Koschere Melange

Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums - ISSN 2410-6380

Bild der Woche – Kunerol

Von Samuel Ehrenfeld war an dieser Stelle bereits die Rede: Ehrenfeld, später zwangsweise emigriert, war der letzte Rabbiner Mattersdorfs/Mattersburgs. Das folgende Inserat stammt aus der „Jüdischen Wochenschrift Die Wahrheit“, erschienen…

Von Samuel Ehrenfeld war an dieser Stelle bereits die Rede: Ehrenfeld, später zwangsweise emigriert, war der letzte Rabbiner Mattersdorfs/Mattersburgs.
Das folgende Inserat stammt aus der „Jüdischen Wochenschrift Die Wahrheit“, erschienen in Wien am 13. März 1931 (Jg. 47, Nr. 11, S. 3) – und ist ansonsten selbsterklärend …

Zeitungsinserat für Kunerol, 1931

Wir übernehmen diesen Ausschnitt, erstmals gesehen in der Diplomarbeit von Sabine Lichtenberger („Es war meine Heimat, das Burgenland“. Geschichte und Kultur des burgenländischen Judentums mit besonderer Berücksichtigung der Jahre 1921-1938, Wien 1996, S. 135), aus dem Online-Archiv Compact Memory.


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Rosch haSchana 5770 – Die Wertheimer’sche Schul

Die Synagoge des Wertheimerhauses (Österreichisches Jüdisches Museum) darf als Juwel des Hauses und des Museums bezeichnet werden. Sie befindet sich im ersten Stock in der Nordwestecke des Wertheimerhauses und ist…

Die Synagoge des Wertheimerhauses (Österreichisches Jüdisches Museum) darf als Juwel des Hauses und des Museums bezeichnet werden.

Wertheimersynagoge


Sie befindet sich im ersten Stock in der Nordwestecke des Wertheimerhauses und ist über einen Balkon, der früher überdacht war, erreichbar. Zwei Türen führen in das Innere der knapp 70m2 großen Synagoge: die linke in die Frauen-, die rechte in die Männerabteilung. Die Frauenabteilung ist von der Männerabteilung durch eine Trennwand aus Holz mit diagonal eingesetzten gekreuzten Gitterstäben getrennt. Auf den ersten Blick fällt der Stilsynkretismus auf. Die Dekorationsmalerei an den Wänden mit gotisierenden Elementen und orientalischer Ornamentik stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schlanke Säulen mit raffiniert gelegten Schatten sollen offensichtlich den Raum größer erscheinen lassen. Sowohl die Dekorationsmalerei der Decke als auch der in der Mitte der Synagoge hängende, große, reich verzierte und jetzt ölvergoldete zweistufige Metallluster mit 30 Flammen sowie die Wandleuchten an Nord- und Westwand werden in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts (2. Rokoko, um 1860) datiert. An der Ostwand der Synagoge befindet sich der Toraschrein im josefinischen Stil, also aus der Zeit zwischen 1780 und spätestens 1820. Rechts neben dem Stufenaufgang – bestehend aus 3 Stufen – befindet sich ein aufklappbares Lesepult. Vor der Mittelnische mit der Toraschreintür hängt ein Toravorhang aus blauem und rotem Samt, datiert 1851.

An der Ostwand der Synagoge befinden sich eine sieben Meter hohe Installation mit 755 Jahrzeittafeln sowie 6 Jahrzeitlichter. Letztere wurden in den Jahren nach 1945 von einigen Rückkehrern im Gedenken an ihre Familien in der jüdischen Gemeinde Eisenstadt angebracht und bis 2005 von Herrn Oskar Schiller, ז“ל, regelmäßig entzündet.
Siehe dazu auch unser „Bild der Woche – Jahrzeit“.



Bis 1840 hatte die Synagoge oder „Reb Simsons Schul“, wie sie früher genannt wurde, sogar ihren eigenen Rabbiner.
Selbstverständlich gab es auch eine Gemeindesynagoge, schräg gegenüber dem Wertheimerhaus. 1832 entschloss sich die jüdische Gemeinde, eine neue Synagoge zu errichten, über die wir in einem späteren Blogbeitrag berichten werden.

Dass beide Synagogen nicht zerstört wurden, dürfte dem Umstand zuzuschreiben sein, dass die burgenländischen Juden zu den ersten Juden in Österreich gehörten, die von den Ausweisungsbefehlen der Nazis betroffen waren. Die letzten Juden verließen Eisenstadt im Oktober 1938. Im November 1938, zum Zeitpunkt der sogenannten Reichskristallnacht, existierte in Eisenstadt (und im gesamten Burgenland) keine jüdische Gemeinde mehr, gegen die ein „negatives Zeichen“ gesetzt werden „musste“.

