Älterer jüdischer Friedhof Eisenstadt

Das Österreichische Jüdische Museum arbeitet gegenwärtig (Start des Projekts: 11. Jänner 2015) konnte die digitale Edition des älteren jüdischen Friedhofes von Eisenstadt am 16. September 2015 fertigstellen.

Es gibt eine vollständige Auflistung aller hebräischen Grabinschriften (mit Ausweis der hebräischen Zitate) inklusive zum Teil sehr ausführlicher biografischer Anmerkungen:

Wachstein B., Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt, Eisenstädter Forschungen, hrsg. von Sándor Wolf, Band I, Wien 1922.

Ziel unseres Projekts war, die einzelnen Gräber am älteren jüdischen Friedhof von Eisenstadt korrekt zu lokalisieren, um so allen Besucherinnen/Besuchern zu ermöglichen, ein bestimmtes Grab auch tatsächlich zu finden. Das ist mit der Publikation von Wachstein heute so gut wie nicht mehr möglich. Mehr zum Projekt siehe den einleitenden Artikel (Link unten):

Die Grabsteine (The Gravestones)

Archiv Personenregister in alphabetischer Reihenfolge

Lageplanregister (Suche nach Sektoren und Standorten)

Einleitender Artikel: „אבני א“ש – Die Grabsteine des älteren jüdischen Friedhofes in Eisenstadt

Blogartikel „Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt

Wir verfügen über einen vor einigen Jahren korrekt vermessenen Plan des älteren jüdischen Friedhofes mit punktgenauer Einzeichnung aller Grabsteine:

Plan des älteren jüdischen Friedhofes Eisenstadt


Grundsätzliches:

Alle hebräischen Inschriften werden geschrieben, wir verwenden aus folgenden Gründen keine Scans der Inschriften Wachsteins:

  • Wachstein setzt in seiner Publikation die Inschriften (aus Platzgründen?) nur sehr selten zeilengerecht und originalgetreu. Unsere Inschriften sind zeilengerechte Abschriften der Grabinschriften. Nur wenn keine Inschrift mehr erkennbar ist, müssen wir auf die Wachstein’sche Lesung zurückgreifen.
  • Weiters setzt Wachstein Kommas und Punkte, die oft weder den Grabinschriften entsprechen noch die Zeilenumbrüche der Grabinschrift andeuten, sondern (meist) Sinneinheiten kennzeichnen.
  • Auch Großschreibungen und andere Formatierungen stimmen bei Wachstein auffällig oft nicht mit den tatsächlichen Inschriften überein, sind überdies sehr uneinheitlich und (für mich) oft nicht schlüssig nachzuvollziehen.
    Wir versuchen, offensichtliche Abschreibeungenauigkeiten Wachsteins korrekt darzustellen.

Ansicht des älteren jüdischen Friedhofes Eisenstadt, vor 1922


Zur Schreibung – die wichtigsten Konventionen:

Im Untertitel jeden Beitrags werden die Angaben Wachsteins 1:1 übernommen, also etwa: „Malka Tochter Michael Wertheimer aus Wien, Frau Elchanan Kurz, 20. Nisan 605 (= Sonntag, 27. April 1845)“.
Indiziert (im Archiv) wird jedoch so wie bisher hier üblich, also „Kurz Malka“.
Matrikendaten werden, wenn vorhanden, selbstverständlich berücksichtigt.

Bei Wachstein: „Samstag“ – bei uns: „Schabbat“. Wachstein führt den Wochentag auch nur dann an, wenn dieser auch in der Grabinschrift genannt ist. Wir ergänzen den Wochentag im Untertitel immer.

„ß“ bei häufigen Eigennamen (Vornamen) bei Wachstein wird bei uns durch (heute) üblicheres „ss“ ersetzt: „Hadaß – Hadass“.

