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	<title>Koschere Melange &#187; friedhof</title>
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	<description>Das Blog des Österreichischen Jüdischen Museums</description>
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		<title>Bild der Woche &#8211; Genisa-Grab am Zentralfriedhof Wien</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 08:50:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Tor IV (eigentlich &#8220;Tor V&#8221;) des Wiener Zentralfriedhofs: Die mehr als 250.000m2 große Fläche wurde 1911 erworben, nachdem die jüdische Abteilung am 1. Tor zu klein geworden war, und mehrfach erweitert. Am 4. April 1917 offiziell eröffnet, spiegelt [dieser Friedhof] die Zeitgeschichte anschaulich wider: Grabreihen Exhumierter vom Währinger Israelitischen Friedhof, Urnengräber, die die Asche KZ-Ermordeter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tor IV (eigentlich &#8220;Tor V&#8221;) des Wiener Zentralfriedhofs: Die mehr als 250.000m<sup>2</sup> große Fläche wurde 1911 erworben, nachdem die jüdische Abteilung am 1. Tor zu klein geworden war, und mehrfach erweitert. Am 4. April 1917 offiziell eröffnet, </p>
<blockquote><p>spiegelt [dieser Friedhof] die Zeitgeschichte anschaulich wider: Grabreihen Exhumierter vom Währinger Israelitischen Friedhof, Urnengräber, die die Asche KZ-Ermordeter bergen [...] ein Denkmal für die kurz vor der Befreiung Ermordeten der <a href="http://www.nachkriegsjustiz.at/vgew/1020_foerstergasse.php" title="Externer Link zu 'nachkriegsjustiz.at...'">Förstergasse</a>, Massengräber ungarischer Juden, Grabstellen unbekannter sowjetischer jüdischer Soldaten
</p></blockquote>
<p><cite>Steines P., Hunderttausend Steine, Grabstellen großer Österreicher jüdischer Konfession auf dem Wiener Zentralfriedhof Tor I und IV, Wien 1993, 266</cite> </p>
<p>Unter den mehr als 60.000 Bestatteten finden wir viele prominente Namen wie den des Rabbiners und Politikers <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/08/24/der-reichsrats-rabbiner/" title="Interner Link zum Artikel 'Der Reichsratsrabbiner'">Josef Samuel Bloch</a>, des vormaligen und ersten Oberrabbiners von Wien nach 1945, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Akiba_Eisenberg" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Akiva Eisenberg</a>, des Operettenkomponisten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Fall" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Leo Fall</a>, des legendären Fußballtrainers <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/11/21/bild-der-woche-hugo-meisl/" title="Interner Link zum Artikel 'Hugo Meisl'">Hugo Meisl</a> (dessen Nachlass nun doch, übrigens seit <a href="http://derstandard.at/1319183146008/Hugo-Meisl-im-Museum-Back-Home-oben-am-und-jedenfalls-im-Ceske-Srdce" title="Externer Link zu 'derstandard.at...'">vorgestern</a> (!), eine neue Bleibe finden konnte) oder des Bibliothekars der Israelitischen Kultusgemeinde, <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/01/27/der-aeltere-juedische-friedhof-in-eisenstadt/" title="Interner Link zum Beitrag 'Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt'">Bernhard Wachstein</a> (dem wir die Bearbeitung des älteren jüdischen Friedhofs in Eisenstadt verdanken) &#8230;</p>
<p>Ein besonderes Grab finden wir aber auch gleich links neben dem Eingang <abbr>bzw.</abbr> links von der Zeremonienhalle. Hier wurden nämlich am 14. Juni 1987 in der sogenannten Reichskristallnacht 1938 entweihte Torarollen und Gebetbücher beigesetzt. </p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[191111]" title="Das Genisa-Grab am Zentralfriedhof, Tor IV"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/genisa01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/genisa01.jpg" width="550" height="367" alt="Das Genisa-Grab am Zentralfriedhof, Tor IV" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Das Genisa-Grab am Zentralfriedhof, Tor IV, gleich links neben dem Eingang und der Zeremonienhalle</p>
<p>Das Grab ist ein sogenanntes Genisa-Grab. &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geniza" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Genisa</a>&#8221; (oft &#8220;Geniza&#8221; geschrieben!) bedeutet wörtlich &#8220;Schatzkammer&#8221; und könnte als &#8220;liturgisches Archiv&#8221; bezeichnet werden. Als &#8220;Genisa&#8221; werden sowohl die Räume bezeichnet, in denen nicht mehr verwendbare liturgische Schriften abgelegt, als aber auch die Gräber, in denen diese bestattet werden. (Siehe etwa das <a href="http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20223/Wuerzburg%20Friedhof%201403.jpg" title="Externer Link zu 'alemannia-judaica.de...'">Genisa-Grab am jüdischen Friedhof in Würzburg</a>, das sich dort auch unmittelbar neben dem Friedhofseingang befindet).</p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[191111]" title="Inschrift auf Hebräisch und Deutsch"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/genisa02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/genisa02.jpg" width="550" height="367" alt="Inschrift auf Hebräisch und Deutsch" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Die hebräische Inschrift gibt erst einen <a href="http://ojm.at/kinot" title="Externer Link zu 'books.google.at...'">Abschnitt aus den Klageliedern zum Tischa be-Av</a> (Trauertag 9. Av) wieder (<em>&#8220;Ich schreie in der Qual meines Herzens und ergehe mich in Klagen&#8221;</em> &#8230;), danach folgt der Text, der auch auf Deutsch zu finden ist (im Hebräischen allerdings nicht &#8220;Kristallnacht&#8221;, sondern &#8220;Epoche der Shoa&#8221;):</p>
<blockquote><p>Hier wurden am 17. Siwan 5747 (14. 6. 1987) Reste von Torahrollen begraben, die in der &#8220;Kristallnacht&#8221; des Jahres 1938 von Nazihorden entweiht, zerrissen und verbrannt wurden<br />
Chewra Kadischa Wien, Juni 1987
</p></blockquote>
<div class="pagenavi">
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2011/10/16/bild-und-kopf-der-woche-ausmal-ben-gurion/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild">  Bild der Woche &#8220;Ausmahl-Ben-Gurion&#8221;</a>&nbsp;
</div>
<div class="nav-next">
&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2011/12/18/bild-der-woche-chanukka-und-ein-abgeschlagener-kopf/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Chanukka und ein abgeschlagener Kopf&#8221;</a> &raquo;
</div>
</div>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Im jüdischen Viertel &#8211; fast live</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2011/02/16/im-juedischen-viertel-fast-live/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2011/02/16/im-juedischen-viertel-fast-live/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 10:38:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[synagoge]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Online-Panorama-Rundgang So lange haben wir sie uns gewünscht und nun ist es endlich soweit. We proudly present 12 Panoramen, die Sie &#8220;fast live&#8221; durch die Wertheimersynagoge das jüdische Viertel Eisenstadt und auf die beiden jüdischen Friedhöfe Eisenstadts führen. Tatsächlich ist beim aktuell nasskalten Wetter hierzulande der virtuelle Rundgang durch die spätherbstlichen Panoramen wahrscheinlich angenehmer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Ein Online-Panorama-Rundgang</h3>
<p>So lange haben wir sie uns gewünscht und nun ist es endlich soweit. <span lang="en" xml:lang="en">We proudly present</span> 12 Panoramen, die Sie &#8220;fast live&#8221; durch die </p>
<ul>
<li>Wertheimersynagoge</li>
<li>das jüdische Viertel Eisenstadt</li>
<li>und auf die beiden jüdischen Friedhöfe Eisenstadts</li>
</ul>
<p>führen.</p>
<p>Tatsächlich ist beim aktuell nasskalten Wetter hierzulande der virtuelle Rundgang durch die spätherbstlichen Panoramen wahrscheinlich angenehmer als der reale Besuch des ehemaligen jüdischen Viertels ;)<br />
Obwohl wir uns selbstverständlich sehr freuen würden, wenn Ihnen die Panoramen Lust machen auf einen &#8220;Live-Besuch&#8221; in Eisenstadt!</p>
<p><a title="Nach unten - beim wem wir uns bedanken..." href="#credits">Credits</a>:</p>
<div class="centered">
<script type="text/javascript" src="http://www.ojm.at/blog/media/AC_ActiveX.js"></script><br />
<script type="text/javascript" src="http://www.ojm.at/blog/media/AC_RunActiveContent.js"></script><br />
<script type="text/javascript" src="http://www.ojm.at/blog/media/CSScriptLib.js"></script><br />
<script type="text/javascript">
AC_AX_RunContent( 'width','425','height','319','src','http://www.ojm.at/panorama/panorama05/panorama05.swf','allowfullscreen','true' ); 
</script>
</div>
<p class="centered">Älterer jüdischer Friedhof mit dem Grab von Rabbi Meir Eisenstadt<br />
<em>Um das Panorama auf Vollbild zu vergrößern, klicken Sie bitte auf das 2. Symbol von rechts</em></p>
<h3>Die weiteren Panoramen:</h3>
<div id="mittig2f">
<ul id="bildchen3">
<li><a title="Panorama 1: Die Wertheimer-Synagoge" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama01/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama01.jpg" width="254" height="111" alt="Panorama 1: Die Wertheimer-Synagoge" /></a>
<p><a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama01/">Wertheimer-Synagoge</a></p>
</li>
<li><a title="Panorama 2: Vom Museum zu den jüdischen Friedhöfen" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama02/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama02.jpg" width="254" height="111" alt="Panorama 2: Vom Museum zu den jüdischen Friedhöfen" /></a>
<p><a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama02/">Vom Museum zu den jüdischen Friedhöfen</a></p>
</li>
<li><a title="Panorama 3: Älterer jüdischer Friedhof: Standort A" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama03/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama03.jpg" width="254" height="111" alt="Panorama 3: Älterer jüdischer Friedhof: Standort A" /></a>
<p><a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama03/">Älterer jüdischer Friedhof: Standort A</a></p>
</li>
<li><a title="Panorama 4: Älterer jüdischer Friedhof: Standort B" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama04/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama04.jpg" width="254" height="111" alt="Panorama 4: Älterer jüdischer Friedhof: Standort B" /></a>
<p><a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama04/">Älterer jüdischer Friedhof: Standort B</a></p>
</li>
<li><a title="Panorama 5: Älterer jüdischer Friedhof: Standort C" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama05/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama05.jpg" width="254" height="111" alt="Panorama 5: Älterer jüdischer Friedhof: Standort C" /></a>
<p><a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama05/">Aktuell: Älterer jüdischer Friedhof: Standort C</a></p>
</li>
<li><a title="Panorama 6: Älterer jüdischer Friedhof: Standort D" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama06/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama06.jpg" width="254" height="111" alt="Panorama 6: Älterer jüdischer Friedhof: Standort D" /></a>
<p><a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama06/">Älterer jüdischer Friedhof: Standort D</a></p>
</li>
<li><a title="Panorama 7: Älterer jüdischer Friedhof: Standort E" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama07/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama07.jpg" width="254" height="111" alt="Panorama 7: Älterer jüdischer Friedhof: Standort E" /></a>
<p><a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama07/">Älterer jüdischer Friedhof: Standort E</a></p>
</li>
<li><a title="Panorama 8: Älterer jüdischer Friedhof: Standort F" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama08/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama08.jpg" width="254" height="111" alt="Panorama 8: Älterer jüdischer Friedhof: Standort F" /></a>
<p><a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama08/">Älterer jüdischer Friedhof: Standort F</a></p>
</li>
<li><a title="Panorama 9: Jüngerer jüdischer Friedhof: Eingang" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama09/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama09.jpg" width="254" height="111" alt="Panorama 9: Jüngerer jüdischer Friedhof: Eingang" /></a>
<p><a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama09/">Jüngerer jüdischer Friedhof: Eingang</a></p>
</li>
<li><a title="Panorama 10: Jüngerer jüdischer Friedhof: Standort A" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama10/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama10.jpg" width="254" height="111" alt="Panorama 10: Jüngerer jüdischer Friedhof: Standort A" /></a>
<p><a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama10/">Jüngerer jüdischer Friedhof: Standort A</a></p>
</li>
<li><a title="Panorama 11: Jüngerer jüdischer Friedhof: Standort B" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama11/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama11.jpg" width="254" height="111" alt="Panorama 11: Jüngerer jüdischer Friedhof: Standort B" /></a>
<p><a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama11/">Jüngerer jüdischer Friedhof: Standort B</a></p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="centered"><a title="Panorama 12: Rundgang" href="http://www.ojm.at/panorama/panorama12/"><img src="http://www.ojm.at/panorama/panorama12.jpg" width="300" height="228" alt="Panorama 12: Rundgang" /></a><br />
<a href="http://www.ojm.at/panorama/panorama12/" title="Panroama 12">Rundgang Synagoge &#8211; j&uuml;disches Viertel und Friedh&ouml;fe</a><br />
Im Rundgang können Sie bequem von einem Standort zum nächsten &#8220;spazieren&#8221;.<br />
<strong>Achtung: Längere Ladezeit!</strong>
</div>
<h3><a id="credits" name="credits"></a>Credits</h3>
<p>Wir danken ganz herzlich <strong>Brigitte und Herbert Schlosser</strong> von der Firma <a href="http://www.digi-tel.at/" title="Externer Link">digi-tel.at</a>, die für die Herstellung der Panoramen verantwortlich zeichnen.<br />
Ebenso herzlich danken wir dem <a href="http://www.eisenstadt-tourism.at/" title="Externer Link zu 'eisenstadt-tourism.at'">Tourismusverband Eisenstadt</a> und insbesondere Herrn Kommerzialrat <strong>Dieter Graschitz</strong>, der die Panoramen in Auftrag gab und sie uns großzügig zur Verfügung stellt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bilder der Woche &#8211; Eine Eiche in der Bukowina</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/08/22/bild-der-woche-eine-eiche-in-der-bukowina/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/08/22/bild-der-woche-eine-eiche-in-der-bukowina/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 13:07:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kati</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[bukowina]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[galizien]]></category>

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		<description><![CDATA[Sommeredition &#8220;Bild der Woche&#8221; goes on holiday &#8211; und begibt sich in den nächsten Wochen auf eine sommerliche Bilder-Reise zu jüdischen Museen, Synagogen und Schauplätzen jüdischen Lebens in aller Welt! Und Sie sind herzlich eingeladen, sich mit Ihren Urlaubsbildern an unserer Reise zu beteiligen &#8211; zum Koschere-Melange-Sommergewinnspiel. Nachdem wir bereits einen galizischen Zitronenbaum hier im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Sommeredition</h3>
<p><em>&#8220;Bild der Woche&#8221; <span lang="en" xml:lang="en">goes on holiday</span> &#8211; und begibt sich in den nächsten Wochen auf eine sommerliche Bilder-Reise zu jüdischen  Museen, Synagogen und Schauplätzen jüdischen Lebens in aller Welt!</em></p>
<p><em>Und Sie sind herzlich eingeladen, sich mit Ihren Urlaubsbildern an unserer Reise zu beteiligen &#8211; zum <a href="#sommer6" title="Nach unten zum Gewinnspiel">Koschere-Melange-Sommergewinnspiel</a>.</em></p>
<p>Nachdem wir bereits einen <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/07/11/bild-der-woche-ein-zitronenbaum-in-galizien/" title="Interner Link zu 'Bild der Woche - Ein Zitronenbaum in Galizien'">galizischen Zitronenbaum</a> hier im Blog näher betrachtet haben, wollen wir unseren Blick jetzt wieder einem Baum &#8211; diesmal allerdings einer Eiche &#8211; zuwenden und damit unsere Reise fortsetzen, nämlich in ein ehemaliges Kronland Österreichs: die Bukowina. Danach wandern wir weiter in nordwestlicher Richtung in das ehemalige Galizien und besuchen die Städte Zabolotiv, Lemberg und Lancut, wo wir ebenfalls den Spuren jüdischer Vergangenheit (und Gegenwart) folgen. </p>
