen gesteckt &#8211; analoge Frömmigkeitspraxis, andere Religion.<br />
Hier, wo Christinnen und Christen Hinrichtungsstätte und Grab des Jesus von Nazareth verehren, haben also ebenfalls die Gebetszettelchen Einzug gehalten &#8211; und werden in die Ritzen der Grabkapelle geschoben; deren Altersschwäche <abbr>bzw.</abbr> die entsprechenden baulichen Auflösungserscheinungen machen&#8217;s möglich&#8230; </p>
<div id="mittig2d">
<ul id="bildchen3">
<li><a rel="lightbox[121211]" title="Die Grabkapelle im Inneren der Grabeskirche ... " href="http://www.ojm.at/blog/bilder/kotel04GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/kotel04.jpg" width="250" height="375" alt="Die Grabkapelle im Inneren der Grabeskirche ... " /></a><br />
Die Grabkapelle im Inneren der Grabeskirche &#8230;<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Jerusalem_Holy_Sepulchre_BW_7.JPG&#038;filetimestamp=20090111190206" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'"> <img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/faviconW.gif" alt="Wikipedia" width="16" height="16" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[121211]" title="...mit den einschlägigen Zettelchen" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/kotel03GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/kotel03.jpg" width="250" height="167" alt="...mit den einschlägigen Zettelchen" /></a><br />
&#8230;mit den einschlägigen Zettelchen</li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p>Ob hier nun tatsächlich eine Art interreligiöser Ritual-Import vorliegt (oder eher eine althergebrachte Analogie in der religiösen Praxis)? Man weiß es nicht. Freund Baedeker jedenfalls kennt/empfiehlt ein derartiges Ritual (noch?) nicht&#8230; ;)</p>
<p>Was wir aber jedenfalls wissen: Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst eine Nachricht an der Westmauer zu hinterlassen, muss nicht auf den nächsten Israel-Besuch warten – <a href="http://twitter.com/TheKotel" title="Externer Link zu 'twitter.com...'">Twitter</a> sei Dank lassen sich Gebete auch online an die Westmauer adressieren, die dann in ausgedruckter Form ebendort deponiert werden; mehr Infos bei &#8220;<a href="http://www.tweetyourprayers.info/" title="Externer Link zu 'tweetyourprayers.info'">Tweet your prayers</a>&#8220;. </p>
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		<title>Köpfe der Woche &#8211; Rubinstein / Zweig</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/11/27/koepfe-der-woche-rubinstein-zweig/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 09:54:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christa Christopher Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kopf der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[literatur]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der morgige 28. November hat sowohl ein prominentes musikalisches wie auch ein berühmtes literarisches Geburtstagskind vorzuweisen: Vor 130 Jahren, am 28. November 1881, wurde der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig geboren, ein gutes halbes Jahrhundert zuvor, am 28. November 1829, der russische Komponist Anton Grigorjewitsch Rubinstein. Grund genug, meinen wir, für einen musikalisch-literarischen Doppel-&#8221;Kopf der Woche&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/zweig.jpg" width="216" height="192" alt="Stefan Zweig, um 1900, Quelle: http://de.wikipedia.org/..." /><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Zweig" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'"> <img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/faviconW.gif" alt="Wikipedia" width="16" height="16" /></a></p>
</div>
<p>Der morgige 28. November hat sowohl ein prominentes musikalisches wie auch ein berühmtes literarisches Geburtstagskind vorzuweisen: Vor 130 Jahren, am 28. November 1881, wurde der österreichische Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Zweig" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Stefan Zweig</a> geboren, ein gutes halbes Jahrhundert zuvor, am 28. November 1829, der russische Komponist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Grigorjewitsch_Rubinstein" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Anton Grigorjewitsch Rubinstein</a>.</p>
<p><br class="clear" /></p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[271111]" title="Anton Rubinstein, gemalt von I.J. Repin, Quelle: http://he.wikipedia.org/wiki/..." href="http://www.ojm.at/blog/bilder/rubinsteinGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/rubinstein.jpg" width="216" height="274" alt="Anton Rubinstein, gemalt von I.J. Repin, Quelle: http://he.wikipedia.org/wiki/..." /></a><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Grigorjewitsch_Rubinstein" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'"> <img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/faviconW.gif" alt="Wikipedia" width="16" height="16" /></a></p>
</div>
<p>Grund genug, meinen wir, für einen musikalisch-literarischen Doppel-&#8221;Kopf der Woche&#8221; &#8211; zumal sich  gewisse (zumindest sentimentale) Anknüpfungspunkte für unser Museum ergeben: 2003 zeigten wir in unserem Haus die sehr gelungene Wanderausstellung &#8220;Stefan Zweig &#8211; Ein Österreicher aus Europa&#8221; &#8211; und Rubinstein, ab 1852 Hofpianist bei der Großfürstin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_von_W%C3%BCrttemberg" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">(H)Elena Pawlowna</a>, führt uns quasi in das biographische Hintergrund-Milieu unseres (hier im Blog schon mehrfach angesprochenen) <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/05/09/der-blauglockenbaum/" title="Interner Link zum Beitrag 'Der Blauglockenbaum'">Blauglockenbaums</a>. Denn die Fürstin gehörte (angeheirateter-weise) zur Familie des Zaren Alexander I., dessen Schwester <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Pawlowna" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Anna Pawlowna</a> wiederum die Namensgeberin unseres schönen Baums ist… ;-) Außerdem: das Jahr 1847 brachte Rubinstein im Palais Esterhazy in Bratislava zu – und von 1871-72 wirkte er als künstlerischer Direktor des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_der_Musikfreunde_in_Wien" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Wiener Musikvereins</a> &#8230;</p>
<p class="tipp2">&nbsp;</p>
<p>Im Folgenden Anton Rubinsteins wunderschöne Romanze in E-Moll, gespielt von niemand Geringerem als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Isaac_Stern" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Isaac Stern</a>:</p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:420px; height:315px" data="http://www.youtube.com/v/WGHH5KTtEpo?version=3&amp;hl=de_DE"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/WGHH5KTtEpo?version=3&amp;hl=de_DE" /></object>
</div>
<blockquote><p>Den Juden bin ich ein Christ, den Christen ein Jude; den Russen bin ich ein Deutscher, den Deutschen ein Russe, den Klassikern ein Zukünftler, den Zukünftlern ein Retrograder <abbr>u.s.w.</abbr> Schlussfolgerung: ich bin weder Fisch noch Fleisch – ein jammervolles Individuum.
</p></blockquote>
<p><cite><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Grigorjewitsch_Rubinstein#Famili.C3.A4rer_Hintergrund" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'"> <img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/faviconW.gif" alt="Wikipedia" width="16" height="16" /></a></cite></p>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2011/10/23/kopf-und-tipp-der-woche-ari-rath/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Kopf der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Kopf">  Kopf der Woche &#8220;Ari Rath&#8221;</a>&nbsp;
</div>
</div>
</div>
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