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Bild der Woche – Chanukka 5775

Fünf Lichter an der großen Chanukkia, dazu Musik, Tombola, Festansprachen – etwa von Kultusgemeinde-Präsidenten Oskar Deutsch – und viel Festliches mehr gab es gestern Abend am Wiener Stock-im-Eisen-Platz/Stephansplatz; Gastgeber war das Wiener Chabad-Haus.

Chanukka-Kerzenanzünden, 20. 12. 2014


Wir wünschen Ihnen ein fröhliches Chanukkafest – Happy Chanukka – חג אורים שמח,
den christlichen Leserinnen und Lesern unseres Blogs schöne Weihnachten
und allen ein paar erholsame Tage!

Bild der Woche

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Chanukka im Großformat

Noch leuchtet sie nicht, die große Chanukkia, also der chanukka-typische 8- bzw. 9-armige Leuchter, in der Wiener Innenstadt, am Anfang der Kärntner Straße.

Chanukkia in der Wiener Innenstadt 2013

Das wird sich schon in wenigen Stunden ändern, denn heute beginnt das Chanukkafest. Ab heute Abend also und 8 Tage lang werden, in Erinnerung an die einstige Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels, allabendlich die Chanukkalichter leuchten – im Großformat auch mitten in Wien …

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest – Happy Chanukka – חג אורים שמח!

Besten Dank an Iris H., die sich für obiges Foto ins Wiener Schneegestöber gewagt und uns das Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Leben und Glaube

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Bild der Woche – Chanukka und ein abgeschlagener Kopf

Was Judit und Holofernes mit Chanukka zu tun haben

Übermorgen, am Dienstag, dem 20. Dezember, ist der 24./25. Kislew und damit Erev Chanukka. Es ist wohl hinlänglich bekannt, dass das achttägige Chanukkafest an die Wiedereinweihung des Altars im Jerusalemer Tempel durch Judas Makkabäus 164 v.d.Z. erinnert, nachdem der seleukidische (hellenistisch-griechische) König Antiochus Epiphanes vier Jahre zuvor den Tempel entweiht hatte. So lesen wir im ersten Buch der Makkabäer 4,52-59, das sich übrigens – und das mag erstaunen – wie auch das zweite Buch der Makkabäer nicht in der hebräischen Bibel befindet!

Im Traktat Schabbat 21b des babylonischen Talmud werden die acht Tage mit einer Legende begründet, dass nämlich das wenige vorhandene Öl nicht ausreichte, um die Flammen des Leuchters acht Tage zu nähren, und nur ein einziges Krüglein Öl tatsächlich den Leuchter acht Tage lang speisen konnte, bis wieder neues „koscheres“ (rituell taugliches) Öl zur Verfügung stand:

Ein großes Wunder geschah dort!

Chanukkaillustration: Birkat ha-mazon, Wien 1751

Judit mit dem abgeschlagenen Kopf des Holofernes. Illustration zu Chanukka im Birkat ha-mazon von Meschullam Simmel, Wien 1751.
Das Büchlein ist übrigens gerade mal 8.4cm x 10.4cm groß und in unserer Dauerausstellung zu besichtigen!

Wir befassen uns heute ein wenig mit den „Birkat-ha-mazon“-Büchlein, einer Sammlung von – vor allem ab dem 18. Jahrhundert – meist eher textknappen Segenssprüchen zu den verschiedensten Situationen des Alltags samt den dazugehörigen Illustrationen, die in keinem jüdischen Haushalt fehlen durften. Der älteste und nur in einem einzigen Exemplar erhaltene Druck eines solchen Büchleins wurde im Jahr 1514 in Prag herausgebracht. Einheitlich in allen Handschriften finden wir am Beginn die Segenssprüche zu den beiden Freudenfesten Purim und Chanukka, wobei insbesondere eine Bildrezension zu Chanukka nicht ganz leicht zu überblicken ist. Denn in vielen Birkat-ha-mazon-Handschriften und -Drucken ist der Chanukkatext nicht nur mit einem Leuchter illustriert, den der in zeitgenössische Tracht gekleidete Hausherr entzündet, sondern es findet sich noch zusätzlich die Darstellung von Judit, die dem schlafenden Feldherrn Holofernes den Kopf abschneidet und diesen in einen von ihrer Dienerin bereitgestellten Sack gibt.