<p><strong>Vielen herzlichen Dank an Herrn <abbr>Dr.</abbr> Christoph Konrath, Wien, für diese tollen Reisefotos!</strong></p>
<h3>Die heutige Reiseroute:</h3>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien01GR.jpg" width="550" height="523" alt="Google Maps Reiseroute Galizien, Bukowina ..." class="centered" /></p>
<p>Das Königreich Galizien und Lodomerien, mit Hauptstadt Lemberg, war das am nordöstlichen Rand gelegene Kronland des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Growth_of_Habsburg_territories.jpg" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Habsburgerreichs</a>. Heute gehört der westliche Teil zu Polen, der östliche zur Ukraine. Die Bukowina war von 1786 bis 1849 ein Bestandteil Galiziens, danach ein eigenständiges Kronland mit der Hauptstadt Czernowitz. Der nördliche Teil der Bukowina liegt heute in der Ukraine, der südliche in Rumänien. Zur Zeit der Habsburgermonarchie trafen hier zwischen Orient und Okzident verschiedene Nationalitäten, Sprachen und Kulturen aufeinander, an die heute leider nur noch wenig &#8211; oft Trauriges &#8211; erinnert.</p>
<h4>Siret</h4>
<p>Erster Halt: Siret, Bukowina – heute eine Kleinstadt in Rumänien, an der Grenze zur Ukraine. Im Jahre 1880 &#8211; eine blühende multikulturelle sowie multireligiöse Grenzstadt, in der rund dreitausend Juden (mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung) lebten. Von 1912 bis 1918 gab es in Siret sogar einen jüdischen Bürgermeister. </p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[220810]" title="Eine Eiche in der Bukowina ..."  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien02GRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien02GR.jpg" width="550" height="734" alt="Jüdischer Grabstein mit Eiche in Siret" /></a></p>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[220810]" title="Jüdischer Friedhof in Siret" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien03GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien03.jpg" width="150" height="150" alt="Jüdischer Friedhof in Siret" /></a></p>
</div>
<p>Heute erinnert noch der jüdische Friedhof, der übrigens zu den ältesten Osteuropas zählt, an die ehemalige Gemeinde von Siret. Oben sehen wir einen besonders schönen Grabstein, verziert mit einer Eiche. Um Namen, Geburts- und Sterbedatum  zu lesen, braucht man diesmal keine Hebräisch-Kenntnisse ;) Der ältest Stein auf dem Friedhof trägt die Jahreszahl 1510.<br />
<br class="clear" /></p>
<h4>Czernowitz</h4>
<p>Nächster Halt: Czernowitz, die Hauptstadt der Bukowina (liegt heute in der Ukraine). Hier fand am 30. August 1908 die allererste Jiddisch-Konferenz statt. Vor dem Zweiten Weltkrieg machte die jüdische Gemeinde die Hälfte aller Stadtbewohner aus, heute stellt sie nur mehr einen verschwindend geringen Bevölkerungsanteil dar. Die finanziellen Mittel der kleinen Gemeinde reichen leider auch nicht aus, um alle Gebäude und Denkmäler zu erhalten; so beherbergt heute die ehemalige Synagoge zum Beispiel ein Kino.</p>
<div id="mittig2a">
<ul id="bildchen01">
<li><a rel="lightbox[220810]" title="Das Jüdische Haus in Czernowitz" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien04GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien04.jpg" width="150" height="150" alt="Das Jüdische Haus in Czernowitz" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[220810]" title="Im Stalinismus deformierter Davidstern" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien05GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien05.jpg" width="150" height="150" alt="Im Stalinismus deformierter Davidstern" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p class="centered">Hier sehen wir Bilder vom Jüdischen Haus in Czernowitz, das sich mit der Geschichte der Bukowiner Juden beschäftigt. Wenn man das rechte Bild genauer betrachtet, erkennt man, dass der linke obere und der rechte untere Zacken ergänzt sind &#8211; die Sterne wurden nämlich im Stalinismus deformiert.</p>
<h4>Zabolotiv</h4>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[220810]" title="Denkmal für Manes Sperber"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien06GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien06.jpg" width="150" height="200" alt="Denkmal für Manes Sperber" /></a></p>
</div>
<p>Wir haben nun die Bukowina verlassen, die Grenze zu Galizien überschritten und machen einen kleinen Zwischenstopp in Zabolotiv, dem Geburtsort <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Man%C3%A8s_Sperber" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Man&egrave;s Sperbers</a>, um uns das ihm gewidmete Denkmal anzusehen.<br />
<br class="clear" /></p>
<h4>Lemberg</h4>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[220810]" title="Innenansicht der heutigen Hauptsynagoge"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien07GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien07.jpg" width="150" height="150" alt="Innenansicht der heutigen Hauptsynagoge" /></a></p>
</div>
<p>Ein bisschen länger wollen wir nun in Lemberg, der ehemaligen Hauptstadt des Königreichs Galizien und Lodomerien, verweilen. Hier lebten in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts 57.000 Juden, die rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachten. Vor dem Ersten Weltkrieg kontrollierten sie den Großhandel zwischen Wien und Russland. Über 50 Prozent von ihnen waren beruflich im Handel tätig, 24 Prozent waren Handwerker. Heute zählt die jüdische Gemeinde nur noch knapp 3.000 Mitglieder. Von den ehemaligen drei Synagogen wird nur noch eine für den Gottesdienst genutzt.<br />
<br class="clear" /></p>
<div id="mittig3">
<ul id="bildchen2">
<li><a rel="lightbox[220810]" title="Ruine der 'Goldene Rose-Synagoge'" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien08GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien08.jpg" width="150" height="150" alt="Ruine der 'Goldene Rose-Synagoge'" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[220810]" title="Sukka (Laubhütte) vor der Ruine der Synagoge" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien09GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien09.jpg" width="150" height="150" alt="Sukka (Laubhütte) vor der Ruine der Synagoge" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[220810]" title="Jüdisches Kulturzentrum, ehemals Synagoge" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien10GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien10.jpg" width="150" height="150" alt="Jüdisches Kulturzentrum, ehemals Synagoge" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p class="centered">Das linke Foto zeigt die Ruine der großen Synagoge, auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Rosen-Synagoge_%28Lemberg%29" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">&#8220;Goldene Rose&#8221;</a>, die 1941 unter <abbr>NS</abbr>-Herrschaft zerstört wurde. In der Mitte sehen wir eine <a href="http://www.ojm.at/lexikon/l/#laub" title="Interner Link zu unserem Lexikon auf der statischen Website">Sukka (Laubhütte)</a> der chassidischen Gemeinde im Hof vor der Ruine.<br />
Das Bild ganz rechts zeigt eine ehemalige Synagoge, die 1841 bis 1844 erbaut wurde. Damals befand sich im Gebäude auch eine Mikwe und eine Jeschiwa. Von den Nationalsozialisten wurde die Synagoge verwüstet und in einen Pferdestall umfunktioniert. Heute befindet sich in dem leider schon schwer beschädigten Bauwerk ein jüdisches Kulturzentrum. </p>
<div id="mittig3a">
<ul id="bildchen3">
<li><a rel="lightbox[220810]" title="Holocaust-Denkmal in Lemberg" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien11GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien11.jpg" width="150" height="150" alt="Holocaust-Denkmal in Lemberg" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[220810]" title="Holocaust-Denkmal in Lemberg" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien12GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien12.jpg" width="150" height="150" alt="Holocaust-Denkmal in Lemberg" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[220810]" title="Holocaust-Denkmal in Lemberg" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien13GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien13.jpg" width="150" height="150" alt="Holocaust-Denkmal in Lemberg" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p class="centered">Im Juli 1944 stellte man ein jüdisches Komitee auf die Beine, um den Überlebenden zu helfen. 3.400 Juden wurden damals registriert, nur 820 unter ihnen stammten auch wirklich aus Lemberg. Auf diesen Bildern sehen wir das Holocaust-Denkmal (inklusive aktueller Beschmierungen).</p>
<h4>Lancut</h4>
<p>Am Ende unserer kleinen Rundreise über 733 <abbr>km</abbr> besuchen wir in der westgalizischen Stadt Lancut eine schöne barocke Synagoge. Sie gehört zu den wenigen erhaltenen Synagogen mit einer viersäuligen Bima und den schönen, reich verzierten Gewölben. Wer genau hinsieht, erkennt in den Malereien über den Säulen Szenen aus der Bibel. </p>
<div id="mittig3b">
<ul id="bildchen4">
<li><a rel="lightbox[220810]" title="Außenansicht der Synagoge in Lancut" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien14GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien14.jpg" width="150" height="150" alt="Außenansicht der Synagoge in Lancut" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[220810]" title="Bima in der Synagoge in Lancut" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien15GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien15.jpg" width="150" height="150" alt="Bima in der Synagoge in Lancut" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[220810]" title="Innenansicht der Synagoge in Lancut" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien16GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/galizien16.jpg" width="150" height="150" alt="Innenansicht der Synagoge in Lancut" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<blockquote><p>Aber die an die vertrauten Namen anklingenden Ortsbezeichnungen sind nichts weiter als leere Buchstabenhülsen, die nur mehr den flüchtigen Duft der Erinnerung an eine unwiederbringlich verlorene Welt in sich bewahren, die hier und da erhalten gebliebenen architektonischen Denkmäler sind Relikte einer ehemaligen Gemeinsamkeit, die nicht mehr zum Leben erweckt werden kann.</p></blockquote>
<p><cite>Martin Pollack: &#8220;Nach Galizien &#8211; Eine imaginäre Reise durch die verschwundene Welt Ostgaliziens und der Bukowina&#8221;, Brandstätter Verlag, Wien, 1984</cite></p>
<h3><a id="sommer6" name="sommer6"></a>Das Koschere-Melange-Sommergewinnspiel</h3>
<p>Schicken Sie uns Ihre Urlaubsfotos &#8211; gesucht sind Bilder von jüdischen Museen, Synagogen, historischen und aktuellen Schauplätzen jüdischen Lebens in aller Welt!<br />
Die hübschesten, originellsten oder &#8220;weitestgereisten&#8221; Fotos werden als &#8220;Bild der Woche&#8221; hier im Blog veröffentlicht.</p>
<p>Unter allen Einsendern verlosen wir 3 Exemplare des Buches <a href="http://www.ojm.at/publikationen/heimatliebe/" title="Interner Link zur Publikation 'Heimatliebe...' auf unserer statischen Website">&#8220;&#8230; weil man uns die Heimatliebe ausgebläut hat &#8230; Ein Spaziergang durch die jüdische Geschichte Eisenstadts&#8221;</a>, 3 Exemplare des Buches <a href="http://www.ojm.at/publikationen/gemeinden/" title="Interner Link zur Publikation 'Aus den 7-Gemeinden...' auf unserer statischen Website">&#8220;Aus den Sieben-Gemeinden. Ein Lesebuch über Juden im Burgenland&#8221;</a> sowie eine Jahreskarte für das Österreichische Jüdische Museum.</p>
<p>Einsendungen bitte an <a href="mailto:bildderwoche@ojm.at">bildderwoche@ojm.at</a>. Einsendeschluss ist der 31. August 2010.</p>
<p>Bitte beachten Sie: Mit der Übermittlung Ihres Bildes erklären Sie sich mit einer Veröffentlichung auf koschere-melange.at einverstanden. Bitte schicken Sie das Bild in möglichst hoher Auflösung. Pro Absender nimmt nur eine Einsendung an der Verlosung teil.</p>
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Einer, der nicht Rabbiner sein wollte</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/07/19/einer-der-nicht-rabbiner-sein-wollte/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 08:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Chaya-Bathya</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Rev (Herr) Aron Singer (אהרן זינגר) (Rabbinatsverweser) Vorbemerkung: Wenn wir unsere Grabsteine des jüdischen Friedhofs Mattersburg bearbeiten und online stellen, gibt es manchmal ein ganz besonders schönes Erlebnis: wenn nämlich die &#8220;Routinearbeit&#8221; jäh unterbrochen wird, weil ein Gesicht zum Stein und zur Inschrift auftaucht. So wie in diesem Fall: 2 Tage, nachdem der Grabstein von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Rev (Herr) Aron Singer (<span class="hebr" dir="rtl">אהרן זינגר</span>) (Rabbinatsverweser) </h3>
<p><em>Vorbemerkung: Wenn wir unsere Grabsteine des jüdischen Friedhofs Mattersburg bearbeiten und online stellen, gibt es manchmal ein ganz besonders schönes Erlebnis: wenn nämlich die &#8220;Routinearbeit&#8221; jäh unterbrochen wird, weil ein <strong>Gesicht</strong> zum Stein und zur Inschrift auftaucht. So wie in diesem Fall: 2 Tage, nachdem der <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/singer-aaron-28-oktober-1868/" title="Interner Link zum 'Singer Aaron - 28. Oktober 1868'">Grabstein von Aron Singer</a> <span lang="en" xml:lang="en">online</span> war, schickte uns Chaya-Bathya folgenden Artikel über den 1868 Verstorbenen.</em></p>
<p><br class="clear" /></p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[210710]" title="R. Aron Singer"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/asingerGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/asinger.jpg" width="180" height="247" alt="R. Aron Singer" /></a></p>
</div>
<p>Geboren um 1806 als Sohn armer Eltern aus Szentgrod (<a href="http://www.szentgrot.hu/" title="Externer Link zu 'szentgrot.hu'">Zalaszentgr&oacute;t</a>, Ungarn). Seine Eltern waren <abbr>R.</abbr> Jizchak und Jentl, die Tochter des Lackenbacher Rabbiners <abbr>R.</abbr> Salman Lipschitz, die beide schon früh starben. Der 10jährige Waisenknabe Aron kam nach Mattersdorf zu seinem Onkel mütterlicherseits, dem Dajjan <abbr>R.</abbr> Elieser Lipschitz, unter dessen Leitung er sich dem Talmudstudium widmete. Der Familientradition zufolge soll er auch ein Semester lang beim <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/10/13/akiba-eger-und-chatam-sofer/" title="Interner Link zum Beitrag 'Akiba Eger und Chatam Sofer'">Chatam Sofer</a> (<abbr>R.</abbr> Moses Sofer-Schreiber) gelernt haben. </p>
<p>Auf Wunsch dieses Onkels verehelichte sich Aron mit Selda Deutsch, eine Tochter des <abbr>R.</abbr> Mendel Deutsch (ein Bruder von <abbr>R.</abbr> Josef Zwi Deutsch in Mattersdorf). Als ältestes männliches Familienmitglied hatte er aber auch für seine Geschwister zu sorgen. Hierzu heißt es im Vorwort zu seinem Werk &#8220;Tif&#8217;eret Aharon&#8221;:</p>
<blockquote><p>Als <abbr>R.</abbr> Arons Schwester ins heiratsfähige Alter kam, war er selbst erst 17 Jahre alt. Man redete ihm zu, er solle nach Pressburg zum Chatam Sofer (<abbr>R.</abbr> Moses Sofer) fahren und von ihm eine rabbinische Autorisation erhalten. Damit könne er eine schöne Summe Geldes verdienen, und zwar aus dem Legat einer Frau in Kanischa (Nagykanizsa). Er könne so die Hochzeit seiner Schwester bezahlen. <abbr>R.</abbr> Aron wollte aber nichts davon hören. Da mischte sich der berühmte Gelehrte <abbr>R.</abbr> Elieser (Müller) Dresnitz, einer der angesehensten Schüler des Chatam Sofer und Dajjan in Mattersburg, ein und befahl <abbr>R.</abbr> Aron, sich nach Pressburg aufzumachen. Außerdem übergab er ihm einen Brief an den Chatam Sofer. Da mußte <abbr>R.</abbr> Aron notgedrungen einwilligen, fuhr nach Pressburg und erhielt das Zeugnis. Dieses verfehlte seinen Eindruck auf die Verwalter des erwähnten Legats nicht, und <abbr>R.</abbr> Aron erhielt eine Summe, mit der er seine Schwester verheiraten konnte.