Anmerkungen

Eigene Anmerkungen zu den Inschriften werden nur gelegentlich gemacht, da sie für unser Projektziel von unter- bzw. nachgeordneter Bedeutung sind.

Text- und biografische Anmerkungen von Wachstein, die dieser in seinem ersten, deutschen Teil seiner Publikation bringt, werden ausnahmslos zitiert. Nicht extra zitierte Anmerkungen stammen von mir.

Die hebräischen Fußnoten von Wachstein zur hebräischen Inschrift (Zitationen biblischer und rabbinischer Texte) werden hier nicht übernommen.

Register

Selbstverständlich finden sich in beiden Registern nur die bereits erfassten (online gestellten) Namen.

Im Archiv werden die Personennamen gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Beitrages alphabetisch angeführt.

Das Lageplanregister ermöglicht die Suche nach einzelnen (von uns bereits erfassten) Gräbern am Friedhof.

Nummern und Sektoren

Die auch bei Wachstein bei jedem Grabstein beigefügten alten und neuen Nummern sind heute nur mehr auf wenigen Grabsteinen erkennbar. Siehe dazu den einleitenden Artikel: „אבני א“ש – Die Grabsteine des älteren jüdischen Friedhofes in Eisenstadt„.

Unser Plan ist nach Sektoren eingeteilt. Neben jedem Grabstein werden auch das Bild des zugehörigen Sektors sowie der Gesamtplan des Friedhofes mit allen Sektoren im Kleinformat.

Um sich besser orientieren zu können, verwenden Sie bitte den großen Plan oben.

Die alten und neuen Nummern sind daher bei lesbaren Inschriften heute obsolet und werden nicht extra angegeben.

Fotos

In der Publikation von Wachstein finden wir insgesamt nur 69 Abbildungen von Grabsteinen. Aufgrund dieser und der wenigen Panoramafotos aus der Zeit lässt sich leider kein wirklich schlüssiges Bild ableiten, wie die Mehrzahl der Grabsteine im Jahr 1922 ausgesehen hat. Zumal auch die Fotos bei Wachstein unterschiedliche Qualität der Grabsteine / Grabinschriften aufweisen:

  • Grabstein Scan Wachstein schlecht lesbar

    Grabstein 1922 (Scan) schlecht lesbar

  • Grabstein Scan Wachstein sehr gut lesbar

    Grabstein 1922 (Scan) sehr gut lesbar


Für unser Projekt haben neu angefertigte Fotos von jedem Grabstein, vor allem aus Gründen einer korrekten, umfassenden und nachhaltigen Archivierung, höchste Priorität.

Alle Fotos wurden vom Autor der Blogbeiträge (Johannes Reiss) gemacht. Das Datum der Aufnahmen ist immer identisch mit dem Datum der Veröffentlichung des Beitrags (mit höchstens wenigen Tagen Differenz).


Ansicht des älteren jüdischen Friedhofes Eisenstadt, vor 1922


Parameter für eine korrekte Zuordnung

Von Anfang an wurde als Konvention festgelegt, dass eine korrekte Zuordnung eines Grabsteines nur dann gegeben ist, wenn zumindest zwei der folgenden Kriterien eindeutig zutreffen: hebräische Nummer, erschlossene (weil heute nicht mehr sichtbare) Standortnummer und hebräische Inschrift. Ausnahme ist die hebräische Inschrift: ist diese ganz oder sind zumindest wesentliche Teile davon klar lesbar, ist der Grabstein auch eindeutig zuzuordnen, wenn die anderen beiden Parameter nicht zutreffen.

Sind wir in der Lage, einen Grabstein aufgrund der nicht mehr sichtbaren aber erschlossenen Standortnummer mit hoher Wahrscheinlichkeit zuzuordnen, wird der Grabstein bzw. der Name sowohl im Personenregister als auch im Lageplanregister mit „(fraglich)“ gekennzeichnet.

Geschrieben am 11. Jänner 2015

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