In Eisenstadt gibt es heute keine jüdische Gemeinde mehr. Selbst zu den Hohen Feiertagen finden in der Synagoge – obwohl „living synagogue“ – keine Gottesdienste statt.

Morgen ist Erev Rosch haSchana. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unserer Koscheren Melange ein glückliches und gesundes neues Jahr 5770.

שנה טובה וחתימה טובה



Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir ein sehr schönes hebräisches Lied zum jüdischen Neujahr (wobei sich über die Auswahl der Bilder wohl trefflich streiten ließe). Auf die Idee dazu gebracht hat uns Daniel Dagan. Persönliche Anmerkung: Ich habe das Lied „Al kol ele“ „על כל אלה“ nie jemanden schöner singen gehört als Oberkantor Schmuel Barzilai (auf seiner CD „Live in Concert“). Transkription und Übersetzung des Liedtextes können Sie hier abrufen.


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Bild der Woche – Jahrzeit

Oskar Schiller, 1918 in Eisenstadt geboren, ist nach 1945 wieder nach Eisenstadt zurückgekommen. In der Shoa hat er seine Eltern und alle Geschwister verloren, er überlebte als einziger seiner Familie….

Oskar Schiller, 1918 in Eisenstadt geboren, ist nach 1945 wieder nach Eisenstadt zurückgekommen. In der Shoa hat er seine Eltern und alle Geschwister verloren, er überlebte als einziger seiner Familie.

Jahrzeitlicht für Familie Schiller

Während der Hohen Feiertage, meist vor Yom Kippur, besuchte Herr Schiller alljährlich die Synagoge, „seinen Tempel“, wie er immer sagte, um dort das Jahrzeitlicht für seine Familie anzuzünden.


נר זכרון
לנשמות הורי
ר‘ בנימין בן
נתן הלוי
שיללער
ורעיתו ובנם
ובתם

In deutscher Übersetzung‘:

Gedächtnislicht
für meine Eltern,
Herrn Benjamin, Sohn
des Natan HaLevi
Schiller,
und seine Gattin, ihre Söhne und Töchter

Herr Schiller, ז“ל, starb am 17. Februar 2005 – und mit ihm auch diese schöne Tradition.

Siehe dazu auch unseren Beitrag „Rosch haSchana 5770 – Die Werheimer’sche Schul“.


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Lange Nacht der Museen – Absage

Das Österreichische Jüdische Museum wird heuer nicht an der Langen Nacht der Museen teilnehmen. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, da wir in den vergangenen Jahren immer sehr gerne mitgemacht…

Das Österreichische Jüdische Museum wird heuer nicht an der Langen Nacht der Museen teilnehmen.

Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, da wir in den vergangenen Jahren immer sehr gerne mitgemacht haben und jährlich sehr viele Besucher und Besucherinnen unsere Angebote annahmen.

Eisenstadt ist 2009 Haydnstadt. Das gesamte Kulturprogramm ist mehr oder minder auf die Feierlichkeiten anlässlich des 200. Todestags des Komponisten ausgerichtet.
Wenn ich es so salopp formulieren darf: Haydn und Judentum sind nicht wirklich kompatibel.
Es war daher für unser Museum angezeigt, sich heuer zurückzunehmen. Wie für den Ausstellungsbetrieb (Schwerpunktausstellung) gilt dies selbstverständlich auch für die Lange Nacht der Museen, die einen der Schlussakkorde des Haydnjahres einläuten wird.
Wir bitten Sie heuer um Verständnis für unsere Absage. Nächstes Jahr sind wir aber sicher wieder mit dabei.

Wir, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des jüdischen Museums, werden dieses Jahr nutzen, um die eine oder andere Aktivität in der Langen Nacht besuchen zu können. Vielleicht haben Sie ja auch Lust, die Lange Nacht der Museen diesmal in Eisenstadt zu verbringen.

Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir den Besuch der Ausstellung Phänomen Haydn – crossover (Wanderer zwischen Kulturen) im Landesmuseum Burgenland, das sich gleich neben unserem Museum befindet. Denn in dieser Ausstellung wird u.a. dem bedeutendsten und ersten Rabbiner von Eisenstadt, Rabbi Meir Eisenstadt, einem Zeitgenossen Josef Haydns, gedacht.


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