</p></blockquote>
<p> <cite>Zitiert bei Kinstlicher, siehe unten Literatur, <abbr>S.</abbr> 41</cite></p>
<p>Der Chatam Sofer soll <abbr>R.</abbr> Aron ein überaus lobendes Zeugnis ausgestellt haben (<em><abbr>s.</abbr> Toldot Sofrim, <abbr>S.</abbr> 105-106</em>).</p>
<p><abbr>R.</abbr> Aron wohnte zeitlebens in Mattersdorf. Sein Leben war einfach, ohne Wechsel, wie das vieler Erdengrößen, die sich mit ungeteilter Energie einem bestimmten Berufe hingeben. Selbst die äußerst bedrängten Verhältnisse seiner Familie vermochten ihn nicht vom Torastudium abzuhalten. </p>
<p><abbr>R.</abbr> Arons Gelehrsamkeit und Fleiß machten auf die Umgebung schon früh Eindruck. Alsbald scharten sich Jünger um ihn, die an seinen reichen Kenntnissen ihren Wissensdurst befriedigten. Sie fanden an ihm nicht nur einen Lehrer, sondern auch einen liebevollen Freund und Ratgeber. Von seinen insgesamt etwa 40 Schülern wurde er hoch verehrt. Unter ihnen finden wir: <abbr>R.</abbr> Benjamin Seew Wolf Breuer, Rabbiner in Tab (<em>in Ungarn, <abbr>Anm.</abbr></em>); <abbr>R.</abbr> David Friedmann, Rabbiner in <a href="http://www.ojm.at/gemeinden/deutschkreutz/" title="Interner Link zur Gemeinde auf unserer statischen Website">Deutschkreutz</a>; <abbr>R.</abbr> Jehuda Löb Lemberger-Lwow, Rabbiner in Rozsnyo (Roznava, Slowakei); <abbr>R.</abbr> Jizchak Schmuel Schön-Jaffe (Neffe <abbr>R.</abbr> Arons) in Mattersdorf; <abbr>R.</abbr> Akiva Kornitzer; Vorsitzender des Rabbinatsgerichts in Krakau und <abbr>R.</abbr> Schlomo (Alexander, Sandor) Fischer, Rabbiner in Karlsburg (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alba_Iulia" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Alba Iulia</a>, Rumänien). </p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[210710]" title="Brief an R. Esriel Hildesheimer, dem Vorsitzenden des Rabbinatsgerichts in Berlin. R. Hildesheimer war von 1851 - 1869 Rabbiner in Eisenstadt"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/asingerHSGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/asingerHS.jpg" width="180" height="239" alt="Brief an R. Esriel Hildesheimer, dem Vorsitzenden des Rabbinatsgerichts in Berlin" /></a></p>
</div>
<p>Bis 1860 lebte <abbr>R.</abbr> Aron als Privatmann. Durch die Übertragung des Amts eines Dajjans auf ihn nach dem Abgang seines Vorgängers <abbr>R.</abbr> Simon (<span class="hebr" dir="rtl">שמעון</span>) Sofer wurden seine finanziellen Verhältnisse insofern besser, als er ein kleines festes Einkommen bezog, das ihn jedoch auch nicht vor Mangel schützte. Die offizielle Annahme des Rabbinats verweigerte er, doch wurde zu seinen Lebzeiten kein Rabbiner gewählt. Er wird daher offiziell unter dem Titel &#8220;Rabbinatsverweser&#8221; (<abbr>d. h.</abbr> Verwalter des Rabbinats) geführt, obschon er sämtliche Funktionen eines Rabbiners erfüllte.</p>
<p>Hoch gelobt werden auch <abbr>R.</abbr> Arons menschliche Eigenschaften. Seine Bescheidenheit, sein liebevolles Wesen, sein nie ermüdender Eifer, Gutes zu stiften, machten ihn allseits beliebt. Trotz seiner eigenen Bedürftigkeit verließ kein Armer ungetröstet seine Schwelle.</p>
<p><abbr>R.</abbr> Aron verstarb plötzlich am 28. Oktober 1868 (12. Cheschwan 5629) nach Teilnahme an einem Festmahl (<span class="hebr" dir="rtl">סעודת מצווה</span>) in Neudörfl bei Mattersdorf, das er noch &#8220;mit freudiger Begeisterung&#8221; mitgefeiert hatte.</p>
<p>An seinem Begräbnis nahmen zahlreiche Menschen teil. Der &#8220;Israelit&#8221; schildert dies mit folgenden Worten:</p>
<blockquote><p>Es war eine Szene von wahrhaft erschütterndem Eindrucke, als der <span class="hebr" dir="rtl">ארון</span> (Sarg) aus dem Hause getragen wurde. Es musste alle ein tiefes Schmerzgefühl durchzucken bei dem Anblicke des geliebten Toten; dies bewies das plötzlich wie aus einem Munde ertönende herzzerreißende Wehklagen von Jung und Alt, von Frauen und Mädchen, von Juden und Christen, denn auch letztere hatten der Charaktergröße des Verstorbenen ihre Verehrung nicht versagen können.
</p></blockquote>
<p>Der Dajjan von Mattersdorf sowie die Rabbiner von Deutschkreutz, von Lackenbach und <abbr>R.</abbr> Elieser von Ödenburg hielten Trauerreden.</p>
<p><abbr>R.</abbr> Arons schriftliche Aufzeichnungen wurden 1958 in Jerusalem unter dem Titel &#8220;Tif&#8217;eret Aharon&#8221; veröffentlicht.</p>
<p><abbr>R.</abbr> Aron hatte 7 Kinder, darunter <abbr>R.</abbr> Jizchak Elieser <abbr>S.</abbr> in Mödling. Unter seinen Schwiegersöhnen sind: der Mattersdorfer Dajjan <abbr>R.</abbr> Josef Pressburger (der Mann seiner Tochter Beila Krassel); sein oben erwähnter Neffe <abbr>R.</abbr> Jizchak Schmuel Jaffe-Schön und <abbr>R.</abbr> Chaim Kohn in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A1pa" title="Externer Link zu 'de.wikipedia.org...'">Papa</a> (der Mann seiner Tochter Jentel; ihr Grabstein in &#8220;<a href="http://www.shtetlinks.jewishgen.org/mattersburg/html/families.htm" title="Externer Link zu 'shtetlinks.jewishgen.org...'">Mattersdorf Families</a>&#8221; <abbr>s.</abbr> unter &#8220;Kohn&#8221;).</p>
<h4>Literatur </h4>
<ul>
<li>(Kinstlicher) <span class="hebr" dir="rtl">משה אלכסנדר זושא קינסטליכר, ה&#8217;חתם סופר&#8217; ותלמידיו, בני-ברק: מכון &#8216;זכרון&#8217;, תשס&#8221;ה</span>, <abbr>S.</abbr> 40-42.</li>
<li><a href="http://www.ojm.at/blog/2010/06/23/singer-aaron-28-oktober-1868/#comment-885" title="Interner Link zum Kommentar vom 24. Juni 2010">Kommentar von Carole Vogel zu &#8220;Singer Aron&#8221;</a>. </li>
<li>Zeitungsmeldungen: Beratung der Rabbiner der Sieben Gemeinden über Kultusangelegenheiten: Is 45 (1862), <abbr>S.</abbr> 186. Unterschreibt Protest gegen Horwitz und Mannheimer (Kompert-Prozeß): Is 8 (1864), <abbr>S.</abbr> 95-97. Ableben: Is 47 (1868), <abbr>S.</abbr> 873-874 [auch Biographie].</li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Ein Zitronenbaum in Galizien</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/07/11/bild-der-woche-ein-zitronenbaum-in-galizien/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 13:27:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein wahres Prachtstück und der wohl eindrucksvollste und schönste Grabstein in Galizien ist jener von Abraham Jakob Hilferding, gestorben 1834, auf dem jüdischen Friedhof in Brody. Brody, die einst östlichste Stadt des Habsburgerreiches und eine der reichsten und bedeutendsten Städte Polens, hatte seit dem 17. Jahrhundert einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil, der bis ins Jahr 1869 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein wahres Prachtstück und der wohl eindrucksvollste und schönste Grabstein in Galizien ist jener von Abraham Jakob Hilferding, gestorben 1834, auf dem jüdischen Friedhof in Brody. </p>
<p>Brody, die einst östlichste Stadt des Habsburgerreiches und eine der reichsten und bedeutendsten Städte Polens, hatte seit dem 17. Jahrhundert einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil, der bis ins Jahr 1869 auf über 80% der Gesamtbevölkerung stieg. Brody ist die Geburtsstadt von (<abbr>u.a.</abbr>) Ezechiel Landau, dem späteren Oberrabbiner von Prag, und Joseph Roth. Ein Jahr nach Abraham Hilferdings Tod, im Jahr 1835, wurde in Brody die Mutter von Sigmund Freud, Amalia Nathansohn-Freud, geboren &#8230;</p>
<p>Am <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Brody_Jewish_Cemetery_%2818%29.jpg" title="Externer Link zu 'upload.wikimedia.org ...'">jüdischen Friedhof in Brody</a> befinden sich <abbr>ca.</abbr> 20.000 Grabsteine.</p>
<p><strong>Vielen herzlichen Dank an Herrn <abbr>Mag.</abbr> Wolf-Erich Eckstein, Wien, für die Zusendung des so schönen Fotos!</strong></p>
<div class="mittig1BdW">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[040710]" title="Grabstein von Abraham Jakob Hilferding auf dem jüdischen Friedhof in Brody, Foto: Wolf-Erich Eckstein, Wien"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/hilferdingGRR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/hilferdingGR.jpg" width="550" height="733" alt="Grabstein von Abraham Jakob Hilferding auf dem jüdischen Friedhof in Brody, Foto: Wolf-Erich Eckstein, Wien" /></a></p>
</div>
<p class="centered">Grabstein von Abraham Jakob Hilferding auf dem jüdischen Friedhof in Brody,<br />
fotografiert von <abbr>Mag.</abbr> Wolf-Erich Eckstein, Wien, am 17. Mai 2010, um 11.35 Uhr.<br />
Klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht (Achtung: Die Großansicht hat knapp 1 <acronym>MB</acronym> Bildgröße)! </p>
<p>Links oben (in der Herzform) ein Zitat aus Genesis 21,33: <em>&#8220;Es pflanzte Abraham eine Tamariske&#8221;</em> <span class="hebr" dir="rtl">ויטע אברהם אשל</span> <em>&#8220;in seinem Geburtsjahr&#8221;</em> <span class="hebr" dir="rtl">שנת לידתו</span>. (Das Zitat setzt fort mit: <em>&#8220;&#8230; pflanzte eine Tamariske in Beerscheba und rief dort den Herrn an unter dem Namen: Gott, der Ewige&#8221;</em>.)</p>
<p>Darunter finden wir eine Herberge und einen Baum, der eindeutig aber nicht wie eine Tamariske, sondern wie ein Zitronenbaum aussieht.<br />
Die Herberge verwundert nicht, lesen wir in bSota 10a: <em>&#8220;Er (Abraham) pflanzte eine Tamariske in Beerscheba. Resch Laqisch sagte: Dies lehrt, dass er einen Obstgarten baute und darin allerhand köstliche Früchte pflanzte, <abbr>R.</abbr> Jehuda und <abbr>R.</abbr> Nehemja (streiten darüber); einer sagt, einen Obstgarten, und einer sagt, eine Herberge &#8230;&#8221;</em> <span class="hebr" dir="rtl">ויטע אשל בבאר שבע אמר ריש לקיש: מלמד, שעשה פרדס ונטע בו כל מיני מגדים. רבי יהודה ורבי נחמיה, חד אמר: פרדס, וחד אמר: פונדק</span>. Ähnlich auch Raschi zur Stelle (<em>&#8220;Einen Hain &#8230; durch jenen Hain wurde der Name des Heiligen, gelobt sei Er, Gott der ganzen Welt genannt &#8230;&#8221;</em>).</p>
<p>Ist der dargestellte Baum also ein Baum dieses Obstgartens? Oder war nicht klar, wie eine Tamariske genau aussieht?</p>
<p>Vom Dach der Herberge herab hält eine Hand einen Stab, auf dem wir lesen (Genesis 32,11b): <em>&#8220;Denn nur mit einem Stab hab ich den Jordan überschritten&#8221;</em> <span class="hebr" dir="rtl">כי במקלי עברתי את הירדן</span>. (Das Zitat setzt fort mit: <em>&#8220;&#8230;und jetzt sind aus mir zwei Lager geworden&#8221;</em>.) </p>
<p>Das Zitat <em>&#8220;&#8230; den Jordan überschritten&#8221;</em>, mit dem das Sterben umschrieben wird, wird am Ende des Stabes, schon in die Horizontale laufend, fortgesetzt mit: <em>&#8220;Im Jahr seiner Ruhe&#8221;</em> <span class="hebr" dir="rtl">שנת מנוחתו</span>.<br />
Und tatsächlich, gleich danach folgt im Band über dem mittleren Teil zwischen den beiden Säulen ein Zitat aus Nehemia 9,7: <em>&#8220;Du (Gott) hast <del datetime="2010-07-12T15:43:43+00:00">Abraham</del> Abram (s. <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/07/11/bild-der-woche-ein-zitronenbaum-in-galizien/#comment-966" title="Interner Link zum Kommentar von Chajm">Kommentar</a>) auserwählt &#8230; und ihm seinen Namen Abraham gegeben&#8221;</em> <span class="hebr" dir="rtl">בחרת באברם ושמת שמו אברהם </span>. Die Wörter <em>&#8220;seinen Namen Abraham&#8221;</em> <span class="hebr" dir="rtl">שמו אברהם</span> sind größer geschrieben und ergeben, addiert man die Zahlenwerte der Buchstaben, das Sterbejahr 594 (= 1834). Danach auch das zu erwartende &#8220;n(ach der) (kleinen) Z(eitrechnung)&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">לפרט</span>.</p>
<p>Mir in der Deutung nicht ganz klar sind die 3 Widder: Handelt es sich vielleicht um eine Anspielung auf uns unbekannte biografische Daten des Verstorbenen oder beziehen sich die 3 Widder auf folgende drei Bibelstellen:</p>
<ol>
<li>das Opfer Abrahams (Genesis 22), das unmittelbar der in der Inschrift zitierten Stelle aus Genesis 21 folgt</li>
<li>die Geschenke an Jakobs Bruder Esau (Genesis 32,14ff), welche unmittelbar der zitierten Stelle aus Genesis 32,11b folgt</li>
<li>Gottes Bund mit Abraham in Genesis 15,9: <em>&#8220;Der Herr antwortete ihm (Abram): Hol mir ein dreijähriges Rind, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder &#8230;&#8221;</em>?</li>
</ol>
<p>Abraham Jakob Hilferding wird (im mittleren Teil) mit vielen bemerkenswerten innergemeindlichen Titeln und Eigenschaften bedacht: <em>&#8220;Der Herr, der Gelehrte, der Beglückte, der Wohltäter, der Vermögende, der weithin Bekannte, der MORENU Abraham Jakob, Sohn des Seligen, MORENU Zvi Hirsch Hilferding, s(ein Andenken möge) b(ewahrt werden)&#8221;</em> <span class="hebr" dir="rtl">הר הרבני המאושר הנדיב הגביר המפורסים מוהרר אברהם יעקב בן המנוח מו&#8221; צבי הירש הילפרדינג זל&#8221;</span>.</p>
<p><em>Anmerkung</em>: MORENU bedeutet wörtlich &#8220;u(nser) L(ehrer), H(err)&#8221;. Den MORENU-Titel erhielten nur besonders gelehrte Männer, Bernhard Wachstein bezeichnet ihn als &#8220;synagogaler Doktortitel&#8221; <em>(siehe Bernhard Wachstein, Die Inschriften des Alten Judenfriedhofes in Wien, 1. Teil 1540 (?)-1670, 2. Teil 1696-1783, Wien 1912, 2. Teil, <abbr>S.</abbr> 15)</em>.  </p>
<p>Im unteren Teil des Grabsteines <abbr>bzw.</abbr> der Grabinschrift finden wir das Lob und darüber ein Band/eine Banderole mit einer Krone. Die Krone ist unterschrieben mit &#8220;Krone des guten Namens&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">כתר שם טוב</span> und ist ein Zitat aus Pirke Avot (Sprüche der Väter) 4,17, wo es heißt: <em>&#8220;Drei Kronen gibt es: Die Krone der Tora, die Krone der Priesterwürde und die Krone des Königtums; die Krone des guten Namens aber übertrifft sie alle&#8221;</em> <span class="hebr" dir="rtl">שלשה כתרים הן כתר תורה וכתר כהונה וכתר מלכות וכתר שם טוב עולה על גביהן</span>.</p>
<p>Im geschlungenen Band links und rechts der Krone finden wir (nochmals) das korrekte Sterbedatum: &#8220;Er starb am 4. Tag (= Mittwoch), 24. Adar I 594&#8243; <span class="hebr" dir="rtl">נפטר יום ד כד אדר א תקצד</span>, das ist Mittwoch, der 05. März 1834.</p>
<p>Bei der ikonografischen Deutung muss ich leider vieles offen lassen und würde mich über weitere Deutungen sehr freuen.</p>
