Tor zum jüdischen Friedhof am Rande des städtischen Friedhofs in Abbazia / Opatija


Nach 1892, als sich Abbazia / Opatija von einer relativ unbedeutenden Küstensiedlung zu einem mondänen Gesundheits- und Kurresort entwickeln konnte, kam es auch zu einer verstärkten Ansiedlung von Juden in der Stadt.
Vor allem das Hotel Breiner war für jüdische Gäste attraktiv, da nur dort nach den Kaschrutregeln gekocht wurde.

Bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert begrub die jüdische Gemeinde ihre Toten am christlichen Friedhof. Aufgrund wachsender Mitgliederzahl (ca. 70 Juden) wurde nun nicht nur ein eigenes Areal benötigt, sondern es waren auch erhebliche Adaptierungen an der Synagoge und am jüdischen Gemeindeleben notwendig geworden. Vor allem auch aufgrund der großen Anzahl an jüdischen Kurgästen.

Bernard Nathan verhandelte schon ab 1905 mit dem Bürgermeister von Abbazia über die Errichtung eines eigenen jüdischen Friedhofs. Die 3.000-m2-Fläche befand sich am Rande des städtischen Friedhofes und war in extrem baufälligem Zustand (Steinmauern etc.). So sollte es bis 1912 dauern, dass das erste Begräbnis stattfinden konnte.

Bernard Nathan war auch der Initiator des Holocaustdenkmals, das mit den Überresten des zerstörten Toraschreins der Synagoge erbaut und am 01. Mai 1955 feierlich enthüllt wurde.

Auf der Website des jüdischen Friedhofs von Opatija finden Sie die meisten Namen der Begrabenen, (leider sehr kleine und undeutliche) Fotos der Grabsteine, einige Videos über die jüdische Geschichte der Stadt und eine kurze Information über die Geschichte des Friedhofes.
Die vielen hebräischen Inschriften wurden wie in Fiume auch hier nicht berücksichtigt, weshalb praktisch alle hebräischen Namen und sehr viele Sterbedaten offenblieben. Darüber hinaus gibt es auch viele Abschreibefehler, die falsche Datierungen bzw. falsche Namen nach sich ziehen.
Bei Grabsteinen, die in der Datenbank dieser Website nicht aufgenommen wurden, haben wir eine entsprechende Anmerkung gemacht.

Auf der israelischen?/italienischen Website „Ebrei a Fiume e Abbazia“ finden Sie die Geschichte der jüdischen Gemeinden Fiume und Abbazia von 1915 bis 1945, eine leider sehr unvollständige Liste der Namen der am jüdischen Friedhof von Abbazia / Opatija Begrabenen sowie biografische Anmerkungen zu einigen wenigen jüdischen Familien aus Abbazia / Opatija.
Auch hier wurden die hebräischen Grabinschriften nicht berücksichtigt.

Wir haben Fotos von 44 Grabsteinen des jüdischen Friedhofs in Abbazia / Opatija mitgebracht und in der neuen Kategorie „Mitbringsel / Souvenirs“ publiziert.
Insgesamt befinden sich 90 Grabstellen am Friedhof, davon aber zumindest 4 Grabsteine mit unleserlicher Inschrift und 8 im Boden versunken. Die restlichen Grabsteine stellen wir aus rechtlichen Gründen nicht online, da sie ein neueres Sterbedatum haben.

Wir haben auch wieder alle hebräischen Inschriften transkribiert, übersetzt und Synagogalnamen sowie Sterbedaten ausgelesen. In fast allen Fällen erhielten wir dadurch überhaupt erst ein korrektes Sterbedatum (alle Transkriptionen und Übersetzungen sowie die daraus erfassten Daten sind Erstpublikationen).


Tipp: Wenn Sie auf die Großansicht der Fotos klicken, können Sie alle Bilder bildschirmfüllend ansehen und außerdem noch schwer lesbare Textstellen heranzoomen :-)