Die Geschichte von Judit und Holofernes lesen wir übrigens im Buch Judit, das sich – wiederum erstaunlich – so wie die beiden Makkabäerbücher ebenfalls nicht in der hebräischen Bibel findet:

Dann ging sie zum Bettpfosten am Kopf des Holofernes und nahm von dort sein Schwert herab. Sie ging ganz nahe zu seinem Lager hin, ergriff sein Haar und sagte: Mach mich stark, Herr, du Gott Israels, am heutigen Tag! Und sie schlug zweimal mit ihrer ganzen Kraft auf seinen Nacken und hieb ihm den Kopf ab. Dann wälzte sie seinen Rumpf von dem Lager und riss das Mückennetz von den Tragstangen herunter. Kurz danach ging sie hinaus und übergab den Kopf des Holofernes ihrer Dienerin, die ihn in einen Sack steckte …

Judit, 13, 6-10

Ein Chanukka-Pijjut, also eine religiöse Dichtung zum Fest, erklärt die Verbindung der Judith-Holofernesgeschichte mit jener von Chanukka:
Demnach verbot König Antiochus Epiphanes nicht nur die Ausübung der jüdischen Religion, sondern bestimmte als weitere judenfeindliche Maßnahme, dass dem Oberkommandanten das „ius primae noctis“ zustehe. Als dieses aber bei der Tochter des Hohepriesters Jochanan zur Anwendung kommen sollte, töteten ihre Brüder mit Judas Makkabäus an der Spitze den feindlichen Feldherrn. Daraufhin zog Holofernes aus Rache gegen Jerusalem und wurde dort von der tapferen Judit getötet.

Daher findet man diese Darstellung vor allem in jenen Birkat-ha-mazon-Handschriften, die für weibliche Besitzer bestimmt waren, um auf die tapferen Frauen Israels hinzuweisen …

Bleibt noch anzumerken, dass der Chanukkabrauch, gesalzene Käsegerichte zu essen, auf dieses Ereignis zurückgeht: Angeblich setzte Judit dem Holofernes gesalzenen Käse vor und nachdem dieser seinen großen Durst mit vielen Bechern Wein gelöscht hatte und betrunken eingeschlafen war, konnte sie ihm den Kopf abschlagen.

Aber nicht mit dem Klassiker „Maos Zur„, einem Pijjut aus dem 13. Jahrhundert, sondern mit einem sehr modernen rockigen Adam Sandler wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Chanukkafest – Happy Chanukka – חג אורים שמח
und außerdem unseren christlichen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest und allen einen guten Start ins Neue Jahr!

Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir die beiden ausgezeichneten Beiträge zu Chanukka, in denen Sie mehr über Geschichte und Bräuche des Festes erfahren: „Nicht durch Macht und nicht durch Stärke …“ von Hartmut Bomhoff sowie „Chanukka – ein Fest des Kulturtransfers“ von Martha Keil.

Bild der Woche, Leben und Glaube

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Bild der Woche – Chanukkia

In diesen Tagen sehen wir viele Chanukkaleuchter – im Haus, in der Synagoge, im Web … ganz besonders beeindruckend aber ist jener auf den Asphalt projizierte Leuchter zwischen Holocaust-Denkmal und dem vergangene Woche neu eröffneten Museum Judenplatz in Wien (leider hatte ich nur mein Handy dabei).

Es handelt sich dabei um eine bosnische Chanukkia aus der Sammlung Max Berger, die übrigens im Original in der Ausstellung „Die Türken in Wien“ im jüdischen Museum der Stadt Wien zu sehen ist (noch bis 09. Jänner 2011). Umgesetzt wurde die Lichtprojektion von Michaela Feurstein (jüdisches Museum der Stadt Wien).

Auf den Asphalt projizierte Chanukkia

Tipp: Auch wenn es derzeit bitterkalt ist, ein Spaziergang zum Judenplatz in Wien zahlt sich insbesondere abends, in der Dunkelheit, schon alleine wegen der wunderbaren Projektion wirklich aus!

Da wir heuer auf unserer Facebook-Seite einen Chanukka-Song-Marathon veranstalten, wünschen wir (ein wenig später, aber nicht weniger herzlich) heute, am 4. Tag von Chanukka, allen Leserinnen und Lesern auch hier
ein fröhliches Chanukkafest – Happy Chanukka – חג אורים שמח!

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Bild der Woche

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Bild der Woche – Chanukkaleuchter

Der Chanukkaleuchter stammt aus der Gemeindesynagoge Eisenstadts, vielleicht sogar aus der ehemaligen privaten Synagoge Samson Wertheimers. Er wurde erst 1972 im Zuge von Renovierungsarbeiten in der Genisa unserer kleinen Synagoge gefunden und befindet sich heute in der Dauerausstellung des Museums. Eine Genisa (hebräisch „Archiv, Schatzkammer“) ist ein Raum, in dem unbrauchbar gewordene heilige Bücher oder andere Kultgegenstände aufbewahrt werden, oft, bevor sie rituell begraben werden.

Chanukkaleuchter, Nürnberg, ca. 1680

Chanukkaleuchter aus massivem Messing, Nürnberg ?, Ende 17. Jahrhundert

Heute ist der zweite Tag Chanukka. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs ein fröhliches Chanukkafest – חג חנוכה שמח לכולם!

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