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die verschollenen Grabsteine</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/04/28/die-verschollenen-grabsteine/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/04/28/die-verschollenen-grabsteine/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 12:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Start des Projekts &#8220;Aufarbeitung des jüdischen Friedhofs Mattersburg&#8221; Wir wissen nicht, wie viele Grabsteine sich vor 1945 auf dem jüdischen Friedhof in Mattersburg befanden, wir wissen auch nicht, was mit ihnen geschah. Es gibt verschiedenste Vermutungen und Spekulationen, wahrscheinlich wurden sie für den Bau von Mauern, Straßen und Häusern verwendet. Heute finden sich auf dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Start des Projekts &#8220;Aufarbeitung des jüdischen Friedhofs Mattersburg&#8221;</h3>
<p>Wir wissen nicht, wie viele Grabsteine sich vor 1945 auf dem jüdischen Friedhof in Mattersburg befanden, wir wissen auch nicht, was mit ihnen geschah. Es gibt verschiedenste Vermutungen und Spekulationen, wahrscheinlich wurden sie für den Bau von Mauern, Straßen und Häusern verwendet.</p>
<p>Heute finden sich auf dem jüdischen Friedhof von Mattersburg nur einige wenige alte Grabsteine bzw. Grabsteinfragmente, die in eine Mauer (beidseitig) eingesetzt wurden sowie 150 von der Chevra Kadischa gespendete (namenlose) Grabsteine (oder richtiger &#8220;Grabsteinattrappen&#8221;).</p>
<div id="mittig3d">
<ul id="bildchen8">
<li><a rel="lightbox[270410]" title="Jüdischer Friedhof Mattersburg heute - mit 150 'Grabsteinattrappen'" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb01.jpg" width="150" height="150" alt="Jüdischer Friedhof Mattersburg heute" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[270410]" title="Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen/Grabsteinfragmenten" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb02.jpg" width="150" height="150" alt="Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[270410]" title="Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb03GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb03.jpg" width="150" height="150" alt="Jüdischer Friedhof Mattersburg: Mauer mit eingesetzten Grabsteinen" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p>Und doch, wir kennen mehr als 300 Namen, Todesdaten und Grabinschriften von jüdischen Toten, die auf dem Friedhof begraben waren. Denn durch einen glücklichen Zufall ist das Österreichische Jüdische Museum im Besitz von Fotos und Abschriften, die der Religionsschulinspektor für mosaischen Glauben, Isidor Öhler, im Auftrag der Gestapo vor 1945 für das Reichssippenamt anfertigte &#8211; oder wohl korrekter: anfertigen musste.</p>
<h3>Isidor Öhler</h3>
<p>Isidor Öhler wurde am 09. 10. 1878 in Topolesany (Slovakei/Ungarn) geboren und verstarb am 02. 04. 1968 in Wien. Verheiratet war er seit 1938 mit Alice, geb. Weiner (1896 – 1987). Bereits 1901 wurde Öhler als Religionslehrer in den Schuldienst der Israelitischen Kultusgemeinde Wien berufen. Im Jahre 1910 wurde er zum Schulinspektor für den Religionsunterricht an Volks- und Bürgerschulen bestellt.</p>
<p>Im Nachruf von Dr. Ernst Feldsberg  heißt es:</p>
<blockquote><p>Mit <abbr>Reg.-Rat</abbr> Oehler ist einer jener letzten von dieser Welt gegangen, die die Geschichte der großen Wiener jüdischen Gemeinde seit 1901, also durch fast 60 Jahre, miterlebt haben, ein Mann, der ein lebendes Nachschlagewerk dieser klassischen Zeit der Wiener Kultusgemeinde war. </p>
<p>&#8230;</p>
<p>Seit dem Jahre 1943 versah <abbr>Reg.-Rat</abbr> Oehler die rabbinischen Funktionen am Seitenstettentempel und, nachdem auch die Kantoren des Seitenstettentempels den Weg ins KZ Theresienstadt angetreten hatten, war Reg.-Rat Oehler auch der Vorbeter in diesem Gotteshaus. Als treuer Verehrer des großen Kantors Salomon Sulzer sang er jeden Freitagabend und an jedem Sabbat gemeinsam mit den wenigen Juden, die zurückgeblieben waren, Sulzersche Melodien, die auch in der schwersten Zeit der Verfolgung im Seitenstettentempel nicht verstummt waren.</p>
<p>Nach der Befreiung im Jahre 1945 wurde Oehler mit der Wiedereinrichtung des Religionsunterrichts beauftragt &#8230; Im Jahre 1948 trat er in den wohlverdienten Ruhestand &#8230;
</p></blockquote>
<p><cite>Die Gemeinde 124 (1968), <abbr>S.</abbr> 19</cite></p>
<h3>Das Projekt</h3>
<p>Als wir vor einigen Jahren in den Besitz der Fotos und Zettel mit den Abschriften gelangten, waren diese vollkommen durcheinander. Ein Päckchen mit den Fotos und ein anderes Päckchen mit den Zetteln. Fotos und Abschriften mussten daher erst geordnet und zusammengeführt werden. Bei dieser Arbeit fielen uns zu unserer großen Überraschung übermäßig viele (kleinere) Fehler in den Abschriften auf. Wenn möglich (die Fotos sind oft sehr schwer lesbar), versuchten wir diese Fehler auszubessern. Nur, das Problem sind nicht so sehr die Fehler an sich, sondern dass wir selbstverständlich davon ausgehen dürfen, dass Isidor Öhler sehr wohl die entsprechenden Kenntnisse hatte, um die vorliegenden Abschriften fehlerlos anzufertigen! Hat er die Fehler absichtlich eingebracht, um vielleicht nicht allzuviele Informationen preisgeben zu müssen? </p>
<p>Es muss leider offen bleiben, ob Öhler die Abschriften auf Grundlage der Fotos oder vor Ort, also am Friedhof anfertigte. Oft sieht es nach Fotoarbeit, oft nach Friedhofsarbeit aus. So manche Inschrift, die am Foto nicht oder kaum identifizierbar ist, hätte sich am Friedhof gut lesen lassen. Vielleicht gilt aber auch hier, dass Öhler aus guten Gründen bewusst oberflächlich, oft auffällig oberflächlich arbeitete? Denn es bleiben viele Ungereimtheiten in den Transkriptionen Öhlers. Wir wissen die Gründe nicht, Faktum ist aber, dass die Abschriften einen Arbeitsstil widerspiegeln von jemandem, der ohne große Mühe nur schnell etwas fertigstellen wollte/musste und dem ganz offensichtlich der oder die Auftraggeber (aus naheliegenden Gründen) nicht wichtig war(en).</p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[270410]" title="Der jüdische Friedhof in Mattersdorf um 1910" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb04GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/fhmb/fhmb04.jpg" width="450" height="296" alt="Der jüdische Friedhof in Mattersdorf um 1910" /></a>
</div>
<p class="centered">Der jüdische Friedhof in Mattersdorf &#8211; wie der Ort bis 1925 hieß; Ansichtskarte um 1910</p>
<ul>
<li>Wir werden ab sofort schrittweise alle von Isidor Öhler angefertigten Fotos und Abschriften hier im Blog online stellen und hoffen, bis Mai 2011 die Arbeit abschließen zu können.</li>
<li>Die Inschriften werden in dieser (ersten) Phase nicht bearbeitet oder übersetzt, wir wollen Öhlers Fotos und Abschriften möglichst rasch der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Außerdem gehen wir davon aus, dass die meisten Interessierten die Abschriften Öhlers und gegebenenfalls auch die Grabinschriften selbst auf den Fotos lesen (und übersetzen) können. Anmerkungen werden nur gemacht, wenn die eigene Lesung von Namen oder Sterbedatum von jener Öhlers abweicht.</li>
<li>Wir stellen die Mattersburger Grabsteinfotos und –abschriften bewusst hier im Blog online, um Interessierten und/oder Angehörigen Kommentare zu ermöglichen. Im Idealfall können dadurch fehlende – insbesondere auch biografische – Daten schrittweise ergänzt werden.</li>
<li>Alle Beiträge werden unter dem (neu angelegten) Thema (in der Kategorie) <a href="http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zum Thema 'Friedhof-Mattersburg'">&#8220;Friedhof Mattersburg&#8221;</a> archiviert. Da die Mattersburger Grabsteinfotos und Abschriften für die meisten BlogleserInnen von nur geringem Interesse sein dürften, haben wir uns entschlossen, &#8211; aus Gründen der Übersichtlichkeit &#8211; alle Beiträge dieses Themas sowohl von der Indexseite (also der Blogstartseite), von den jüngsten Beiträgen als auch von der Archivseite auszuschließen. </li>
<li>Eine eigene <a href="http://www.ojm.at/blog/archiv-friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zu 'archiv-friedhof-mattersburg'">Archivseite</a>, nur für die Beiträge des Mattersburger Friedhofs, ermöglicht eine schnelle Übersicht über alle Namen und Sterbedaten.</li>
<li>Die Fotos und Abschriften werden zunächst in zufälliger Reihenfolge online gestellt, da noch immer einige &#8220;Problemfälle&#8221; eine korrekte Zuordnung erschweren. Zum Schluss werden selbstverständlich Register &#8211; nach Namen und Sterbedaten geordnet &#8211; angelegt.</li>
<li>Schließlich ist noch zu klären, ob Grabsteine, die mit Foto und Abschrift vorliegen (wir also hier online stellen) mit in die Mauer am Friedhof eingesetzten Grabsteinen oder Grabsteinfragmenten korrespondieren.</li>
</ul>
<p>Bei diesem Projekt, dessen Entwicklung Sie ab heute Schritt für Schritt online mitverfolgen können, geht es um mehr, als nur darum, einige Namen online zu stellen. Mit der &#8220;Entanonymisierung&#8221; des jüdischen Friedhofes Mattersburg soll nicht nur für die Stadt Mattersburg, sondern für das gesamte Burgenland wichtige Erinnerungsarbeit geleistet werden. Die Fotos und Abschriften Öhlers sind heute die einzigen Zeugen des großen jüdischen Friedhofes einer weltberühmten jüdischen Gemeinde.</p>
<p>Am jüdischen Friedhof Mattersburg &#8220;muss&#8221; nicht mehr gerodet, es müssen keine jüdischen Grabsteine renoviert werden (siehe <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/01/10/am-juedischen-friedhof-ii/" title="Interner Link zum Beitrag vom 10. Jänner 2010">Beitrag &#8220;Am jüdischen Friedhof II&#8221;</a>). Ich würde mir aber wünschen, dass die Namen der Toten nach Abschluss unserer Arbeit nicht nur hier in der Online-Datenbank, sondern auch (<abbr>z.B.</abbr> auf einer Gedenktafel) am jüdischen Friedhof vor Ort zu finden sind.</p>
<p><a href="http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/" title="Interner Link zum Thema 'Friedhof-Mattersburg'">Zur Datenbank &#8220;Jüdischer Friedhof Mattersburg&#8221;  (<span lang="en" xml:lang="en">work in progress</span>) &#8230;</a> (die ersten 10 Grabsteine sind <span lang="en" xml:lang="en">online</span>)</p>
<p><span lang="en" xml:lang="en">English Summary</span>:<br />
<span lang="en" xml:lang="en">Only a few fragments of the former gravestones of the Jewish cemetery in Mattersburg could be preserved, they are embedded in a wall and can today be visited in Mattersburg. It is not clear how many gravestones existed on the cemetery before 1945, neither what happened to them. Nevertheless the Austrian Jewish Museum holds a rich source of information on the former cemetery. Luckily, it came in possession of more than 300 photographs and transcriptions of the epitaphs made by Isidor Öhler (the superintendent of schools for religious education) on the authority of the Gestapo in the beginning of 1945. Those photographs and transcriptions will be published online as blog postings bit by bit.</span> </p>
<ul>
<li><a href="http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/" title="Intern Link to theme 'Friedhof-Mattersburg'"><span lang="en" xml:lang="en">Database  &#8220;Jewish cemetery in</span> Mattersburg (German)&#8221;  (<span lang="en" xml:lang="en">work in progress</span>) &#8230;</a></li>
<li><a href="http://www.ojm.at/blog/archiv-friedhof-mattersburg/" title="Intern Link zu the archive"><span lang="en" xml:lang="en">Archive &#8211; Overview</span></a></li>
</ul>
<p><strong><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 12. Mai 2010:</strong> Yitzchok Stroh and <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/04/28/breuer-ginendl-14-jaenner-1927/#comment-350" title="Intern Link zu the comment of Carole">Carole G. Vogel</a> have been <a href="http://www.recognitionscience.com/cgv/research%20mattersdorf.htm" title="Extern Link to 'recognitionscience.com ...'">reconstructing the genealogy of the Jewish community of Mattersdorf from 1698 &#8211; 1939</a>!</p>
<p><strong><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 01. Juli 2010:</strong> Seit heute gibt es die (auf shtetlinks.jewishgen.org) gelaunchte <a href="http://www.shtetlinks.jewishgen.org/mattersburg/index.htm" title="Externer Link zu 'shtetlinks.jewishgen.org/mattersburg/index.htm'">Website zu Mattersdorf</a>.</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir &#8211; diesmal ausnahmsweise sehr techniklastig ;) &#8211; allen Feedabonnenten eine eventuelle Anpassung der Feedadresse unseres Blogs: Sollten Sie die Beiträge zum jüdischen Friedhof Mattersburg nicht via Feed erhalten wollen, bessern Sie bitte die Feedadresse aus auf <a href="http://www.ojm.at/blog/feed?cat=-46">http://www.ojm.at/blog/feed?cat=-46</a>.<br />
Sollten Sie nur die Beiträge zum jüdischen Friedhof Mattersburg via Feed erhalten wollen (was uns allerdings ein wenig traurig machen würde), verwenden Sie bitte folgende Feedadresse: <a href="http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/feed/">http://www.ojm.at/blog/thema/friedhof-mattersburg/feed/</a>.<br />
</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Wolf-Mausoleum</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/04/25/bild-der-woche-wolf-mausoleum/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 12:15:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[synagoge]]></category>

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		<description><![CDATA[Touristen weitgehend unbekannt und selbst viele Eisenstädter kennen diese Grabstätte nicht: Hoch über den Dächern von Eisenstadt, am Abhang des Leithagebirges, mitten im Wolfgarten, befindet sich das sogenannte Wolf-Mausoleum. Vieles erinnert in Eisenstadt an die berühmte Familie Wolf. Neben Alexander (S&#225;ndor) ist es vor allem sein Bruder Leopold, der besondere Erwähnung verdient: Leopold Wolf wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Touristen weitgehend unbekannt und selbst viele Eisenstädter kennen diese Grabstätte nicht: Hoch über den Dächern von Eisenstadt, am Abhang des Leithagebirges, mitten im Wolfgarten, befindet sich das sogenannte Wolf-Mausoleum.</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/mausoleumGR.jpg" width="550" height="733" alt="Mausoleum der Familie Wolf im Wolfgarten zu Eisenstadt" class="centered" /></p>
<p>Vieles erinnert in Eisenstadt an die berühmte Familie Wolf. Neben <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/09/27/ein-entzueckendes-kleines-barockpalais/" title="Interner Link zum Blogbeitrag 'Ein entzückendes kleines Barockpalais'">Alexander (S&aacute;ndor)</a> ist es vor allem sein Bruder Leopold, der besondere Erwähnung verdient:</p>
<p>Leopold Wolf wurde 1866 geboren und wurde 1883 Gesellschafter der Firma &#8220;Leopold Wolf&#8217;s Söhne&#8221; und später Firmenvorstand der Weingroßhandlung (deren Sitz im <a href="http://www.ojm.at/wertheimerhaus/" title="Interner Link zu 'Geschichte des Hauses' auf unserer statischen Website">Wertheimerhaus</a>, in dem heute unser jüdisches Museum untergebracht ist, war).</p>
<p>1896 heiratete er Ottilie Laschober. Für die Gemeinde Eisenstadt brach beinahe eine Welt zusammen, denn Ottilie war Christin, die auch nie zum Judentum konvertierte. Der Rabbiner &#8211; so heißt es &#8211; soll über diese Heirat derart erbost gewesen sein, dass er schwor, nie mehr die Schwelle der Synagogentür zu überschreiten, durch die das Ehepaar Wolf-Laschober gegangen sei. Was sollte man also tun? Man brach für den Rabbiner eine zweite Türe in der Synagoge aus, um ihn nicht zu zwingen, sein Wort zu brechen und dadurch noch größeres Unheil über die Gemeinde zu bringen.<br />
Immerhin, die Kinder des Ehepaares, so hatten sich die Eltern vor dem Bürgermeister protokollarisch verpflichtet, wurden jüdisch erzogen.<br />
Leopold Wolf starb 1926 und wurde auf dem jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt beigesetzt.</p>
<p>Ottilie Wolf jedoch durfte nach ihrem Tod im Jahr 1927 weder auf dem christlichen noch auf dem jüdischen Friedhof beigesetzt werden. Die Familie Wolf baute daraufhin auf eigenem Grundbesitz ein Urnenmausoleum, in dem neben Ottilie Wolf-Laschober weitere Angehörige der Familie Wolf, die zwischen 1938 und 1988 verstorben sind, ihre letzte Ruhe fanden.<br />
.</p>
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Am jüdischen Friedhof III</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/03/08/am-juedischen-friedhof-iii/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/03/08/am-juedischen-friedhof-iii/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 10:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[rätsel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/2010/01/13/am-juedischen-friedhof-iii/</guid>
		<description><![CDATA[Wie Sie auch ohne großartige Hebräischkenntnisse Namen und Todesdaten in hebräischen Inschriften finden und übersetzen können Gleich nach unten zu unserem Rätsel Vorweg: Selbstverständlich liegt es mir fern zu suggerieren, dass mit keinen oder minimalen Hebräischkenntnissen hebräische Grabinschriften auch nur einigermaßen korrekt erfasst werden können. Da aber der Aufbau von hebräischen Grabinschriften stets mehr oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3> Wie Sie auch ohne großartige Hebräischkenntnisse Namen und Todesdaten in hebräischen Inschriften finden und übersetzen können</h3>
<div id="ankernav">
<p class="liste"><a title="Zu unserem 'Übersetzungsrätsel'" href="#raetsel">Gleich nach unten zu unserem Rätsel</a></p>
</div>
<p>Vorweg: Selbstverständlich liegt es mir fern zu suggerieren, dass mit keinen oder minimalen Hebräischkenntnissen hebräische Grabinschriften auch nur einigermaßen korrekt erfasst werden können. Da aber der Aufbau von hebräischen Grabinschriften stets mehr oder weniger derselbe ist, können Sie auch mit nur bescheidenen  Kenntnissen des Hebräischen (immer wiederkehrende) Strukturen erkennen und mehr aus einer Inschrift herauslesen, als Sie vielleicht vermuten. Insbesondere  Name und Sterbedatum sollten meist kein Problem sein. </p>
<p>Salopp formuliert:<br />
Es geht in diesem Beitrag einzig und allein darum, dass Sie eine hebräische Grabinschrift strukturell erkennen und einige Details lesen können. Drucken Sie diesen Beitrag aus, gehen Sie auf den nächstliegenden jüdischen Friedhof mit hebräischen Inschriften und versuchen Sie, einzelne Elemente des untenstehenden Schemas (wie Name, Datum <abbr>usw.</abbr>) zu erkennen <abbr>bzw.</abbr> zu lesen.</p>
<p>Die hebräischen Buchstaben finden Sie ebenfalls auf unserer <a href="http://www.ojm.at/lexikon/hebraeisch/" title="Interner Link zu 'ojm.at/lexikon/hebraeisch/' auf unserer statischen Website">Website</a>.</p>
<h4>Schematischer Aufbau einer Grabinschrift</h4>
<p><strong>Achtung: Hebräisch wird immer von rechts nach links gelesen!</strong></p>
<div class="centeredHeb">
<p><span class="grosss"><strong>Symbol</strong></span><br />
(Träneneiche; Krug mit Becken (Leviten); Hände (Kohanim, Priester) etc.)</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Hier liegt geborgen</span> <span class="hebr" dir="rtl">פ&#8221;ט / פ&#8221;נ</span> </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">פה טמון / טמונה // פה נטמן / נטמנת</span><br />
po tamun / tmuna // po nitman / nitmenet</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Geschlechtsangabe, Titulaturen, ehrende Beiwörter</span></strong></p>
<p>(Titulaturen und ehrende Beiwörter beziehen sich bei Männern praktisch immer auf religiöse Würden und Ämter, bei Frauen stehen meist Bibelzitate.)</p>
<p>ein Mann (&#8220;isch&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">איש</span> + Eigenschaft(swort), eine Frau (&#8220;ischa&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">אישה</span> + Eigenschaft(swort)</p>
<p>Herr (&#8220;Rev&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">ר&#8221; (רב)</span> + Name, Frau (&#8220;Marat&#8221;) <span class="hebr" dir="rtl">מ&#8221; (מרת)</span> + Name</p>
<p>der CHAVER (&#8220;He-chaver&#8221;, niederer Rang in der Gemeindehierarchie) <span class="hebr" dir="rtl">ה&#8221;ח (החבר)</span></p>
<p>ein angesehener Mann (isch nichbad) <span class="hebr" dir="rtl">איש נכבד</span></p>
<p>der ehrenhafte Herr (kvod harav) <span class="hebr" dir="rtl">כ&#8221;ה (כבוד הרב)</span></p>
<p>eine bedeutende Frau (ischa chaschuva) <span class="hebr" dir="rtl">אשה חשובה</span></p>
<p>die bescheidene Frau (ha-ischa ha-znu&#8217;a) <span class="hebr" dir="rtl">האשה הצנועה</span></p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Name +</span> <span class="hebr" dir="rtl">ז&#8221;ל / ע&#8221;ה</span> </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">זכרונו / זכרונה לברכה // עליו / עליה השלום </span><br />
sichrono / sichrona livracha (sein / ihr Andenken möge bewahrt werden)<br />
alav / aleha ha-schalom (auf ihm / auf ihr sei der Friede)</p>
<p>Herr Mose Wolf, sein Andenken möge bewahrt werden <span class="hebr" dir="rtl">ר&#8221; משה וואלף ז&#8221;ל (זכרונו לברכה) </span></p>
<p>Frau Resl Austerlitz, auf ihr sei der Friede <span class="hebr" dir="rtl">מרת ריזל ע&#8221;ה (עליה השלום)</span></p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Ableben</span> <span class="hebr" dir="rtl">י&#8221;נ</span> </strong></p>
<p>(Das Ableben wird meist durch einen positiven Ausdruck umschrieben;<br />
nur selten: er / sie &#8220;starb (met/a)&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">מת / מתה</span>)</p>
<p>Seine / Ihre Seele ging hinweg <span class="hebr" dir="rtl">יצאה נשמתו / נשמתה</span></p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Todesdatum</span></strong></p>
<p>(siehe unseren Lexikoneintrag &#8220;<a href="http://www.ojm.at/lexikon/z/" title="Interner Link zu 'ojm.at/lexikon/z/' auf unserer statischen Website">Zeitrechnung</a>&#8220;)</p>
<p>Die Zahlenwerte jener hebräischen Buchstaben, die mit Punkten oder Strichen gekennzeichnet sind, werden einfach zusammengezählt. Das Ergebnis, eine Hunderterzahl, addieren Sie zum (bürgerlichen) Jahr 1240 einfach dazu. Ergibt die Summe <abbr>z.B.</abbr> 697 <span class="hebr" dir="rtl">תרצ&#8221;ז</span>, haben wir das (Sterbe)jahr 1937 (1240 + 697).<br />
Genau genommen ist dies das jüdische Jahr 5697. Die Zahl 5, also die Tausenderzahl, wird aber meist nicht geschrieben (wie bei uns &#8217;10 statt 2010), es steht statt <abbr>z.B.</abbr> 5697 meist nur 697.<br />
Fast immer wird dann nach der Jahreszahl als Zusatz &#8220;nach der kleinen Zeitrechnung&#8221;, <abbr>d.h.</abbr> &#8220;ohne Tausenderzahl&#8221;, angefügt:</p>
<p>(wörtlich) &#8220;nach der kleinen Zählung (lifrat katan)&#8221; <span class="hebr" dir="rtl">לפ&#8221;ק = לפרט קטן</span><br />
Achten Sie auf diese 3 Buchstaben, denn davor steht immer die Jahreszahl!</p>
<p>Vorsicht ist allerdings geboten, wenn ein Datum der Monate Tischre, Cheschwan, Kislew und Tevet umgerechnet wird. Da das jüdische Jahr im Herbst beginnt, fällt ein Datum der genannten vier Monate noch in das &#8220;alte&#8221; bürgerliche Jahr. </p>
<p>Meist findet man vor der Jahreszahl <span class="hebr" dir="rtl"> (ב)שנת</span> &#8220;(bi)schnat&#8221;, &#8220;(im) Jahr&#8230;&#8221; (von: <span class="hebr" dir="rtl">שנה</span> &#8220;schana&#8221;, &#8220;Jahr&#8221;).</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Lob</span></strong></p>
<p>(Dieser oft sehr lange Text beinhaltet meist viele biblische und rabbinische Zitate und wird hier nicht näher beschrieben)</p>
<p class="tipp"><strong><span class="grosss">Schlussworte (Schlusseulogie)</span> <span class="hebr" dir="rtl">ת&#8221;נ&#8221;צ&#8221;ב&#8221;ה</span> </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">תהי נפשו / נפשה צרורה בצרור החיים </span><br />
tehi nafscho / nafscha zrura bizror ha-chajim (Seine / Ihre Seele möge eingebunden sein im Bund des Lebens, Anlehnung an 1 Samuel, 25,29).</p>
</div>
<p>Es darf schon angekündigt werden: Wir wollen eine neue und überarbeitete Auflage des <a href="http://www.ojm.at/publikationen/hebraeisch/" title="Interner Link zum Hebräischbuch auf unserer statischen Website">Hebräischbuches</a> möglichst bald als <span lang="en" xml:lang="en">E-Book</span> zur Verfügung stellen. Im Buch finden Sie ausführlichere Erklärungen und viele Übungen.</p>
<h3><a id="raetsel" name="raetsel"></a>Unser Rätsel: Lesen und &#8220;übersetzen&#8221; Sie folgende Grabinschrift:</h3>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[080310]" title="Grabstein Nummer 616 am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/616GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/616.jpg" width="150" height="150" alt="Grabstein Nummer 616 am jüngeren jüdischen Friedhof in Eisenstadt" /></a></p>
</div>
<p><em>Anmerkung:</em><br />
Falls Sie gleich hier nach unten zum Rätsel gesprungen sind, ohne unseren Beitrag lesen zu müssen, sind Sie mit unserem Rätsel vermutlich unterfordert ;)</p>
<p>Bitte keine Scheu, das Rätsel ist sehr einfach. Das oben Gelernte kommt noch nicht wirklich zum Einsatz, es geht vor allem um das Erkennen der hebräischen Buchstaben. Sie benötigen für die Lösung kein einziges hebräisches Wort. Die Inschrift ist in deutscher Sprache (mit hebräischen Buchstaben) verfasst und ist der hier original wiedergegebene untere Teil einer Grabinschrift eines Grabes auf dem jüngeren jüdischen Friedhofes in Eisenstadt (siehe Bild! Der obere Hauptteil der Inschrift ist Hebräisch und hier ausgeblendet).</p>
<div class="centered">
<p><span class="hebr" dir="rtl">היער רוהעט</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">דיע ליעבענדע טאכטער</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">טרייע גאטטין</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אונד צארטליכע מוטטער</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">רעזי איינהארן געב. שפיטצער</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">געשטארבען אים <span dir="ltr">26.</span> יאהרע</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">נאך לאנגעם ליידען</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אללגעמיין בעטרויערט</span></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אם <span dir="ltr">28.</span> פעבער 5637. </span></p>
</div>
<p>Wir verlosen unter den eingesendeten richtigen Lösungen drei (!) GewinnerInnen des Buches <a href="http://www.ojm.at/publikationen/gemeinden/" title="Interner Link zum Buch auf unserer statischen Website">&#8220;Aus den Sieben-Gemeinden. Ein Lesebuch über Juden im Burgenland&#8221;</a>.</p>
<ul>
<li>Bitte schicken Sie die Lösung <strong>bis Sonntag, 14. März 2010</strong> an folgende <span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span>-Adresse: <a href="mailto:raetsel@ojm.at">raetsel@ojm.at</a></li>
<li>Bitte geben Sie in Ihrer <span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span> an, ob wir Ihren Namen im Falle des Gewinns hier veröffentlichen dürfen</li>
<li>Die Reihenfolge der eingelangten Lösungen spielt keine Rolle</li>
<li>Am Montag, dem 15. März, ermitteln wir die GewinnerInnen per Los, geben die Namen (wenn erlaubt) bekannt und stellen die Lösung hier selbstverständlich gleich <span lang="en" xml:lang="en">online</span> </li>
<li>Es ist das unser erstes Rätsel, bitte haben Sie Nachsicht! Falls etwas unklar ist, zögern Sie nicht zu fragen, am besten gleich als Kommentar unten oder via <span lang="en" xml:lang="en">E-Mail</span></li>
<li>Zur Sicherheit sei nochmals erwähnt: Die hebräischen Buchstaben finden Sie ebenfalls auf unserer <a href="http://www.ojm.at/lexikon/hebraeisch/" title="Interner Link zu 'ojm.at/lexikon/hebraeisch/' auf unserer statischen Website">Website</a>.</li>
<li><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 14 Uhr: Die Zahlen im Rätsel werden von links nach rechts gelesen!</li>
</ul>
<p><strong>Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Freude beim &#8220;Übersetzen&#8221; und freuen uns sehr auf Ihre <span lang="en" xml:lang="en">E-Mails</span> mit den Lösungen!</strong></p>
<h4><a id="gew" name="gew"></a><span lang="en" xml:lang="en">Update</span> 15. März &#8211; Die Lösung unseres kleinen Rätsels:</h4>
<div class="centered">
Hier ruh(e)t<br />
die liebende Tochter,<br />
treue Gattin<br />
und zärtliche Mutter,<br />
Resi Einhorn, geb. Spitzer,<br />
gestorben im 26. Jahre<br />
nach langem Leiden.<br />
Allgemein betrauert<br />
am 28. Feber 5637 (= 1877).
</div>
<p>Als Gewinner wurden heute Morgen durch Los ermittelt (die Bücher sind schon unterwegs!):</p>
<ul>
<li><strong>Patrick Frankl</strong>, Eisenstadt</li>
<li><strong>Ferdinand Creuz</strong>, Nagold (<abbr>D</abbr>)</li>
<li><strong>Ute Schulz</strong>, Augsburg (<abbr>D</abbr>)</li>
</ul>
<p>Wir gratulieren sehr herzlich und danken allen, besonders auch jenen, die diesmal nicht gewonnen haben, für die Zusendungen. Besonders erfreulich war, dass nur richtige Lösungen einlangten. Immerhin kamen die E-Mails aus Österreich, Deutschland und Israel :)</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir als Ergänzung und Weiterführung die Lektüre des jüngst erschienenen Blogbeitrags <a href="http://jhva.wordpress.com/2010/02/24/lesen-hebraischer-grabsteine-wie-geht-das/" title="Externer Link zu 'jhva.wordpress.com ...'">&#8220;Lesen hebräischer Grabsteine &#8211; wie geht das?&#8221;</a> auf dem Blog des Jüdisch Historischen Vereins Augsburg. </em></p>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/01/10/am-juedischen-friedhof-ii/" title="Bl&auml;ttern Sie zum ersten Beitrag der Serie 'Am jüdischen Friedhof'">  Am jüdischen Friedhof II</a>&nbsp;
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ojm.at/blog/2010/03/08/am-juedischen-friedhof-iii/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Symbole</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/02/14/bild-der-woche-symbole/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 10:11:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[salzburg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=135</guid>
		<description><![CDATA[Wieder zurück vom Hebräischkurs, muss natürlich auch das Bild der Woche aus Salzburg kommen ;) Am Mittwoch, dem 3. Kurstag, besuchte die Anfängergruppe den jüdischen Friedhof in Salzburg, auch um das Erlernte in der Praxis ein wenig erproben zu können. Sehr schöne Symbole auf zwei Gräbern in der ersten Reihe des jüdischen Friedhofes: Oben &#8220;Kanne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wieder zurück vom <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=262247174938&#038;ref=share" title="Externer Link zu 'facebook.com' Veranstaltung Hebräischkurs">Hebräischkurs</a>, muss natürlich auch das Bild der Woche aus Salzburg kommen ;) Am Mittwoch, dem 3. Kurstag, besuchte die Anfängergruppe den <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/01/17/bild-der-woche-juedischer-friedhof-salzburg/" title="Interner Link zum 'Bild der Woche - Jüdischer Friedhof Salzburg'">jüdischen Friedhof in Salzburg</a>, auch um das Erlernte in der Praxis ein wenig erproben zu können.</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/symboleSFHGR.jpg" width="550" height="910" alt="Symbole 'Segnende Hände' und 'Kanne und Becken'" class="centered" /></p>
<p class="centered">Sehr schöne Symbole auf zwei Gräbern in der ersten Reihe des jüdischen Friedhofes:  Oben &#8220;Kanne und Becken&#8221; als Symbol für <a href="http://www.ojm.at/lexikon/l/#levi" title="Interner Link zum Lexikoneintrag 'Levit' auf unserer statischen Website">levitische Abstammung</a>, unten: &#8220;Segnende Priesterhände&#8221; als Symbol für <a href="http://www.ojm.at/lexikon/k/#koh" title="Interner Link zum Lexikoneintrag 'Kohen' auf unserer statischen Website">Kohanim</a>.</p>
<p>Ich danke sehr herzlich dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, Herrn <a href="http://www.ikg-salzburg.at/gemeinde/praesident.html" title="Externer Link zu 'ikg-salzburg.at/gemeinde/praesident.html'">Marko Feingold</a>, der uns mit seiner Gattin den Friedhofsbesuch ermöglichte und selbstverständlich auch eine historische Einführung gab.</p>
<p>Bei dieser Gelegenheit sei angemerkt, dass die Israelitische Kultusgemeinde Salzburg auch seit Kurzem eine sehr schöne <a href="http://www.ikg-salzburg.at/" title="Externer Link zu 'ikg-salzburg.at'">neue Website</a> hat.</p>
<p>Vielen Dank an Wolfgang Kisslinger, Salzburg, für die beiden Fotos!</p>
<p>Mehr zu den beiden Symbolen finden Sie auf unserer<a href="http://www.facebook.com/ojmEisenstadt#!/posted.php?id=200220177996&#038;share_id=317931758696&#038;comments=1#s317931758696" title="Externer Link zu 'facebook.com...'"> Facebook-Seite</a>.</p>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/02/04/bild-der-woche-gruendervaeter/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie zur&uuml;ck zum vorherigen Bild">  Bild der Woche &#8220;Gründerväter&#8221;</a>&nbsp;
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&nbsp; <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/02/22/bild-der-woche-schuhe-an-der-donau/" title="Bl&auml;ttern Sie in der 'Bild der Woche'-Galerie vor zum n&auml;chsten Bild"> Bild der Woche &#8220;Schuhe an der Donau&#8221;</a> &raquo;
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<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/01/27/der-aeltere-juedische-friedhof-in-eisenstadt/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/01/27/der-aeltere-juedische-friedhof-in-eisenstadt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 10:31:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Im zweiten Beitrag unserer kleinen Serie &#8220;Am jüdischen Friedhof&#8221; wurde der ältere Friedhof in Eisenstadt als Beispiel für einen Friedhof zitiert, auf dem die Prominenz (im herkömmlichen Sinn) rar und die Steine nur selten kunsthistorisch bedeutend sind. Eisenstadt hat zwei jüdische Friedhöfe, den älteren und den jüngeren. Die erste Datierung eines Grabsteins auf dem älteren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/01/10/am-juedischen-friedhof-ii/" title="Interner Link zum Beitrag 'Am jüdischen Friedhof II'">zweiten Beitrag</a> unserer kleinen Serie &#8220;Am jüdischen Friedhof&#8221; wurde der ältere Friedhof in Eisenstadt als Beispiel für einen Friedhof zitiert, auf dem die Prominenz (im herkömmlichen Sinn) rar und die Steine nur selten kunsthistorisch bedeutend sind.</p>
<p>Eisenstadt hat zwei jüdische Friedhöfe, den älteren und den jüngeren. Die erste Datierung eines  Grabsteins auf dem älteren jüdischen Friedhof stammt vom 3. Juli 1679, der Friedhof wurde bis 1875  belegt. Im selben Jahr wurde der jüngere Friedhof angelegt. Dieser jüngere jüdische Friedhof wurde von uns zwischen 1992 und 1995 bearbeitet und liegt als <a href="http://www.ojm.at/publikationen/friedhof/" title="Interner Link zur Publikation 'Hier in der heiligen jüdischen Gemeinde...' auf unserer statischen Website">Publikation</a> vor. </p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[270110]" title="Eingangstor zum älteren jüdischen Friedhof, auf einer Postkarte aus den 1920er Jahren" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/ajfEisenstadt02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/ajfEisenstadt02.jpg" width="300" height="188" alt="Eingangstor zum älteren jüdischen Friedhof, auf einer Postkarte aus den 1920er Jahren" /></a>
</div>
<p class="centered">Das Tor ist heute nicht mehr vorhanden. Der Friedhof ist sozusagen in zwei Teile geteilt, zwischen den beiden heute eingezäunten Hälften befindet sich ein öffentlich begehbarer Fußweg.</p>
<p>Der ältere jüdische Friedhof, am nordwestlichen Ende des jüdischen Viertels gelegen, umfasste im Jahr 1922 1.140 Grabsteine mit ausschließlich hebräischen Grabinschriften. In diesem Jahr erschien die bedeutende Publikation von Dr. Bernhard Wachstein, dem langjährigen Direktor der Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, über diesen Friedhof (Wachstein <abbr>B.</abbr>, Die Grabinschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt, Eisenstädter Forschungen, <abbr>hrsg.</abbr> Von S&aacute;ndor Wolf, Band I, Wien 1922). Wachstein nahm alle Grabsteine des älteren Friedhofes mit hebräischer Abschrift und manchen Verweisen auf Belegstellen aus Bibel und rabbinischer Literatur sowie einigen Fotos auf. Wachstein verzichtete auf eine Übersetzung und legt die Textbearbeitung nur hebräisch in Form von Quellenverweisen, in der Regel ohne Kommentierung, vor. Diese Vorgangsweise macht einerseits das Zielpublikum seiner Arbeit &#8211; nämlich den mit der Traditionsliteratur vertrauten jüdischen Leser &#8211; deutlich und erschwert andererseits dem nichtjüdischen oder mit der jüdischen Traditionsliteratur nicht vertrauten Leser den Umgang mit seiner Arbeit immens.</p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[270110]" title="Alte Ansicht (1920er Jahre) des älteren jüdischen Friedhofs in Eisenstadt" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/ajfEisenstadtGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/ajfEisenstadt.jpg" width="300" height="192" alt="Alte Ansicht des älteren jüdischen Friedhofs in Eisenstadt" /></a>
</div>
<blockquote class="abstand"><p>Der Eisenstädter Friedhof ist zum Unterschied von anderen alten jüdischen Friedhöfen vollständig baumlos. Nur einiges Gebüsch verkleidet die Mauer. Die Gräber entbehrten, wie es bei gesetztreuen Juden selbstverständlich ist, des Blumenschmuckes, und nur Graswuchs &#8211; ohne Beimengung von hässlichen Unkräutern &#8211; überzieht die Ruhestätten mit seinem Grün.<br />
Das Terrain ist eben, an manchen Stellen bemerkt man jedoch Aufschüttungen von Erdreich, die dazu dienten, um über den alten Gräbern neue anlegen zu können. Die Steine stehen an diesen Stätten dicht nebeneinander, weil die der tiefen Gräber auch hinauf gestellt wurden &#8230;<br />
Die Denkmäler des Eisenstädter Friedhofes zeigen in Form und Aussehen vielfach Ähnlichkeiten mit denen des Wiener Friedhofes. Es liegt dies in der Natur der Sache, denn nicht nur die ersten Ansiedler waren Wiener Emigranten, sondern auch ein ganz erheblicher Zuzug leitete sich von Wien her &#8230;<br />
Einige Steine des Eisenstädter Friedhofes müssen sogar in Wien angefertigt worden sein &#8230; Aber bald wussten sich die Eisenstädter in der Friedhofkunst von Wien unabhängig zu machen. Hatten sie ja ein vorzügliches eigenes Steinmaterial, den Bergeisenstädter, oder St. Margarether und Oszliper Kalkstein, der außerordentlich leicht bearbeitbar, nun beinahe ausschließlich verwendet wurde &#8230;
</p></blockquote>
<p>Lange wussten wir nicht, wie viele Grabsteine den Holocaust überlebten und sich heute auf dem Friedhof befinden (aus mir unerfindlichen Gründen scheint es unmöglich zu sein, ohne Hilfsmittel Grabsteine auf einem jüdischen Friedhof auch nur einigermaßen korrekt zu zählen). Vor einigen Jahren brachte eine von der Freistadt Eisenstadt gesponserte Vermessung des Friedhofes ein für uns erstaunliches, jedoch höchst erfreuliches Ergebnis: Am Friedhof befinden sich heute 1.104 Grabsteine, also beinahe genau so viele wie 1922. </p>
<p>In Wachsteins Buch finden wir drei verschiedene Nummerierungen der Grabsteine, am Friedhof selbst immerhin zwei. Jene beiden, die wir &#8211; so überhaupt sichtbar &#8211; auf Grabsteinen lesen können, sind alte <abbr>bzw.</abbr> sehr alte Nummerierungen, eine in Hebräisch gravierte und eine mit arabischen Zahlen. Wachstein verwendet eine dritte Nummerierung in seinem Buch, notiert aber bei jedem Grabstein beide alten Nummern. Die Unlesbarkeit der meisten alten Nummern heute macht eine Zuordnung der in Wachsteins Werk aufgenommenen Grabsteine am Friedhof in den meisten Fällen extrem schwer. Vor allem auch, weil sehr viele der Inschriften kaum gelesen, die Grabsteine daher nicht sicher identifiziert und zugeordnet werden können. Wachstein konnte für seine Bearbeitung auf Quellen wie etwa das &#8220;Schwarze Buch&#8221; der Gemeinde zurückgreifen. Heute existieren weder das &#8220;Schwarze Buch&#8221; der Gemeinde noch ein Lageplan oder andere Informationen, die uns helfen könnten, einzelne Grabsteine zu finden. Auch Wachstein verzichtet leider auf einen Lageplan.</p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[270110]" title="Ausschnitt aus dem hebräischen Teil in Wachsteins Buch über den älteren jüdischen Friedhof in Eisenstadt" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wachsteinGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wachstein.jpg" width="300" height="145" alt="Ausschnitt aus Wachsteins Buch, der die drei verschiedenen Nummerierungen zeigt" /></a>
</div>
<p class="abstand">Bleibt abschließend zu wiederholen: Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt ist ein Beispiel, bei dem die Bestandssicherung mit der Sicherung von Inschriften, im konkreten Fall etwa mit der Zuordnung der Grabsteine zu den bereits vorhanden Abschriften Wachsteins, beginnen muss.</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir einen Blick auf die Fotos vom älteren jüdischen Friedhof in Eisenstadt auf unserer <a href="http://www.facebook.com/ojmEisenstadt?v=photos#/album.php?aid=141597&#038;id=200220177996" title="Externer Link zu 'facebook.com/ojmEisenstadt'">Facebook-Seite</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein Burgenländer &#8211; der erste Jude Salzburgs</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/01/17/ein-burgenlaender-der-erste-jude-salzburgs/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/01/17/ein-burgenlaender-der-erste-jude-salzburgs/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 10:01:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[mattersburg]]></category>
		<category><![CDATA[salzburg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=122</guid>
		<description><![CDATA[1498 wurden alle Juden Salzburgs von Erzbischof Leonhard von Keutschach des Landes verwiesen und durften sich bis 1867 (Staatsgrundgesetz) nicht in der Stadt aufhalten. In diesem Jahr gelang es Albert Abraham Pollak als erstem Juden das Niederlassungsrecht wieder zu erlangen. Pollak wurde 1833 in Mattersdorf geboren, starb 1921 und ist am jüdischen Friedhof in Salzburg [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1498 wurden alle Juden Salzburgs von Erzbischof Leonhard von Keutschach des Landes verwiesen und durften sich bis 1867 (Staatsgrundgesetz) nicht in der Stadt aufhalten.</p>
<p>In diesem Jahr gelang es Albert Abraham Pollak als erstem Juden das Niederlassungsrecht wieder zu erlangen. Pollak wurde 1833 in <a href="http://www.ojm.at/gemeinden/mattersburg/" title="Interner Link zur Gemeinde Mattersburg auf unserer statischen Website">Mattersdorf</a> geboren, starb 1921 und ist am <a href="http://www.salzburg.com/wiki/index.php/J%C3%BCdischer_Friedhof_Salzburg" title="Externer Link zu 'salzburg.com...'">jüdischen Friedhof in Salzburg Aigen</a> begraben.<br />
Er wurde schon 1873 als Bürger von Salzburg akzeptiert und legte den Grundstein für den Neubeginn der jüdischen Gemeinde der Stadt. Bald wurde Pollak zum angesehenen &#8220;<abbr class="hilfe" title="kaiserlich und königlicher">k.u.k.</abbr> Hofantiquar&#8221;, später sogar zum &#8220;kaiserlichen Rat&#8221;.<br />
Die Stadtgemeinde hatte Pollaks Anrecht akzeptiert, nur der Bürgermeister soll angeblich den Ausspruch getan haben:</p>
<blockquote><p>Sie sind der erste, aber auch der einzige und letzte Jude in Salzburg.</p></blockquote>
<p>Der Bürgermeister sollte irren. Am 28. Jänner 1881 sind in Salzburg 18 &#8220;Israeliten&#8221; mit ihren Familien belegt. Darunter Albert Pollak, verheiratet mit Karoline, 7 Kinder. Für uns besonders interessant ist, dass insgesamt 5 Juden aus dem Mattersdorf/Ödenburger Komitat und 2 aus dem Komitat Lackenbach/Ödenburg kommen.</p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[170110]" title="Ansuchen Albert Pollaks vom 22. März 1867" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/pollakUKGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/pollakUK.jpg" width="300" height="250" alt="Ansuchen Albert Pollaks vom 22. März 1867" /></a>
</div>
<p class="centered">Ansuchen Albert Pollaks vom 22. März 1867 um eine Trödler-Konzession und seine Bearbeitung (Archiv der Stadt Salzburg), aus: Marko Feingold, Ein ewiges Dennoch, Wien 1993,18.</p>
<blockquote><p>Löbliches Gemeindeamt!</p>
<p>Ich wünsche in der Stadt Salzburg ein Tändler- (Trödler-) Gewerbe zu betreiben, <abbr>u.</abbr> da ich nach dem anliegenden pfarramtlichen Sittenzeugnisse eines guten Leimundes mich erfreie, und durch meinen langjährigen hiesigen Aufenthalt mir die nöthigen Lokal- u. fachlichen Kenntnisse angeeignet habe, um ein derlei conzessioniertes Gewerbe zu erlangen, so bitte ich um die Ertheilung der erforderlichen Conzession, <abbr>u.</abbr> bemerke zur Ausfüllung der Rubriken im Gewerbsvormers-Buche, daß ich 34 Jahre alt, zu Matersdorf in Ungarn gebürtig bin. Den Standort des Betriebes, Gewölbe oder sonstigen Lokalität bin ich noch nicht im Stande anzugeben &#8230;</p>
<p>Salzburg, am 22. May 1867<br />
Albert Pollak <acronym class="hilfe" title="manu propria" lang="lt" xml:lang="lt">mp</acronym><br />
Goldwaarenhändler</p></blockquote>
<p><cite>Marko Feingold, Ein ewiges Dennoch, Wien 1993,19</cite></p>
<p>Da 1943 der Verkauf von Grabsteinen auf dem jüdischen Friedhof genehmigt wurde, ist es fast ein Wunder, dass der Grabstein von Albert Pollak erhalten blieb.</p>
<div id="mittig02">
<ul id="bildchen9">
<li><a rel="lightbox[170110]" title="Grabstein von Albert Pollak am jüdischen Friedhof Salzburg" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/pollakFHGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/pollakFH.jpg" width="150" height="150" alt="Grabstein von Albert Pollak am jüdischen Friedhof Salzburg" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[170110]" title="Blick auf den Grabstein von Albert Pollak am jüdischen Friedhof Salzburg" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/pollakFHGR02.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/pollakFH02.jpg" width="150" height="150" alt="Blick auf den Grabstein von Albert Pollak am jüdischen Friedhof Salzburg" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p>Vorgestern, am Freitag, war ich vom <a href="http://www.irpb-salzburg.at/" title="Externer Link zu 'irpb-salzburg.at'">Institut für religionspädagogische Bildung Salzburg</a> eingeladen, anlässlich einer Veranstaltung zum (heutigen!) Tag des Judentums, über den jüdischen Friedhof zu sprechen. Am Vormittag referierte <abbr>Prof.</abbr> Gerhard Langer vom <a href="http://www.uni-salzburg.at/zjk" title="Externer Link zu 'uni-salbzurg.at/zjk'">Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte der Universität Salzburg</a>. Nachmittags kamen etwa 40 Interessierte auf den jüdischen Friedhof und hielten fast 90 Minuten trotz sehr kühler Temperatur und 15<abbr>cm</abbr> Schnee durch. Danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern! </p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/pollak.jpg" width="150" height="187" alt="Albert Pollak, Foto: Israelitische Kultusgemeinde Salzburg" />
</p>
<p class="center">Albert Pollak<br />
Foto: <acronym class="hilfe" title="Israelitische Kultusgemeinde">IKG</acronym> Salzburg</p>
</div>
<p>Besonders gefreut habe ich mich, dass auch der Präsident der <a href="http://www.ikg-salzburg.at/" title="Externer Link zu 'ikg-salzburg.at'">Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg</a>, Hofrat Marko Feingold und seine Gattin an der Veranstaltung teilnahmen und mit uns am jüdischen Friedhof waren. Herr Feingold hielt eine kurze Einführung in den jüdischen Friedhof Salzburg Aigen und wusste manch launige Geschichte über den &#8220;Burgenländer&#8221; Albert Pollak zu erzählen.<br />
So soll Pollak zeit seines Lebens die Tracht als Kleidung bevorzugt haben und bei offiziellen Anlässen immer darauf hingewiesen haben, dass er &#8220;Vegetarier&#8221; sei (um die koscheren Speisegesetze möglichst halten zu können).</p>
<p>Gemeinsam mit anderen schon länger in Salzburg Ansässigen gründete Albert Pollak 1892 eine Ortsgruppe des &#8220;Kranken-Unterstützungs- und Beerdigungsvereines Chewra Kadischa&#8221; und reichte gemeinsam mit Moritz Bäck bei der Bezirkshauptmannschaft Salzburg den Bauplan für die Friedhofsanlage samt Leichenhaus ein. Der jüdische Friedhof in Salzburg Aigen war danach schnell errichtet, siehe auch unser <a href="http://www.ojm.at/blog/2010/01/17/bild-der-woche-juedischer-friedhof-salzburg/" title="Interner Link zum Beitrag 'Jüdischer Friedhof Salzburg'">&#8220;Bild der Woche&#8221;</a>.</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir die Lektüre des Buches des Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburgs: <a href="http://www.amazon.de/ewiges-Dennoch-Jahre-Juden-Salzburg/dp/320598109X/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1263670851&#038;sr=8-2" title="Externer Link zu 'amazon.de...'">Marko Feingold, Ein ewiges Dennoch. 125 Jahre Juden in Salzburg, Wien 1993</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Bild der Woche &#8211; Jüdischer Friedhof Salzburg</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 10:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[salzburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Israelitische Kultusgemeinde lässt regelmäßig die jüdischen Friedhöfe in Österreich bewerten. Nur wenige Friedhöfe konnten die Note &#8220;sehr gut&#8221; erreichen, geschweige denn über mehrere Jahre halten. Berücksichtigt man, dass den Werten noch keine Gewichtung zugrunde liegt (so befinden sich etwa am jüdischen Friedhof in Güssing &#8220;nur&#8221; Gedenk- aber keine Grabsteine), verdient der jüdische Friedhof in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Israelitische Kultusgemeinde lässt regelmäßig die jüdischen Friedhöfe in Österreich <a href="http://www.ikg-wien.at/static/unter/html/re/friedhof_bewertung.html">bewerten</a>. Nur wenige Friedhöfe konnten die Note &#8220;sehr gut&#8221; erreichen, geschweige denn über mehrere Jahre halten. Berücksichtigt man, dass den Werten noch keine Gewichtung zugrunde liegt (so befinden sich etwa am jüdischen Friedhof in <a href="http://www.ojm.at/gemeinden/guessing/" title="Interner Link zur Gemeinde Güssing auf unserer statischen Website">Güssing</a> &#8220;nur&#8221; Gedenk- aber keine Grabsteine), verdient der <a href="http://www.salzburg.com/wiki/index.php/J%C3%BCdischer_Friedhof_Salzburg" title="Externer Link zu 'salzburg.com...'">jüdische Friedhof in Salzburg Aigen</a> eine besondere Erwähnung als vorbildliches Beispiel.</p>
<p><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/salzburgFHGR.jpg" width="550" height="413" alt="Blick auf den jüdischen Friedhof in Salzburg Aigen" class="centered" /></p>
<p>Im Unterschied zu fast allen jüdischen Friedhöfen des Burgenlandes ist der Friedhof in Salzburg sehr jung. 1893 angelegt, finden sich nur sehr wenige Grabsteine mit ausschließlich hebräischen Inschriften, es gibt keine Grabsteine aus Sandstein, die Betenden (<abbr>bzw.</abbr> die Inschrift Lesenden) blicken &#8211; auch im Unterschied zum Burgenland &#8211; ebenfalls ausnahmslos gen Osten (das Grab befindest sich also &#8211; aus der Perspektive des Betenden/Lesenden &#8211; &#8220;hinter&#8221; dem Grabstein, der zu Häupten des Toten aufgestellt ist).</p>
<p>Siehe auch unseren Beitrag &#8220;<a href="http://www.ojm.at/blog/2010/01/17/ein-burgenlaender-der-erste-jude-salzburgs/" title="Interner Link zum Beitrag vom 17. Jänner 2010">Ein Burgenländer &#8211; der erste Jude in Salzburg</a>&#8220;.</p>
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</div>
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</div>
<p class="tipp"><em>Schicken Sie uns Ihr <a href="http://www.ojm.at/blog/ueber-das-blog/#bw" title="Interner Link zu Seite 'Über das Blog'">Bild der Woche</a> &#8230;</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Am jüdischen Friedhof II</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2010/01/10/am-juedischen-friedhof-ii/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2010/01/10/am-juedischen-friedhof-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 10:06:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Burgenland]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[eisenstadt]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[wien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=115</guid>
		<description><![CDATA[Arnstein, 20 Millionen und die &#8220;fremden&#8221; Friedhöfe Aus gegebenem Anlass soll dieser Beitrag als zweiter Beitrag unserer kleinen Serie &#8220;Am jüdischen Friedhof&#8221; eingeschoben werden. Am 22. Dezember 2009 kam es in Österreich nach neun Jahren endlich zur Einigung, wer die Erhaltung, also die Bestandssicherung der jüdischen Friedhöfe bezahlen und wie die Finanzierung in den kommenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Arnstein, 20 Millionen und die &#8220;fremden&#8221; Friedhöfe</h3>
<p>Aus gegebenem Anlass  soll dieser Beitrag als zweiter Beitrag unserer kleinen Serie &#8220;Am jüdischen Friedhof&#8221; eingeschoben werden.</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[100109]" title="Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt, Bild 1"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/ajfe01GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/ajfe01.jpg" width="150" height="150" alt="Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt, Foto: David Peters" /></a></p>
</div>
<p>Am 22. Dezember 2009 kam es in Österreich nach neun Jahren endlich zur <a href="http://derstandard.at/1259282459990/Juedische-Friedhoefe-Ein-verspaetetes-Chanukkageschenk" title="Externer Link zu 'derstandard.at/1259282459990/Juedische-Friedhoefe-Ein-verspaetetes-Chanukkageschenk'">Einigung</a>, wer die Erhaltung, also die Bestandssicherung der jüdischen Friedhöfe bezahlen und wie die Finanzierung in den kommenden 20 Jahren gewährleistet sein soll. Thomas Rottenberg erklärt im <a href="http://derstandard.at/1259282505979/Sanierung-juedischer-Friedhoefe-Graeber-und-Geschenke" title="Externer Link zu 'http://derstandard.at/1259282505979/Sanierung-juedischer-Friedhoefe-Graeber-und-Geschenke'">Standard</a> auch sehr gut, was der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, <abbr>Dr.</abbr> Ariel Muzicant, mit einem &#8220;verspäteten Chanukkageschenk&#8221; gemeint hat. </p>
<p>Im ersten oben verlinkten Beitrag heißt es <abbr>u.a.</abbr>:</p>
<blockquote><p>Länder und Bund hatten jahrelang darüber gestritten, wer für die Erhaltung zahlen soll &#8211; die Friedhöfe waren währenddessen verfallen.
</p></blockquote>
<p>Selbstverständlich verfallen die Friedhöfe nicht erst seit 2001, und doch ist insbesondere in den letzten Jahren der zunehmende Verfall drastisch (drastischer?) und deutlich sichtbar. Es verfallen aber nicht &#8220;nur&#8221; kunsthistorisch mehr oder minder wertvolle und bedeutende Grabdenkmäler, sondern &#8211; insbesondere &#8211; die Lesbarkeit der Inschriften wird jährlich schlechter. Die Grabsteine versinken in der Anonymität, vor allem dann, wenn es &#8211; wie etwa im Burgenland &#8211; keine Protokollbücher der Chevra Kadischa (Heilige Bruderschaft), Memor-Bücher oder gar Friedhofslisten und Lageplanregister gibt.</p>
<div class="bildrechts">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[100109]" title="Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt, Bild 2"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/ajfe02GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/ajfe02.jpg" width="150" height="150" alt="Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt, Foto: David Peters" /></a></p>
</div>
<p><a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/08/am-juedischen-friedhof-i/" title="Interner Link zum Beitrag 'Am jüdischen Friedhof I'">Noch einmal</a> sei angemerkt, dass es hier im Burgenland 14 jüdische Friedhöfe gibt, deren etwa 8.000 Gräber mit einer Ausnahme (der junge Friedhof in Oberwart, Anfang 20. Jahrhundert) nur hebräische Inschriften aufweisen. Insbesondere diese hebräischen Grabinschriften lassen die Friedhöfe für viele Menschen namenlos und entseelt und damit oft (tendenziell) fremd wirken (siehe etwa auch den unseligen <a href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/2245053/juedische-friedhoefe-werden-restauriert.story" title="Externer Link zu 'kleinezeitung.at...'">2. Kommentar</a> zum Thema).</p>
<p>Die Historikerin Tina Walzer, laut <a href="http://derstandard.at/1259282540879/KOPF-DES-TAGES-Kaempferin-fuer-die-steinernen-Archive" title="Externer Link zu 'derstandard.at...Kopf des Tages...'">derstandard.at</a> die Expertin für jüdische Friedhöfe generell, <a href="http://www.wienweb.at/tvcontent.aspx?menu=1&#038;cid=168603#" title="Externer Link zum Video auf  'wienweb.at'">wünscht als erste Schritte</a>:</p>
<blockquote><p>Man müsste ganz dringend den Bewuchs roden und im Zaum halten und im nächsten Schritt alle besonders wertvollen Grabdenkmäler innerhalb der nächsten drei Jahre sanieren
</p></blockquote>
<p>Wenn diese Aussage auch in erster Linie auf den jüdischen Friedhof Währing abzielt, so stellen sich meines Erachtens doch einige Fragen.<br />
In der ersten Reaktion habe ich getwittert, dass nicht die &#8220;besonders wertvollen Grabdenkmäler&#8221;, sondern die besonders gefährdeten als erstes saniert gehören, also jene, die man in drei Jahren nicht mehr oder noch weniger als heute lesen kann (<a href="http://twitter.com/JewishMuseumAT/status/6938284198" title="Externer Link zum ersten Tweet zum Thema auf 'twitter.com...'">Tweet 1</a>, <a href="http://twitter.com/JewishMuseumAT/status/6938287864" title="Externer Link zum zweiten Tweet zum Thema auf 'twitter.com'">Tweet 2</a>).</p>
<p>Gemeint ist damit:<br />
Was  sind denn nun eigentlich genau &#8220;besonders wertvolle Grabdenkmäler&#8221;?<br />
Es ist schon richtig, dass kunsthistorisch besonders wertvolle Grabdenkmäler ehestmöglich renoviert werden müssen, und es ist meist auch richtig, dass die großen Namen wie Wertheim(b)er, Russo, Königswarther oder Arnstein und Eskeles eben diese (aus kunsthistorischer Sicht) besonders wertvollen Grabdenkmäler besitzen.</p>
<div class="bildlinks">
<p class="thumbn"><a rel="lightbox[100109]" title="Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt, Bild 3"  href="http://www.ojm.at/blog/bilder/ajfe03GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/ajfe03.jpg" width="150" height="150" alt="Der ältere jüdische Friedhof in Eisenstadt, Foto: David Peters" /></a></p>
</div>
<p>Auf den jüdischen Friedhöfen im Burgenland &#8211; die ältesten Grabsteine stammen immerhin aus dem Ende des 17. Jahrhunderts &#8211; finden wir aber keine Wertheimers oder Arnsteins und die bedeutenden Rabbiner haben zumeist genauso einfache Grabsteine wie die einfachsten Gemeindemitglieder. Grabmäler aus (Kalk)Sandstein sind mehr oder minder Standard, aber &#8211; im Gegensatz etwa zum <a href="http://www.waehringer-friedhof.at/bild/rundgang:Neuer-ordner-070" title="Externer Link zu 'waehringer-friedhof.at...'">Währinger Friedhof</a> &#8211; in den allermeisten Fällen kein Zeichen dafür, dass die Toten ärmere Gemeindemitglieder gewesen wären. Selbst die (hebräischen) Grabinschriften lassen vom Umfang her oft nicht auf die Bedeutung der Bestatteten schließen, berühmte Rabbiner haben mitunter bescheidene und auffällig kurze Grabinschriften (siehe etwa das <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/08/31/hebraeischkurs-2009/#rm" title="Interner Link zum Beitrag 'Hebräischkurs-2009'">Grab von Rabbi Meir Eisenstadt</a>).</p>
<p>Außer auf dem (aufgearbeiteten) <a href="http://www.ojm.at/publikationen/friedhof/" title="Interner Link zur Publikation 'Hier in der heiligen jüdischen Gemeinde' auf unserer statischen Website">jüngeren jüdischen Friedhof von Eisenstadt</a> können heute so gut wie keine konkreten Gräber auf den jüdischen Friedhöfen des Burgenlandes gefunden werden. </p>
<p>Einer der Feinde des Verstehens ist die Anonymität und es gilt dringend, hebräische Inschriften auf jüdischen Grabsteinen dieser Anonymität zu entreißen, auch, damit sie vielleicht von weniger Menschen als fremd wahrgenommen werden. Und auch dann, wenn die Toten keine berühmten Personen waren und ihre Inschriften für biografische Forschungen nur sehr bedingt verwendbar und durch ihre Stereotypie sogar oft nur von mäßigem Interesse sein mögen. </p>
<p>Ich würde mir wünschen, dass die Erhaltung der jüdischen Friedhöfe (nicht nur) im Burgenland nicht immer mit dem Reparieren der Friedhofszäune beginnt und dem Aufstellen von umgefallenen Grabsteinen endet &#8230;</p>
<p class="tipp">In der nächsten Folge dieser Serie dann der ursprünglich für heute geplante Beitrag: Wie Sie auch ohne großartige Hebräischkenntnisse Namen und Todesdaten in hebräischen Inschriften finden und übersetzen können &#8230;</p>
<p class="tipp"><em>Als Beilage zu unserer heutigen Melange empfehlen wir einen virtuellen Ausflug auf den <a href="http://www.waehringer-friedhof.at/" title="Externer Link zu 'waehringer-friedhof.at'">jüdischen Friedhof Währing</a> (<span lang="en" xml:lang="en">Website</span> leider nicht ganz aktuell).</em></p>
<p class="tipp"><span lang="en" xml:lang="en">Update 11. Jänner</span>: <a href="http://www.marco-schreuder.at/2010/01/judische-friedhofe-post-von-ariel.html" title="Externer Link zu 'marco-schreuder.at'">Marco Schreuder</a> zeigt in seinem Blog einige sehr informative Videos zum Währinger Friedhof, die wir hier &#8211; passend zu unserem Tipp &#8211; einbetten dürfen:</p>
<p><span id="more-115"></span></p>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:344px" data="http://www.youtube.com/v/EDveT_u6FtM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/EDveT_u6FtM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" /></object>
</div>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:344px" data="http://www.youtube.com/v/kaCskHyYstM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/kaCskHyYstM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" /></object>
</div>
<div class="centered">
<object type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:344px" data="http://www.youtube.com/v/n7CIbiBJXcE&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/n7CIbiBJXcE&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" /></object>
</div>
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&laquo; <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/08/am-juedischen-friedhof-i/" title="Bl&auml;ttern Sie zum ersten Beitrag der Serie 'Am jüdischen Friedhof'">  Am jüdischen Friedhof I</a>&nbsp;
</div>
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</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Grabstein Mittelalter V</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2009/11/29/grabstein-mittelalter-v/</link>
		<comments>http://www.ojm.at/blog/2009/11/29/grabstein-mittelalter-v/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 12:38:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[grabsteine mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ojm.at/blog/?p=94</guid>
		<description><![CDATA[Dieser Grabstein ist der fünfte von links der Installation der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt. Untenstehend zwei Fotos des Grabsteines mit unterschiedlichen Qualitäten (auch zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen), um eine möglichst korrekte Lesung der Inschrift zu ermöglichen. Der Grabstein war wahrscheinlich ein Doppelgrabstein. Die linke Hälfte, von der nur mehr ein kleiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Grabstein ist der fünfte von links der <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/22/praesentation-der-mittelalterlichen-grabsteine/" title="Interner Link zum Beitrag 'Präsentation der mittelalterlichen Grabsteine'">Installation</a> der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt.</p>
<p>Untenstehend zwei Fotos des Grabsteines mit unterschiedlichen Qualitäten (auch zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen), um eine möglichst korrekte Lesung der Inschrift zu ermöglichen.<br />
Der Grabstein war wahrscheinlich ein Doppelgrabstein. Die linke Hälfte, von der nur mehr ein kleiner Rest vorhanden ist, wird unten im Anschluss an die rechte Hälfte transkribiert (und übersetzt).</p>
<p class="centered"><strong>Rachel, Tochter des Zvi Hirsch, 03. Marcheschvan (5)445 = (Mittwoch,) 12. Oktober 1684?</strong></p>
<div id="mittig2f">
<ul id="bildchen2">
<li><a rel="lightbox[291109]" title="Grabstein von Rachel?, Tochter von Zvi Hirsch?, 1684?" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG05GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG05.jpg" width="250" height="216" alt="5. Grabstein (von links) der Installation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" /></a></li>
<li><a rel="lightbox[291109]" title="Grabstein von Rachel?, Tochter von Zvi Hirsch?, 1684?" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG05aGR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG05a.jpg" width="250" height="216" alt="5. Grabstein (von links) der Installation mittelalterlicher jüdischer Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" /></a></li>
</ul>
</div>
<p><br class="clear" /></p>
<p class="centered"><strong>Rechte Hälfte des Grabsteins:</strong></p>
<div class="category">
<div class="centeredHeb">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p>[Ihre See]le? ging hinweg<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>2. Zeile: </strong></p>
<p>Frau? Rachel N.N.<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>3. Zeile: </strong></p>
<p>Tochter? d(es Herrn) Z(vi) H(irsch)?, Gatti(n) des?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>4. Zeile: </strong></p>
<p>e(hrbaren) H(errn) Chaj(im)? Dieses ist<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>5. Zeile: </strong></p>
<p>ihr Grabm(al).<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>6. Zeile: </strong></p>
<p>(Sie verstarb am) 3.? Marcheschvan 445? (= 1684)<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>7. Zeile: </strong></p>
<p>[I(hre)] S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens). A(men), A(men), S(ela)<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
</div>
</div>
<div class="archives">
<div class="centered">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[נפש]ה יצתה</span></p>
<p><strong>2. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[.]מר רחל במו[ד]</span></p>
<p><strong>3. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">בת ר צה רעיית[ו]</span></p>
<p><strong>4. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">חי ה וזאת</span></p>
<p><strong>5. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[מ]צבת קבורתה</span></p>
<p><strong>6. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[ג] מרחשון מתה</span></p>
<p><strong>7. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[ת]נצבה א א ס</span></p>
</div>
</div>
<p><br class="clearboth" /></p>
<p class="centered"><strong>Linke Hälfte des Grabsteins:</strong></p>
<div class="category">
<div class="centeredHeb">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p>Das Leben &#8230;?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>2. Zeile: </strong></p>
<p>Spross <span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>3. Zeile: </strong></p>
<p>er unterstützte?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>4. Zeile: </strong></p>
<p>im/bei Mensch(en)?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>5. Zeile: </strong></p>
<p>nach?/fremden?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>6. Zeile: </strong></p>
<p>S([eine Seele möge eingebunden sein im Bund des Lebens)]?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>7. Zeile: </strong></p>
<p>A[men]?<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
</div>
</div>
<div class="archives">
<div class="centered">
<p><strong>1. Zeile: </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">חיית</span></p>
<p><strong>2. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">צמח</span></p>
<p><strong>3. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">וירפד</span></p>
<p><strong>4. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">באד[מ]</span></p>
<p><strong>5. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אחר</span></p>
<p><strong>6. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[ת]נצבה</span><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>7. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">א[מן]</span></p>
</div>
</div>
<p><br class="clearboth" /></p>
<p>Die Inschrift bzw. beide Inschriften sind sehr schlecht zu lesen, sowohl Transkription als auch der Übersetzungsversuch (inklusive Datierung) sind mit vielen Fragezeichen zu versehen.</p>
<p><strong>Rechte Hälfte des Grabsteins:</strong></p>
<p><strong>2. Zeile</strong>:<br />
Das מר (könnte auch מת sein) ist unsicher, demzufolge auch der Vorname Rachel. Das letzte Wort der Zeile könnte ein zweiter Vorname sein? Oder בת מורנו &#8220;Tochter unseres Lehrers&#8221;? Dann sollte danach allerdings der Name des Vaters stehen. Wenn am Beginn der Zeile מת gelesen wird, sollte nachher der Name eines Mannes stehen, also &#8220;Herr Ch(ajim)? N.&#8221;? Jedenfalls müssten dann in beiden Fällen die 3. und 4. Zeile anders gelesen werden als oben vorgeschlagen.</p>
<p><strong>3. und 4. Zeile</strong>:<br />
Auf den ersten Blick könnte תרצה, Tirza, als ein weiblicher hebräischer Vorname, gelesen werden. Mit dem vorangestellten ב könnte etwa &#8220;Tochter der Tirza&#8221; übersetzt werden? Allerdings wäre der Name der Mutter an dieser Stelle in der Inschrift eher ungewöhnlich.<br />
Oben bevorzugt wurde &#8220;Tochter des Herrn Zvi Hirsch&#8221;, was jedoch voraussetzt, dass beide Namen des Vaters der Verstorbenen abgekürzt angegeben wären. Sowohl dafür als auch für das letzte Wort der Zeile &#8220;Gattin&#8221;, hebräisch רעייה, fehlen mir Belege, die diese Lesung bestätigen könnten. Insbesondere, weil auch die Datierung des Steins sehr unsicher ist. Außerdem ist unklar, was am Beginn der 4. Zeile steht. Es sollte, wenn vorher &#8220;Gattin des&#8221; gelesen wird, der Name des Gatten stehen.</p>
<p><strong>6. Zeile</strong>:<br />
Die Lesung des Monatsnamen &#8220;Marcheschvan&#8221; (Oktober/November) ist naheliegend, davor könnte das Datum stehen. Das ג, also &#8220;3.&#8221; ist nicht eindeutig zu lesen, es kommen selbstverständlich auch יג, כג o.Ä. (also &#8220;13.&#8221;, &#8220;23. <abbr>o.Ä.</abbr>) in Frage. Platz hätten jedenfalls ein ב + ג oder auch ב + יג etc., also &#8220;am 3., 13. &#8230;&#8221;.<br />
Das letzte Wort dieser Zeile sieht wie מתת aus, was aber weder als Wort gelesen einen Sinn ergibt (Geschenk?) noch als Jahreszahl (Zahlenwert 840). Stimmt die Lesung der Wörter davor, ist an dieser Stelle die Jahreszahl zu erwarten.<br />
Oben vorgeschlagen wurde die Lesung מתה (&#8220;sie verstarb&#8221;) und, dass der Zahlenwert des hebräischen Wortes (445) zur Angabe des Sterbejahres dient. </p>
<p>Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass auch gelesen werden könnte: מדד, מדה oder מהד &#8211; was die Zahlenwerte 48 oder 49 (1288 oder 1289) ergeben würde. Da der Monat Marcheschvan im Herbst liegt, würde das Sterbejahr 1287 oder 1288 sein. Eine Frühdatierung dieses Grabsteins ins Ende des 13. Jahrhunderts halte ich aber schon aus sprachlichen Gründen für eher unwahrscheinlich.<br />
Ebenso gelesen werden könnte מרר, מרד oder מדר, was die Zahlenwerte 244 <abbr>bzw.</abbr> 440 ergeben würde. Das wären umgerechnet die Jahre 1484 <abbr>bzw.</abbr> 1680, wegen des Herbstmonats also 1483 <abbr>bzw.</abbr> 1679. Da die Buchstaben aber als Wort gelesen, zumindest im Kontext, kaum oder keinen Sinn machen, ist nicht erklärlich, warum bei der Angabe der Jahreszahl nicht mit der Hunderterzahl, in diesem Fall also mit dem ר, begonnen wird (200). Als Wort gelesen werden müsste מרר &#8220;bitter&#8221;, also der &#8220;bittere Marcheschvan&#8221; (weil kein Feiertag in diesem Monat).</p>
<p> <strong>Linke Hälfte des Grabsteins:</strong></p>
<p>Ausführlichere Anmerkungen zur Inschrift auf der linken Hälfte des Grabsteins sind müßig, da jede Zeile mit Fragezeichen zu versehen ist.<br />
Es kann nicht einmal mit Sicherheit gesagt werden, ob es sich beim Verstorbenen tatsächlich um einen Mann handelt.</p>
<p><strong>1. und 3. Zeile</strong>:<br />
In der 1. Zeile wird ein Substantiv bevorzugt, weil die Lesung als Verb, 2. Person &#8220;du lebtest&#8221;  einen doch unwahrscheinlichen Wechsel der Person &#8211; in der 3. Zeile: &#8220;er&#8221; &#8211; zur Folge hätte.</p>
<p><strong>Wenig erfreuliche Schlussbemerkung: </strong><br />
Die Jahreszahl 1483 würde &#8211; rein historisch gesehen &#8211; Sinn machen, weil die jüdische Gemeinde Wiener Neustadt bis 1496 bestand. Da es im 17. Jahrhundert weder Gemeinde noch Friedhof gab, passt die Datierung nicht zu den vorhandenen historischen Belegen. Sozusagen leider, weil der Textbefund (meines Erachtens) doch eher 1684 nahelegt. Das Problem der historischen Dissonanz kennen wir auch schon vom <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/25/grabstein-mittelalter-iv/" title="Interner Link zum Beitrag 'Grabstein Mittelalter IV'">Grabstein IV</a>.<br />
Das umgerechnete Datum für 1483 wäre Samstag, 13. Oktober 1483. Allerdings ist auch die Jahreszahl 1483, genausowenig wie 1679 und 1684, in der Literatur ausgewiesen.</p>
<p>Ich sage Frau <abbr>Dr.</abbr> Tirza Lemberger herzlichen Dank, dass sie sich Zeit genommen hat, mich bei der Lesung dieser Inschrift zu unterstützen!</p>
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		<item>
		<title>Grabstein Mittelalter IV</title>
		<link>http://www.ojm.at/blog/2009/11/25/grabstein-mittelalter-iv/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 13:17:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben und Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[grabsteine mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[hebräisch]]></category>
		<category><![CDATA[wiener neustadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Grabstein ist der vierte von links der Installation der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt. Die Punkte über den hebräischen Buchstaben (die man heute leider nicht mehr sieht, siehe unten) werden in der Transkription mit einfachen Anführungszeichen angedeutet. Kela, Tochter des Jehuda, 5. Schvat (5)311 = (Montag,) 22. Jänner 1551 [1. Zeile:] [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Grabstein ist der vierte von links der <a href="http://www.ojm.at/blog/2009/11/22/praesentation-der-mittelalterlichen-grabsteine/" title="Interner Link zum Beitrag 'Präsentation der mittelalterlichen Grabsteine'">Installation</a> der fünf mittelalterlichen Grabsteine am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt.</p>
<p>Die Punkte über den hebräischen Buchstaben (die man heute leider nicht mehr sieht, siehe unten) werden in der Transkription mit einfachen Anführungszeichen angedeutet. </p>
<p class="centered"><strong>Kela, Tochter des Jehuda, 5. Schvat (5)311 = (Montag,) 22. Jänner 1551</strong></p>
<div class="mittig1F">
<a rel="lightbox[261109]" title="Grabstein von Frau Kela, Tochter des Jehuda, aus dem Jahr 1551? auf dem jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" href="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG04GR.jpg"><img src="http://www.ojm.at/blog/bilder/wnMAG04.jpg" width="300" height="349" alt="Grabstein von Frau Kela, Tochter des Jehuda, aus dem Jahr 1551? auf dem jüdischen Friedhof Wiener Neustadt" /></a>
</div>
<div class="category">
<div class="centeredHeb">
<p><strong>[1. Zeile:] </strong></p>
<p>[Ich stimme die Totenklage an]<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>[2. Zeile:] </strong></p>
<p>[über die bedeutende und angesehene<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>[3. Zeile:] </strong></p>
<p>[Frau. All ihre Taten]<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>[4. Zeile:] </strong></p>
<p>[vollbrachte sie im Glauben. Sie war eine t(üchige und)]<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>5. Zeile: </strong></p>
<p>[g(ottes)f(ürchtige) Frau),] Frau [Kela, Tochter des]<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>6. Zeile: </strong></p>
<p>[H(errn)] Jehuda. Sie wurde begrab(en)<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>7. Zeile: </strong></p>
<p>am 5. Schvat 311? (= 1551)<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>8. Zeile: </strong></p>
<p>n(ach der) k(leinen) Z(eitrechnung). I(hre) S(eele) m(öge eingebunden sein) i(m Bund) d(es Lebens).<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>9. Zeile: </strong></p>
<p>Amen, Amen<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
<p><strong>10. Zeile: </strong></p>
<p>Sela, Sela<span class="hebr">&nbsp;</span></p>
</div>
</div>
<div class="archives">
<div class="centered">
<p><strong>[1. Zeile:] </strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[אשא קינה]</span></p>
<p><strong>[2. Zeile:]</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[על אשה חשובה]</span></p>
<p><strong>[3. Zeile:]</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[והגונה וכל מעשיה]</span></p>
<p><strong>[4. Zeile:]</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[היתה באמונה אשת]</span><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>5. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[ח' י'א'] מרת [קילה בת]</span></p>
<p><strong>6. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">[ר'] יהודה ונקבר[ה]</span></p>
<p><strong>7. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">ביום ה&#8217; שנת ש&#8217;ב&#8217;ט</span></p>
<p><strong>8. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">לפרט ת&#8217;נ&#8217;צ&#8217;ב&#8217;ה</span><br />
&nbsp;</p>
<p><strong>9. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">אמן אמן</span></p>
<p><strong>10. Zeile:</strong></p>
<p><span class="hebr" dir="rtl">סלה סלה</span></p>
</div>
</div>
<p><br class="clearboth" /></p>
<p>Die Inschrift ist nur teilweise deutlich lesbar. Im Bereich von Zeile 5 ist der Stein (nach 1927) abgebrochen. Max Pollak kannte offensichtlich noch den ganzen Stein und transkribierte daher die Inschrift von Zeile 1 an (Max Pollak &#8220;Die Juden in Wiener Neustadt. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Österreich”, Wien 1927, Seite 112). Der Text dieser ersten vier Zeilen und der Großteil von Zeile 5 stehen demzufolge oben in eckigen Klammern.</p>
<p><strong>4./5. Zeile</strong>:<br />
אשת ח&#8217; י&#8217;א&#8217; ist aufzulösen in: אשת חיל יראת אלהים. Der erste Teil in Anlehnung an Sprüche 31,10 &#8220;Eine tüchtige Frau, wer findet sie?&#8221;</p>
<p><strong>7. Zeile</strong>: </p>
<blockquote><p>Das Datum ist hier nur mit Vorbehalt angesetzt, da für das Jahr 1551 das Vorhandensein eines jüdischen Friedhofes in Wiener Neustadt nicht bezeugt erscheint.
</p></blockquote>
<p><cite>Max Pollak, a.a.O., S. 112</cite></p>
<p>Ich folge Pollak und lese ebenfalls 311. Da die Jahreszahl mit dem Wort Schvat, also dem Monatsnamen, dargestellt wird (eine sehr elegante Lösung), haben wir wenig Spielraum für andere Interpretationen. Wörtlich gelesen also etwa: &#8220;Am 5. des Jahres Schvat&#8221;.</p>
<p>ביום ה&#8217; könnte auch &#8220;am Donnerstag&#8221; bedeuten, in diesem Fall würde aber das Tagesdatum fehlen. Lesen wir statt Schvat תבט, ergäbe der Zahlenwert das Jahr 411, umgerechnet 1651. Bei dieser Lesung würde aber die Monatsangabe fehlen und außerdem ist für 1651 auch kein jüdischer Friedhof für Wiener Neustadt belegt. </p>
<p>Pollak gibt als (umgerechnetes) Sterbedatum den 12. Jänner 1511 (?) an. Das ist auch das korrekte Datum nach dem damals (vor 1582) gültigen Julianischen Kalender. Nach dem Gregorianischen Kalender ist der 5. Schvat der 22. Jänner 1551.</p>
<blockquote><p>Der Stil der Inschrift ist bis auf die Schlussformel ähnlich dem in neuerer Zeit (17. bis 18. Jahrhundert) gebräuchlichen und wäre wohl geeignet, die Herkunft des Grabsteines aus einer Übergangszeit zwischen zwei Stilgattungen, zwischen dem 13. bis 15. Jahrhundert einerseits, und dem 17. Jahrhundert andererseits zu bestätigen.</p></blockquote>
<p><cite>Max Pollak, a.a.O., S. 112</cite></p>
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